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Umbau bei E.on und RWE: Die Energiekonzernwende
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Einer erzeugt Strom, der andere vertreibt ihn: RWE und E.on teilen den deutschen Elektrizitätsmarkt neu auf. Für die Konzerne ist der Deal nicht ohne Risiko. Was bedeutet er für die Unternehmen - und die Verbraucher?

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mg939 12.03.2018, 17:12
1. Besser so als ein weiter so!

Ich arbeite selber bei einen großen Energiekonzern und alle 6 Monate wird eine andere Richtung eingeschlagen. Abspaltung, Zusammenschluss, Übernahme,...

So kann sie ein Konzern auf die Netze und Verteilung konzentrieren und der andere auf die Produktion von Strom aus erneuerbaren und konventionellen Kraftwerken.

Ob das für den Endkunden gut ist kann ich nicht sagen, aber große Sprünge nach oben bei den Strompreisen sind beim derzeitigen Überangebot (an den meisten Tagen im Jahr) nicht zu erwarten

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burlei 12.03.2018, 17:28
2. Wird Elektrizität bald noch teurer?

Diese Frage kann man frohen Herzens mit einem uneingeschränktem "Ja! Und wie!" beantworten. Wenn Konzerne Geld verdienen können, machen sie das. Je mehr, desto besser. Warum soll man die Gewinne noch mit anderen Konzernen teilen, wenn man ihn genau so gut untereinander aufteilen kann? Das hat schon mit der Aufteilung der Republik unter RWE, E.on, Vattenfall und EnBW geklappt, dass funktioniert jetzt noch besser. Klar, der Verbraucher hatte tausende Möglichkeiten, zwischen Stromanbietern zu wechseln. Gezahlt wurde immer in die Taschen der Konzerne. Solange doe Produktion und der Transport der elektrischen Energie nicht vom Staat betrieben wird, werden sie weiter den Verbraucher zur Ader lassen. Je mehr, desto besser.

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henson999 12.03.2018, 17:28
3. Super

Sicherlich wird die RWE dann die Preise senken, wenn die günstiger Strom produzieren können. Das verstehen die Aktionäre bestimmt alle, das man nicht einfach die Preise erhöhen sollte, nur weil man es kann. Ich bin sicher, dass die ganzen Shareholder gerne auf die zusätzlichen Gewinne verzcihten, damit der Strom günstiger wird. Das wird so super für uns alle.... ich bin schon so gespannt, wieviel ich die nächsten Jahre spare.

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vancouverona 12.03.2018, 17:35
4. Kleiner Fragenkatalog am Rande

1. Hat E-On nicht seine Aktivitäten in diesem Bereich vor kurzem in Uniper ausgegliedert, an die Börse gebracht und dann verkauft?
2. Inwiefern sind die Rücklagen für den Abbau der Kernkraftwerke von RWE und E-On hiervon betroffen?
3. Was ist mit den Ewigkeitskosten der verbleibenden Kohlebergwerke (Steinkohle, Braunkohle)?

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nach-mir-die-springflut 12.03.2018, 17:46
5. Deren belegte Zunge bleibt

Ein weiterer Schritt, um Energiewende machbar zu machen, aber sie ist wie begonnen nicht machbar, also ist der Zusammenschluss nur eine Sandburg. Die Netze werden am Ende verkollektiviert (werden müssen), also auf eine Art verstaatlicht. Die Energiekonzerne selbst sind ja nicht die Lieferanten von Erneuerbare-Energien-Apparaturen, sie stellen keine Windräder her, keine PV-Module, keine Solarkollektoren, keine Geothermie-, Wellen- oder Flusskraftwerke, keine Erdgasspeicher, keine Elektrolyse- und Methanisierungsanlagen, keine Pumpwasserwerke, was also sollen sie machen (wie schon geschehen), als Systeme selbst einzukaufen und teurer wieder zu verkaufen oder zu verwalten? Richtig ist, die konventionelle Energieerzeugung (Öl, Gas, Atom, Kohle) von der erneuerbaren abzuspalten, die beiden also nicht weiter miteinander zu mischen. Die Erneuerbaren Energien sind von Grund auf etwas Genossenschaftliches. Dass Merkels Sippschaft sich hier die Schürfrechte an den Naturgewalten zu sichern versucht, ist ekelig. Wenn ein moralisches Gewissen bei den Energieversorgern vorhanden wäre, würden sie rebellieren und laut mitteilen, dass ihr Bestreben a-sozial ist.

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Marvin__ 12.03.2018, 17:47
6. Hunderte Stromversorger?

Wikipedia zufolge beherrschen die großen Vier direkt und indirekt etwa 80 Prozent des deutschen Strommarktes. https://de.wikipedia.org/wiki/Die_großen_Vier_(Energieversorgung).
Womit begründet das Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung dann seine Aussage, dass "Ein Anstieg der Verbraucherpreise ist daher nicht zu befürchten." ist? Die Tatsache, dass es in Deutschland "Hunderte Stromversorger gibt, dürfte ziemlich irrelevant sein, wenn vier von denen sich im wesentlichen den Markt aufteilen. Hinzu kommt, dass ein wesentlicher Preistreiber in der letzten Zeit die Netzkosten sind - weshalb geht das DIW davon aus, dass hier die Kosten sinken werden, wenn das Netz noch stärker monopolisiert wird?

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Pless1 12.03.2018, 17:56
7.

Zitat von KaWeGoe
... Fukushima von der Regierung umgesetzt. Tatsache ist, dass bereits 2001 die Atom-Konzerne mit der Bundesregierung den Atom-Ausstieg vertraglich vereinbart hatten. Danach legten sich die EVU-Dinos schlafen und hofften auf eine F.D.P. - Regierung, die sie dann auch 2009 bekamen. 2010 wurde dann im Herbst der Atomausstieg wieder gekippt, nur um 6 Monate später wieder in Kraft gesetzt zu werden. Die Misere liegt also in dem Missmanagement der EVU-Dinos und nicht bei der Regierung. Es würde mich sehr freuen, wenn dieses Märchen von dem überhasteten Atomausstieg nicht permanent verbreitet wird.
Sie haben grundsätzlich Recht, allerdings wurde unter schwarz/gelb der Atomausstieg gar nicht gekippt, es wurden lediglich die Restlaufzeiten verlängert und das wurde nach Fukushima dann wieder zurück genommen. Insofern ist der Atomausstieg seit 2001 klar und es wurde auch nie grundsätzlich an ihm gerüttelt.

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Demokrat7 12.03.2018, 17:57
8.

"Solange die Produktion und der Transport der elektrischen Energie nicht vom Staat betrieben wird, werden sie weiter den Verbraucher zur Ader lassen."
So könnte man denken, aber was wurde denn bisher billiger, wenn sie vom Staat betrieben wurde? Hat der Staat nicht zunächst den Betreibern von "alternativen Stomerzeugern" fast 20 Cent pro kWh für fast 20 Jahre angeboten, obwohl der Erzeugerpreis aus Braunkohle und er Kernkraft bei ca. 4,5 Cent liegt? Auch jetzt noch erhalten diese Erzeuger eine Unterstützung die oberhalb des Erzeugerpreises liegt. Was würde der Staat also machen, wenn er seine Erzeuger so großzügig unterstützt? Würde der Staat nicht längst die Stromerzeugung übernommen haben, wenn sie so lukrativ wäre, denn den Aktionären können die Konzerne ja gute Einnahmen sichern? Ich glaube, dass der Staat sein Verhalten gut durchdacht hat und froh ist, dass es die großen Stromkonzerne gibt, die ein wirtschaftliches Arbeiten garantieren.

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stiller_denker 12.03.2018, 18:09
9. Warum wurde Energie überhaupt privatisiert?

Die Netzbetreiber bekommen Garantie-Renditen für Investitionen, Garantie-Beträge für Reservekraftwerke, werden für kleines Geld aus der Verantwortung für die Entsorgung von Atom-Brennstäben entlassen und haben eine garantierte Versorgung zu leisten. Ferner verrechnen Stadtwerke seit Jahren ihre Gewinne mit den Verlusten aus Verkehrsbetrieben und Schwimmbädern. All das sind typische staatliche Grundaufgaben. Aber warum verschenkt man die Renditen an Investoren anstatt diese Gewinne für die Bevölkerung zu verwenden? Für mich gilt weiterhin: Einmal im Jahr zum günstigen Ökostrom-Anbieter wechseln, an dem E-on, RWE etc. NICHT beteiligt ist.

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