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Problematische Inhalte: Unilever droht Facebook und Google mit Werbeentzug
AFP

Soziale Medien sind ein "Sumpf": Diese Warnung kommt nicht von besorgten Eltern oder Politikern, sondern einem Großkonzern. Unilever droht Google, Facebook und Co mit dem Entzug milliardenschwerer Werbegelder.

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C. Schmidt 12.02.2018, 14:41
1. Sollen sie probieren

Da pokert Unilever, um günstigere Konditionen zu kriegen. Sollen sie es doch wagen, Google (Youtube) und Facebook zu boykottieren; nach einem Jahr kommen sie dann doch wieder angeschissen, aus einem simplen Grund: Sie müssen da werben, wo die Zielgruppe ist. Und die ist heutzutage eben immer mehr im Internet, und dabei sehr konzentriert in den sozialen Netzen und auf Youtube. Wenn sie auf Werbung in diesem Umfeld verzichten, schießen sie sich selbst in den Fuß. Und in einem Jahr kümmert es auch keinen mehr, ob Unilever heute so tut, als könnten sie die Werbung auf solchen Plattformen nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren.

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hello_again 12.02.2018, 15:51
2. @C. Schmidt

"Und in einem Jahr kümmert es auch keinen mehr, ob Unilever heute so tut, als könnten sie die Werbung auf solchen Plattformen nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren."
Ich empfehle Ihnen einen Blick in den Unilever Geschäftsbericht.
Von den Konsumgütergiganten gehört Unilever noch zu denjenigen, die ihren sozialen und ökologischen Anspruch am höchsten haben. Die Ankündigung ist deshalb nur ein weiterer Schritt auf der Agenda.

Bevor Sie fragen, ja ich habe als Kleinanleger Anteile am Unternehmen, ja ich schätze die nachhaltige Ausrichtung des Unternehmens.

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arviaja 12.02.2018, 16:20
3. Don't be evil...

Die Tech-Giganten schreiben sich alle auf die Fahne, nur das Beste für die Menschheit im Sinn zu haben. Und vielleicht wollen sie das auch. Aber wir können uns nicht einfach auf irgendwelche Firmen-Werte verlassen, die jemand mal irgendwo hingeschrieben hat. Das ist zwar gut, aber lange noch kein Garant für irgendwas. Es mag sein, dass sich ein Tim Cook und die Herren Brin und Page (Alphabet/Google) soziales Engagement auf die Fahnen geschrieben haben. Bei Facebook ist das schon zweifelhaft. Und wer sagt mir, dass in 10 Jahren, wenn mal ganz andere Typen an der Spitze stehen, diese Werte dann noch bestand haben?

Nein, die Politik darf sich nicht davonstehlen. Und es scheint mir als ob - auch wenn es gegen die populäre Auffassung und Meinung vieler geht - sich die EU Kommission hier in die richtige Richtung bewegt. Mal schauen.

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makeup 12.02.2018, 16:23
4. Ich finde es zumindest mal für den Anfang gut

vielleicht folgen noch ein paar andere Unternehmen und vor allen Dingen sollten sie mal Ebay boykottieren, denn dort ist inzwischen jedes 3 Produkt ein Plagiat. Die Produktpiraterie der Chinetzen geht mir so etwas auf den Senkel.

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unpolit 12.02.2018, 16:25
5. Sehe ich nicht so

Zitat von C. Schmidt
Da pokert Unilever, um günstigere Konditionen zu kriegen. Sollen sie es doch wagen, Google (Youtube) und Facebook zu boykottieren; nach einem Jahr kommen sie dann doch wieder angeschissen, aus einem simplen Grund: Sie müssen da werben, wo die Zielgruppe ist. Und die ist heutzutage eben immer mehr im Internet, und dabei sehr konzentriert in den sozialen Netzen und auf Youtube. Wenn sie auf Werbung in diesem Umfeld verzichten, schießen sie sich selbst in den Fuß. Und in einem Jahr kümmert es auch keinen mehr, ob Unilever heute so tut, als könnten sie die Werbung auf solchen Plattformen nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren.
1. Werbung wird auch auf Youtube und FB als das wahrgenommen, was es ist: ein nerviges Stehlen von Lebenszeit. Und je mehr Konsum auf diesen Kanälen, desto nerviger.
2. Werber wollen Produkte verkaufen. Das bedeutet, dass die Sehenden auch über signifikante Budgets verfügen sollten. Und ob es sich lohnt, für 1000 Deo-Roller 1 Mio Klicks zu zahlen, das wird wohl immer genauer hinterfragt. In diesen Medien funktionieren eh andere Mechanismen.
3. Es tut gut, wenn sich Unternehmen an Markenhygiene erinnern. Mich haben wegen Werbung in einem Blog mit Äußerungen, die meinen Vorstellungen vom Miteinander diametral gegenläufig sind, 3 Unternehmen als Kunden verloren. Inklusive kurze Nachricht an diese Unternehmen.
Übrigens, auch die Werbemedien tun gut daran, hier zu korrigieren. Bekanntlich hängt der TKP auch von der Glaubwürdigkeit des Mediums ab.

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doktor_polidori 12.02.2018, 16:32
6. Die Maske wird fallengelassen

Die Marketing-Abteilungen von Großkonzernen bestimmen demnächst also, worüber wir in der Gesellschaft reden dürfen, nicht etwa Gerichte und Paragraphen. Schöne Welt und bezeichnend, dass das im Artikeln nicht kritisch hinterfragt wird, schließlich geht es um "fragwürdige Inhalte", die die "Gesellschaft spalten". Sämtliche Reflexe, die sich ansonsten gegen eine derartige Eiinflussnahme richten würden schweigen, wenn das eigene Narrativ bedient wird.

Niemand mag wirklichen Rassismus, aber wie leicht man bei "problematischen" Inhalten landet, das gibt das Beispiel, des im Artikel erwähnten Skandals um die Dove-Werbung vor - ein weiteres Beispiel wäre die H&M Werbung mit dem "Coolest Monkey"-T-Shirt und dem schwarzen Jungen. Hier sind Konzerne, die sich jeweils als Vorreiter politisch korrekter Ideologie (Man denke an die "Diversität" von Dove-Duschgel-Flaschen) sehen "versehentlich" ins Schussfeuer ihrer eigenen ständig moralische Verkommenheit witternden Anhängerschaft geraten.

Unsere Meinungsfreiheit wird durch Gesetze (Beleidigung, Volksverhetzung, Anstiftung zu Straftaten) begrenzt deren Auslegung die Sache von Gerichten ist. Wenn Opfer von Internetverleumdungen in der Praxis Probleme haben, Ihre Rechte duchzusetzen, dann gehört die Exekutive gestärkt, aber es braucht kein NetzDG, keine Stiftungen, die soziale Netzwerke nach nebulösen Kriterien durchflöhen und keine Großkonzerne, die Ihre Moral der Allgemeinheit aufdrücken wollen.
Und wenn man jetzt mit Freiheit und Markt kommt (Jeder kann werben, wo er will! Die Plattformen sind private Veranstaltungen, die Hausrecht haben, etc.) dem sei der Hinweis auf die Marktmacht von Monopolisten genannt. Was Google aus seiner Suche ausfiltert, das ist im Internet schlicht nicht auffindbar - da handelt es sich bei Auslassungen um Zensur und nciht um die freie Entscheidung eines Privatunternehmens.

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oldman2016 12.02.2018, 16:33
7. Ein Versuch wert

Es ist richtig und wichtig dass Konzerne und Unternehmen keine Plattformen für Beleidigungen, Rassismus, religiösen Hass usw. mit Werbegeldern unterstützen. Jeder Verbraucher kann aber sich mit einer E-Mail an eine werbendes Unternehmen wenden und darauf hinweisen, dass er nicht weiter gewillt ist, die Produkte des Unternehmens weiter zu kaufen, wenn weiterhin Werbeanzeigen auf fragwürdigen Plattformen geschaltet werden. Der Verbraucher hätte eigentlich viel mehr Macht als jeder Konzern dieser Welt. Aber unsere Medien schweigen sich zu diesem Thema aus gutem Grund aus.

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w.diverso 12.02.2018, 16:39
8. Es gibt scheinbar auch bei den großen Konzernen

Menschen mit Weitblick. Weil, wenn sie jetzt nicht was gegen negative Trends bei den Sozialmedia-Plattformen machen, fliegt ihnen das Ganze sicher in ein paar Jahren um die Ohren. Facebook hat zuerst auch gesagt, dass sie keinen negativen Einfluss auf die amerikanische Wahl ermöglicht haben, ein paar Monate später klingt es schon ganz anders. Wenn den großen Firmen, YouTube und Facebook größere Werbekunden mit Milliarden Werbegeldern entschwinden könnten, werde die sicher ziemlich schnell reagieren. Diese Sozialmedia-Firmen sind zwar groß, aber wieder nicht so groß, dass ihnen alles egal sein kann. Wenn Personen wie ein Manager von Unilever öffentlich Dinge in der Art anspricht, ist auch der öffentliche Druck nicht zu unterschätzen. Viel Geld und die öffentliche Meinung können schon was bewegen.

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bold_ 12.02.2018, 17:22
9. Lipton Tee kaufe ich nicht mehr,

seit ich auf dem Teebeutel-Anhänger das FB-Logo gefunden habe.

Auf meine Beschwerde hin teilte Lipton mir mit, damit wolle man darauf aufmerksam machen, daß Lipton einen FB-Auftritt auf seiner Homepage hat...
Nun, zum Glück gibt es noch unverseuchte Alternativen im Handel.

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