Forum: Wirtschaft
Studie von SPIEGEL und Bayerischem Rundfunk: Ausländer werden bei der Wohnungssuche b
Jörn Kaspuhl / SPIEGEL ONLINE

Wohnungssuche mit ausländischem Namen ist schwer. Besonders stark diskriminiert werden Menschen arabischer und türkischer Herkunft. Das zeigt ein groß angelegtes Experiment in zehn deutschen Städten.

Seite 1 von 25
hup 22.06.2017, 06:16
1. Die Wissenschaft hat festgestellt...

...dass das was alle ohnehin wussten auch tatsächlich so ist. Diskriminierung am Wohnungsmarkt dürfte es seit 3000 Jahren geben, und zwar überall auf der Welt. Ausländer sind benachteiligt, aber ebenso sind das Frauen, sozial schwache, Leute mit alternativem Lebensstil, Raucher und Besitzer vieler Katzen und Hunde. Bevorzugt sind dagegen Kinderlose, promovierte und Beamte.
Regen wir uns darüber gesammelt auf, oder bekommt jede Gruppe ihren eigenen Artikel? Danach gehts weiter mit dem Arbeitsmarkt und wen der Türsteher nicht in die Disko lässt.
Was war jetzt nochmal die News? Hund beisst Mann? Aha.

Beitrag melden
Tr1ple 22.06.2017, 06:18
2. Das ist leider kein deutsches Problem

In Japan z.B. legen die Vermieter auf wenn sie einen bestimmten Akzent hören. Das gilt auch für einheimische. In den Niederlanden habe ich Wohnungsangebote bekommen ab 600 Euro aufwärts. Dann habe ich meinen niederländischen Kommilitonen gefragt, der hat Angebote für die gleichen Wohnungen bekommen die im Schnitt 200 Euro billiger waren. In Korea eine Studentenwohnung als Ausländer zu bekommen ist sehr schwer bzw. man wird ständig abgelehnt. Als Deutscher rate ich jedem der eine gute Wohnung sucht sich als Dr. vorzustellen. Was ich damit sagen will, ist das Problem nicht ausschließlich deutsch ist, sondern Menschlich.

Beitrag melden
sarisaltuk 22.06.2017, 06:23
3. Es liest sich so …

… als sei der SPIEGEL etwas erstaunt über das Ergebnis. Ich hätte es eher genau so vermutet / erwartet.
Ich bin gespannt auf einen ähnlichen Test: Deutscher um die oder über 70. Der dürfte auch nicht erfreulich ausfallen.

Beitrag melden
eunegin 22.06.2017, 06:23
4. Inländer...

die nicht 100%ig ins Bild passen werden auch aussortiert. Vermieter haben jetzt die Wahl und etliche nutzen dies aus. Ein Freund versuchte in Berlin eine Wohnung zu bekommen - er ist selbständig mit einem jungen 2-Mann-Unternehmen. Kaum eine Chance, auf seinen (inländischen) Namen zu mieten. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass andersklingende Namen gleich aussortiert werden. Man sucht offensichtlich nach einem Dr. Müller, verheiratet, Beamter, keine Kinder, keine Haustiere, Nichtraucher. Wer abweicht, darf weitersuchen.

Beitrag melden
rolf.scheid.bonn 22.06.2017, 06:27
5. Ich bin Vermieter ...

... und habe mit Mietern aus Afrika und dem Orient schlechte und solchen mit mobilem Migrationshintergrund (Ursprung Balkan) sehr schlechte Erfahrungen gemacht. Genau deswegen versuche ich nach einigen Reinfällen die Vermietung an solche Problemgruppen zu vermeiden. Alle seriösen Vermieter agieren so, denn niemand möchte sich Problemfälle ins Haus holen, es sei denn, er versucht, durch überhöhte Mieten von den schlechteren Chancen der Problemgruppen am Wohnungsmarkt zu profitieren. Dass manche Migranten-Gruppen problematisch sind, trifft aber nicht auf alle Ausländer allgemein zu. Westeuropäer, Asiaten oder Nordamerikaner sind nicht problematischer als Einheimische. Es ist daher falsch, wenn der Spiegel pauschal schreibt, ausländische Mieter würden bei der Vermietung benachteiligt. Es werden nur Problemgruppen benachteiligt; und diese Benachteiligung ist in hohem Maße selbst verschuldet! Wer einmal an die bekannten Problemgruppen vom Balkan vermietet hat, weiß, wovon ich schreibe. Die Erfahrungen sind fast immer negativ. Leider!

Beitrag melden
napoleonwilson 22.06.2017, 06:27
6. Diskriminierung

Wer führt ein Experiment durch, was junge Paare mit Kind ohne Migrationshintergrund auf dem Wohnungamt erleben müssen? Dort wird nur nach Anzahl der Kinder, Dringlichkeit ect vergeben. In München z.b. ist es somit für eine deutschstämmige, normalverdienende Familie faktisch unmöglich über das Wohnungsamt eine bezahlbare Wohnung zu bekommen. Ganz im Gegenteil zu kinderreichen Familien mit Migrationshintergrund. Auf dem privaten Wohnungsmarkt herrschen Angebot und Nachfrage.Die aktuellsten Schlagzeilen haben nicht gerade zur Imageverbesserung von Personen aus dem arabischen Kulturkreis beigetragen. Und als Wohnungseigentümer kann ich mir den/die Mieter selbst aussuchen.

Beitrag melden
Holbirn 22.06.2017, 06:29
7. Ich bin zufällig Vermieter

Ich bin zufällig Vermieter, und ich bin mit einer Ausländerin verheiratet. Meine besten Freunde sind Ausländer, und ich glaube daher nicht, dass ich wegen Vorurteilen Leute benachteilige. Was mich aber besorgt macht, ist, wenn viel mehr Leute in der Wohnung wohnen sollen, als hineinpassen, oder wenn der Background des Mieters verdächtig erscheint, oder mir Unwahrheiten erzählt werden. Und das passiert auch ungewollt schnell, wenn es mit der Sprache nicht richtig funktioniert. Aber tut mir Leid, das Risiko, die Wahrheit durch Experiment herauszufinden, ist mir zu groß. Dann doch lieber jemand anderes.

Beitrag melden
bronck 22.06.2017, 06:35
8. Gründe

Eventuell liegt das auch schlicht an den Erfahrungen die die Vermieter mit Mietern aus diesen Kulturkreisen gemacht haben?
Die Tatsache, dass insbesondere private Vermieter solche ablehnen spricht wohl dafür, denn diese können sich an ihre Erfahrungen mit den Mietern erinnern. Bei gewerblichen Vermietern wird ja in der Regel ein Makler beauftragt.

Beitrag melden
klausbacker 22.06.2017, 06:40
9. Keine Überraschung

Ein solches Resultat ist doch zu erwarten. Jeder Mensch bringt einem sogenannten Fremden eine gewisse Skepsis und Unsicherheit entgegen. Bei einem potentiellen Mieter will ein Vermieter Sicherheit der Miete, keine Schwierigkeiten wegen eventueller Streitigkeiten unter den Mietern und Ruhe. Eine arabische Grossfamilie erscheint da risikobehaftetet als eine deutsche Familie. So ist es leider.

Beitrag melden
Seite 1 von 25
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!