Forum: Wirtschaft
Öffentlicher Dienst: Tarifrunde wird am Montag fortgesetzt
DPA

Annäherungen in Einzelfragen, aber keine grundsätzliche Einigung: Die Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst gehen am Montag weiter. Die Gewerkschaften fordern sechs Prozent mehr Lohn.

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einwerfer 15.04.2018, 20:50
1. Wohl wie immer

Die Schlagzeilen werden lauten "Öffentlicher Dienst bekommt satte 4% mehr", und im Nachsatz folgt dann kleingeschrieben: "die Laufzeit beträgt 24 Monate". Ein simpler Dreisatz, den man den Menschen aber wohl nicht mehr zutraut, zeigt dann: effektive Lohnerhöhung von 2% per anno, nominal. Das Risiko der Entwicklung der Inflationsrate trägt alleine der Arbeitnehmer.

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Ehrlicher1 15.04.2018, 21:10
2.

Ich tippe auf ein anderes Ergebnis, nämlich 6% mehr. Aber!! Ein Teil dieser 6% werden in Form einer Einmalzahlung gewährt. Diese darf aber nicht in die 6% mehr eingerechnet werden, da sie halt nur ein einziges Mal gilt. Ab dem nächsten Monat fällt man wieder zurück. Dieser Taschenspielertrick wird immer wieder gerne gemacht, weil man glaubt, die Leute können nicht rechnen. Die Journalisten fallen ja auch schließlich jedes Mal darauf rein. Bitte merken: Einmalzahlungen dürfen nicht in die prozentuale Lohnerhöhungen eingerechnet werden!!! Bin mal gespannt, was kommt.

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post.scriptum 15.04.2018, 21:21
3. Wenn die Staatsdiener des öffentlichen Dienstes ...

... nicht endlich wieder angemessen bezahlt und weiterhin von der Privatwirtschaft finanziell abgehängt werden, wird im Staatsdienst kein qualifizierter Nachwuchs mehr anheuern, was angesichts der anstehenden riesigen Herausforderungen in den nächsten Jahren in Verbindung mit den erhheblichen Pensionierungswellen verheerende Auswirkungen haben wird.

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vonschnitzler 15.04.2018, 21:28
4. auch im ÖD...

Verdi und die andere Gewerkschaft haben gerade einen Vertrag ausgehandelt bei dem ich, das darf ich mal so sagen, wieder gut weggekommen bin - denn ich gehöre zu den glücklichen Angestellten, die eh schon nicht so schlecht verdienen. Trotzdem kann ich die Selbstbeweihräucherungen von Verdi kaum aushalten. Warum, fällt bitte meine Erhöhung in Euro mehr als doppelt so hoch aus, wie die in der untersten Lohngruppe? Bis zur obersten ist es sogar Faktor drei - das ist für jemanden, der Prozentrechnung kann, nicht schwer auszurechnen und selbst wenn diese Fähigkeit nicht gegeben ist, kann man doch einen Brutto-Netto-Rechner bedienen. Gleichzeit wird gejammert, dass die Gehaltsschere auseinander geht... ich verstehe das nicht. Dazu noch Klassenkampf-Sprüche von Verdi als wenn unser Gehalt sonst in die Dividende von reichen Aktionären geht. Sind in der Gewerkschaft nur Leute organisiert die in den oberen Lohngruppen zu finden sind? Gerne werden Pflegepersonal, Kindergärtnerinnen oder (dienstgradmäßig) kleine Polizisten als Beispiele genannt, warum die Erhöhung nötig wird - die haben aber am Ende wieder am wenigsten davon.

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tonhalle 15.04.2018, 21:38
5. Abgekartet, schon wieder!

Bitte Herr Bsirske, hören Sie endlich auf Forderungen alleine von der Mehrheit der weniger gut Verdienenden abhängig zu machen. Von Außen betrachtet nutzen die Streiktage eh nur den Arbeitgebern in diesem wenig effizienten Umfeld. Da sind ca. 0,4% der Lohnerhöhung schon gespart.
Dieses Poltern um schließlich dann ein Abschluss im Bereich des Inflationsausgleichs, das deutet sich ganz offensichtlich an. Wenn das so kommen sollte, dann ist das an Peinlichkeit nicht mehr zu überbieten, dann hat Ver.di das moralische Recht endgültig verspielt, diese 2,3 Mio. Menschen zu vertreten.
Sie sagten „zu den Metallern aufschließen“ lassen Sie sich daran messen und treten zurück, wenn die 6% für 12 Monate nicht kommen. Und lassen Sie diese 200€, das ist realitätsfern!

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willibrand 15.04.2018, 22:18
6. kommt in etwa eine Erhöhung ?

die OSZE moniert seit Jahren dass die Lohnerhöhungen in D zu nieder ausfallen und die Lohnungleichheit oben und unter weiter auseinanderdrifftet.
Unsere Handelspartner bemängeln das ungleiche Handelsdefizit zugunsen D auch wegen der niedrign Bezahlung der Arbeitnehmer.
Trotzdem werden von der deutschen Politik nur die Arbeitgeber bevorzugt, steuerlich und mit Subventionen.
Und seit Jatren wird nur versucht wenigsten den Inflationsausgleich zu verwalten . hier werden 6 % für 12 Monate gefordert und am Ende kommt eine Zeitspanne von 2 - 3 Jahre .
Gerade in vielen staatlichen Bereichen ist Nachholbedarf, Polizei, Pflege, Krankenschwestern, Ensorgunspersonal ....
( vielleicht liegen die Probleme auch daran dass die Gewerkschaftsbosse in den Parlamenten setzen und sonst auch gut versorgt sind, Kennen die sich an der Basis noch aus ?)

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spmc-12355639674612 15.04.2018, 22:39
7. Sie haben recht!

Zitat von vonschnitzler
Verdi und die andere Gewerkschaft haben gerade einen Vertrag ausgehandelt bei dem ich, das darf ich mal so sagen, wieder gut weggekommen bin - denn ich gehöre zu den glücklichen Angestellten, die eh schon nicht so schlecht verdienen. Trotzdem kann ich die Selbstbeweihräucherungen von Verdi kaum aushalten. Warum, fällt bitte meine Erhöhung in Euro mehr als doppelt so hoch aus, wie die in der untersten Lohngruppe? Bis zur obersten ist es sogar Faktor drei - das ist für jemanden, der Prozentrechnung kann, nicht schwer auszurechnen und selbst wenn diese Fähigkeit nicht gegeben ist, kann man doch einen Brutto-Netto-Rechner bedienen. Gleichzeit wird gejammert, dass die Gehaltsschere auseinander geht... ich verstehe das nicht. Dazu noch Klassenkampf-Sprüche von Verdi als wenn unser Gehalt sonst in die Dividende von reichen Aktionären geht. Sind in der Gewerkschaft nur Leute organisiert die in den oberen Lohngruppen zu finden sind? Gerne werden Pflegepersonal, Kindergärtnerinnen oder (dienstgradmäßig) kleine Polizisten als Beispiele genannt, warum die Erhöhung nötig wird - die haben aber am Ende wieder am wenigsten davon.
Gerecht wäre es ebenfalls, allen den gleichen Betrag pro Arbeitsstunde mehr zu bezahlen. ABER: Da mehr Menschen in den unteren Gehaltsgruppen zu finden sind, würde die Erhöhung (wenn man denselben Gesamtbetrag verteilt) dann dennoch relativ niedrig ausfallen, für niedrige Lohngruppen aber immerhin etwas höher als bei der aktuellen prozentualen Erhöhung. Langfristig wäre die Methode absoluter Erhöhungen in Euro auf jeden Fall ein gutes und gerechtes Mittel, das Auseinanderdriften hoher und niedriger Löhne abzumildern.

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Korken 15.04.2018, 23:24
8.

Das ist ganz normal. Prozentual ist es am gerechtesten. Der Abstand der Lohngruppen bleibt so mit der Inflation bestehen und das ist gut so, denn ansonsten verdient die Putzaushilfe bald genausviel wie der Chef wenig. Man nähert sich mit der "mind. 200 Euro" Forderung dem ja schon an, und das, obwohl gerade die unteren Gehaltsklassen im ÖD durchaus nicht schlecht dastehen im Vergleich zur WIrtschaft. In den oberen Etagen der Lohngruppierungen mangelt es aber gewaltig an guten Leuten, da sich diese die Bezahlung da halt nicht antun.

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ott.burgkunstadt 16.04.2018, 00:43
9. Wertschätzung ...

... sieht anders aus! Immer noc ein vernünftiges Angebot der Arbeitgeberseite? Ich würde die Verhandlungen für gescheitert erklären und da in Streik treten, wo es richtig weh tut.
Am Schluss werden wohl knapp 5 %, verrteilt auf zwei Jahre herauskommen. Das soll dann Teilhabe an der wirtschaftlichen Entwicklung sein?! Der öffentliche Dienst ist kein attraktiver Arbeitgeber mahr, bietet im Tarifbereich keinne sicheren Arbeitsplätze mehr - wenn man denn einen unbefristeten Arbeitsvertrag ergattert - und das Beamtentum bis zu den B-Gehältern stellt eine moderne Form der Sklaverei dar.
Ein Wirtschaftsunternehmen, das seine Mitarbeiter so gering schätzt, wäre schon lange insolvent.

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