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Rekordhoch: Bitcoin-Kurs steigt auf mehr als 5000 Dollar
AFP

Die Kryptowährung Bitcoin hat ein neues Rekordhoch erreicht: Ihr Wert stieg erstmals über die Marke von 5000 Dollar - und hat sich damit seit Jahresbeginn verfünffacht.

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segeln10 12.10.2017, 12:23
1. Fast jeder Artikel im Medienmainstream hat gravierende Fehler bei

bitcoin.
Hier: nicht JP-Morgan Chef Jamie Dimon hat den Kurs runtergeschickt,sondern die Meldung aus China ,keine ICOs mehr zu erlauben.
Da schnell gemekt wurde,dass die Bedeutung von China (früher big-player in Bitcoin) am weltweiten Bitcoin -Handel unter 20 % gesunken ist,erholte sich der Kurs sehr rasch.
JP-Morgan Chef Jamie Dimon ist ein Heuchler: seine Firma kauft ein Bitcoinderivat für seine Kunden,die er demnach für dumm (stupid) hält.
Seine Tochte kat ebenfalls bitcoin;demnach wollte er wohl eher seiner Tochter günstige Kaufkurse bescheren.
Mega Bank GoldmanSachs auf der anderen Seite überlegt, ins bitcoin-Geschäft einzusteigen

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fredotorpedo 12.10.2017, 12:52
2. Werbung für unseriöse Anlagen?

Ich finde es bedauerlich, wenn SPON hier Werbung ("... Kurs seit Jahresbeginn verfünffacht...") für sehr fragwürdige Anlagen macht. Vor ein paar Monten gab es bereits einen Artikel, der mich veranlasste, ein wenig nachzugoogeln und auch bei möglichen Bezugsquellen rein zu schauen. Seitdem werde ich mit Werbmails überschüttet. Eingestiegen bin ich trotzdem nicht. Insbesondere da ich feststellen konnte, das bitcoin bei weitem nicht die einzige Krypotwährung ist, sondern dass es mittlerweile mindestens ein Dutzend weitere gibt. Es kann eigentlich jeder, der dazu fähig ist, eine neue Kryptowährung in die Welt setzen und, wenn er sie geschickt bewirbt, damit reich werden. Dies bei SPON darzustellen, wäre hilfreicher, als solch ein reißerischer Artikel.
Wer spekulieren will, findet genügend Möglichkeit auch an der kontrollierten Börse, wo wenigsten echter Wert in Form von Firmen/Aktien oder Rohstoffen dahinter steht. Da sollte SPON nicht solche Fährten legen, wie Bitcoin, wo das ganze immer höher aufgetürmte Kartenhaus beim kleinsten Windstoß in sich zusammenbrechen wird.

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Natomi.Sakashmoto 12.10.2017, 12:56
3. Fehler in der Definition der Blockchain Technologie

Eine Blockchain ist keineswegs eine verschlüsselte Datenbank. Der Unterschied zwischen einer herkömmlichen Datenbank und einer Blockchain besteht aus zwei Merkmalen. Zum einen können auf einer Blockchain Inhalte nicht korigiert oder verändert werden, es können nur neue Inhalte hinzugefügt werden. Zum anderen sind die Inhalte einer Blockchain für alle öffentlich. Es gibt keine Zugangsbeschränkung.
Optional können Inhalte verschlüsselt, signiert oder wie es dem Benutzer und den Konsensusregeln im Netzwerk beliebt hinzugefügt werden. Auf der Bitcoin Blockchain zum Beispiel, sind alle Inhalte öffentlich. Wem letztendlich Bitcoins gehört wird über ein komplexes System von Signaturen bestimmt und nicht dadurch, dass Inhalte verschlüsselt sind.

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theroadtoutopia 12.10.2017, 13:11
4. Hätte ich noch Haare, würden deise zu Berge stehen

Aus dem Artikel: Zitat von
Das Bitcoin-System nutzt dabei die sogenannte Blockchain-Technologie. Dabei handelt es sich um eine verschlüsselte Datenbank, in der alle Transaktionen gespeichert werden.
Es handelt sich in keiner Weise um eine verschlüsselte Datenbank. Der Witz an der Sache ist ja gerade der, dass jeder alle Einträge in dieser Datenbank lesen kann, sofern er über die benötigte Software verfügt oder diese sich selber baut. Diese Datenbank hat eine aktuelle Grösse von ~136MB. Nachdem man sich diese heruntergeladen hat, kann man sämtliche seit Entstehung getätigten Transaktionen mittels der Software lesen.

Einzig die Echtnamen der Beteiligten wird man vergeblich suchen, weil sie mittels kryptografischer Pseudonyme eingetragen sind. Aus diesem Grund ist das auch keine Anonymisierung, sondern eine Pseudonymisierung, weil man mittels Netzwerkanalysemethoden unter bestimmten Umständen Rückschlüsse auf die beteiligten erhalten kann.

Wer etwas mehr über das alles wissen möchte, kann hier einige Informationen erhalten: https://de.bitcoin.it/wiki/Hauptseite

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sonnemond 12.10.2017, 13:21
5. Narrengold Kryptowährung?

Ich verweise hier auf einen Beitrag des Ökonomie-Nobelpreisträgers Kenneth Rogoff in der Schweizer "Finanz und Wirtschaft", Titel "Narrengold Kryptowährung?".

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Onkel Drops 12.10.2017, 13:22
6. der digitale Goldrausch...

bitcoins erethreum und wie sie alle heißen! es sind virtuelle limitierte goldnuggets die man über Rechenaufgaben ( PC,Grafikkarten oder ähnliches) freilegt. aber im Endeffekt sind sie nur Quark. wenn ich ihnen heute den dropscoin vorstelle inkl. Software um es zu minen,dann wird es Menschen wie auch Banker geben die es versuchen. Eine Immobilienblase halt virtuell und nicht mal ein Grundstück wird bleiben wenn es abstürzt ( den es war nie etwas da, außer die Gier). ich fürchte wenn es kracht heulen wieder die Banken ,weil sie diesmal sogar auf ein nicht existentes Pferd gesetzt haben. wieviele Krypto Währungen haben unsere Banken schon gehortet? fragt doch mal die PC Gamer was sie von dem Mist halten? Grafikkarten doppelt so teuer weil die Miner alles aufkaufen ,plus massiver Stromverbrauch für nix( so 120-250watt verbraucht ne gute Grafikkarte, Rest Hardware knapp 100w!?! ). eigentlich sollte man das verbieten und damit handelnde Banken abstrafen ( den wer zahlt wieder wenn es platzt nicht die Verursacher!) , doof vor Gier...

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horstvonork 12.10.2017, 13:29
7.

Wenn ich dann an die vergangenen Wochen denke (letzte Woche ganz extrem), in denen internationale Callcenter sich allein durch unser Unternehmen telefoniert haben um Bitcoins an den Mann und die Frau zu bringen, kann man sich den Rest dieser Entwicklung gerne an den eigenen fünf Fingern abzählen. Nachfrage erhöhen, und irgendwann einmal eine der unteren Karten des Kartenhauses herausziehen...

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zila 12.10.2017, 13:38
8. nicht nachhaltig

Bitcoin erlaubt nur eine sehr begrenzte Anzahl Transaktionen, und diese brauchen etwa 10 Minuten. Weltweit sind 200,000 Server mit diesen Transaktion beschäftigt und berechnen neue Bitcoins, das bindet sinnlos Resourcen und kostet so viel Strom, das es nur noch in Ländern mit sehr geringen kWh Kosten (China Kohlestrom) betrieben wird. Fällt der Bitcoin Preis, ist dieses "Mining" uninteressant und niemand wird mehr Rechnerkapazität opfern. M.E. kollabiert das System in diesem Moment (dauert vielleicht einige Tage).

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theroadtoutopia 12.10.2017, 13:59
9. Das ist einerseits völlig richtig, andererseits aber völlig falsch

Zitat von fredotorpedo
Es kann eigentlich jeder, der dazu fähig ist, eine neue Kryptowährung in die Welt setzen und, wenn er sie geschickt bewirbt, damit reich werden.
Es stimmt, dass jeder ein eigenes Geld herstellen kann. Kinder machen das überall auf der Welt und benutzen so etwas als Handelsmittel für Spielzeug oder ähnliche Sachen. Wer die mathematisch-technischen Kenntnisse und Fähigkeiten besitzt, kann selbstverständlich auch eine eigene Kryptowährung erstellen. Das ist alles völlig korrekt.

Nun zu dem Teil der geschickten Werbung für diese, damit sich andere Menschen darum reissen. Nun, wer nicht das mathematische und technische Hintergrundwissen hat, wird überhaupt nicht verstehen, wie die ganze Geschichte funktioniert. Er muss also reinweg glauben, was ihm erzählt wird, weil es es nicht überprüfen kann. Er kann maximal in seinem realen (nicht virtuellen) Freundeskreis fragen, ob jemand schon Erfahrungen damit gesammelt hat, und falls "ja", welche. Wer weder Kenntnisse hat, noch für ihn vertrauenswürdige Personen mit Erfahrungen kennt, der muss ein wenig verrückt sein, wenn er dort mehr als eine Spielgeldsumme einsetzt, also ein paar Euro zum experimentieren. Man kann also, wie in vielen anderen Lebenslagen, nur mal wieder vor "Bauernfängern" warnen.

Nun zu dem Teil Ihrer Aussage, die der Realität nicht entspricht, sofern man etwas Verwertbares (ohne Bauernfängerei) in die Welt setzen will. Warum lachen wird über die von Douglas Adams beschriebene "Lösung" einfach Laub als Währung zu benutzen? - Nun, das kann sich in unseren Breitengraden jeder in fast beliebiger Menge aus dem Wald holen. Es wird also kaum jemand bereit sein ein Buch gegen 10 Eichenblätter zu tauschen, weil er für diese kaum etwas bei anderen Blattwährungsnutzern erhalten wird. Man muss also dafür sorgen, dass es erhebliche Schwierigkeiten macht neues Geld zu erschaffen, so wie bei der Goldsuche.

Dann muss er, und das ist bei virtuellem Geld wohl DAS Hauptproblem, dafür Sorge tragen, dass man sein Geld nicht einfach mehrfach ausgibt. Diesbezüglich gibt es beim BitCoin beispielsweise das 52%-Problem: Wenn 51% aller Mining-Aktivitäten sozusagen in einer Hand liegen, dann kann manipuliert werden. Wenn man aber nun ein eigenes neues Kryptogeld in den Raum wirft, dann hat man wahrscheinlich anfangs durchaus diese Möglichkeit, was informierte Dritte natürlich wissen.

Nun der Hauptpunkt: Geld dient im Handel zuerst einmal der Erleichterung des Warenaustausches. Man muss also Leute finden, die bereit sind für ihr neues Geld Waren oder Dienstleistungen anzubieten. Wenn das nicht in genügendem Ausmass passiert, haben sie zwar ein eigenes Geld geschaffen, können damit aber in der grossen weiten Welt nichts anfangen (wie die vielen Kinder, die ihr Privatgeld erschaffen).

Fazit: Ja, man kann so etwas selber erschaffen, aber die Wahrscheinlichkeit dass dies ein Erfolg wird, ist äusserst minimal.

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