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Prekärer Arbeitsmarkt: Behörde vermutet Mindestlohn kostet Minijobs
DPA

Der Mindestlohn macht viele Arbeiten teurer. Die ersten Auswirkungen werden knapp sechs Monate nach der Einführung allmählich sichtbar - auch für viele Minijobber.

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Schwabbelbacke 18.06.2015, 11:34
1. Staatliche Minijob-Zentrale

Wow....noch nie was von dieser Behörde gehört.
Diese Diskussion wegen 8,50 Mindestdumpinlohn bzw. Hartz4 Gehalt durch Arbeit ist eh schon Peinlich.
Fallen den die Minijobs weg?, oder werden diese zu einem Job verschmelzt?
Richten 8,50 €uro wirklich so viel Schaden an?
Das A und O ist dabei doch, das solche Arbeitnehmer die die Minni Jobs gemacht haben, jetzt Sozial- versicherungsbeiträge zahlen....wenn auch wenig, aber es sollte für die Rettung Griechenlands reichen.
Mal von denjenigen abgesehen, die sowas als Ergänzung zum Stammgehalt machen, sollten auch Mindestdumpinglohnjobs abgeschaft werden, dienen diese nur, um mehr Gewinne zu scheffeln (auch wenn es 100terte andere Ausreden gibt)...Fakt ist weder vom Minijob noch von 8,50 / h kann kein Mensch leben, und jeder Arbeitnehmer Subventioniert gleichzeitig diese Ausbeuterbetriebe, die bestimmt mehr Zahlen können.
Der Mindestlohn bedeutet Leistungsstillstand, und gehört wesentlich erhöht (12 €uro) oder ganz abgeschaft.

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pamhalpert 18.06.2015, 12:07
2. Mindestlohnarbeitslosigkeit

Gut, den Begriff der Mindestlohnarbeitslosigkeit kennt jeder BWL-Student. Das ist quasi perfekt nach Modell. Dass Unternehmen so reagieren lernt man - dass das ein psychologischer Effekt ist, der sich nach einiger Zeit wieder geben wird, weil kein Unternehmen dieser Welt dauerhaft mit der gleichen Mitarbeiterzahl auskommt (vorausgesetzt, es möchte wachsen), das lernt man im von liberalen Wirtschaftstheorien geprägten Studium nicht. Dazu muss man den Kopf selbst anschalten.

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bluebill 18.06.2015, 12:09
3. Fehlgeleitet

Minijobs waren einmal dafür gedacht, kleine Arbeiten unkompliziert und schnell zu vergeben - im Prinzip ein Gesetzesrahmen für Freundschaftshilfe. Sie sollten auch Arbeitslosen die Möglichkeit eines kleinen Zubrots geben. - Was daraus wurde, ist ein Geschäftsmodell für profitstrebende Unternehmen und vor allem für die klammen öffentlichen Einrichtungen. Statt "normalen" Stammbelegschaften, für die man ja Tariflohn und Nebenkosten zahlen muss, werden lieber Minijobber beschäftigt. Die sind schön billig und haben meist keinen festen Arbeitsvertrag. Die Betroffenen, denen oft keine Alternative bleibt, müssen oft genauso ranklotzen wie eine reguläre Halbtagskräfte. Und damit das auch so bleibt, wurden diese Dumpinglöhne schnell zum Standard erklärt. Wer mehr forderte, wurde damit beschieden, daß seine Forderung maßlos sei, man sehe sich doch nur die Kollegen an...
Es wurde höchste Zeit, dieses System abzuschaffen.

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Vana 18.06.2015, 12:13
4. Was ist daran schlimm?

Ich sehe es in meinem Job täglich, wie Arbeitgeber versuchen, sich um unbefristete Vollzeitjobs herumszuschlängeln. Vor allem im Bereich HoGa und Einzelhandel (in anderen Bereichen aber auch). Einige Menschen haben drei Mini-Jobs, weil sie keine Vollzeitbeschäftigung finden können. Und die Mini-Jobs mögen laut Gesetz jeder anderen Beschäftigung gleichgestellt sein. Die Realität sieht anders aus. Lohnfortzahlung im Krankheitsfall? Urlaubsanspruch? In den meisten Fällen eher nicht. Wer nicht antritt, wird auch nicht bezahlt. Das ist prekär!
Nicht umsonst ist Deutschland in entsprechenden Studien ganz vorn, was die Anzahl nicht normaler Beschäftigungsverhältnisse angeht. Und das wird politisch fröhlich gefördert. Man erinnere sich an den Ausbau der Mini-Job-Grenze von 400€ auf 450€.
Und wer kriegt noch von vornherein einen unbefristeten Vertrag? Irgendwas stimmt hier nicht...

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syracusa 18.06.2015, 12:28
5.

Zitat von bluebill
Minijobs waren einmal dafür gedacht, kleine Arbeiten unkompliziert und schnell zu vergeben - im Prinzip ein Gesetzesrahmen für Freundschaftshilfe. Sie sollten auch Arbeitslosen die Möglichkeit eines kleinen Zubrots geben. - Was daraus wurde, ist ein Geschäftsmodell für profitstrebende Unternehmen und vor allem für die klammen öffentlichen Einrichtungen. Statt "normalen" Stammbelegschaften, für die man ja Tariflohn und Nebenkosten zahlen muss, werden lieber Minijobber beschäftigt.
Nicht zu vergessen, dass die Minijobber dabei sogar noch um die Beiträge in die Sozialkassen geprellt werden, die die Arbeitgeber dafür pauschal abführen müssen, ohne dass der Minijobber dadurch Ansprüche erwirbt.

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diefans 18.06.2015, 12:43
6.

Das ist so ähnlich wie Junker: Wir machen mal was und kucken dann, ob was passiert und wenn nichts passiert, dann machen wir etwas anderes...

Unsere Gesellschaft ist absoluten Blindgängern ausgeliefert.

Mises hat schon 1929 dargelegt, daß Interventionismus niemals das erreichen kann, was er vorgibt erreichen zu wollen, da alle Marktteilnehmer sich den verschobenen Bedingungen anpassen.

Die vom Staat müssen doch tatsächlich denken, daß ihre Gesetze die Wirklichkeit nur soweit ändern, wie es eben im Gesetz steht. Daß es dort lebendige Menschen gibt, die ständig Wege und Möglichkeiten suchen ihr Leben so zu optimieren, daß die Gesetze möglichst die geringsten Kosten verursachen, scheinen die vom Staat nicht zu erahnen.

Die Gesellschaft ist tatsächlich eine organische Intelligenz, die allen künstlichen oder natürlichen Hindernissen ein Schnippchen schlägt.

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siegerländer79 18.06.2015, 13:25
7.

Als Minijobber hat man Anspruch auf den gleichen Lohn wie Vollzeitkräfte. Ebenso auf Urlaub. Aber wieviel Arbeitgeber halten sich daran? Es gibt Fälle, da wurde das den MJ verwährt mit der Begründung, das wäre unfair gegenüber den Festangestellten. Diese müßten für das gleiche Netto ja mehr Stunden arbeiten.

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emeticart 18.06.2015, 13:54
8. Stimmt!

Ich kann die Beobachtungen dieser "Behörde", nur bestätigen! Gestern erst, war ich in meiner Stammkneipe und musste mich selbst bedienen, später sogar selbst abkassieren! Habe mir aber ein ordentliches Trinkgeld gegeben. Danach, wollte ich noch schnell im örtlichen Supermarkt einkaufen, konnte ich aber nicht wirklich, da ich keinerlei Produkte in den Regalen vorfand! Auf dem Heimweg ist mir dann aufgefallen, dass die Vorgärten in unserer gutbürgerlichen Wohngegend, total zugewuchert sind und dass die sonst so gepflegte Rasen mittlerweile hüfthoch stehen! Dies MUSS alles mit dem Mindestlohn zusammenhängen, deshalb fordere ich, dieses Teufelsgesetz umgehend abzuschaffen! Es muss doch in unserem Land zugunsten der Ordnung möglich sein, wieder Löhne um die 2,-€ zu bezahlen- oder? MfG

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walter_e._kurtz 18.06.2015, 15:14
9.

Zitat von bluebill
Minijobs waren einmal dafür gedacht, kleine Arbeiten unkompliziert und schnell zu vergeben - im Prinzip ein Gesetzesrahmen für Freundschaftshilfe. Sie sollten auch Arbeitslosen die Möglichkeit eines kleinen Zubrots geben. - Was daraus wurde, ist ein Geschäftsmodell für profitstrebende Unternehmen und vor allem für die klammen öffentlichen Einrichtungen. Statt "normalen" Stammbelegschaften, für die man ja Tariflohn und Nebenkosten zahlen muss, werden lieber Minijobber beschäftigt. Die sind schön billig und haben meist keinen festen Arbeitsvertrag. Die Betroffenen, denen oft keine Alternative bleibt, müssen oft genauso ranklotzen wie eine reguläre Halbtagskräfte. Und damit das auch so bleibt, wurden diese Dumpinglöhne schnell zum Standard erklärt. Wer mehr forderte, wurde damit beschieden, daß seine Forderung maßlos sei, man sehe sich doch nur die Kollegen an... Es wurde höchste Zeit, dieses System abzuschaffen.
Ich finde die Zahl der Minijobber beeindruckend hoch;
6,6mio (vorher 6,8) von rd. 81mio Einwohnern, von rd. 46mio. potentiell Erwerbstätigen, von 42mio tatsächlich Erwerbstätigen. (Zahlen aus Artikel und div. wiki-Beitragen 2008-2014)
Ob das noch gesunde Strukturen sind....?

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