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Radikal neue Entwicklungshilfe: US-Ökonom empfiehlt Deutschland als Kolonialmacht

Der Plan ist revolutionär: Der US-Ökonom Paul Romer will in der Dritten Welt ganze Städte neu gründen - die Verwaltung sollen ausländische Demokratien wie Deutschland übernehmen. Als Vorbild dient dem Wissenschaftler der Wirtschaftsboom in Hongkong. Kritiker warnen vor Kolonialismus.

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cekay 25.01.2010, 06:40
1. Gute Idee, aber...

Zitat von sysop
Der Plan ist revolutionär: Der US-Ökonom Paul Romer will in der Dritten Welt ganze Städte neu gründen - die Verwaltung sollen ausländische Demokratien wie Deutschland übernehmen. Als Vorbild dient dem Wissenschaftler der Wirtschaftsboom in Hongkong. Kritiker warnen vor Kolonialismus.
Wer Hong Kong und Dubai kennt, kann die Idee nur gut finden. Bleibt das Problem, dass die meisten Beamten im Westen im besten Fall nur verwalten, anstatt dem Bürger zu dienen. Funktionieren kann das Modell also nur, wenn man Verwaltungsleute aus Hong Kong oder der Schweiz anheuert.

Das Argument der Demokratie sticht nicht, weil selbst in D. es immer mehr Bürger gibt, die sich fragen, wie alle paar Jahre ein paar Kreuzchen machen, die höchste Stufe der Demokratieentwicklung sein kann.

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LEGEIPS 25.01.2010, 06:46
2. Gute Idee

Also ich finde die Idee super. Bessser als all das Geld das in der bisherigen Entwicklungshilfe mehr oder wenig versickert ohne einen grossen Effekt zu haben. Hongkong ist ein gutes Beispiel, Singapur ist auch viel besser gestellt als die unmittelbaren Nachbarländer. Dubai ist das aktuellste Beispiel. 80% der Einwohner sind Inder die zwar zu für europäischen Verhältnissen zu schlechten Bedingungen arbeiten, aber gegenüber Indien zu viel besseren. Zudem schicken die Leute so viel Geld zurück nach Indien das sie auch dort die Wirtschaft unterstützen. Man könnte also auch direkt auf dem Indischen Subkontinent eine Stadt aus dem Boden stampfen. So lange es freiwillig ist und man gehen kann wie man will stellt sich das Demokratieproblem gar nicht. Zudem haben die meisten Länder sowieso keine funktionierende Demokratie. Das Beispiel Singapur zeigt zudem das die Leute lieber Geld als Demokratie haben

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marchofer 25.01.2010, 07:04
3. utopie vs utopie

Alsb ich zum ersten mal romers idee kennengelernt habe schlugen zwei herzen in meiner brust.
Ich lebe nun seit vier jahren auf dem afrikanischen kontinent und habe von halbwegs funktionierenden
Demokratien bis komplett fehlgedchlagenen staaten das meiste gesehen.

Ich habe auch politische entwicklungshilfe aus dem westen gesehen die meist von jeglichem
Logischen denken befreit ist und nicht weniger einem utopie denken folgt als romers
Ansatz.
In einem gewissen sinne kann ich romers zugang verstehen. In gesellschaften in denen
Der "demokratische" gedanke per se nicht verankert ist hilfts auch nix wenn
Man tonnenweise geld in bildungsprogramme investiert und dann legionen an
Etwas naiven angestellten der konrad adenauer stiftung sendet.
Daas hat naemlich irgendwie auch was koloniales.

Allerdings sehe ich in romers ansatz einen gewissen mangel an bereitschaft die menschliche
Komponente mit ein zu berechnen. Viele laender haben ausreichende gesetze, das
Problemisr, dass sich niemand daran haelt oder sie verwaessert werden um einer
Elitaeren schicht zu genuegen. Dieses problem wird er auch mit seiner idee nicht ganz
Beseitigen.

Womit er allerdings recht haben koennte ist der umstand das vielen leuten eine demokratische wahl
Ziemlich egal ist so lange sie genug essen auf dem tisch haben.
Dabei werden auch die groessten despoten unterstuetzt...siehe gabon.

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Flugdeck 25.01.2010, 07:09
4. Wäre nicht das erste Mal....

....das es schief geht.

Ich sehe nicht wirklich den Unterschied zum Kolonialismus längst vergangener Zeiten. Ja klar, damals hat man sich das Land mit Gewalt genommen, politische Grenzen mit dem Lineal gezogen, das Land ausgebeutet und die Grundsteine für heutige Probleme gelegt. Heute würde man sich das Land mit Geld nehmen, die Grenzen mit einem Drahtzaun ziehen und die Grundsteine für zukünftige Probleme legen.
Auch der Kommunismus war eine "selbstlose" Idee welche zum scheitern verurteilt war, weil sich einige wenige an der Masse bereichern wollten.
Selbiges würde auch in den neuen "Leih-Städten" passieren. Angenommen es funktioniert und es gibt genügend Investoren die Ihr Geld dort versenken wollen. Was würde man tun um es gegen lokale Despoten, Bandenchefs u.ä. zu schützen? Einen großen Zaun drumherum ziehen und wer unerwünscht ist bleibt draußen. Wie erfolgreich wäre ein solche Konzept?

Aber: Eine verdammt gute Idee für einen neuen Endzeit-Film. Vielleicht ist ja Roland Emmerich interessiert?

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Schwede2 25.01.2010, 07:10
5. Wir haben eine Ära des Undenkbaren. Warum nicht?

Zitat von sysop
Der Plan ist revolutionär: Der US-Ökonom Paul Romer will in der Dritten Welt ganze Städte neu gründen - die Verwaltung sollen ausländische Demokratien wie Deutschland übernehmen. Als Vorbild dient dem Wissenschaftler der Wirtschaftsboom in Hongkong. Kritiker warnen vor Kolonialismus.
Terror in New York in undenkbarer Dimension (2001), Klimawandel und Extremwetter-Ereignisse zu Hauf, globale Finanzkrise in finanzapokalypischem Ausmass. Wir sollten uns darauf einstellen, auch künftig Undenkbares für möglich zu halten.

Ja, der Vorschlag ist undemokratisch, aber er ist pragmatisch und fair.
Ja, die Umsetung kostet Wahnsinnssummen, aber die Ertragschancen sind genauso groß, wenn nicht größer.

Viele andere Experimente sind bereits gescheitert. Lassen Sie es uns versuchen. Also ich finde die Idee faszinierend.

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Think-Smart 25.01.2010, 07:11
6. Boi

Zitat von sysop
Der Plan ist revolutionär: Der US-Ökonom Paul Romer will in der Dritten Welt ganze Städte neu gründen - die Verwaltung sollen ausländische Demokratien wie Deutschland übernehmen. Als Vorbild dient dem Wissenschaftler der Wirtschaftsboom in Hongkong. Kritiker warnen vor Kolonialismus.
Charter Cities = extended version of BOI projects. Board of Investment. Läuft in zahlreichen Ländern erfolgreich. Ausländer bauen Autobahn Netz über Bangkok, kassieren 25 Jahre Maud, dann geht das Netz ins Eigentum des Staates über. Allerdings funktionieren diese Projekte gerade deshalb zu erfolgreich, weil sie von der deutschen Bürokratie losgelöst sind.

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ratbag 25.01.2010, 07:14
7. .

Ausgerechnet Deutschland. Ein Land welches im Korruptionssumpf immer weiter versinkt, deren Infrastruktur immer weiter den Bach runter geht (ich denke da mal an unsere Brücken, Abwasserkanalisation etc.), in der die Schere Arm Reich immer weiter geöffnet wird, in dem Land in dem die Vertreter dieser Plutokratie nur noch Lobbyisten und Wirtschaftsmächten hörig ist.
Wenn man mal da nicht den Bock zum Gärtner macht.

Abgesehen von den desolaten Zuständen in Deutschland ist das eine Utopie.
Wo sollen denn die Rohstoffe herkommen?
Nehmen wir einfach mal das Lieblingskind einer wirtschaftlich starken Gemeinschaft.
Das Auto!
Ich behaupte mal das hier jeder 2. Bundesbürger ein Auto hat. Bei etwas über 40 Millionen zugelassenen KFZ kommt das hin.
Jetzt nehmen wir mal ein Schwellenland wie China oder Indien. Oder beide.
Da haben von hundert 5 Leute ein Auto.
Jetzt will da aber auch jeder zweite eins.
also ca 1,5 Milliarden neue Autos.

Es geht nicht mal ums Öl was dafür gar nicht da wäre.
Alleine die Stahlproduktion die dafür nötig wäre, um dermassen viele Autos zu bauen, würde unseren Himmel weltweit für die nächsten 100 Jahre verdunkeln!
Da müssten wir uns keine Gedanken um eine Klimaerwärmung um 5° für das Jahr 2050 machen sondern fürs Jahr 2011!

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Beteigeuze 25.01.2010, 07:18
8. Das ...

Zitat von sysop
Der Plan ist revolutionär: Der US-Ökonom Paul Romer will in der Dritten Welt ganze Städte neu gründen - die Verwaltung sollen ausländische Demokratien wie Deutschland übernehmen. Als Vorbild dient dem Wissenschaftler der Wirtschaftsboom in Hongkong. Kritiker warnen vor Kolonialismus.
... macht mich sprachlos! Ich bin ja mittlerweile einiges gewohnt und ich habe auch eine schmutzige Phantasie. Aber das? Nun gut.
Anstatt Industriestaaten sollte man Konsortien großer Industrie-Unternehmen und Investment-Banken damit betrauen. Am besten chinesische. Einstweilen könnte man Tilo Sarrazin in einen Planungsstab abkomplimentieren. Deep Ecologie müßte man auch noch dazu tun ...

Vielleicht könnten die Saudis sich um die Region um Washington D.C. kümmern ...

Deutschland braucht sich gar nicht draußen zu engagieren. Wir haben doch selber genug Sozialbrachen. Aber selbst wenn, wir haben doch schon Kundus in Afghanistan und den Kosovo. Im Inland wäre noch viel zu tun. Es würde darum Sinn machen, wenn Bayern große Teile von Nord- und West-Deutschland kolonialisiert. Sachsen kümmert sich um Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Potsdam um Berlin. Damit das ganze auch wirklich und auch ganz freiwillig funktioniert sollte man zur Hebung des Liebreizes alle Sozialleistungen in den Umländern auf Null runterfahren ...

Mich beschleicht ein kleiner, auslandsmäßiger Hintergedanke: Man könnte natürlich auch Kaliningrad und Schlesien kolonialisieren ...

Was soll das werden? "Shadow Run"? Metropolis? Schickt um Himmels Willen endlich diese "Ökonomen" nach Hause! Ich flehe Euch an! Voll krass!

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citizengun 25.01.2010, 07:18
9. Traurig

Hegemonie pur! Der Grund für die Armut in vielen Ländern ist die Stützung von Diktaturen durch westlichen Demokratien. Das wird die vollkommenen Lohnversklavung sein. Den Initiatoren geht es wohl noch nicht schnell genug.

http://de.wikipedia.org/wiki/Bekennt...onomic_Hit_Man

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