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Steueroasen: Dieses Paradies ist die Hölle auf Erden
DPA

Wenn Reiche so rege Steueroasen nutzen, ist das keine individuelle Irrung von Bono oder der Queen, sondern Auswuchs der kitschliberalen Verheißung eines wunderwirkenden globalen Steuerwettbewerbs. Weg damit!

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blabla55 10.11.2017, 13:11
1.

Ob PanP oder ParP das System funktioniert da die Einflüsterer besten Kontakt zu den politischen willigen Entscheidungsträgern haben.
Bin gespannt wie demnächst die Papers genannt werden.

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grbxx 10.11.2017, 13:17
2. Wettbewerb ist gut

Irgendwie muss man die ineffizienten Staaten ja in Bewegung halten.
Die müssen für ihre Trägheit und Ineffizienz sowieso viel zu wenig Rechenschaft ablegen.

Mag sein, dass hier und da ein paar Reiche zu reich sind, aber das ist nicht so schlimm wie ein Staat der einem massenhaft Geld aus der Tasche zieht.

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richey_edwards 10.11.2017, 13:19
3. wie wärs wenn überall

auf der Welt der gleiche Steuersatz gilt? Mit gleichen Löhnen, gleichem Sozialsystem, einer Gesundheitsversorgung und gleichen Gesetzen? Und nur einer Regierung? Und eine Partei. Und alle zahlen und bekommen überall einfach das Gleiche? Gab's sowas schonmal?

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christine.rudi 10.11.2017, 13:19
4. Warum eine Krähe der anderen kein Auge aushackt

(1) Deutschland ist der drittgrößte Kriegs-Waffenproduzent und -händler der Welt: http://www.zeit.de/wirtschaft/2016-06/ruestungsindustrie-waffenexporte-deutschland-drittgroesster-waffenexporteur. Wenn ich ein unabhängiger Staat und "Steuerparadies" wäre, würde ich einer Einschrânkung meiner Aktivitäten ausschließlich unter der Bedingung zustimmen, daß Deutschland und seine Waffenhändler-Komparsen sämtliche Kriegswaffen-Lieferungen in's Ausland (und besonders in Krisengebiete, wie z.B. bei Israel und Saudi-Arabien (Jemen)) ohne jede Übergangsfrist sofort einstellen. Denn mal ehrlich: was ist krimineller: Beihilfe einer Regierung zu Steuerhinterziehung oder Beihilfe einer Regierung zu massivem Mord und Totschlag ? (2) Unabhängige Kleinstaaten haben eine kleinere Bevölkerung, weniger Struktur-Aufwand, niedrigere Kosten, und damit oft niedrigere Steuern. Wenn dort Gesellschaften gegründet werden, paßt das den großen Hoch- und Höchststeuerländern natürlich ganz und gar nicht (weil der Umsatz und der zu versteuernde Gewinn der Gesellschaft ja bei ihnen abgezogen wird). Also wird hier der Grundsatz der "Nichteinmischung" des Völkerrechtes mal einfach beiseite geschoben. Aber damit nicht genug, die Hypokrisie / Heuchlerei geht noch viel weiter: bei den Steuerparadiesen "innerhalb von großen Ländern", wie die Bundesstaaten Nevada und Utah, sowie Florida (letzteres mit einem absolut undurchdringlichen Bankgeheimnis) in den USA, wird auf einmal der Grundsatz der "Nichteinmischung" wieder voll respektiert: "quod licet Iovi, non licet bovi". (3) Ähnlich wie bei den USA, ist die Sache - richtigerweise - bei den nur scheinbar unabhängigen britischen Kronkolonien zu sehen. Das sind auch keine unabhängigen Staaten im obengenannten Sinne, sondern diese haben ein "Unabhängigkeits-Deckmäntelchen" umhängen, und Großbritannien (das größte Steuerparadies der Welt) handelt dabei wie ein "Doppelagent". Das ist wirklich der Gipfel der Hypokrisie, und deshalb ist es richtig, wenn OECD und die EU-Kommission hier drastisch intervenieren (aber dann bitte auch bei den USA). Nicht umsonst wird England von den Franzosen, die geographisch und historisch besonders nahe dran sind und waren, auch als "La perfide Albion" bezeichnet. (4) Allgemein ist zu dem Thema sagen, daß jedesmal wenn - scheinbar aus heiterem Himmel - ein neuer "Skandal" auftaucht (obwohl man genau weiß, "wie der Hase läuft"), wird dann, um die eigene Verwicklung der Politiker in die ganze Geschichte zu verschleiern und um schnell wieder aus dem Visier der Öffentlichkeit herauszukommen, ein juristisch-politischer Schnellschuß "hervorgezaubert", der aber nichts bringt. Sehr wahrscheinlich soll der ja auch nichts bringen, denn man möchte ja gerne in Ruhe "weiterwurschteln" wie bisher. Denn bindende internationale / europäische Regeln zum Steuerrecht beschränken die Finanzhoheit, d.h. die Souveränität und damit den - ach so geschätzten - "Wurschtel"Handlungsspielraum der Politiker.

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held_der_arbeit! 10.11.2017, 13:20
5. Das man Thatcher & Co...

...und ihrer damals schon halbseidenen Taschenspielerökonomie auf den Leim gegangen ist; geschenkt. Was mich eher entsetzt ist, wie viele Anhänger dieses Weltbild in den USA (Trump und sein Bankster Kabinett) und auch hierzulande (FDP) immer noch hat obwohl es seit mindestens 20 Jahren beweist, dass es nicht funktioniert. Ich kann mir das nur dadurch erklären, dass wir Menschen einfach evolutionär nicht dazu ausgestattet sind, uns um mehr als unsere 10-20 nächsten Mitmenschen Gedanken zu machen. Da will man dann lieber 100? mehr Netto für sich, als 100 Milliarden für den Staatshaushalt...Auch wenn einem das schöne liberale System einem die Steuerersparnis durch die schleichende Vernichtung aller öffentlichen Leistungen die Ersparnis doppelt und dreifach wieder aus der Tasche zieht.

Aber Hauptsache "die anderen" - die, anders als man selbst, natürlich alles Faulpelze sind - profitieren nicht von "meinen" Steuern

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citizen_k 10.11.2017, 13:21
6. Die Welt ist nicht genug ...

und den Predigern des Neoliberalismus auch in zynischer Weise egal. Die Apologeten dieser „Religion“ befinden sich in fast allen Parteien.

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mrmwallace 10.11.2017, 13:25
7. Sehr schöne Kurzzusammenfassung unserer Totalkapitalistischen Welt

Wundert es eigentlich noch irgendjemanden, wenn mal wieder öffentlich wird, dass die Oberen 10.000 jedes legale oder illegale Schlupfloch nutzen um Steuern zu vermeiden/ zu hinterziehen? Die Politik ist Marionette der Konzerne und Kapitalgesellschaften. Natürlich wird man also einen Teufel tun um "das 1%" zu verärgern. Die finanzieren schließlich den nächsten Wahlkampf. Ausbaden müssen es Hinz und Kunz, deren Steuervermeidungsmöglichkeiten gen Null tendieren. Um dieses Problem anzugreifen müssten die großen Industrienationen, und alle bevölkerungsreichen Länder in der Steuerpolitik eine gemeinsame Linie fahren. Dabei wird man sich ja nicht mal innerhalb der EU einig. Warum auch? Das Konkurrenzdenken der Länder im gemeinsamen Wirtschaftsraum ist immernoch enorm. Man könnte ja einen amerikanischen Großkonzern dazu bringen seine Europazentrale im eigenen Land zu platzieren. Könnte dagegen vielleicht ein gemeinsamer EU Steuerhaushalt etwas bringen? Nein, Nein. Dann würden die faulen Südeuropär nur unsere hart erarbeiteten deutschen Steuern in ihr Rentensystem pumpen :D. Also doch vielleicht massive Finanztransaktionssteuern für Geld und Warentransfers in Steueroasen? Ich denke nicht das wir das in meiner Lebenszeit noch erleben werden, und ich bin Anfang 30...

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DerBlicker 10.11.2017, 13:25
8. viel zu kurz gesprungen

Nein, es ist keine Frage des Weltbildes, es ist eine Frage der Machbarkeit und der rechtlichen Durchsetzbarkeit. Dort liegen die Probleme. Wenn Menschen wie in USA einen Trump wählen, um es den Reichen da oben mal so richtig zu zeigen und dieser Trump dann als erstes die Steuern der Reichen senkt, dann wird es nichts mit weltweiter Steuergerechtigkeit, denn genau darum geht es ja. Dasselbe gilt für die rechtspopulistischen Regierungen in Europa, die ständig gegen die EU stänkern, dabei gäbe es ohne EU in Europa überhaupt keine Steuerharmonsierung und keine Verfahren gegen Apple und Irland.

Dasselbe sieht man in UK, der kleine Mann war für den Brexit, weil er meinte die EU wäre schlecht für ihn. Kurz nach dem Brexit hat dann die Regierung die Senkung von Steuern für Unternehmen und Reiche angekündigt, man wolle zur großen Steueroase werden.

Solange die Leute gegen ihre Interessen wählen, kann die Welt nicht gerechter werden, das ist ausgeschlossen. Wenn man so wählt, dass eine nicht ganz so gute Lösung statt durch eine bessere durch ein viel schlechtere ersetzt wird, dann muss man auch mit den Folgen leben. Und ich habe kein Mitleid mit Leuten, die Rechtspopulisten wählen, sie müssen nämlich meist in erster Linie mit den Folgen leben, und das ist dann absolut gerecht.

Noch eine Bemerkung: Ja, der Staat braucht Geld für Infrastruktur, nur gilt der Umkehrschluss nicht, dass allein durch mehr Geld die Infrastruktur besser würde. Unsere Stadt hat Geld, und man baut gute Straßen sinnlos um, um ein paar Bäume zu platzieren, während in anderen Städten die Straßen verrotten. Solange das Geld nicht dahin kommt, wo es benötigt wird, kann der Staat so viele Steuern einnehmen wie er will.

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cerberus66 10.11.2017, 13:26
9.

Spitzensteuersätze von über 49% (auf den letzten verdienten Euro

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