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Politische Instabilität: Deutschland sucht den Super-Kanzler
DPA

Bislang galt die Bundesrepublik als globaler Stabilitätsanker. Aber das ändert sich gerade: Das Führungschaos in der SPD hat das Potenzial, eine explosive Kettenreaktion auszulösen.

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Nania 11.02.2018, 00:18
1.

Ich würde es aktuell nicht ganz so schwarz sehen. Ja, wir haben ein Problem mit einem wachsenden rechten Rand, der sich scheinbar weder durch einen Präsidenten Trump, noch durch einen Brexit oder durch offenen Rechtsextremismus in der gewählten Partei (AfD) beeindrucken lässt. Ja, wir haben ein Problem mit einer sich selbst zerlegenden SPD, die aber meines Erachtens nach vor allem auch damit kämpfen muss, dass es nahezu egal ist, was sie tut: es ist falsch. Ja, wir haben ein Problem mit einer Bevölkerung und einer politischen Landschaft, die sich stark wandelt. Jetzt aber den Teufel an die Wand zu malen hilft niemandem weiter. Stattdessen müsste mehr in politische Bildung investiert werden, es müssten mehr Menschen wieder verstehen, dass man die großen Probleme nicht innerhalb weniger Wochen oder Monate lösen kann, sondern dass es Jahre benötigt und man muss sich wieder über die "Langfristigkeit" von politischen Wegen im Klaren sein. Schnelle Lösungen sind in der Politik meist schlechte Lösungen, aber derzeit ist es scheinbar in, seitens der Wähler und Teilen der Politiker, in kurzen Zeitabschnitten zu denken, zu glauben, dass es auf die komplexen Fragen unserer Zeit einfache Antworten gibt.

Mir graut es vor Neuwahlen. Mir graut es vor einer Parteienlandschaft, in der die Rechten Einfluss auf unseren Staat nehmen können, der unsere Grundrechte untergräbt, der die EU abschaffen möchte und sein Heil in der Nationalstaatlichkeit sucht. Dieser Weg führt nämlich nirgendwo anders hin als ins Chaos.

Widersprechen muss ich übrigens bei der kurzen Analyse zu Trump und auch zum Brexit
Eine nähere Beschäftigung mit den Analysen bezüglich der US-Wahl und auch mit den US-Medien ließ erkennen, dass ein Sieg von Trump nicht unrealistisch, nicht einmal unwahrscheinlich war. Man konnte es sich nur nicht so recht vorstellen.
Und auch die Pre-Brexit-Analysen waren keineswegs eindeutig. Man wollte es nur nicht richtig wahrhaben.

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cuisinier81 11.02.2018, 00:21
2. Jetzt wäre...

... Die Chance, endlich etwas zu ändern. Richtige Reformen im politischem System. In dem letzten Jahren kam es doch gar net mehr auf die Qualität und die Qualifikation der Minister an... Vom Familienressort zum Wehrressort, nur als Beispiel! Es geht aktuell nur um Vetternwirtschaft und Freundschaftsdiensten. Siehe auch der Kommentar vom Gabriel zum Wortbruch... Genau dies ist es, was eben der AfD zu Aufstieg verhalf und noch mehr hilft!!! Wir sollten Wege finden, die Demokratie wieder direkter zu machen, wie es von den Alten Griechen gedacht und gemacht wurde! So wäre auch bei den Politikern wieder Verantwortung zu spüren. Aber mit Immunität, 4 Jahre fett kassieren und danach noch eine fetter Pension einstreichen, das wird nicht mehr lange gut gehen. Leider hat man naischt aus der Geschichte gelernt und verhilft den Populisten und Agitatoren wieder an die Macht!!! Wir haben jetzt Parteien in den Reichstag gewählt, jetzt lasst Uns, das Volk, den Kanzler wählen. Jede Partei stellt einen Kandidaten und dann schauen wir weiter... Die Minister auch nach Qualifikation einteilen und berufen, nur dann kann es auf Dauer etwas werden... Aber, alles juste ein Traum. Weiter die AfD stärken, weiter in die eigene Tasche arbeiten und Lobbyismus betreiben!!! Lange lebe die deutsche Korruption, ähm... POLITIK!!!

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28zwei27 11.02.2018, 00:30
3. Wir haben doch nichts gewußt

"Eine Minderheitsregierung unter ihrer Führung hat Merkel nahezu ausgeschlossen."

Der Ausdruck "nahezu" ist falsch!
A.D. Merkel hat eine Minderheitsregierung komplett ausgeschlossen.
Ohne jede Diskussion!
In den Parteien, oder gar den Medien.
Und noch vor einigen Wochen wurde jeder Kommentar über die Auswirkungen der A.D.Merkel auf die bundesdeutsche Demokratie hier zensiert.
Deshalb auch mehrfach notiert, siehe CC33C.
[Ein peinliches Eigentor der ehemaligen Nachrichtenmagazine]

Inzwischen wird klar, dass die Aussage "die bundesdeutsche Demokratie wird mindestens zwei Jahrzehnte benötigen um sich vom Regime Merkel zu erholen" die traurige Wahrheit ist.



Dank der Archive aber nachweisbar ;-)

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MarCosch 11.02.2018, 00:34
4. Was für ein Blödsinn oder wie man sich eine Krise bastelt!

Warum sollte die aktuelle Situation in der SPD bitte eine größere Krise herbeiführen?

Die Frage welches Ausmaß an Dreistigkeit sich die Basis hat gefallen lassen überrascht da wesentlich mehr. Der Kurs von Schulz war zum Schluss einfach nicht mehr tragbar. Er hat den Bogen einfach überspannt. Wenn auch unter massivem Druck ist jetzt teilweise zumindest ein Versprechen realisiert worden.

Das zweite Thema wird leider aus Angst abgenickt. Auch wenn eine Erneuerung unserer Politiklandschaft längst überfällig wäre.

Allein es fehlt mir an Glauben, dass die altgedienten dies rechtzeitig erkennen und den Platz räumen. Denn genau das wäre das richtige Mittel gegenüber den Spinnern von der AFD!

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sir wilfried 11.02.2018, 00:37
5. Es ist nicht nur die SPD

Es ist nicht nur die SPD. Auch Frau Merkel steht nicht nur ohne Kleider da (das tat sie schon immer) sondern mehr und mehr Leute sagen es auch. Warum zahlt sie jeden Preis, um keine Minderheitsregierung führen zu müssen? Weil sie der Verantwortung, die dieses Amt mit sich bringt, überhaupt nicht gewachsen ist. Sie kann nicht argumentieren, sondern nur mit betonierter Mehrheit durchregieren. Das hat sie von ihren Lehrmeistern verinnerlicht.
Daß die SPD-Führung einer solchen Kanzlerin zum dritten mal die Steigbügel halten will, zerreißt die Partei natürlich.

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dave_t 11.02.2018, 00:39
6. Deutschland sucht den Super-Kanzler?

Haben wir doch schon. Leute, hört mal besser auf die Merkel runterzuschreiben. Wer soll's denn sonst machen? Waren die letzten vier Jahre echt so Sch****e? Haben wir alle nur kollektive Langeweile, daß wir uns nach einer gescheiten Staatskrise sehnen, nur um unsere übersättigten Nervenspitzen zu kitzeln? Spätrömische Dekadenz hat das mal einer genannt, den man danach dafür gekreuzigt hat.

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taheles 11.02.2018, 00:40
7. DESHALB hat Merkel wohl die Kröten geschluckt

In Ihrem letzten Titel zeigen Sie Merkel unter anderem ohne Kleider. Aber warum hat sie wohl so viele Zugeständnisse gemacht? Weil sie auch sieht, dass jetzt eine Regierung her muss. Und weil bei einer Neuwahl auch die "GroKo" evtl. keine Mehrheit mehr hätte? Und dann? AfD als Koalitionspartner?? Noch mal Jamaika-Verhandelungen? Und was Martin Schulz betrifft, so tut es mir nicht leid. ER hat doch Wahlkampf damit gemacht, eine gute Regierung schlecht zu reden. Oder hat sie Deutschland etwa nicht in wesentlich besserem Zustand hinterlassen, als sie es vorfand? Der destruktive Begriff "GroKo" entstand während seiner Kampagne. Aber wenn die Regierung, an der man beteiligt war angeblich schlecht und ein falsche Konzept war - dann sieht man selbst auch nicht gut aus. Ich werde zwei Dinge nie vergessen: (1) Wie Schulz erst sagte, ER werde niemals in eine Regierung Merkel eintreten. (2) Wie er herumlief wie ein stolzer, kleiner Schneekönig, als es so aussah, als würde er der nächste Außenminister. Vor allem das. Und der etwas zur Grobheit tendierende Schulz wäre keine gute Wahl gewesen. Wie sagt man im Rheinland: "Jut dat er fott is!"

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fareast 11.02.2018, 00:41
8. Sie haben recht

"So richtig und notwendig eine stärkere Föderalisierung Europas ist: Weil sich kaum jemand die Mühe gemacht hat, die Wähler davon zu überzeugen, ist der Boden für eine Kontra-Bewegung bereitet, die mit Zulauf von Hartrechts bis weit ins bürgerliche Lage rechnen könnte." Das ist in der Tat ein Versagen der Politiker. Allerdings bin ich nicht sicher, ob man die Bevoelkerung denn wirklich ueberzeugen kann. Wie Sie sich hier im Form selbst ueberzeugen koennen, mangelt es vielfach an rudimentaeren Faehigkeiten des textverstaendnisses sowie der Bereitschaft, sich mit Argumenten auseinanderzusetzen. (Sehen Sie sich doch mal zum Spass/Gruseln die Kommentare zum Thema Erkaltung im Zusammenhang mit nassen Haaren an. )

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Patrik74 11.02.2018, 00:42
9. Schlimme Sache, das

Zitat von
Die letzte schwarzrote Koalition sah sich mit einer Anti-TTIP-Kampagne konfrontiert, die am Ende das transatlantische Freihandelsabkommen aushebelte - gegen den ursprünglichen Willen aller politisch Beteiligten und Lobbyisten.
Was waren das noch für schöne Zeiten, als man abseits jeglicher Kontrolle die Politik so schön intensiv be...raten konnte.

Diese permanente Einmischung des Volkes in die inneren Angelegenheiten ist wirklich unzumutbar; das ist ja als ob man die Schafe fragen müsste, wie sie geschlachtet werden wollen- am Ende sagen sie noch: gar nicht. Lächerlich!

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