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Sanktionen der Jobcenter: Mit aller Härte gegen Hartz-IV-Empfänger
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Einen Termin versäumt, ein Jobangebot abgelehnt - schon reagieren Jobcenter mit aller Härte. In diesem Jahr mussten bereits tausende Hartz-IV-Empfänger Leistungskürzungen hinnehmen. Ist das verhältnismäßig?

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dasfred 10.10.2018, 20:25
1. Willkür ist Tür und Tor geöffnet

Am stärksten betroffen sind Menschen, die aufgrund ihrer persönlichen Situation schon lange einen gesetzlichen Betreuer benötigt hätten. Wie Herr Sell sagte, diejenigen, die nur auf der Schmarotzerschiene fahren, kennen die Tricks und Tücken und wissen damit umzugehen. Menschen mit niedriger Intelligenz, psychischen Störungen, Suchtmittelabhängigkeit, in privaten Krisen und was es dort alles gibt, ist mit Druck nicht beizukommen. Man drängt sie bestenfalls in die Obdachlosigkeit und damit in einen frühen Tod. Die Lebenserwartung von Langzeitarbeitslosen liegt über zehn Jahre unter dem Durchschnitt. Statt Sanktionen werden Sozialarbeiter gebraucht, die diese Defizite auffangen und die Betroffenen vor oft unqualifiziertem Personal in den ARGEn schützen.

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thomasconrad 10.10.2018, 20:30
2. Umgekehrt

wird ein Schuh draus...Wenn der Abstand vom Lohn- zum Hartzempfänger gross genug ist wird die Leistungsbereitschaft steigen. Gibt mir jemand von zu wenig noch weniger geh ich klauen, Pfand sammeln oder schwarz arbeiten, versteht von den Bonzen aber keiner

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opinio... 10.10.2018, 20:34
3. mit aller Härte

gegen die, die keine Lobby haben, Bürger und Bürgerinnen, wenn sie z.B. bei der Steuer mogeln, wenn sie eine übrige Semmel essen, mal schwarz fahren, Gebühren nicht rechtzeitig zahlen.....
Bei Großkonzernen streitet man sich Jahre, was man ihnen zumuten kann angesichts der Mogeleien mit Abgaswerten. Betrug war das im ganz großen Stil. Und Familie Porsche hat nur die Anteilsmehrheit, verdient verdient Millionen und freut sich über ein System, das so gut funktioniert - zu ihren Gunsten.

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Andre V 10.10.2018, 20:34
4.

Jetzt muss schon der ominöse "Analphabet" herhalten, der seine Briefe nicht lesen kann und deshalb sanktioniert wird...
Ich kann gar nicht so viel Kopf schütteln, wie ich müsste. Der Beitrag von dasfred (20.25 Uhr) geht genau in die richtige Richtung. Bezahlen kann man die zusätzlichen Sozialarbeiter für die wirklich Bedürftigen, in dem man die von dasfred Erwähnten entsprechend weniger pampert.

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Palmdale 10.10.2018, 20:35
5. Wichtiger Grund?

Sanktionen treten nur ein, wenn Termine oder Arbeitsangebote ohne wichtigen Grund nicht wahrgenommen werden.

Ich sehe das durchaus verhältnismäßig, eben dann zu sanktionieren, wenn man es vergisst, keinen Bock hat, etc pp

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mina2010 10.10.2018, 20:36
6. Der Beamte ist wie ...

der elektrische Strom ... er geht den Weg des geringsten Wiederstandes, also hält er sich an sein Verwaltungsverfahren.
Differenzierte Vorgehensweisen würden diffrenziert denkende Mitarbeiter voraussetzen, die in unseren Behörde alledings unerwünscht sind.

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derboesewolfzdf 10.10.2018, 20:36
7. wer sonst keine Termine hat....

und Geld vom Staat bezieht, sollte wenigstens soviel Anstand haben, diesen Termin dann wahr zu nehmen. Es ist dem Mitarbeiter gegenüber unhöflich und zeigt auch die Gleichgültigkeit gegenüber der Gesellschaft, die diese Person unterstützt.
Dazu helfen die regelmäßigen Termine dabei, ein stück weit Struktur im Alltag zu behalten.
Ich habe 2008 selber von H4 gelebt, es muss mir also niemand was von den opfern dews Systems erzählen. Kein Bonus ohne Malus.. und der ist auch wichtig, da sonst jede Hilfe beliebig wird.

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genugistgenug 10.10.2018, 20:38
8. Hartz IV ist das absolute Existenzminimum lt. Bundesverfassungsgericht

ergo ist jede Kürzung/Streichung/Sanktion eine Verweigerung des Rechts auf Leben und damit auch ein Verbrechen gegen Menschenrechte.
Gleichzeitig sind die "Sanktionen" auch ein großes Arbeitsbeschaffungsprogramm plus Abzocke.
Einerseits müssen die Sanktionen ja überwacht, der Widerspruch bearbeitet werden, usw. - alles ein Fleißstrichlein plus Gerichtsverfahren. Außerdem gilt in dieser Bürokratur die grobe Formel: Wir sanktionieren 100 - 20 legen Widerspruch ein - 5 Klagen - 4 werden abgewimmelt/verlieren - mit dem 5 machen wir einen Vergleich (damit sind die Nachzahlungen für die Gerichtskosten wieder weg) und wir haben 99 mal Geld gespart.
Da die Jobcenter schon früher Boni ausschütteten (ab Gruppenführerebene) gibt es auch einen entsprechenden Anreiz - plus wer aufsteigen möchte, muß Menschen quälen um sich zu profilieren.

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meinerseiner 10.10.2018, 20:40
9. GemeindeArbeit

heißt das Zauberwort. Es sollte statt Geld Kürzung Gemeindearbeit angesetzt werden. Es gibt viel zutun

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