Forum: Wirtschaft
Staatsverschuldung: Gabriel stellt Schäubles Spardiktat infrage
DPA

Finanzminister Schäuble und Kanzlerin Merkel pochen in der EU auf Haushaltsdisziplin - jetzt rückt SPD-Chef Sigmar Gabriel von diesem Kurs ab: Stures Sparen helfe vielen Ländern nicht weiter.

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volker_morales 29.11.2016, 19:07
1. Schuldenunion?

Für Deutschland ist der Zeitpunkt gekommen, die EU zu verlassen, wenn die notorischen Steuerhinterzieher-Staaten damit durchkommen, dass entgegen des ursprünglich fest zugesagten bail-out-Verbots eine faktische Schuldenunion entsteht. Die deutsche Regierung hat die Pflicht, den deutschen Steuerzahler zu schützen. Sollte Schäuble nachgeben, ist das deutsche Wirtschaftsmodell der sozialen Marktwirtschft endgültig gescheitert.

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aletheia53 29.11.2016, 19:07
2. Dogamtismus

Ob Sparen im volkswirtschaftlichen Kontext allein seeligmachend ist, mag von Land zu Land unterschiedlich sein. Es muss sich nur jedes Land darüber im Klaren sein, dass es das Geld auch mal zurückzahlen oder die eigene Bevölkerung einteignen muss. Andere Länder sind dafür nicht verantwortlich zu machen für das, was man selbst ausgegeben hat. Wenn z.B. Italien überzeugt ist, seine Banken rekapitalisieren zu müssen, ist das eine italienische Eintscheidung, die von italienern zu finanzieren ist. Ob die permanente Geldschöpfung der EZB auf die Dauer sinnvoll ist, wage ich zu bezweifeln, wenn es ohne begleitende Neuverteilung der Wirtschaftsleistungen in den Ländern geht. Hier wird nur die Suppe verwässert. Es ist zwar mehr Volumen vorhanden, der Nährwert je Volumeneinheit sinkt jedoch. Das bringt uns auch nicht weiter. Es wäre also schön, wenn jedes Land in der EU oder Euro-Zone soviel Sachverstand und Verantwortung aufbringen würde, dass es die eigene Wirtschaft entsprechend der Leistungsfähigkeit am Laufen hält. Ob wir bei weiterer Kapital- und Einkommenskonzentration dann noch auf viel Wachstum hoffen können, wage ich zu bezweifeln. Andererseits: Wenn die Vermögens- und Einkommenskonzentration fortschreitet, wird auch kein wesentliches Wachstum erzeugt. Vielleich hilft als doch regionale Umverteilung.

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see_baer 29.11.2016, 19:10
3. Recht hat er:

Merkel und Schäuble ignorieren die Probleme der Südländer und fahren die EU so an die Wand

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missing-link 29.11.2016, 19:12
4. Hilfe !!!!

Herr Gabriel mal wieder zu einem Thema ohne konkretes Wissen.
Was die Sozis am besten vom Geld verstehen ist wie sie es von anderen Krügen können.
Der Staat gibt jedes Jahr mehr Geld aus.
Die Steuereinnahmen auf Rekordniveau und die Regierung lässt sich für ihren Marketinggag " Schwarze Null" feiern.
Subventionen auf Rekordniveau. So hoch wie die jährlichen Lohnsteuereinnahmen.
Ich warte auf den Tag an dem sich ein Journalist traut Herrn Gabriel bei seinen Auswürfen mal zu fragen : Herr Gabriel , Wie meinen Sie das genau ?

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adolfo1 29.11.2016, 19:23
5. Beispiel Spanien - nur sparen beseitigt nicht die Ursachen für zunehmende Armut

Länder/Staaten leben in der Regel von ihrer Wirtschaftskraft, ausgenommen Ferieninseln, Steuerparadiese und Länder, die als Finanzdienstleister auftreten etc.
Spanien war in den 60er- und 70er Jahren durchaus, auch für viele ausländische Unternehmen ein interessanter Produktionsstandort. In Folge der Globalisierung (auch schon vorher) sind ganze Industriezweige (Textil, Schuhe, Spielzeug, auch Zulieferer der Automobilindustrie etc.) nach Asien und Osteuropa weggezogen, bzw. lassen dort fertigen. Anstatt auf neue Geschäftsfelder zu setzen, hat Spanien 10 Jahre oder mehr den Immobilienboom begünstigt. Als die Blase platzte, wurden allein hierdurch mehr als 3 Mio. Personen arbeitslos.
Der Verlust von Arbeitsplätzen ist teilweise auch auf die weltweite Modernisierung von Arbeitsprozessen zurückzuführen. Die Finanzkrise hat die wirtschaftliche Situation noch verschlimmert. Dies sind doch die Hauptgründe für den Wegfall vieler Arbeitsstellen. Somit stellt sich logischerweise die Frage: wie will Spanien im Laufe der nächsten Jahre auf die Beine kommen? Selbst wenn es einer Regierung gelingen sollte, den Staatsapparat zu sanieren, Privatisierung wo möglich durchzuführen, Korruption und Schattenwirtschaft einzudämmen, fehlen weiterhin Arbeitsplätze für Millionen Personen. Laut spanischer Presse hat sich die Arbeitslosenzahl zwar reduziert, aber es handelt sich dabei zu 90% um prekäre Beschäftigung (Tourismus etc).
Fälschlicherweise und vordergründig wird immer die von Brüssel auferlegte Austeritätspolitik
für die missliche Situation einiger Länder verantwortlich gemacht, ohne die wirklichen Ursachen
zu betrachten.

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toscana57 29.11.2016, 19:24
6. nein zu noch mehr Schulden !!!

Angesichts des bereits erdrückenden Schuldenbergs und den Erfahrungen, die Länder mit noch höherer Staatsverschuldung machen (siehe Griechenland etc.) ist es einfach unverantwortlich, sich für mehr Schulden auszusprechen ohne zu sagen, wann und wie diese Schulden wieder beglichen werden sollen, geschweige denn, wann und mithilfe welcher Einsparmaßnahmen die bereits bestehenden Staatsschulden beglichen werden sollen. Darüber dürfen sich wohl dann unsere Kinder und Enkel den Kopf zerbrechen.
Die Schuldenmacherei muss endlich ein Ende haben und wir sollten lieber mal so langsam mit dem Abbau bestehender Schulden beginnen, wenn nicht jetzt (Stichwort: sprudelnde Steuereinnahmen), wann denn dann ?

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mimas101 29.11.2016, 19:26
7. In Maastricht

wurde ein Bail-Out-Verbot festgenagelt und eine Schuldenunion verboten. Wer sich daran nicht halten will oder kann hat also im Draghi-Geld nix verloren.
Da sich erwartungsgemäß die bundesdeutschen Sozis nicht an Maastricht halten wollen, und auch werden, sind sie bei der kommenden Bundestagswahl keinerlei Option für mich.

So und jetzt bin ich mal gespannt wann die Gewinnmitnahmen mit der Einführung des ECU-Geldes endlich rückgängig gemacht werden, damit der Inlandskonsum ansteigt, und wann bezahlbare Mietwohnungen bezugsfertig sind. Mit der SPD wird das sicherlich auch nicht zu erwarten stehen.
Und die Wiedereinführung von Baukindergeld & Co sind auch keine Option zumal davon auch nur höchstens 20% eher begüterte Personen und die Bauwirtschaft an sich partizipieren werden.

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liberalerfr 29.11.2016, 19:28
8. Ausgabenprogramme können die notwendigen Strukturreformen nicht ersetzen

Sparen ist allein keine Lösung, da hat Gabriel recht. Geld ausgeben auf Kosten der künftigen Generationen allerdings die Ursache der heutigen Probleme. Weiter so hilft weder der heutigen Generation und schon gar nicht unserer Kinder und Enkel. Deshalb hat man ja richtigerweise die Lehren gezogen und das Ziel vereinbart, dieser verheerenden Politik ein Ende zu setzen. Notwendig sind Strukturreformen - dazu braucht man kein Geld, sondern Mut und Ausdauer. Eigenschaften, die unserem Wirtschaftsminister wohl fehlen.

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wire-less 29.11.2016, 19:29
9. Wer spart ???

Da werden die Werte gerade Medial verschoben. Ich reibe mir jedes mal die Augen.

Herr Schäuble spart nicht. Auch Griechenland spart nicht. Herr Schäuble plant eine Schwarze 0. D.h. er legt nichts auf die Seite oder tilgt Schulden.

Sparen ist dann wenn man weniger ausgibt wie man einnimmt um später was zu haben. Kann das mal jemand dem Sigi erklären?

Wir stecken bis über beide Ohren in Schulden so das sobald der Zins auch nur ein bisschen steigt der Haushalt in dramatische Schieflage gerät.

Wir sind *jetzt* in den guten Zeiten von denen sie immer reden das sie dann sparen werden wenn die kommen. In schlechten Zeiten sollte man das ja nicht tun.

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