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Tarifstreit im öffentlichen Dienst: Die Hoffnung heißt Horst
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Nach den Warnstreiks im öffentlichen Dienst verhandeln Arbeitgeber und Gewerkschaften wieder - zum ersten Mal mit CSU-Innenminister Seehofer. Eine Einigung ist erstmals in greifbare Nähe gerückt.

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helgeharder 15.04.2018, 17:14
1. Schon in der dritten Runde ein Gegenangebot der Arbeitgeber?

Ist ja nicht zu fassen,diese Großzügigkeit. Ich empfehle allen,die sich über nicht fahrende Busse und geschlossene Kitas argern, schleunigst zu ihren Volksvertretern zu gehen und denen mal die Meinung zu sagen.

Und nein, ich bin weder im ÖD beschäftigt noch Mitglied bei Verdi oder einer anderen Gewerkschaft. Aber was die Arbeitgeber inzwischen jedes Mal abziehen, indem man sich weigert,ein eigenes Angebot vorzulegen,geht gar nicht. Ist ja nicht das erste Mal.

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alternativlos 15.04.2018, 17:20
2. Seehofers Weg

Es wird herausragende Ergebnisse geben, die die Arbeiten des Staates der vergangenen Jahre widerspiegeln.

Die Produktivität der staatlichen Dienstleistungen ist auch immer ein Abbild des sozialen Friedens im Land, hier sind unverkennbare Erfolge errungen worden.

Daran hat Seehofer einen großen Anteil, es ist sein Verdienst, den er gewillt ist, mit den Beamten zuteilen.

Und wer weiß, wohin in die Zinsen noch tragen...

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shaboo 15.04.2018, 17:41
3. Da kann ich ...

Zitat von helgeharder
Ist ja nicht zu fassen,diese Großzügigkeit. Ich empfehle allen,die sich über nicht fahrende Busse und geschlossene Kitas argern, schleunigst zu ihren Volksvertretern zu gehen und denen mal die Meinung zu sagen. Und nein, ich bin weder im ÖD beschäftigt noch Mitglied bei Verdi oder einer anderen Gewerkschaft. Aber was die Arbeitgeber inzwischen jedes Mal abziehen, indem man sich weigert,ein eigenes Angebot vorzulegen,geht gar nicht. Ist ja nicht das erste Mal.
... Ihnen nur vollsten Herzens beipflichten! Vor allen Dingen: Wenn man sich jetzt im Vorfeld der dritten Verhandlungsrunde derart optimistisch hinsichtlich einer Einigung zeigt, dann kann man doch auch vorher schon nicht so dramatisch weit auseinandergelegen haben, dass ein einfaches Gegenangebot ein Ding der Unmöglichkeit gewesen wäre. Was für ein albernes Affentheater!

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moritz27 15.04.2018, 18:29
4. Das schafft der Seehofer

schon. Der setzt sich in keine Talkrunden und kaspert nicht vor laufender Kamera herum, sondern zieht im Hintergrund seine Strippen. Da wird, wie immer, ein vernünftiges Ergebnis herauskommen. Und gestreikt wird auch vor der nächsten Runde wieder werden. Gründe sind wahlweise: Die Arbeitgeber haben kein Angebot vorgelegt - oder: Das Angebot der Arbeitgeber ist ein Hohn für die Beschäftigten. Nach dem Xten-Mal ist es einfach nur noch langweilig.

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alt-nassauer 15.04.2018, 19:34
5. Da ist die...

Da ist de Kuh nicht vom Eis und schon ist eine Person der Heilsbringer.... Mir zu "glatt" und noch hat man gar nichts...

Zu dem Strippen zieht nicht Herr Seehofer, sondern die einzelnen Komissionen in ihren Sparten. Nicht alles was im Öffentlichen Dienst arbeitet, bekommt auch 1:1 alles so wie es in der Öffentlichkeit rüber kommt. Der Rahmen mag noch gleich sein, dennoch fallen einige Sachen für gewisse Sparten einfach durch. Da denke ich an den Zusatzurlaub für Pflege- und Krankenberufe (Forderung 2018). Durchaus auf Grund der großen Mitarbeiterzahl, trotz "widersprüchliches" im TVöD machbar. In unserem Bereich bei weniger Personal die Schichtdienst hat, wurde rigoros (seit 2016) alles an Urlaub zusammen gestrichen, nur das die Regelung passt - keine Besitzstandswahrung oder "Anerkennung" das Schichtdienst Ungesund ist und Belastet.


Oft gibt es innerhalb der Sparten genug Beschäftigte die um das Ziel der Einigung, so einiges in Kauf nehmen müssen. Der Großteil ist oft besser gestellt. Aber ein kleiner Haufen, bekommt zwar ein Teil wie es in der Öffentlichkeit als Erfolg gepriesen wird mit. Diese Minderheit ist oft gekniffen... Gerade die VKA erreicht oft genug "Sonderregelungen" z.B. muss seit der letzten Tarifrunde in einigen Bundesländer oder wie in der Stadt Wiesbaden, auch Arbeitnehmer mit in die Zusatzkasse ein bezahlen.


Ich Persönlich warte dann immer noch nach einigen Tagen das ab, was unsere VKA für unsere Sparte ausgehandelt hat... Dann werde ich erst zufrieden sein können.

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kirschlorber 15.04.2018, 20:36
6. Pensionslasten

141 Mrd. Schulden. Woran liegt das wohl? Vielleicht auch an den hohen Pensionslasten? Denn anders als Arbeitnehmerrenten, die bekanntlich auf 43% gekürzt werden, erhalten Beamte unverändert 71,5% Pension. Und es kommt noch besser: Angenommen die von Müllwerkern und Kita-Erziehern erkämpfte Tariferhöhung beträgt 4%. Dann erhalten berufstätige Beamte auch 4%. und die Pension von bereits ausgeschiedenen Beamten erhöht sich automatisch auch um 4%. Paradiesisch, oder?

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grotefend 15.04.2018, 21:36
7. Zu kurz gedacht

Zitat von kirschlorber
141 Mrd. Schulden. Woran liegt das wohl? Vielleicht auch an den hohen Pensionslasten? Denn anders als Arbeitnehmerrenten, die bekanntlich auf 43% gekürzt werden, erhalten Beamte unverändert 71,5% Pension. Und es kommt noch besser: Angenommen die von Müllwerkern und Kita-Erziehern erkämpfte Tariferhöhung beträgt 4%. Dann erhalten berufstätige Beamte auch 4%. und die Pension von bereits ausgeschiedenen Beamten erhöht sich automatisch auch um 4%. Paradiesisch, oder?
Warum sind Sie eigentlich kein Beamter geworden, wenn deren Lebensumstände doch so paradiesisch sind? Wieso fehlen denn tausende Lehrer an öffentlichen Schulen, wenn die Bedingungen so paradiesisch sind? Und wie kann es sein, dass im Öffentlichen Dienst Planstellen unbesetzt bleiben, bei den ach so paradiesischen Verhältnissen?
Ihnen ist zudem bewusst, dass bei der Bemessung der Beamtenbezüge der künftige Pensionsanspruch mit einkalkuliert ist? Ergo: Schafft man auf der einen Seite die Pensionen ab, müssen auf der anderen Seite die Bezüge erheblich steigen.
Ein Blick ins Beamtenrecht schützt in der Regel vor unqualifizierten Aussagen.

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ramandmore 15.04.2018, 22:11
8.

Natürlich gibt es von den Arbeitgebern zum Anfang kein Angebot. Ein paar Warnstreiktage sind eingeplant und auch mit den Gewerkschaften abgestimmt. Dadurch tragen die Gewerkschaften einen Teil der Gehaltserhöhung selber. Bzw. indirekt der Arbeitnehmer selber. Und die Gewerkschaften bekommen ein paar neue Mitglieder, weil gerade die Geringverdiener Angst vor dem Verdienstausfall haben. Win-Win-Situation also. Mit echtem Arbeitskampf hat das nichts zu tun.

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mariakar 16.04.2018, 10:26
9. @ Nr. 7 grotefend

Das war vielleicht mal so. Allerdings haben die Löhne in den letzten 20 Jahren stagniert oder sind sogar gesunken. Sie glauben doch nicht im Ernst, dass die Bezüge steigen würden. Wie hat die OECD so schön festgestellt, der öD wird in Deutschland hauptsächliche über Einsparungen definiert. Da würde man dann sagen, dafür ist kein Geld da.
Wohin uns das geführt hat, zweigt doch die Realität jeden Tag. Man schaue sich nur mal um. Marode Infrastruktur, Leistungen des Staates (und ich meine dabei nicht H4) werden immer weniger oder zusammen gestrichen. Bestes Beispiel sind die Grundbuchämter. Früher vor Ort kein Problem einen Abzug während der Öffnungszeit zu bekommen. Heute, trotz elektronischer Verknüpfung eine Wartezeit von mehreren Tagen oder kilometerweite Fahrt (60 km) zur Grundbuchstelle. Oder die Wasserablesung. Soll vom Bürger selber vorgenommen werden. Die Grundgebühr wurde aber im Gegenzug nicht gesenkt. Die Kommune hat keinen Ableser mehr gefunden. Darüber hinaus trifft man auch kaum mehr Leute vor Ort an, also gestrichen. Nur, was machen die alten Leute, die es nicht verstehen und dann den Zäherstand des Stromzählers melden usw.

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