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Streit um Elektromobil: Deutschlands naiver Glaube an den Autogott
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Seit Martin Schulz die Quote für Elektro-Autos fordert, poltern die deutschen Gralshüter: Der Staat könne doch nicht vorgeben, was ökonomisch richtig ist. Das regele schon der Markt. Wirklich?

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Freidenker10 18.08.2017, 14:52
1.

Gelder in die Entwicklung umzuleiten würde für die Autobauer bedeuten erstmal weniger Gewinn zu machen, das wiederum bedeutet weniger Einkommen für die Bosse, weil sinkender Aktienkurs. Langfristiges Denken ist doch lange her, wahrscheinlich zu lange für diese Herrschaften auf ihren Thronen...

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medium07 18.08.2017, 14:56
2. Nochmals...

... die Stromerzeugung stellt lange nicht das einzige Problem bei der Elektromobilität dar, obwohl auch hierbei die die Ökobilanz der sog. Erneuerbaren genauer betrachtet werden muss. Das Problem liegt, wie bekannt, bei der Baterie, Ihrer Herstellung, Lebensdauer, der noch möglichen Steigerung der Ladungsdichte, des Gesamtwirkungsgrads des Systems. Bei einer Lebensdauer, die nicht ausreicht, um die Ökobelastungen der Produktion zu amortisieren, ist das ganze sinnlos. Über den Aufbau der Infrastruktur, die Laderzeiten und Reichweiten nicht zu reden.

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hru 18.08.2017, 14:59
3. Prognosen sind schwierig, wenn Sie die Zukunft betreffen...

... von daher ist ein Aus für den Verbrennungsmotor heute zu irgendeinem Termin heute schwer vorherzusehen und von daher Populismus. Da es aber ohne die Politik nicht gehen wird haben sowohl die Autofirmen wie auch die Energieerzeuger nachdrücklich gezeigt.

Aus heutiger Sicht wird das E-Auto eine dominante Rolle spielen. Weil es gibt ein Versorgungsnetz (die Sache mit den Ladestationen sind ja nur die letzten Meter und man kann sie für den Privathaushalt oder den Firmenparkplatz für ab 1000€ das Stück kaufen), die Dinger fahren schon rum und wenn man man in einem gesessen hat will man eigentlich nicht mehr aussteigen. Um sie kostengünstig zu bekommen muss man auch gar nicht mehr entwickeln sonder nur mal auf Stückzahlen kommen. Die Stückzahlen heute entsprechen etwa dem eines Rolls-Royce und was kosten die im Vergleich!
Und deshalb baucht es die Politik um den gordischen Knoten zu durchschlagen. Wenn sie es bei Wind nicht getan hätte würde Windstrom auch heute noch 30c pro KWH kosten statt 2c. Aber ob das E-Auto im Jahr 2030 noch die richtige oder gar alleinige Lösung des Problems ist - wer kann das heute sagen. Aber ohne anzufangen fahren wir 2030 immer noch Verbrenner.
Wenn ich VW sagen höre, dass das Ende des Verbrennungsmotors noch nicht gekommen ist kann man das so hören, das wir ihn als Range-Extender für große Strecken noch brauchen wird. Oder man kann hören: lasst uns mit dem Mist in Ruhe, wir haben Benzin und Diesel im Blut und nicht Strom. Ich höre das letztere aber das kann ja jeder anders hören.

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penie 18.08.2017, 15:00
4. Null Ahnung

Seit Jahren werden enorme Summen für die Weiterentwicklung der Technik für elktrische Mobile investiert. Die großen Automobilkonzerne haben schon - was sie nicht laut sagen, da politisch unkorrekt - viel Geld versenkt. Wo wir stehen, läßt sich bei Interesse überall nachlesen. Stichworte sind Rohstoffverfügbarkeit, Ökobilanz über den Lebenszyklus, Kosten, Batteriekapazität- und lebensdauer usf.
Aber nach Herrn Fricke Meinung müssen wir uns nur ein wenig mehr anstrengen, dann werden wir schon den Stein der Weisen finden. Offensichtlich hat er sich nie auch nur ansatzweise inhaltlich mit der Thematik befasst.

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dirk1962 18.08.2017, 15:00
5. Ein Blick in die Nachbarländer hilft

Sehen wir uns die Niederlande oder Norwegen an dann stellen fest, dass auch dort die Infrastruktur nicht vom Himmel viel. Trotzdem sind dort E-Autos etabliert. Warum? Weil der Staat das so wollte. England und Frankreich haben eine Deadline für den Verbrenner definiert. In China sind unsere Autos - wenn überhaupt - bald nur noch zu verkaufen, wenn dort der Staat Gnade vor Recht ergehen läßt und den USA ist das Image Deutscher Autos nach dem Betrugs Desaster erst einmal ramponiert. Gleichzeitig stehen Anbieter aus Japan und China in den Startlöchern um Europa mit billigen E-Autos zu überschwemmen. Das ist die Ausgangslage. Was für realistische Möglichkeiten bleiben denn da noch? Ich denke, entweder unsere Industrie kann in spätestens 2 Jahren wettbewerbsfähige E-Autos zu vernünftigen Preisen anbieten, oder der Fahrzeugbau ist Tod in unserem Land. An dieser Stelle läßt Kodak Grüßen. Gestern noch Weltmarktführer und Heute insolvent. Der Markt wird das ganz sicher entscheiden. Allerdings auch ohne Deutsche Autobauer.

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jbdt 18.08.2017, 15:00
6. Atemberaubend naiv?

Woher dieser Glaube, man wisse es besser? Wieso sind sich die Neoliberalen so sicher, dass der Markt es schon regelt. Wieso ist Fricke sich so sicher, er wüsste es besser und die Neoliberalen seien naiv?
Man kann ja gerne unerwünschtes Verhalten (also Sprit verbrennen) teurer machen, aber der Staat sollte sich nicht zutrauen, die Entwicklung in Forschung und Technik vorzugeben.

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hegoat 18.08.2017, 15:01
7. Treffender Artikel

In hochkomplexen Märkten wie dem der Automobile funktioniert das simple Prinzip von Angebot und Nachfrage nicht. Hier dem Markt steuerungslos alles allein zu überlassen, führt zu Stagnation, denn kein Konzern ist bereit, irrsinnige Investitionen zu tätigen, die einen Technologiesprung ermöglichen. Lieber bleibt man bei dem, was man hat und wurschtelt weiter. Hätte der Staat nicht vor 100 Jahren angefangen, Teerstraßen zu bauen, würde Mercedes immer noch Kutschen produzieren.

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beemef 18.08.2017, 15:01
8. Der Staat

besteht doch nur aus Politikern die Partei Interessen vertreten. Hier sind keine Fachleute sonder bestenfalls Lobbyisten aus der Industrie am Werk. Man sollte der Schwarm Intelligenz der Menschen mehr vertrauen.

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keine-#-ahnung 18.08.2017, 15:02
9. Die Kinder danken?

Warum der Staat an der Aufgabe wirklich großer "Innovationen" häufig nur den Steuerzahler bluten lässt, lässt sich am EEG-Fall toll zeigen.
Wenn ich meine Stromrechnungen (sowohl meine private als auch meine betriebliche) der letzten 10 Jahre so gegeneinander lege, sehe ich ein nicht wirklich erheiterndes Paradoxon. In beiden Einheiten sinkt der Stromverbrauch kontinuierlich ab, da ich diesbezüglich auch (nicht wenig) Geld investiert habe. Der Ertrag dieser Investitionen sind aber trotz geringerem Verbrauchs immer höhere Stromkosten.
Das wird mich nicht arm machen, aber ich kann mir vorstellen, dass das Leute mit einem deutlich geringerem Einkommen nicht mehr ganz so lustig finden ...
Wenn jetzt der Staat anfängt, die Infrastruktur für "Stromtanken" zu subventionieren ... wird zwar mein übernächstes Auto nur noch 5l Sprit/100km verbraten (die Technik wird sich ja weiter verbessern), dafür zahle ich dann für die 5 Liter soviel wie heute für 12 ...???
Und in zwanzig Jahren stellt sich dann heraus ... die Idee mit den Akkus war jetzt doch nicht so doll, Leute - wir machen jetzt mal ganz was anderes, wir fahren jetzt mit der Kraft von Harribo-Goldbären oder mit Meeresalgenmotoren ... und an den Stromtankdosen könnt Ihr jetzt prima Elektrogrills fürs BBQ ranstecken, das pestet dann auch nicht so wie diese ekeligen Holzkohledinger?

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