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Reform der Erbschaftsteuer: SPD will Schäubles Lockerungen nicht durchgehen lassen
DPA

Erst kam Wolfgang Schäuble bei der Erbschaftsteuerreform der CSU und den Unternehmen entgegen, doch damit hat der Bundesfinanzminister die SPD gegen sich aufgebracht. Deren Finanzexperten wollen den Entwurf nicht mittragen.

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Solid 16.06.2015, 09:25
1. Lastenverteilung

Es ist nicht einzusehen, dass Menschen, die im Schweiße ihres Angesichts arbeiten müssen, weil sie nichts haben, alle gesellschaftlichen Lasten tragen sollen und jene, denen ein fettes Erbe leistungslos in den Schoß fällt, gar keine Lasten tragen sollen.

Wenn ein Erbe nicht in der Lage ist, seinen geerbten Laden weiterzubetreiben und die Erbschaftssteuer zu bezahlen, dann soll er den Laden schließen. Damit entsteht am Markt eine Lücke, die andere gerne schließen werden. Für die Beschäftigung ist das völlig neutral.

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ingnazwobel 16.06.2015, 09:35
2.

Entweder man behandelt bei der Erbschaftssteuer alle gleich. Wenn man das aber nicht kann oder will, muss man sie abschaffen und führt im Gegenzug die Vermögensteuer für Privat und Firmenvermögen wieder ein und besteuert hiermit eine Erbschaft ab einer bestimmten Höhe durch die Hintertür.

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bi-rma 16.06.2015, 09:35
3. Überraschung!

Die CDU versucht Klientelpolitik für reiche Erben zu machen. Das ist verfassungswidrig? Egal! Die Erben großer Familienunternehmen gehören zu den größten Wahlkampfhelfern (Spendern) der Partei. Das kann man schließlich nicht ignorieren.

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nepomuk23 16.06.2015, 09:41
4. Kompliziert

Warum eigentlich immer kompliziert?

Freibetrag von 100.000€ für jeden Erben. 10% Steuer auf alles. Zinsgünstiges Darlehn von der KfW für Erben die nicht sofort zahlen können. Ohne Prüfung, auf Anfrage.

Fertig ist die Laube, und gerecht.

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ollimorp 16.06.2015, 09:43
5. @solid

und sie können sich ja dann bei der firma, die "die Lücke am Markt" schließt, bewerben, wenn sie aufgrund der von ihnen genannten Betriebsschließung arbeitslos geworden sind.
Aber bis die Lücke gefüllt ist, dürfen sie ja auch der Allgemeinheit auf der Tasche liegen

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MephistoX 16.06.2015, 09:46
6. Die ...

... Union ist offensichtlich von allen guten Geistern verlassen, deren neo"liberal" anvisiertes "Schonen" der ohnehin vermögenden Klientel ist offensichtlich und untergräbt den Sozialstaat, statt dringend notwendige Infrastrukturinvestitionen anzugehen.

Vermögensbezogene Stuern machen in Deutschland ohnehin nur etwa 2%$ des gesamten Steueraufkommens auf, das ist im internationalen Vergleich erschreckend niedrig: in der Schweiz und Frankreich z.B. sind es etwa 8%, in den USA und Großbritannien UK sogar um die 12%.

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Claradocu 16.06.2015, 09:52
7. CDU-Debakel

Es ist immer wieder erstaunlich wie sich die Schmarotzer der Gesellschaft (reiche Erben) bei den Regierenden durchsetzen. Und hier sogar gegen die Weisungen des BVGs. Das kann nur möglich sein, dass in großem Stile geschmiert wird. Und Akteur dieser gesetzeswidrigen Schmierereien ist kein Geringere als Schäuble, der sich als Kenner der Szene schon nachhaltig bewährt hat. Und alles kommt aus dem Sumpf der CDU. Diese Partei ist keine Volkspartei, sie gehört unter die 5% Grenze.

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Normaler Wutbürger 16.06.2015, 09:55
8. Wie einfach ...

Zitat von Solid
Es ist nicht einzusehen, dass Menschen, die im Schweiße ihres Angesichts arbeiten müssen, weil sie nichts haben, alle gesellschaftlichen Lasten tragen sollen und jene, denen ein fettes Erbe leistungslos in den Schoß fällt, gar keine Lasten tragen sollen. Wenn ein Erbe nicht in der Lage ist, seinen geerbten Laden weiterzubetreiben und die Erbschaftssteuer zu bezahlen, dann soll er den Laden schließen. Damit entsteht am Markt eine Lücke, die andere gerne schließen werden. Für die Beschäftigung ist das völlig neutral.
So einfach kann man das also machen. Ja wunderbar.

Man kann die Schaffenden im Land zwar auch noch mit anderen Mittel rausjagen, aber diese Möglichkeit geht wohl auch noch ganz gut.

Einen Betrieb aufzubauen, mit unter viele Arbeitsplätze zu schaffen, ist ja auch das einfachste was es auf der Welt gibt. (Natürlich nur durch Ausbeutung der "Armen")

Der Vater (oder Vererbende) baut mit viel Risiko, Entbehrungen und harter Arbeit eine Firma auf. Irgendwann zahlt es sich aus und er lebt sehr gut davon, wird vielleicht sogar (oh böse) Millionär.
Der Betrieb mit vielen Arbeitsplätzen kann weiter laufen, seine Kinder könnten Erben. Aber als "Strafe" dafür, das seine Kinder ja nicht das gleiche durchmachen/aufbauen müssen wie der Vater einst, sollen sie dafür zahlen, und sich unter Umständen erst einmal wieder Verschulden um weiter machen zu dürfen. (Optimale Vorraussetzungen für Investitionen ...)


Wer in Deutschland eine Firma aufbaut und erfolgreich wird, ist ein Ausbeuter der gefälligst zahlen soll.
Wer daran scheitert eine Firma aufzubauen, der ist ein Versager.
So einfach ist die Sicht des Pöbels ...

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haudinei 16.06.2015, 09:56
9. Unglaublich

Sehr gut Herr Schäuble! Als ob das bestehende Steuersystem nicht ohnehin schon für die zunehmende Ungleichheit maßgeblich mitverantwortlich wäre. Lastenumteilung zugunsten der unteren Schichten ist der richtige Ansatz, nicht andersrum. Die Reichen profitieren zur Genüge von niedrigen Steuersätzen z.B. bei Veräußerungsgewinnen, von denen die unteren Schichten nicht profitieren können, weil sie schlichtweg nichts zum Veräußern haben....

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