Forum: Wirtschaft
Schokoladenhersteller: Cadbury hortet Zutaten wegen Brexit
Getty Images

Verlässt Großbritannien die EU ohne Deal? Der Schokoladenhersteller Cadbury legt für diesen Fall bereits Vorräte an. Der Autohersteller Jaguar Land Rover warnt vor Jobverlusten und der "schlimmsten aller Zeiten".

Seite 2 von 2
Liberalitärer 11.09.2018, 22:11
10. Just in Time

Zitat von matti99
nein, hier wird angesichts drohender LkW-Staus in Calais/Dover wohl nur wieder ein vernünftiges Lager aufgebaut, statt auf Lagerhaltung auf der Straße und fristgebundene Lieferung in die Produktion, also lediglich Rückkehr zu vernünftiger, vorausschauender, plandender eigener Lagerhaltung vor Ort, nahe bei der Produktion..... so wie es einmal früher überall üblich war.
Man wird JIT schon erhalten wollen, seitens der EU und des UK, aber beiderseits des Kanals wird man sich schon fragen (müssen dürfen), ob man Warenströme durch bekannte Nadelöhre schleusen muss und da kann die Schweiz durchaus als Vorbild dienen.

Und dann muss sich man schon fragen dürfen, ob die Hauptverkehrsrouten nicht volkswirtschaftlich belastend wirken. Eigentlich war man da mal weiter, auch die so genannte grüne Partei, es muss nicht alles die Leute in Kent erwischen, die profitieren vom Durchgangsverkehr sehr wenig und da bietet der Brexit auch Chancen.

Aber ich denke es geht um Ehrlichkeit und nein, ich sehe die Mehrheit der Briten aus sehr diversen Gründen (noch) nicht in einer Art europäischem Bundesstaat. Oder verteidigt Deutschland demnächst die Falklands? Nein, muss es auch nicht also warum Ärger?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
k70-ingo 11.09.2018, 22:21
11.

Zitat von quark2@mailinator.com
Naja, natürlich machen sich alle Bereiche bemerkbar, auf denen UK nicht autark ist, aber was genau die Folgen sein werden ... Rover mag weniger Autos ins Ausland verkaufen, aber da sich mancher Brite dann statt eines deutschen Autos lieber eines aus UK-Produktion kaufen wollen wird ... wird man einen Weg finden, dort auch zu produzieren. Auf längere Sicht ... Rohstoffe können sie weiter einkaufen, gebildete Leute haben sie, ... sie werden überleben. Was wegfällt ist die Globalisierung. Hat die den Westen glücklich gemacht ?
Gerade im Automobilbereich ist Großbritannien nicht autark.
Dort werden viele Fahrzeuge produziert - aber nur in Montagewerken ausländischer Firmen, und dann hauptsächlich für den Export in andere EU-Länder.
Es gibt keine originär britische Automobilindustrie mehr.

Kein Witz, der größte verbliebene Automobilhersteller in britischer Hand ist Morgan - eine Manufaktur, in der Roadster mit einer Holzrahmen(!)-Karosserie in Handarbeit hergestellt werden, eine Konstruktion aus den 30er Jahren.

Falls Sie Vauxhall erwähnen sollten: seit Ende der 80er Jahre sind das ausschließlich Opel, nur mit einem anderen Logo, die größtenteils gar nicht in GB produziert werden, von ein paar Astra abgesehen.
Ich besitze einen Vauxhall Vectra MkII - das ist ein komplett deutsches Auto, made in Rüsselsheim. Noch nicht einmal die Embleme oder die Bedienungsanleitung stammen aus England.

Ach ja, die Marke Rover existiert übrigens nicht mehr.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
k70-ingo 11.09.2018, 22:30
12.

Zitat von quark2@mailinator.com
Naja, natürlich machen sich alle Bereiche bemerkbar, auf denen UK nicht autark ist, aber was genau die Folgen sein werden ... Rover mag weniger Autos ins Ausland verkaufen, aber da sich mancher Brite dann statt eines deutschen Autos lieber eines aus UK-Produktion kaufen wollen wird ... wird man einen Weg finden, dort auch zu produzieren. Auf längere Sicht ... Rohstoffe können sie weiter einkaufen, gebildete Leute haben sie, ... sie werden überleben. Was wegfällt ist die Globalisierung. Hat die den Westen glücklich gemacht ?
Ich komme gerade aus England zurück. In Dover passiert derzeit überhaupt nichts. Das völlig unterdimensionierte Fährterminal (wie sollte es auch vergrößert werden, direkt hinterm Kai gehen die weißen Klippen hoch) ist sichtlich marode. Rampen sind verrostet, Baracken stehen leer, das Unkraut sprießt aus dem zerbröselten Beton und die Klos sind notdürftig unter eine stillgelegte Rampe gebaut worden und schwer zu finden (von den Reihen 86a bis d geradeaus durch, auf den Bauzaun zu und dann rechts unter der Auffahrtbrücke. Achtung: in zwei von drei WC-Zellen gibt es kein Licht).

Es werden große Flächen mit neuen Warteplätzen zugebaut - aber in Dünkirchen und Calais, nicht in Dover.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Ökofred 11.09.2018, 22:37
13. Koorrekt!

Zitat von Liberalitärer
Ein Deal ist in der Tat sehr fraglich. Sollte es Herrn Barnier - trotz der widrigen Umstände gelingen, einen Deal auszuhandeln, so dürfte er quasi ob seines Verhandlungsgeschicks quasi gesetzt sein, die Nachfolge Herrn Junckers anzutreten. Es wäre sicher auch keine schlechte Nachfolge. Er ist einer der wenigen EU Bürokraten mit echten Erfolgen für die Menschen.
Gab eben noch Nachrichten, er wäre nahe dran.... nun ja man darf ja mal hoffen! Gerne auch in Bezug auf Nachfolge.. Stimme Ihnen ja sonst eher selten zu... aber vlt sehen wir hier noch gemeinsam ein paar Wunder!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Steve.Joe 12.09.2018, 17:34
14. Es wird funktionieren ...

Der Brexit wird funktionieren ... zur Jahrtausenwende blieb die prognostizierte Katastrophe aus der Zeitumstellung ebenfalls aus. Schwarzmaler gibt es immer ...
Aber die Mitarbeiter von Unternehmen mit starker internationaler Verflechtung werden wohl im kommenden Jahr die eine oder andere Überstunde schieben müssen. Aber auch das wird sich nach Umstellung von firmeninternen Prozessen mit der Zeit legen ...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
lanzelot72 12.09.2018, 21:48
15.

Das Ausbleiben der Katastrophe könnte natürlich darin liegen, daß sich die potentiell davon betroffenen Unternehmen VOR dem Datumswechsel auf 2000 darum gekümmert und entsprechende Vorsorge getroffen haben. Beim Brexit sehe ich derartige Vorbereitungen derzeit eher nicht. Zumindest nicht öffentlich.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jotha58 17.09.2018, 11:09
16. okay

schön, dass Cadbury zur alten Tradition der Lagerhaltung zurück findet. Leider frisst das ziemlich an der Marge. Die Reichweite wird bestimmt nicht 20 Jahre sein, dann wäre die Schokolade unbezahlbar. Nach meinem dafürhalten, bei einer Zolllaufzeit von 7 Wochen, wird man wohl 40 Tage vorhalten müssen. Bei gleichem Zahlungsziel, von mir aus 90 Tage, ist das dennoch ein irrer Verlust und wird entweder das Produkt verteuern, was selbstverständlich zu Lasten der Produktionsmenge geht und oder Gewinnreduzierung. Das nun Weltweit alle Unternehmen sich vom JIT und Kanban-Systemen abwenden und traditionelle Lagerhaltung betreiben, das glaube ich kaum. Das Empire von 1922 ist ein Teil der Historie und auch wenn es schön rosarot eingefärbt ist, keine Realität mehr. Indien hat kein Bedarf, Kanada ist kein Dominion und Australien keine Gefangenenkolonie mehr und die USA leben ihren neuen amerikanischen Traum "America first".

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 2 von 2