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Studie mit Arbeitslosen in Finnland: Grundeinkommen macht gesünder, aber bringt keine
DPA

Zwei Jahre lang hat Finnland das bedingungslose Grundeinkommen mit Arbeitslosen getestet. Die Bilanz ist gemischt.

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Lykanthrop_ 08.02.2019, 21:05
1.

Das BGE ist vielleicht eine wundervolle Utopie, aber wir sollten dafür sorgen, dass Ausbeutung beendet wird. Die Angst vor H4 hat den Niedriglohnsektor rasant wachsen lassen, mit allen sozialen und politischen Konsequenzen. Wir sollten wieder solidarischer werden und die Macht des Kapitals reduzieren.
Was am BGE schwierig ist, dass es am Ende die Inflation anheizt und Menschen ohne gutbezahlte Arbeit mit dem BGE nicht auskommen werden.

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huelsebus 08.02.2019, 21:06
2. Na das ist doch mal ein Ergebnis.

Der vielgerümte Harz4 Stress ist keine messbare Motivation zur Arbeitsaufnahme. Bleibt die Frage: lässt sich das Grundeinkommen aus den Mitteln bezahlen, die Sozialverwaltung (Verschlankung) und Krankenkassen (gesündere Bevölkerung) einsparen? Vermutlich nicht vollständig, aber zu einem Teil?

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el__cid 08.02.2019, 21:10
3. HARTZ IV macht ungesünder und bringt auch keinen Job!

Die Vermittlungsquoten von JobCentern und Arbeitsagentur (im Schnitt 1 Vermittlung pro Mitarbeiter und Monat) sind lächerlich. Bei den JobCentern steht die Verhängung von Sanktionen im Vordergrund um Gelder einzusparen.

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spon-1279537853053 08.02.2019, 21:23
4. ja sehr gut el cid

Dieser satz trifft den nagel auf den kopf! Die frage ist doch eher: soll das grundeinkommen einen job bringen?! Ist die grundlegende idee dahinter nocht eine andere? Immer muss sich alles rechnen, aber das ist gerade der falsche ansatz und dann ist die schlussfolgerung, das ergebnis auch falsch.

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wincel 08.02.2019, 21:46
5.

Hat es nun insgesamt mehr oder weniger oder das Selbe gekostet? Weil ja auch Bürokratiekosten wegfallen für Leute, die Anträge bearbeiten.

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pgn 08.02.2019, 21:56
6. Finnland war kein BGE

Man kann nicht oft genug darauf hinweisen:
Finnland war *kein* Bedingungsloses Grundeinkommen. Es war lediglich ein partielles und weit nicht existenzsicherndes Grundeinkommen für eine kleine Zahl von Menschen, und die Laufzeit auf 2 Jahre begrenzt. Ergebnisse sind deshalb zwar Aussagen über das spezifische Experiment, jedoch nicht einfach auf das Bedingungslose Grundeinkommen übertragbar.
Das Bedingunslose Grundeinkommen ist durch vier Kriterien definiert:
1. individuelles Recht für alle und bis ans Lebensende.
(In Finnland: eine kleine Gruppe Erwerbsloser für 2 Jahre)
2. ohne Bedürftigkeitsprüfung (Finnland: Vorraussetzung war Erwerbslosigkeit, also Bedürftigkeit und weiterhin Prüfungen)
3. ohne Zwang zu Arbeit und Gegenleistungen
4. In existenz- und teilhabesichernder Höhe.
(Finnland: Betrag weit unter Existenzminimum. Ist Kriterium 4 nicht erfüllt, dann de facto 3.auch nicht. Wer kein existenzsicherndes Auskommen hat, ist weiterhin zu Erwerbsarbeit egal zu welchen Bedingungen gezwungen und erpressbar.
Finnland war nur eine besondere Variante einer üblichen Sozialleistung für Erwersblose.

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DerDifferenzierteBlick 08.02.2019, 21:57
7. Daraus ergeben sich zwei Probleme des bedingungslosen Grundeinkommens:

1. Wenn die Arbeitslosen nicht häufiger in Arbeit kommen, obwohl sie das Grundeinkommen auch bei einer Arbeit weiter bekommen, dann sind die Kosten für den Staat natürlich sehr viel höher (da er ja nicht nur Arbeitslose bezuschusst, wie zuvor), während dies (direkt) durch keine relevanten Mehreinnahmen ausgeglichen wird, da es ja nicht mehr Arbeiter gibt (indirekte Effekte sind bei der Größenordnung eindeutig nicht relevant).

2. Das entscheidende Problem ist aber: Selbst wenn die Arbeitslosen nur ein Grundeinkommen bekommen, solange sie arbeitslos sind, dann bedeutet das trotzdem, dass JEDER ein solches Grundeinkommen bekommen kann, da ja jeder einfach arbeitslos werden kann.. Bei der (in absoluten Zahlen) großen Menge an mit der Arbeit Unzufriedenen, würde das die Ausgaben des Staates ebenfalls massiv erhöhen, insbesondere da wir ja nun wissen, dass die dann Arbeitslosen durch das Grundeinkommen keine höhere Wahrscheinlichkeit auf einen neuen Job haben (entgegen der Behauptung vieler Befürworter).

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hoeffertobias 08.02.2019, 21:59
8. Die. Macht des Kapitals,...

Zitat von Lykanthrop_
Das BGE ist vielleicht eine wundervolle Utopie, aber wir sollten dafür sorgen, dass Ausbeutung beendet wird. Die Angst vor H4 hat den Niedriglohnsektor rasant wachsen lassen, mit allen sozialen und politischen Konsequenzen. Wir sollten wieder solidarischer werden und die Macht des Kapitals reduzieren. Was am BGE schwierig ist, dass es am Ende die Inflation anheizt und Menschen ohne gutbezahlte Arbeit mit dem BGE nicht auskommen werden.
... dass ich nicht lache! Ich habe von. meinen Eltern keinen Cent geerbt, dafür eine gute Schulbildung, eine Ausbildung und ein (selbst finanziertes) Studium absolviert. Und ich habe keine Lust mehr, bildungsferne und dazu arbeitsscheue Vollpfosten zu allimentieren. Kranke, schwache, alte und behinderte fMenschen unterstütze ich gerne. Alle anderen sollten keine Angst vor staatlicher Unterstützung haben, sondern vor dem Verhungern. Und das meine ich ernst!

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tobias78 08.02.2019, 22:02
9.

Schön und gut, aber irgendwer muss das auch bezahlen und das sind meist die, die arbeiten ..?

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