Forum: Wirtschaft
Snap in der Krise: Zuckerbergs Rache
[M] Getty Images

Kurz vor dem Börsengang bröckelt die Erfolgsgeschichte von Snapchat. Grund dafür ist der aggressive Angriff eines Konkurrenten: Facebook-Chef Zuckerberg hat mit dem Messaging-Dienst noch eine Rechnung offen.

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roentgenray 11.02.2017, 18:51
1. Zu viel sex and the city gesehen?

Facebook's Firmensitz ist in Menlo Park, nicht in Menolo (Blahnik) Park :-)
Viele Grüße aus demselben.

<i>Vielen Dank für den Hinweis. Wir haben den Fehler korrigiert. Die Redaktion.</i>

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charly05061945 11.02.2017, 19:15
2. Werbeindustrie

"Der Hauptteil von Snapchats Kunden ist zwischen 13 und 25 Jahre alt. Die junge Kundschaft ist in der Werbeindustrie heiß begehrt." - das ist ja auch genau die Klientel die die nötige Kohle für den Konsum hat! Die ganzen Milliarden für Internet- und TV-Werbung sind zum größten Teil verbranntes und zum Fenster rausgeschmissenes Geld! Ich wundere mich nur dass die Konzernlenker dieses noch nicht bemerkt haben und ihren "Werbestrategen" diese Milliarden weiterhin anvertrauen.

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rreniar 11.02.2017, 19:18
3. Hase & Igel

So innovativ Snap momentan auch sein mag, solange sie ein Alleinstellungsmerkmal finden, was sie duch Patent und Markenschutz vor dem Kopieren durch Facebook schützen können, werden sie wohl auf Dauer keine Chance haben, denn grundsätzlich ist das Kopieren von Ideen nunmal nicht verboten. Und hinter Facebook steht nunmal eine deutlich größere Finanz- und Marktmacht. Facebook hat inzwischen auch eine solche Marktdurchdringung erreicht, dass es für neue Konkurrenz extrem schwer fällt da noch Marktanteile abzujagen. Hier gibt es nämlich einen entscheidenden Unterschied etwa zu AOL oder Yahoo!: Als diese beiden Anbieter starteten hatte das Internet noch eine weit geringere Bedeutung als heute und es gab deutlich weniger Nutzer.
Als das Internet dann einen gewaltigen Aufschwung nahm zogen andere Anbieter vorbei.
Diese Gefahr ist heute deutlich geringer geworden: In den Entwicklungsländern gibt es sicher noch gewaltigen Nachholbedarf, aber in den Industriestaaten und Schwellenländern, dort wo eben wirklich Geld zu verdienen ist, dürfte der Zuwachs in der wichtigen Zielgruppe inzwischen stagnieren, weil diese bereits regelmäßig online und versorgt ist.
Vermutlich ist weniger potentielle Konkurrenz wie Snap eine Bedrohung für Facebook, als eher der Schnüffelwahn diverser Regierungen. Es steht zu befürchten, dass für den Überwachungswahnsinn und um genügend Kontrolle und Einfluss zu bekommen das Internet mehr und mehr zerteilt wird, so dass das globale Dorf aufhört zu existieren. Wenn mehr und mehr Nutzer der Meinung sind bei Facebook bleibt ihre interne Kommunikation nicht genügend privat, dürfte dort nur noch "offizielle" und damit weniger Kommunikation stattfinden. (für private Kommunikation werden sich dann andere vermeintlich sicherere Anbieter gesucht) Weniger Traffic heißt aber auch weniger Information und Daten die man für Werbezwecke nutzen kann und das ginge ins Geld.

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joergaac 11.02.2017, 19:43
4. Risiko vs. Sicherheit

Ich persönlich hätte Snapchat für 3 Milliarden abgegeben. Auch schon für 1 Milliarde. Klar, denkt jeder von den Startups, dass da noch mehr geht und manchmal bewahrheitet sich das ja auch, aber mit 1 Milliarde kann man doch seine ganze Familie auf Generationen hinweg sehr komfortabel ernähren. Macht es wirklich so einen Unterschied, ob man 1 oder 2 Milliarden besitzt, wenn es ohnehin kaum sinnvolle Möglichkeiten gibt soviel Geld jemals auszugeben?

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Darwins Affe 11.02.2017, 19:55
5. Äusserst riskant

Die Einschätzung von Motley Fool:

1) «Snap ist ein äußerst riskantes Investment. Man sieht sich starker Konkurrenz seitens Facebook ausgesetzt, die schamlos die wichtigsten Features für die Instagram-App kopieren. Deswegen nimmt der Nutzerzuwachs ab. Dennoch ist das Umsatzwachstum beeindruckend.
2) Das Unternehmen verlor 2016 aber 514,6 Millionen Dollar, 38 % mehr als noch im Vorjahr
3) Wer als Anleger bereit ist, mit dem Risiko zu leben und Evan Spiegels Fähigkeiten als CEO vertraut, für den könnte Snap ein mehr als interessantes Investment sein.«

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ace.of.spades 11.02.2017, 20:16
6. Man kann den Kampf der Kraken beenden und sie zahnlos machen!

Bis vor zwei Jahren war ich ein echter Social-Network-Junkie. Irgendwann nahm das Überhand und ich empfand zunehmend unangenehmen Stress. Ein "trockener" Gambler wies mich auf die Parallelen in der Abhängigkeit hin. Buchstäblich über Nacht hörte ich auf - ich verbannte die Social Networks komplett aus meinem Leben.

Heute bin ich entspannt, sehe sehr viel mehr um mich herum und habe überraschenderweise mehr Kontakte - echte und menschliche Kontakte! Meine Lebensqualität nahm einen Quantensprung aufwärts. Der einzige gelegentliche "soziale" Zeitvertreib im Internet ist ein Presseforum und meine vier Freunde fernab, mit denen ich ganz profan Emails, auch mit ein paar Fotos, austausche.

Facebook, Twitter, Snapchat und ähnliche Networks sehe ich nicht mehr als sozial an, sondern als krankmachende Sucht für Menschen, die meinen, nicht genug Aufmerksamkeit zu erhalten. Da ist viel zu viel Eitelkeit und Egoismus im Spiel.

Leicht war der Schritt anfangs nicht, aber er hat mich dazu gebracht, mehr über mich selbst nachzudenken, was längst fällig war. Und je mehr ich dazu kam, desto weniger wichtig wurden die Junkie-Networks. Heute bin ich wieder im Lot mit mir und meiner menschlichen Umwelt und kann über Kraken wie Zuckerberg und Konsorten nur noch herzlich lachen - alles mental und seelisch kranke und vom Mammon getriebene arme Kreaturen.

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at.engel 11.02.2017, 20:35
7.

Was soll man dazu schon sagen: Das nennt man schlicht Kapitalismus... und Verlierer ist meist - je nach dem, unter welchem Gesichtspunkt man das betrachtet - der Benutzer, bzw. Arbeitnehmer oder Konsument.
Ansonsten bin ich hiermit anderen Foristen einverstanden: Es sind wahrscheinlich noch nie soviele Milliarden Dollar für nichts und wieder nichts verbraten worden. Werbung auf Internet - und nur darum geht es ja schließlich - ist praktisch gar nichts wert. Einfach, weil des davon viel zu viel gibt.
Kein Mensch ist in der Lage, sich auch nur an die Werbung zu erinnern, die hier unter dem Foto des Artikels läuft. Allein auf dieser Seite sehe ich insgesamt - mal von der Eigenwerbung abgesehen - zwei Marken-Werbungen und zehn Produkt-Anzeigen. Das hätte man sich auch geauso gut sparen können - nur genau das ist bisher das einzig funktionierende Geschäftsmodell im Internet (neben Online-Handel).

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mcfidel 11.02.2017, 20:38
8. Risiko ?

Ja klar,

auch wenn sich vermutlich heute niemand mehr daran erinnert, gab es früher vor Facebook mal My Space mit über 90 % Marktanteil.

Eine echte Kundenbindung existiert in dieser Internet-Welt nicht. Facebook hat aktuell einen Vorteil aufgrund der hohen Nutzerzahlen ob das jedoch langfristig halten wird ist eher fraglich. Facebook ist jetzt schon Mainstream und verliert daher wieder Nutzer die etwas neues Originelles suchen. Nichts ist tödlicher als wenn die Hipster sich etwas Neuem zuwenden und mittelfristig die gesamt Herde hinterherzieht. Das klassische Facebook wird daher auch irgendwann leise sterben, die Frage ist nur ob man bis dahin andere Geschäftsfelder erschlossen hat.

Facebook hat bis heute ein Problem nicht gelöst, es hat kein Produkt das es für Geld an den Kunden verkaufen kann. Facebook erhält für die Nutzung im Tausch Daten, das war es. Es braucht also Werbung, Aufmerksamkeit, Image um Umsatz und Einnahmen zu erzielen. Nur die Werbung bezahlt für Nutzerdaten jedoch kaum die Geheimdienste.

Daher muss Facebook zwangsläufig dem aktuellen Trend hinterherhecheln und das was "In" ist sich einverleiben.

Das unterscheidet auch Facebook von IBM, Microsoft, Oracle und SAP das Produkt gibt es umsonst.

Wer glaubt das Marktmacht einem einen Vorteil gibt, sieht auch in Tesla keine ernsthafte Gefahr für deutsche Automarken. Die Leute bei Nokia hätten sich auch nie erträumen lassen, dass sie in nichteinmal 5 Jahren vom Weltmarktführer zum Problemfall werden.

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salomohn 11.02.2017, 21:28
9. Viel Kohle für Karteileichen

Die Zahlen sind das eine, die Realität dürfte anders aussehen. Wie viele realistische Accounts bei Snapchat und Instagram existieren, weiß kaum jemand. Bei Facebook gibt es massenhaft Fakeaacounts und Falschnamen, das dürfte allemein bekannt sein. Likes werden massenhaft gekauft. Lustig ist immer, wenn Journalisten die likes von z. B. Parteien vergleichen. Vielleicht ist Zuckerberg auch so naiv?

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