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Tarifverhandlungen bei der Bahn: Drohen jetzt wieder Lokführerstreiks?
DPA

An diesem Donnerstag beginnen die Tarifverhandlungen bei der Deutschen Bahn. Worüber wird verhandelt? Und steht Deutschland bald wieder still? Antworten auf die wichtigsten Fragen.

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m.sc. 11.10.2018, 07:01
1. ein Problem von Vielen

Jeden Tag ist der Weg zur Arbeit ein Glücksspiel: wieviel später kommt die Bahn heute? Fällt der Zug sogar aus? welche Gründe waren heute schuld? Das Management der Bahn ist katastrophal. Ich habe volles Verständnis für die Streiks. Die zusätzlichen Einschränkungen im Zugverkehr würden mir wahrscheinlich noch nicht Mal besonders auffallen.

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so-long 11.10.2018, 07:08
2. Theoretisch

müssten die Foristen breite Zustimmung zu den Lohnforderungen geben (Teilhabe am wirtschaftlichen Aufschwung). Vermutlich wird es eher das Gegenteil sein. Weil es an das eigene Portemonnaie und den eigenen Komfort geht.

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burlei 11.10.2018, 07:15
3. Der Knackpunkt ist nicht die Frage ...

... ob es nun mehr Geld, mehr Freizeit oder mehr Urlaub gibt. Der Knackpunkt ist, woher Leute nehmen, die bei der Bahn als Lokführer, Zugbegleiter oder Stellwerkspersonal anfangen wollen. Sicher besteht einiges Interesse an so einem Job, werden aber die Bedingungen bekannt, ist es mit dem Interesse schlagartig vorbei. Bei der Bahn wird eben 24 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche, 365 Tage im Jahr gearbeitet. Von drei Wochenenden einen Sonntag frei ... völlig normal. Heiligabend Spätschicht, Silvester Nachtschicht ... völlig normal. Kurzfristige Dienstplanänderungen, oft für den selben Tag ... völlig normal. Mit maximal 4,50 Euro werden Schichten an Sonn- und Feiertage zusätzlich reichlich vergütet. Das macht fast niemand mit. Dazu 12-Stunden-Schichten ohne Pausen. Das Problem ist nicht, ob es mehr Geld oder mehr Urlaub gibt - das Problem ist, überhaupt Leute zu finden, die das mit machen.

Zu Zeiten der Bundesbahn gab es noch den Anreiz des Beamtentums. Mit der Privatisierung ist der aber auch verschwunden. Ein Lokführer kann heute genau so schnell auf der Straße sitzen wie ein besser bezahlter MA jeder anderen Firma, der zudem am Wochenende frei hat, der sein Privatleben planen kann. Das gilt nicht nur für die Deutsche Bahn, das gilt verstärkt auch für die Privatbahnen, die größtenteils schlechter bezahlen. Und bitte nicht mit den Sozialleistungen kommen. Die sind fast völlig abgeschafft worden.

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harke 11.10.2018, 07:18
4. Viel Glück

Den Mitarbeitern der Deutschen Bahn viel Glück bei den Verhandlungen.
Das Geld muss auch dort ankommen, wo geleistet wird. Und das ist beim Lokomotivführer oder Bistro Mitarbeiter eher der Fall.
Die Wirtschaft brummt angeblich, dann muss das Geld auch bei den Menschen ankommen.

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Korken 11.10.2018, 07:50
5. Japanisches Modell

Anstatt wieder Kunden die Leidtragenden sein zu lassen könnte man ja mal das japanische Modell versuchen. Abgesehen davon, dass dort so gut wie nie gestreikt wird kommen die Leute dort falls doch, auf weitaus intelligentere Ideen: Busfahrer streikten bspw., indem sie zwar fuhren aber keine Fahrkarten verlangten. Somit wurde der Kunde nicht belästigt aber die Inhaber gerieten unter Druck. Leider funktioniert sowas in einer egoistischeren Gesellschaft mit Splittertarifparteien nicht, warum sollten die Schaffner z.B. sowas tun, wenn die Lokführer nur für sich verhandeln. Trotzdem mal was zum nachdenken, wennauch diese Idee nicht wirklich auf Deutschland mit seinen unterschiedlichen Verbünden, gerade im Verkehr, übertragbar ist, dies ist mir schon klar - wollte nur mal so auf ein den Kunden entgegenkommenderes Verhalten aufmerksam machen.

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agreatwaytofly 11.10.2018, 08:03
6. Mitarbeiter im Mittelpunkt

Die DB ist nicht gerade als der unsozialste Arbeitgeber bekannt. In Anbetracht der desaströsen Performance könnte man auch mal darüber nachdenken, den Kunden wieder in den Mittelpunkt zu stellen.
Von Airlines wird gefordert, sie sollen demnächst unaufgefordert kompensieren. Stellen Sie sich das mal bei der Bahn vor!

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prince62 11.10.2018, 08:03
7. Über 20 Jahre lang keinen Produktivitätsgewinn für die Menschen

Zitat von harke
Den Mitarbeitern der Deutschen Bahn viel Glück bei den Verhandlungen. Das Geld muss auch dort ankommen, wo geleistet wird. Und das ist beim Lokomotivführer oder Bistro Mitarbeiter eher der Fall. Die Wirtschaft brummt angeblich, dann muss das Geld auch bei den Menschen ankommen.
Dann muß das Geld auch bei den Menschen endlich ankommen, hätten Sie besser schreiben sollen, denn seit über 20 Jahren werden die werktätigen Menschen im Gut-und-Gerne-Land von den tatsächlich Regierenden und ihren bezahlten Handlangern in Berlin vom Produktivitätsgewinn - Sozialdividende - bewußt ausgeschlossen, während einige Wenige nicht mehr wissen, wohin mit ihrem Geld, gehts es bei vielen Familien inzwischen schon um ein lebenswürdiges Dasein, die Explosion der Mieten alleine in den letzten 5 Jahren ist das beste Beispiel,

noch was, die Bahn leidet ja gerade wegen der miesen Bezahlung ihrer meisten Leute unter eheblichem Mitarbeitermangel gerade bei den Tätigkeiten, die auch Nacht- und Feiertagsdienst erfordern, also auch Lokführer, jetzt gehen die noch von der Bundesbahn übernommenen Beamten in den verdienten Ruhestand und dann fehlen die Lokführer hinten und vorne, selbst dem DB-Vorstand müßte also schon aus Eigeninteresse daran gelegen sein, gerade bei den Lokführern einen sehr guten Abschluß für die Beschäftigten vorzugeben,

was natürlich nie und nimmer passieren wird, die Situation der Bahn AG als Unternehmen ist derzeit nur noch als miserabel zu bezeichnen, oder wie es die SZ gestern schriebe, so schlecht wie jetzt stand die Bahn AG seit ihrer Gründung nicht da.

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harke 11.10.2018, 08:10
8. @Korken

Sicherlich eine Idee, ist nur vielleicht nicht erlaubt und ggf. ein Kündigungsgrund. Deutsche Arbeitsgesetze sind doch etwas anders als die japanischen.

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munzi 11.10.2018, 08:23
9. So ändern sich die Zeiten!

Hier ist zu lesen: "Die Bahn muss endlich die Mitarbeiter in das Zentrum ihres Handelns stellen". Naiv, wie ich bin, dachte ich, dass eigentlich doch der Bahnkunde im Mittelpunkt stehen sollte....

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