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"Spurwechsel" für abgelehnte Asylbewerber: Saarlands CDU-Ministerpräsident fordert S
imago/ Jürgen Heinrich

Wer einen Job hat, soll bleiben dürfen, auch wenn der Asylantrag abgelehnt wurde: Dafür hat sich CDU-Ministerpräsident Tobias Hans ausgesprochen. Doch über einen solchen "Spurwechsel" ist die Union gespalten.

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claus7447 26.08.2018, 13:47
1. was spricht eigentlich gegen einen Spurwechsel?

Asylanten (ob anerkannt oder nicht) die ihr eigenes Geld verdienen, Steuern und Abgaben bezahlen, ggf. ihre Familien ernähren können erst mal einen Aufenthaltstatus zu geben? Meines Erachtens NICHTS. Parallel müssen jedoch Maßnahmen ergriffen werden die eine reine Wirtschaftsflucht langfristig unterbinden - nämlich Arbeitsplätze und Landwirtschaft in den Regionen zu fördern und investieren. Das mag sich kompliziert anhören - ist es aber nicht wenn man will. Klar - unsere Industrie geht am liebsten den Weg des "schnellen Geldes und Profits!". Soziales Denken ist in einigen Konzern-Etagen schlicht nicht vorhanden.

Denn wenn flankierte Maßnahmen nicht ergriffen werden wird es weiterhin unkontrolliert - und beliebiges Wasser auf die Mühlen der Populisten und Kurzdenker!

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1337h4x0r 26.08.2018, 13:53
2. Wo genau ist das Problem?

Gut integriert und im Job - warum genau soll so jemand abgeschoben werden? Nur weil er als Asylbewerber ins Land gekommen ist? Bei einem EU-Bürger, der im Zuge der Freizügigkeit ins Land kommt, stellt niemand diese Frage. Warum also soll dieser 'Spurwechsel' eine Ausnahme bleiben?

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dasfred 26.08.2018, 14:12
3. Zu Nr.1+2

Was dagegen spricht ist die diffuse Angst von Mitbürgern mit krankem Volksempfinden. Erst vor zwei Stunden äußerste eine Journalistin von der Welt im Presseclub, wenn wir jetzt einigen Migranten die Möglichkeit zur Arbeit geben, hätte das eine Sogwirkung auf ganz Afrika. Auch wenn es durch nichts zu belegen ist, so spukt doch dieser Gedanke wieder in vielen Köpfen herum. Unsere derzeitige Politik ist nicht mehr pragmatisch sondern Wahlkampf-gesteuert. Befindlichkeitsstörungen haben Vorrang vor allem.

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Gerdd 26.08.2018, 14:18
4. "Spurwechsel" ...

... ist ja nur der zweite Preis. Der erste Preis wird duch das Verbot, von vornherein zweispurig zu fahren, verstellt.

Aber was spricht eigentlich dagegen, daß jemand, der glaubt, nach beiden Kriterien in Deutschland (oder irgendwo in Europa) eine Bleibeperspektive zu haben, sich auf beiden Wegen um ein Aufenthaltsrecht bemüht?

Ich weiß es: Nur das Bedürfnis gewisser Politiker, auf keinen Fall mit der Anwesenheit von Ausländern in diesem, unseren Lande in Verbindung gebracht zu werden. Aber die "Front" beginnt zu bröckeln. Wenn sogar ein Ultra wie der bayrische Innenminister Herrmann darüber nachdenkt, ob man nicht ein paar ausländische Pfegekräfte mehr ausbeuten könnte, dann ist das Prinzip schon durchlöchert und es wird aus der Union vielleicht doch noch mal wieder eine christliche Partei.

Vorschlag: Bei der Erfassung als Asylbewerber (die ja nun irgendwann mal organisatorisch in den Griff zu bekommen sein müßte - schließlich sieht sich Deutschland ja gewissermaßen als das "Mutterland der Bürokratie") ...

... also, bei der Erfassung der Asylbewerber sollte man etwaige Angaben zu Qualifikationen gleich mit erfassen. Dabei ist es dann auch sinnvoll, darauf hinzuweisen, daß das wesentlich hilfreicher ist, sofern die Identität des Kandidaten nachgewiesen ist - also nix mit "Paß weg - kein Heimatland" und so. Schließlich hat Deutschland ja nun einen Heimatminister, der es zu seinen Kompetenzen zählt, Leute in ihre Heimat zu transportieren.

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neutron76 26.08.2018, 14:20
5. Ein Bärendienst für die Integration

Dadurch wird die Motivation weiter sinken Aufwand in Bildung und Ausbildung zu stecken, wenn der schnelle Job in der Putzkolonne oder dem Imbiss nebenan auch noch eine Garantie für das Bleiberecht wird.

In einer Reportage im ZDF hat man mal eine Handvoll Flüchtlinge, die eine Ausbildung begonnen hatten, begleitet. Von denen ist keiner dabei geblieben, weil die Verlockung schnell irgendwo anders Geld zu verdienen zu groß war.

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citizen01 26.08.2018, 14:22
6. Die Risiken solchen Vorgehens sind hoch. Wer trägt sie?

Ausbildungs/Arbeitsverträge und Jobs, die sich dann als unerfreulich herausstellen, Kündigung (durch AG oder AN), dann Dauer-Hartz IV. Um die nachfolgenden Belastungen nicht der Allgemeinheit aufzubürden müßten die Folgekosten durch den jeweiligen Arbeitgeber getragen werden. Dann wird die Begeisterung wohl deutlich geringer werden.

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tinnytim 26.08.2018, 14:35
7.

Hey Spon, bevor ihr hier auf das nächste Stöckchen springt, das euch die Politik anbietet, arbeitet ersteinmal die letzte Nachricht in dem Themengebie vernünftig auf. Nämlich, dass der Bamf-Skandal, der wochenlang die Nachrichten dominiert hat, gar keiner war. Die Zahlen belegen viel mehr, dass lediglich 0,9% der Entscheidungen der Außenstelle in Bremen falsch positiv entschieden worden sind. Bei allen Fällen, die im ersten Halbjahr in Folge des "Skandals" noch einmal bundesweit zur Revision kamen, lag diese Quote bei 0,7%. Das liegt immer noch im Bereich der menschlichen Fehlbarkeit und ist weit geringer, als die 15% der vormals negativen Entscheidungen, die Gerichtsurteilen widerrufen und damit positiv beschieden wurden.

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AlternativeMeinung 26.08.2018, 14:35
8. Für das Ausland ausbilden...

das ist die beste Entwicklungshilfe. Nach dem Motto "Hilfe zur Selbsthilfe".

Denn erworbenes Wissen läßt sich schlecht wegnehmen. Insofern besser als jedes Geldgeschenk, was in irgendwelche Taschen von lokalen Größen fließt.

Also: Auch und dazu noch bevorzugt ausgebildete Personen zurückschicken.

Das bekämpft Armut und schaftt Arbeitsplätze in den Herkunftsländern.

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stoffi 26.08.2018, 14:39
9.

Zitat von 1337h4x0r
Gut integriert und im Job - warum genau soll so jemand abgeschoben werden? Nur weil er als Asylbewerber ins Land gekommen ist? Bei einem EU-Bürger, der im Zuge der Freizügigkeit ins Land kommt, stellt niemand diese Frage. Warum also soll dieser 'Spurwechsel' eine Ausnahme bleiben?
Aus rechtlichen Gründen. Es sind die gleichen Gründe, aus denen man auch einen Gefährder wieder zurück holen muss. Ausnahmen kann man auf beiden Seiten nicht gelten lassen.

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