Forum: Wirtschaft
Streit der Ökonomen: Deutschland allein zu Haus
DPA

In keinem nicht-nordkoreanischen Land der Welt wehrt sich das Ökonomie- Establishment so bitterlich dagegen, alte Dogmen abzulegen wie in Deutschland. Eine Schrulligkeit, die teuer zu enden droht.

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m_net 16.06.2017, 12:12
1. Völlig richtig, hilft aber nichts

Sie haben völlig Recht - aber deutsche Neoliberale werden das selbstverständlich leugnen. Wäre schließlich schlimm, wenn Reiche nicht mehr alles bestimmen dürften... Denn darum geht es doch vor allem: Zu verhindern, dass die Schere zwischen Reich und Arm weniger stark auseinandergeht, das will dasjenige Prozent der Bevölkerung, die davon vor allem profitieren, nicht.

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prjctdth 16.06.2017, 12:16
2. Leider wahr

und leider werden wohl Angela und Wolfgang im Herbst erneut gewählt, dann wahrscheinlich mit einer wiedererstarkten FDP. In Deutschland wird sich also nichts ändern, höchstens schlimmer werden. Und der Grund für all das? Zur Bedeutungslosigkeit verblasste Grüne und Linke und an ihren eigenen Lügen zugrunde gegangene Sozialdemokraten. Man wählt ja das kleinere Übel bzw. diejenigen denen man am wenigsten zutraut etwas kaputt zu machen: Merkel und Co.

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shooop 16.06.2017, 12:16
3. Gute Kolummne! VWL ist wichtig-aber kaum einer hat Ahnung!

Das Problem mit der Volkswirtschaft ist, dass sie eine Wissenschaft ist. Ich zum Beispiel verstehe Biologen, Ökologen, Politikwissenschaftler, Psychologen und Geisteswissenschaftler, weil mich diese Themen schon mein ganzes Leben beschäftigen. Wenn ein Volkswirtschaftswissenschaftler irgendeine Aussage tätigt, dann kann ich das überhaupt nicht bewerten, weil mir dazu jegliches Hintergrundwissen fehlt. Ich denke das geht vielen Menschen so und das Fach Volkswirtschaft sollte bereits an Schulen einführend gelehrt werden. Das Thema ist einfach zu wichtig!

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helmut_s 16.06.2017, 12:19
4.

Meine Vermutung ist: das hat weniger mit Ideologisierung einer bestimmten Position zu tun, als mit einer inzwischen geradezu panischen Angst der Deutschen vor jeder Änderung, gepaart mit dem Hang zur Selbstgefälligkeit. Im Endeffekt ist die einzige Ideologie, die im Deutschland der Nachkriegszeit fanatisch verteidigt wird, die des Konservativismus im Wortsinne, der jeden Status Quo sofort einfriert für die Ewigkeit. Als Ganzes verhält sich das Land einfach wie ein seeeehr träges System.

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willibaldus 16.06.2017, 12:21
5.

Das Meiste davon könnte ich unterschreiben.
Das deutsche Ökonomen Milieu kenne ich nicht so gut.
Schäuble will zurück auf 60% Staatsschulden, bevor die Staatsausgaben steigen sollen. Das ist ein sinnvolles Ziel. Man kann aber schon langsam anfangen, mit Ausgabensteigerung. Ach, ist nicht der Bausektor voll ausgelastet? Auftragsstau und alle Facharbeiter in Arbeit? Man kann Aufträge auch an Firmen aus Italien oder Griechenland vergeben. Bedarf ist genug.
Über einheitliche Datenverarbeitung, Behörden und Bundesländerübergreifend sowie einheitliche Ausstattung mit hardware wird ja schon nachgedacht. Hätte nie gedacht, dass da so ein Chaos herrscht. Wie lange dauert das eigentlich, bis Gedanken zu Handlung materialisieren?
GEschenke? Muss nicht sein. Ist nach der Wahl auch irgendwie glaubhafter.
Mehrwertsteuer? muss mit den Nachbarn abgestimmt werden. Sonst beschweren die sich über dumping und Grenztourismus zum Einkaufen bei uns.
Militärausgaben? Wir haben zugesagt, vor Jahren schon. pacta sunt servanda.

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biesi61 16.06.2017, 12:23
6. Wow, was ist denn mit dem Spiegel los? Begeisterte Zustimmung von mir!

Sie bringen es ganz trefflich auf den Punkt! Deutschland sieht sich selbst immer stärker als wirtschaftlichen Nabel der Welt und rennt dabei mit in seiner Ignoranz mit Vollgas in den Abgrund! Unsere Ökonomen werden international aus gutem Grund nicht mehr ernst genommen. Kohls "geistig moralische Wende" hat da konzeptionelle Armut hervorgebracht. Nachdem jahrzehntelang nur noch ja-sagende neoliberale Mitläufer Karriere machen konnten, fehlt inzwischen fast alles: geistige Flexibilitätr, Ideenreichtum, Blick über den deutschen Tellerrand, Auseinandersetzung mit alternativen Ideen, Fähigkeit zur Selbstkritik usw. Und nach einer gefühlen Ewigkeit von Merkel-Regierungen setzt sich dieses traurige Bild auch in unserer Politik fort. Neoliberaler Dogmatismus trifft da auf Inkompetez und Arroganz! All das personifiziert im Bundesfinanzminister, der am meisten überschätzten Person in unserem Land! Aber das Trauerspiel ist nicht nur auf die GroKo beschränkt. Wo ist denn ein deutscher Sanders, ein deutscher Colbyn, der den politischen Laden mal richtig aufmischt, auch wenn er die Wahl nicht gewinnt? Gibt es bei uns Alternativen wirklich nur im Neonazismus??? Und letztlich unsere Medien. Ein Trauerspiel an Gefälligkeitsjournalismus. Nur selten dringen da kritische Meinungen, alternative Recherchen, kreative Querdenker durch. Um so mehr ist dieser Beitrag zu loben. Danke, Herr Fricke!

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Cyberfeld 16.06.2017, 12:24
7.

Nun ich hatte schon mal gesagt das Ökonomen die nur auf die Optimierung der Angebots Seite schauen nicht sehr glaubhaft ist und die Wirtschaftswissenschaften sehr viel näher sind an Geisteswissenschaften als alles andere sie sind nicht mit Axiomen begründet sondern in Dogmen.

Wobei das natürlich nicht der Realität entsprechen kann jedes Axiom ist an eine Bedingung(en) geknüpft , weil Menschen machen die Wirtschaft und nicht die Natur.

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Le Commissaire 16.06.2017, 12:29
8. Konfusion

Zitat "Nur kam dann erst der große Finanzcrash just an dem freiesten aller Märkte [...]"

Thomas Fricke unterliegt hier gleich zwei Konfusionen und offenbart damit erstaunliche Wissenslücken.

Erstens war auch in den USA der Finanzsektor spürbar stärker reguliert als die anderen Bereiche wirtschaftlicher Tätigkeit. Die Korrelation zwischen Regulierung und möglichem Schaden ist also negativ (starke Regulierung hat _nicht_ zu mehr Sicherheit geführt).

Zweitens haben _nicht_ die Banken oder andere böse Player in der Finanzwirtschaft die Finanzkrise ausgelöst. Auslöser der Finanzkrise waren die Zinspolitik der FED und die Politik des US-Bauministeriums, das im Rahmen seiner "Häuser-für-Jedermann"-Politik die Banken gedrängt hat, auch Geringverdienern einen Immobilienkredit zu gewähren. Die Kreditverbriefungen waren _kein_ Auslöser der Finanzkrise, wie immer wieder behauptet wird. Die Kreditverbriefungen, die europäische Banken aufgrund der niedrigen Zentralbank(!)-Zinsen nach der Dotcom-Blase gerne gekauft haben, haben lediglich dazu geführt, dass sich die Auswirkungen der amerikanischen Kredit-/Immobilienkrise gleichmäßiger auf die Welt verteilt hat. Ohne die Verbriefungen wäre Europa schwächer, die USA aber noch stärker betroffen worden. Für die Weltwirtschaft hätte das kaum einen Unterschied gemacht.

Die richtigen Probleme fangen an, wenn Politiker und sozialistische Planungsbehörden wie die Zentralbanken aktiv werden.

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tom47798 16.06.2017, 12:30
9. Keine Wissenschaftler, eher Lobbyisten!

Unsere Ökonomen sind vermutlich keine Wissenschaftler, sondern mehr oder weniger gekaufte Lobbyisten. Die Damen und Herren dienen in erster Linie der Exportwirtschaft bzw. den sogenannten Vermögenden.

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