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Riester, Rürup oder Betriebsrente: So finden Sie die richtige Altersvorsorge
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Jeder sechste Erwerbstätige sorgt nicht fürs Alter vor - das ist ein Fehler. Doch wie macht man es richtig? Ein paar Tipps für verschiedene Konstellationen.

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maphry 17.02.2018, 07:35
1. Es wird Zeit...

Es wird Zeit, dass man bei der gesetzlichen Rentenversicherung eine Option schafft, bei der man schlichtweg ein paar Prozentpunkte mehr bezahlt und dann daher eine höhere Rente erhält. Es ist unverantwortlich, dass der Staat einen versucht zu zwingen ins Haifischbecken der Versicherungswirtschaft zu springen. Für alternativen wie betriebliche Alterssicherung, muss man erst mal lang genug in einem Unternehmen arbeiten um auch etwas zu bekommen, was bei heutigen Kurzzeitverträgen illusorisch oder zumindest unplanbar ist. Der Staat lässt seine Bürger im Stich, die schlichtweg eine einfache Lösung haben wollen, mit minimiertem Risiko und ohne sich mit fanatischen Gewinnmachern auseinanderzusetzen.

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reflexxion 17.02.2018, 07:57
2. steht da auch, das man 100% Krankenkasse und Pflege zahlen muß?

Ich habe zwei Betriebsrenten im Bereich um 100 Euro, das wäre gar nicht mal so schlecht, wären da nicht die Abzüge die großzügig berechnet werden. Bei der normalen Altersrente zahlt man nur den halben Prozentsatz zur Krankenkasse usw. bei den Firmenrenten aber den Vollen. So sind dann von den sowieso nur 100 Euro gleich wieder 20 Euro weg. Das finde ich unverschämt. Wenn einer Mieteinnahmen hat, dann zahlt er dafür auch keine Krankenkasse!

Witzigerweise hat mir zumindest keiner das früher gesagt, ich hatte also mit locker an die 50 € mehr gerechnet. Wenn man aber Rente auf Hartz IV Level bekommt, trotz 35 Jahren Vollzeitarbeit dann ist das schon mal ein Schlag ins Gesicht, Achso als ich angefangen hatte zu studieren sagte man uns, das Studienjahre angerechnet werden, das wurde dann irgendwann mal clamheimlich abgeschafft. Ich möchte wetten von unserer tollen "die Reichen müssen reicher werden" Partei CDU. Ich verstehe nicht wie immer noch ein Drittel in Deutschland diese absolut unsoziale Partei wählen können, aber wie heisst es so schön: Die dümmsten Kälber wählen ihre Metzger selber!

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oliver.rockstroh 17.02.2018, 08:03
3. Herzlichen Glückwunsch

wenn Sie ihrer Tanzlehrerin empfehlen einen Riestervertrag abzuschließen, dann sollten Sie sich schon mal auf eine Anzeige wegen Falschberatung gefasst machen. Wie Sie schreiben ist sie freiwillig gesetzlich rentenversichert. Und damit nicht unmittelbar förderberechtigt. Nur rentenversicherungspflichtige Selbstständige sind unmittelbar förderfähig. das können sie einfach auf der Homepage der gesetzlichen Rentenversicherung nachlesen...

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Rassek 17.02.2018, 08:24
4. Danke

für den Beitrag. Die, welche das Geld dafür übrig haben, können diese ja denn nutzen. Es entsteht der Trugschluss, wer arm im Alter ist, habe halt nicht recht vorgesorgt. Aber um nicht arm im Alter zu sein, muss man vorher schon zur besseren Hälfte gehört haben.

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salomohn 17.02.2018, 08:26
5. Gebühren fressen Rürup auf

Bei einem Angebot für eine Rürup-Rente habe ich die Gebühren durchgerechnet. Dort sind Verwaltungskosten, Vertriebskosten, Gebühren für jede Einzahlung und später Gebühren für jede Auszahlung eingebaut. Dazu kommt die Besteuerung. Alles in allem lohnt sich diese Sparform für mich als Selbstständigen offenbar nicht.

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hkjack 17.02.2018, 08:36
6. es fehlt ein Bausstein

Aus meiner Sicht fehlt ein Bausstein. Die gesetzliche Rente! Sie ist verschrien, aber steht man unter 5-10 Jahre vor der Rente ist das eine Alternative. Einzahlungen können von den Steuern abgesetzt werden. Es gibt keine Gebühren die die Rendite schmälern. Die Zusagen übersteigen die Erwartungen von den Produkte Riester, Rürup...Hintergrund ist das diese Renten von längeren Laufzeiten abhängig sind. Also steht man kurz vor der Rente sollte man sich die gesetzliche genauer ansehen. Ausserdem gibt es noch eine weitere unbekannt komponente. Es kann ja sein, das einem der Job spass macht und das man noch Gesund ist. Dann kann man die Altersgrenze verlängern. z.b. ein Renter geht erst mit 69 in Rente. So ein später eintritt kann nochmals bis 20 prozent plus ausmachen.

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holy64 17.02.2018, 08:38
7. Rentensystem zu schlecht

und Vorsorgeprodukte zu unübersichtlich. Profitieren nur die Anbieter. Wann wird das Rentensystem mal ordentlich reformiert siehe Rentensystem Österreich oder NL.

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hkjack 17.02.2018, 08:39
8. Riester vs Rürup als EU Ausländer

Meine Frau kommt aus Peru. Von den Zuzahlungen ist die Riester attraktiver. Was viele nicht wissen, ist das die Riester nur in der EU die Auszahlungen macht. Daher haben wir uns für die Rürup entschieden.
Wir haben dann die Option nach Peru zu gehen, in die Heimat meiner Frau. Bei Riester müssten wir die staatlichen Zusagen zurückzahlen.

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Bibs1980 17.02.2018, 08:46
9. Das ist das Kernproblem

"Geförderte Entgeltumwandlung bedeutet: Wer so sparen will, zahlt Gehalt in einen Altersvorsorgetopf, muss für diesen Teil des Gehalts weder Steuern noch Sozialversicherungsbeitrage zahlen und legt das Geld in einem Sparvertrag für die Rente zurück. Auf diese Rente zahlt er oder sie später Steuern und die vollen Krankenkassenbeiträge - also Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil."
Das ist der große Betrug, den Politik, Arbeitgeber und Gewerkschaften an den Arbeitnehmern und der Sozialversicherung begangen haben! Würde das Geld ausbezahlt, müsste der Arbeitgeber den Kranken und Rentenversicherungsbeiträge knapp zur Hälfte tragen, hätte also höhere Lohnnebenkosten von 9,3% (Rentenversicherung) und 7,3% (Krankenversicherung) für den Umwandlungsbetrag. Wandelt ein Arbeitnehmer monatlich 100 € um, entspricht das einem Nichtfälligwerden von Lohnnebenkosten von für den Arbeitgeber von 16,60 €. Selbst wenn die Verwaltung der Verträge etwas Zeit und Geld kostet, ist die bAV absolut im Interesse der Arbeitgeber. Daher auch etwas unverständlich, dass der ehem. Arbeitgeber der Tanzlehrerin keine Entgeltumwandlung angeboten hat.
Die nicht angefallenen Sozialversicherungsbeiträge durch die bAV schmälern ja nicht die Leistungsausgaben von GRV und GKV. Zumindest in der GKV gibt es jedoch eine für den Arbeitnehmer unangenehmer Kompensation: kommt der Zahltag als Rentner, ist die große Krankenversicherungsrechnung fällig - bei einer einmaligen Ausschüttung müssen dann über 10 Jahre die vollen Krankenkversicherungsbeiträge gezahlt werden. Der Rentner zahlt dann am Ende den Krankenversicherungsbeitrag, um den der Arbeitgeber während des Berufslebens entlastet wurde.
Die bAV ist ein so offensichtlicher Betrug an den Arbeitnehmern und so offensichtlich die Axt an der umlagefinanzierten Rente zugunsten von Arbeitgebern und Versicherungskonzernen, dass es mich wundert, dass der Aufschrei nicht viel größer ist.

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