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Sanierung der Infrastruktur: Trump legt 1,5-Billionen Plan vor
REUTERS

Die Sanierung der maroden Infrastruktur gehörte zu Donald Trumps zentralen Wahlversprechen. Nun hat der US-Präsident einen Plan vorgelegt: Er umfasst 1,5 Billionen Dollar - und hat kaum Aussicht auf Umsetzung.

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hasselblad 12.02.2018, 18:28
1.

Ich bin vergangenes Jahr über amerikanische Straßen gefahren und habe mich stellenweise gefragt, wann ich versehentlich nach Tadschikistan abgebogen bin. Verfall, Müll an den Straßenrändern und eine Fahrbahnqualität, die erahnen lässt, warum SUVs und Pick-ups dort das Verkehrsmittel der Wahl sind, ein Porsche hätte auf den Bodenwellen und in den Löchern mehrmals aufgesetzt. Und wir reden hier nicht von irgendwelchen Flyover States, sondern von New York, Boston und den Hamptons. In der Infrastruktur sind alle nur verfügbaren Milliarden auf jeden Fall besser aufgehoben als beim Militär oder in irgendwelchen Mauern sinnlos verpulvert.

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hardy.stiefel 12.02.2018, 18:39
2. Die wundersame Geldvermehrung

Kurz einmal eine paar Milliarden an Steuergeschenke verteilen, die dem Staat als Einnahmen entgehen und sich dann wundern, wenn der Kongress und der Senat keine Lust hat, jetzt nicht mehr vorhandenes Geld auszugeben. Denn die müssen sich in ihren Wahlkreisen sehr genau rechtfertigen. Denn Trump ist Meister der Geldverteilung. Mit minimalen eigenen Mitteln und viel, viel Fremdgeld wird er versuchen, seine Versprechung auf Kosten Dritter umsetzen. Mauern die der eingemauerte zahlen soll, Krankenkassen die keine Beträge bezugschusst erhalten, Steuermittelabbau beim Klima usw.
So könnte wohl auch der Gärtner im Weißen Haus wirtschaften.

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aurichter 12.02.2018, 18:43
3. Leere Kassen

Da stellt der Mann laufend irgendwelche Projekte vor, die riesige Summen umfassen, aber bezahlen sollen grundsätzlich andere dafür. Mexico eine Mauer, Kommunen und private Geldgeber für Infrastruktur und der kleine Arbeitnehmer mit teilweise drei bis vier Jobs die Steuergeschenke an Unternehmen und Milliardäre. Wer, ausser irgendwelche Hinterwäldler und Nutznießer dieser Politik, glaubt tatsächlich daran, dass dieser Zufallspräsident wirklich etwas gewinnbringendes für das Land einbringt? Ein alter Lehrer sagte einmal sehr zutreffend "Egoismus ist die Triebkraft jeglichen Tuns". Mehr muss man zu den Vorgängen in der Politik nicht sagen.

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franco72 12.02.2018, 18:43
4. Naja

Trump war vor einigen Jahren als "King of debt" bekannt. Er bleibt sich also treu. Und die Republikaner lieben plötzlich "deficitspending". Etwas wofür sie Obama 8 Jahre lang bekämpft haben.

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s.l.bln 12.02.2018, 18:46
5. Der Mann...

...ist jeden Cent wert, den die Unterhaltungsbranche in ihn investiert hat.
Er verschenkt also erst im großen Stil Steuereinnahmen an eine kleine Gruppe von Personen, denen er zufällig selbst angehört, erklart dann vollmundig, er werde 1,5 Billionen Dollar in die Infrastruktur pumpen, die irgendwie aber bis auf lächerliche 200 Millionen von den Bundesstaaten selbst finanziert werden sollen und selbst von diesen 200 Millionen weiß er, daß er sie nicht durch den Senat bekommt, weil er ja vorher die Haushaltskasse geplündert hat und die Staatsverschuldung neue Höhen erklimmt.
Auf Twitter hat er das aber praktisch bereits erledigt...

War das soweit korrekt zusammengefaßt ?

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Papazaca 12.02.2018, 18:49
6. No money!

Mit 200 Milliarden Anschub einen 1400 Milliarden Infrastruktur-Plan umzusetzen ist absolut unrealistisch. Und die Städte, Gemeinde und Bundesstaaten, die den anderen Teil finanzieren sollen, sind selbst klamm und haben kein Geld. Und wenn sich die Vorhaben rechnen sollen, würde das Benutzung von Autobahnen, Brücken, Tunnel, Nahverkehr für die Nutzer teurer machen. die würden sich bedanken.

Und der Kongress hat nur mit Ach und Krach die Schuldengrenze gerade erhöht, mehr Geld gibt es ganz sicher nicht. So kann Trump sicher sein 1400 Milliarden Infrastruktur-Projekt vergessen. Wie so oft macht er viel Wind.
Nachdem er also dieses Projekt als eines seiner Hauptprojekte nicht durchsetzen kann, wird interessant sein, mit welchen Themen er Wähler gewinnen will. Diese Pläne dürfen aber kein Geld kosten, denn Geld hat Donald im Moment keines.

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GoaSkin 12.02.2018, 18:55
7. Politiker träumen gerne von Privatgeldern zum Ausgleich leerer Kassen

Trump träumt davon, mit bescheidenen Mitteln die öffentliche Infrastruktur sanieren zu können, in dem u.A. ein Teil der Kosten aus privaten Mitteln finanziert werden. Er glaubt, dass private Investoren angerannt kommen, um sich an staatlicher Infrastruktur zu beteiligen, die im Wesentlichen nicht dazu geeignet ist, um Gewinne abzuwerfen und auch genau aus diesem Grund öffentlich bewirtschaftet wird und nicht privat. Doch so denkt nicht nur Trump, sondern auch sehr viele Politiker hierzulande - insbesondere auf kommunaler Ebene. Im Ergebnis werden mit Privatunternehmen meist Knebelverträge mit einer Subventionspflicht über viele Jahre hinweg abgeschlossen.

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angst+money 12.02.2018, 19:08
8.

Der obligatorische Übersetzungsfehler oder wirklich "Billionen"?

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w.diverso 12.02.2018, 19:11
9. Sehr nett ist auch die Finanzierung

durch die Bundesstaaten gedacht. Die sollen dann über höhere Straßenmaut, höhere lokale Steuern und Benzinpreiserhöhung die restlichen 1,3 Billionen aufbringen. Man könnte auch sagen, dass die Bürger das Geld der Steuerreform dann für die Finanzierung der Infrastruktur ausgeben können. Die werden viel Freude damit haben. Sehr schön ist auch, dass Trump im Wahlkampf nicht nur gesagt hat er will das Wachsen der Verschuldung beendeten, sondern auch in ein paar Jahren die Staatsverschuldung zurückzahlen. Jetzt sieht es aber eher nach einem Explodieren der amerikanischen Verschuldung unter Trump aus.

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