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Türkische Liga: Elf Stürmer sollt ihr sein
DPA

Türkische Top-Vereine halten wenig von Sparpolitik und vom "Financial Fair Play" der Uefa. Sie kaufen Fußballstars auf Pump - und hoffen nicht zuletzt, dass das den Aktienwert hochtreibt.

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experiencedsailor 14.07.2013, 10:40
1. Ach, noch einmal jung sein,

ein bißchen kicken können und sich von einem türkischen Verein ein paar Millionen dafür bezahlen lasse. Vielleicht buchen die aber auch Jupp Heynckes, der mit seinen 68 Jahren unseren türkischen Freunden noch einmal das Trainerhandwerk erklärt. Dann könnte allerdings ein Wunder herauskommen - siehe GR Europameister unter Rehakles. Wir drücken die Daumen.

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can_k 14.07.2013, 11:11
2. Du

meinst wohl, so wie wir Galatasaray den Schalkies Fußball beigebracht haben.

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rbn 14.07.2013, 11:52
3. ist dies schon ein Beispiel

wie es in der EU weitergehen wird? Schöne Aussichten für die Einführung des Euros in Kleinasien

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Mehmet Levent 14.07.2013, 13:03
4.

Ich vergas, dass Italien, Spanien, Portugal, Griechenland in Kleinasien liegen.

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sanhe 14.07.2013, 13:53
5. Symptomatisch für derzeitige Wachstumskultur in der Türkei

Schön, dass endlich auch mal ansatzweise die Hintergründe des angeblich soliden türkischen Wirtschaftswachstums thematisiert werden, die da wären: Hemmungslose Verschuldung bei kreditinduziertem Wachstum.
Man google hier exemplarisch einmal nach der exorbitanten Zunahme der Privatverschuldung und betrachte die Zusammensetzung der Finanzierung von Großprojekten.

Es dürfte klar sein, dass dies -spät. bei Abzug von größeren Mengen an Fremdkapital- irgendwann im Zusammenbruch enden wird.

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Bilge Kagan 14.07.2013, 13:53
6.

Zitat von sysop
Neben der Einkaufstour auf dem europäischen Spielermarkt gönnt sich der Klub dafür auch eine neue Heimstätte - dank dezenter staatlicher Bezuschussung. Das Grundstück des bisherigen Ali-Sami-Yen-Stadions im zentralen Stadtteil Mecidiyeköy gehört der Republik - durch den Bauboom der vergangenen Jahre ist sein Wert stark gestiegen. 2010 wurde es für 1,25 Milliarden Türkische Lira, umgerechnet etwa 500 Millionen Euro, an eine türkische Holding verkauft. Galatasaray bekam dafür von der Regierung ein einzugsfertiges Stadium in einem Außenbezirk Istanbuls serviert - die staatlich bezuschusste Wohnungsbaugesellschaft TOKI stemmte den Neubau nach Plänen des Stuttgarter Architekturbüros asp. Für etwa 7,5 Millionen Euro jährlich sicherte sich der größte Kommunikationsdienstleister des Landes die Namensrechte für die "Türk Telekom Arena" mit 52.000 Sitzplätzen. Die Fluglinie Pegasus und der Snackhersteller Ülker zahlten 4 beziehungsweise 2 Millionen Euro für ihre Firmennamen in Nord- und Osttribüne. Ein gutes Geschäft, das Neider auf den Plan ruft: Konkurrent Fenerbahce etwa erinnert daran, Umbau und Erneuerung seines Stadions aus eigener Tasche gezahlt zu haben. Das Inonu-Stadium von Besiktas, zentral zwischen der Einkaufs- und Amüsiermeile "Istiklal Caddesi" und dem historischen Dolmabahce-Palast gelegen, befindet sich in baufälligem Zustand. Für Renovierungen, so der Sprecher des hoch verschuldeten Vereins im Gespräch mit "zenith", fehle bislang das Geld. Galatasarays neue Spielstätte, so Kritiker, verschaffe dem Verein daher einen Wettbewerbsvorteil und mache teure Ankäufe wie Wesley Sneijder überhaupt erst möglich.
Die Stadien in der Türkei gehören allesamt dem Staat. Die Vereine erwerben für eine Mietzahlung das Nutzungsrecht an den Stadien.

Die Nutzungsrechte für die Istanbuler Stadien wurden 1997 für 49 Jahre vergeben, d.h. Galatasaray hatte bis 2046 das alte Stadion gemietet.

Da die Pläne Galatasarays, an gleicher zentraler Lage anstelle des alten Stadions mit einer Kapazität von 22.500 ein neues Stadion mit einer Kapazität von nunmehr über 50.000 Plätzen zu bauen, bei der Stadtverwaltung auf wenig Gegenliebe stieß, wurde ein Projekt aus der Taufe gehoben, das mit einem Umzug aus dem Stadtteil Mecidiyeköy verbunden ist.

Galatasaray sollte ein neues Stadion zur Verfügung gestellt werden, ebenfalls zur Miete, dafür sollte der Verein auf die Nutzungsrechte am bisherigen Stadion verzichten.

Da das neue Stadion Kosten i.H.v. rund 130 Mio. Euro verursacht hat, für die Versteigerung des alten Geländes jedoch 500 Mio. Euro erlöst wurden, kann von einer Bezuschussung durch den Staat nicht die Rede sein. Man könnte auch sagen, dass der Verein übers Ohr gehauen wurde. Hätte der Club damals eine fähigeres Management als das von Özhan Canaydin gehabt, hätte man bessere Konditionen aushandeln können.

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Bilge Kagan 14.07.2013, 14:48
7.

Zitat von sysop
Angesichts solcher Haushalts- und Schuldenpolitik fragen sich manche, ob Istanbuls Fußballclubs am Ende darauf spekulieren, dass die Inflation bald wiederkehrt.
Das würde gar keinen Sinn machen, da ein beträchtlicher Teil der Ausgaben, z.B. die Zahlungen an ausländische Spieler, in Devisen zu zahlen sind, die Erlöse hingegen in heimischer Währung generiert werden. Eine steigende Inflationsrate hätte deswegen verheerende Folgen für die Vereine.

Zum Beispiel hatte Galatasaray im Jahr 2000 Mario Jardel verpflichtet. Durch die Wirtschaftskrise 2001 stieg die Inflationsrate und der Dollarkurs verdoppelte sich innerhalb weniger Wochen. Jardel wurde zu teuer für den Verein, so dass er hastig unter Wert abgegeben werden musste.

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orhane 14.07.2013, 15:51
8. optional

Also die 500 Mio Euro Versteigerungserloes waeren nciht an Galatasaray gegangen. Von daher haette man nur das Mietrecht abtreten muessen. So viel ich weiss sind die anderen Vereine auch nicht Eigentuemer der Stadien in denen sie spielen.

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xxticoxx 15.07.2013, 10:01
9. Gegenbeispiel Bursaspor

Es geht auch anders. Bursaspir ist in der türkischen SuperLIG der einzige Verein ohne Schulden !! Und trotzdem erfolgreich. 2010 Meister geworden und seitdem kontinuierlich immer unter den Top 4. Und sie wirtschaften ganz nach dem Motto: Ich geb nur soviel aus wie ich auch habe. Läuft !!

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