Forum: Wirtschaft
Regenwaldrodung für Kakao: Die leeren Versprechen der Schokoladenkonzerne
Mighty Earth

Für Kakaoplantagen werden jedes Jahr riesige Teile des Regenwaldes gerodet. 2017 gelobten die weltgrößten Schokohersteller und Anbauländer, den Raubbau zu stoppen. Passiert ist seitdem wenig.

Seite 1 von 3
thommy05 07.12.2018, 07:17
1. Nachhaltigkeit

Ich arbeite in einem grossen Betrieb der fleischverarbeitenden Industrie. Hör fast jeden Tag die Sprüche con wegwn wir wollen nachhaltiger produzieren. Für meine Versuche, meinen Kollegen(es Vorgesetztn zu sagen trau ich mich schon kaum)klarzumachen, das die einzigen nachhaltigen Schweine die sind, die nie geboren werden, ernte ich nur komische Blicke. Aber so ist es eben überall. Verzicht ist die nachhaltigste Form zu "konsumieren".

Beitrag melden Antworten / Zitieren
smickey 07.12.2018, 07:50
2. Mehr als die Politik und Konzerne..

tun die Verbraucher. Stoppt den Konsum und es stoppt auch die Waldrodung?. Wenn wir bald 10 miliarden sein werden und dabei auch der allgemeine Wohlstand steigen wird, werden die, die heute nichts haben ebenfalls Schokolade essen wollen. Nicht nur das. Jeder wird das verbauchen können was wir verbrauchen. Von daher ist die ganze Klimadebatte oder Umweltdebatte leeres Gelabere?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
nici_d 07.12.2018, 08:16
3. Wundere mich seit Jahren

Seit Jahren wundere ich mich darüber, dass Schokolade immer billiger wird. Schokoflocken und Kakao wird überall hineingemixt, wo es überhaupt nicht hingehört (Müsli, Eis (außer Schokoeis), etc pp). Seit Jahren kaufe ich daher kaum mehr Schokolade und Schokoladehaltige Produkte. Zudem schmeckt Schokolade immer weniger gut. Das gleiche beobachte ich bei Kartoffelchips. Die werden immer billiger und schmecken immer schlechter, selbst von meinem ehemals favorisierten Hersteller. Die Essensindustrie macht aus allem nur noch Schrottprodukte.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
dasfred 07.12.2018, 08:25
4. Entsetzen heuchel

Wie kann man nur für Schokolade der Urwald abholzen. Ich dachte, der ist für Palmölplantagen reserviert. Oder Avocados. Wenn ich von Hamburg nach Süden blicke, um nachzusehen wie eine arme Bevölkerung versucht, dass letzte bisschen Geld aus dem Land zu pressen, bleibt mein Blick aber vorher schon im bayrischen Wald hängen, wo das reichste deutsche Bundesland uralt Buchen abholzen lässt, um aus den deutschen Nationalparks noch das letzte Geld rauszuholen. Wir können hier nicht hoch und trocken sitzen und fordern, dass Wälder erhalten werden, wenn die Menschen zuerst an ihr eigenes Leben denken müssen. Es bringt auch nicht viel, wenn wir nur aus nachhaltiger Forstwirtschaft kaufen, dafür dann die osteuropäischen Länder dahin gehen, wo es billiger ist

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Mikrohirn 07.12.2018, 08:25
5. Das eine oder andere Mal

eine konkrete Flächengröße zu nennen (ha, m², km²) wäre vielleicht nicht schlecht. Sonst kommt der Inhalt über die übliche, naturschützlerische Panikmache nicht hinaus.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
loquuntursaxa 07.12.2018, 08:36
6. Johannisbrotbaumbohnen

Probieren Sie mit diesen Bohnen, sie sind üppich am Mittelmeer zu finden und haben "bessere" Eigenschaften als Kakao.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
sargeantangua 07.12.2018, 08:36
7. Tja, verantungsvolle Mitbürger unser Gesellschaft sind sie ja nicht.

Die Konzerne und deren Investoren. Hauptsache, ihre Kohle stimmt, nach ihnen die Sintflut. Verantwortungsloses Handeln gibts ja nicht nur bei Kaffee- und Kakaoanbau. Shell verwüstet das Niger-Delta und zurückhält seine Erkenntnisse über den Klimawandel zurück, um den Umsatz nicht zu gefährden (https://www.energiezukunft.eu/klimawandel/geheime-studie-von-shell-an-die-oeffentlichkeit-gelangt/. Mineralwasserkonzerne beuten ihre Quellen bis zum letzten aus Bergbaukonzerne verwüsten die Umwelt und vergiften Menschen, Kleidungskonzerne lassen ihre Produkte unter unsäglichen Arbeits- und Umweltschutzbedingungen herstellen. Man muss "billig" sein, so heisst es. Dabei liegen die Kosten bei einer 22$ Jeans für Fabrik und Lohn bei 0,9$ ... (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/260719/umfrage/preiszusammensetzung-einer-jeans-aus-bangladesch/). Da kann man locker das drei- oder vierfache draufschlagen, und die Jeans wäre immer noch "billig". (Alternativ könnte man ja den Mitarbeiter mehr zahlen ...). Als große Handelsmarke hätte man sicher die Macht dazu. Danke für nichts!
Das Wasser mit verheerenden folgen von Konzernen ausgebeutet - siehe z.B. https://www.welt.de/print/die_welt/wirtschaft/article158777647/Schmutziger-Kampf-um-sauberes-Wasser.html, und die Konzernlenker fragen sich nicht, ob das richtig ist, was sie da tun.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Beat Adler 07.12.2018, 08:38
8. Kakao kann auch im Familienbetrieb in guter Qualitaet produziert werde

Kakao kann auch im Familienbetrieb in guter Qualitaet produziert werden. Das Fermentieren/Trocknen von kleinen Mengen ergibt genuegend gute Qualitaet. Ob anschliessend die Bohnen auf dem Kopf zu den Annahmestellen getragen werden, oder sonstwie dorthin gelangen, aendert ebenfalls nichts an der Qualitaet. Ein paar wenige Kakaobaeume, zusammen mit ein paar Oelpalmen, mit saisonalen Kulturen wie Maniok, Reis, Mais, Erdnuesse, etc. auf dem Familiengrundstueck eines Kleinbauern sichern ihm den noetigen Cash durch den Verkauf der Kakaobohnen, um z.B. die Kinder in die Schule zu schicken.

Das Gleiche gilt auch fuer Oelpalmen. Die Herstellung von huile villageois, dieser truebe orange Saft, der sehr reich an Provitamin A ist, wird durch die Familie selbst getan. Es ist seit Urzeiten in den tropischen Westafrika-Staaten gang und gaebe. Der harte Kern der Palmfrucht kann nur in einer Grossanlage zu Oel verarbeitet werden. Der Transport dieser Kerne ist problemlos.

Ebenfalls lassen sich Kaffee, besonders der Robusta Typ. im Familienbetrieb produzieren. Gummibaeume, Hevea, im Familienbetreib ist um einiges schwieriger zu organisieren. Allerdings ist heute Kautschuk schon fast durchgehend durch Synthesematerialien aus Erdoel ersetzt.

Der Grund fuer grosse Plantagen im Anbau von Kakao, besonders in Afrika, der Elfenbeinkueste und Ghana, auch in Indonesien ist nicht der Vorteil die Herstell-Stueckkosten durch Masse zu senken, "economy of scale", die Qualitaet zu garantieren, sondern, dass die Bauernfamilien schlicht zu wenige sind. Sie fehlen. Die Aussichten fuer junge Menschen in einer Stadt in der Naehe eine Zukunft aufzubauen sind besser.
mfG Beat

Beitrag melden Antworten / Zitieren
horstenporst 07.12.2018, 08:48
9.

Zitat von Mikrohirn
eine konkrete Flächengröße zu nennen (ha, m², km²) wäre vielleicht nicht schlecht. Sonst kommt der Inhalt über die übliche, naturschützlerische Panikmache nicht hinaus.
Die gewünschten Angaben finden sie im Report, den SPON auch verlinkt hat.
http://www.mightyearth.org/wp-content/uploads/Chocolate-Report_english_FOR-WEB.pdf

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 3