Forum: Wirtschaft
Stadtwerke-Renaissance: Angriff auf die Energie-Giganten

Es ist ein ungleicher Kampf gegen die Konzerne: Zahlreiche Kommunen wollen sich zum Versorger aufschwingen, Strom- und Gasnetze kaufen. Sie hoffen auf satte Renditen und eine bessere Klimabilanz. Doch die Energieriesen wollen die Infrastruktur nicht ohne Widerstand hergeben.

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shadowhawk 14.04.2010, 07:27
1. Das ist wieder mal typisch,

dass keiner mehr langfristig denken kann. Erst verkaufen, dann wieder haben wollen.

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mexi42 14.04.2010, 07:29
2. Etwas spät ...

haben Hamburger Politiker festgestellt, dass der
Verkauf der HEW an VATTENFALL ein finanzieller,
politischer und versorgungstechnischer GAU
war. Aber das passiert, wenn Politker das $-Zei-
chen in den Augen haben.

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Tom_63 14.04.2010, 07:46
3. Endlich mal ein Weg

Zitat von sysop
Es ist ein ungleicher Kampf gegen die Konzerne: Zahlreiche Kommunen wollen sich zum Versorger aufschwingen, Strom- und Gasnetze kaufen. Sie hoffen auf satte Renditen und eine bessere Klimabilanz. Doch die Energieriesen wollen die Infrastruktur nicht ohne Widerstand hergeben.
Ich finde es gut das sich Kommunen zusammenschliessen denn dadurch entsteht mehr Konkurrenz. Dezentralisierung der Stromversorgung hat auch Vorteile denn wer den Strom über lange Leitungen schickt hat sehr hohe Leitungsverluste.
Unser Strom kann ja über mehrere Quellen erzeugt werden.
Wind, Sonne, Gezeiten, Geothermie, private Blockheizkraftwerke und Wasser damit kann ein grosser Teil des Energiebedarfs gedeckt werden. Wer sagt denn das wir den Energiebedarf dadurch nicht ganz decken können? Möglich ist das wenn dann auch noch versucht wird Energie zu sparen. Ich selbst spare durch eine intelligente Steuerung bis zu 40% Strom.

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Neinsowas 14.04.2010, 07:57
4. das macht nur Sinn...

wenn damit auch, zumindest langfristig, die Kosten wieder runtergehen

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reflexxion 14.04.2010, 08:02
5. hallo? Die Stadtwerke waren doch früher oft die Besitzer der Netze

Viele Stadtwerke haben doch gerade erst vor einigen Jahren ihre Gas- und Stromnetze an die gewerblichen Großkonzerne verkauft, weil sie den schnellen Profit wollten. Überhaupt ist doch die ganze Privatisierung ein Schuß in den Ofen gewesen. Wie konnte man je glauben, Strom und Gas würden im Wettbewerb zwischen Aktiengesellschaften billiger?

Machen wir und nichts vor, Kapitalgesellschaften dienen nur einem Ziel, nämlich dem einen hohen Ertrag für die Anteilseigner zu erzielen. Wer von uns kauft schon Aktien die keinen Profit abwerfen sollen? Die alten Versorger hatten zu "Monopol"-Zeiten kein Marketing nötig. Allein für den Vertrieb werden aber heute von allen großen Anbietern Unsummen verpulvert, die letzlich durch den Energiepreis wieder hereingeholt werden müssen.

Die Großkonzerne sind aber heute eigentlich an den ganzen personalaufwendigen Bereichen nicht mehr interessiert. Der Ertrag ist im Verhältnis zum Aufwand zu gering. Wenn man aber Kraftwerke, Netze und Vertrieb an andere Unternehmen verkaufen kann, dann bleibt am Ende nur der sehr ertragreiche Bereich der Energiebörsen übrig. Da kann man mit relativ wenigen Leuten Termingeschäfte machen, ähnlich wie sonst an der regulären Börse. Man kann z.B. zu in der Zukunft liegenden Terminen Strom verkaufen, den man noch gar nicht gekauft hat oder auch umgekehrt. Solche Geschäfte mit "heißer Luft" nützen nur den Spekulanten.

Ich glaube deshalb auch nicht, das die Konzerne wie E.ON und RWe, Vattenfall und EnBW sich wirklich ernsthaft weigern kleine kommunale Netze zu verkaufen. Es ist aber durchaus realistisch, das man die preise dafür möglichst weit nach oben treiben will. Aber mal ganz ehrlich, das mnachen wir privat mit unserem Gebrauchtwagen oder der nicht mehr gewünschten Eigentumswohnung doch genauso.

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nr6527 14.04.2010, 08:24
6. die Richtung stimmt

Zitat von sysop
Es ist ein ungleicher Kampf gegen die Konzerne: Zahlreiche Kommunen wollen sich zum Versorger aufschwingen, Strom- und Gasnetze kaufen. Sie hoffen auf satte Renditen und eine bessere Klimabilanz. Doch die Energieriesen wollen die Infrastruktur nicht ohne Widerstand hergeben.
Eine grundsätzlich zu begrüßende Iniative der Kommunen.
Energie- und Wasserversorgung sollten nicht dem Profitstreben von Privatinvestoren unterworfen werden.
Der Staat sollte die Stromnetze zurückkaufen.

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Interessierter0815 14.04.2010, 08:46
7. Enteignen!

Zitat von sysop
Es ist ein ungleicher Kampf gegen die Konzerne: Zahlreiche Kommunen wollen sich zum Versorger aufschwingen, Strom- und Gasnetze kaufen. Sie hoffen auf satte Renditen und eine bessere Klimabilanz. Doch die Energieriesen wollen die Infrastruktur nicht ohne Widerstand hergeben.
Wieso bitteschön zurück kaufen?
Die Konzerne haben Jahrelange Milliardengewinne mit den Stromnetzten auf Kosten des allgemeinen WOhlstandes gemacht.

Enteignen - dann dürfen die Konzerne Marktgerechten Strom liefern wie alle Teilnehmer.
Es gibt kein Recht auf Infrastruktur für Privatpersonen bzw. juristische Personen/Konzerne!!
Zurück kaufen, unglaublich was in dieser Lobbykratie abgeht.

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wolfi55 14.04.2010, 08:57
8. Das Problem liegt woanders

Das Problem liegt doch darin, dass die Kommunen kein Interesse an Großkraftwerken wie den Atombunkern oder den neu entstehenden Kohlekraftwerken haben. Die wollen lieber kleine überschaubare Einheiten udn dam besten, weil sinnvoll mit Kraft-Wärme-Koppelung z.B. durch Müllheizkraftwerke oder Fernheizwerke. Auch Nahwärmenetze sind dort willkommen. Und das alles bringt den Vorteil, dass die klimablanz besser wird.

Nur die Konzerne verdienen daran nichts mehr. Und die Initiative der Bundesregierung zum weiteren betrieb der Atommeiler läuft ins Leere, weil niemand deren Strom abnehmen will.

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genugistgenug 14.04.2010, 09:06
9. der Irrsinn geht weiter

Zitat von sysop
Es ist ein ungleicher Kampf gegen die Konzerne: Zahlreiche Kommunen wollen sich zum Versorger aufschwingen, Strom- und Gasnetze kaufen. Sie hoffen auf satte Renditen und eine bessere Klimabilanz. Doch die Energieriesen wollen die Infrastruktur nicht ohne Widerstand hergeben.
da werden sich die Elefanten aber gestört fühlen wenn die Stechmücken angreifen.
Vor einiger Zeit wurde noch alles zu Geld gemacht und nun wollen die Kommunen die Netze zurückkaufen.
Doch zu welchen Preis? Welchen Wert haben die Netze überhaupt? Welche Erweiterungen/Wartung wurde überhaupt durchgeführt?
Meine Vermutung: Wartung/Reparaturen wurden reduziert um Kosten zu sparen und bevor nun größere Reparaturen fällig sind verscherbelt man alles - inkl. einen großen Auufschlag unter Hinweis auf die Gewinnaussichten - an die gierigen Bürokratten die damit das Geldkarusell nur etwas drehen wollen (Vermittlungsprovision über Familienangehörige?)
Wenn ich sehe wie viele Jahre hier schon versucht wird die Wasserleitung in der Nachbarstraße zu reparieren dann frage ich mich was nach dem Rückkauf auf die Bauhöfe, usw. und die Bürger zukommt.

Der Hype 'zurück an die Kommunen' wurde gezielt angeheizt und spült nun viel Geld in die Konzernkassen - und wenn die schlau sind sichern sie sich eine Beteiligung und packen die Wartungsmitarbeiter in die neuen Firmen (spart Abfindung).

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Wie ist es eigentlich: Sind die Preise dann noch Preise oder Gebühren? (wird unterschiedlich berechnet, Preise können angefochten werden und Gebühren sind üblicherweise höher wie Preise - mein akt. Stand)

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