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Umfrage: Deutsche wollen ihr Geld nachhaltig anlegen - tun es aber nicht
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Investieren die Deutschen ihr Geld mit gutem Gewissen? Eine Umfrage zeigt: Anspruch und Wirklichkeit klaffen auseinander. Das hat mehrere Gründe.

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h_grabowski 27.10.2017, 09:05
1. Vertrauensverlust

"Investieren die Deutschen ihr Geld mit gutem Gewissen? Eine Umfrage zeigt: Anspruch und Wirklichkeit klaffen auseinander. Das hat mehrere Gründe"

Das hat für mich genau einen Grund...
Man weiß leider in keinster Weise mehr, wem man denn vertrauen kann oder soll.
Würde mein Geld auch gerne nachhaltiger Anlegen, es hapert allerdings an dem Grundvertrauen, durch wen ich mich in der Hinsicht neutral beraten lassen kann.
Der nette, altruistische Sparkassenmitarbeiter von nebenan ist leider dem Kapitalismus zum Opfer gefallen.

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lupidus 27.10.2017, 09:11
2.

Vielleicht liegt es auch daran, dass die meisten Deutschen keine Ahnung haben von Geldanlage. Es gibt durchaus Banken und Finanzdienstleister, die sich auf nachhaltige Investments spezialisiert haben. Aber das ist zu kompliziert, da bleibt man lieber beim Sparbuch. Ist so, das kriegt man hier nicht mehr unters Volk gebracht. Das Hauptargument gegen das Schulfach „Wirtschaft“ ? Die Eltern brächten einem sowas bei. Tja, nur dumm, dass die meist auch keine Ahnung haben. Also wird Unwissenheit vererbt. Dafür sind aber Gedichte umso wichtiger. Braucht man später jeden Tag.

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markus_wienken 27.10.2017, 09:12
3.

Die Deutschen (bzw. sehr viele) fühlen sich schlecht informiert?
Dann sollen sie es doch tun.

Beim Kauf eines Autos/TV-Gerätes/Computer/Smartphone... werden Fachzeitschriften gekauft, sich im Internet/Freunden und bei mehreren! Händern informiert bevor gekauft wird.

Kann man bei Finanzprodukten ebenso machen, zugegeben, die Materie ist etwas trocken und nicht so "sexy" und emotionsbeladen wie z.B. bei einem Auto/Smartphone, welchen einfach mehr Spaß macht.
Die Informationsmöglichkeiten allerdings sind durchaus da, werden von vielen nur nicht genutzt.

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lupidus 27.10.2017, 09:15
4.

Zitat von h_grabowski
"Investieren die Deutschen ihr Geld mit gutem Gewissen? Eine Umfrage zeigt: Anspruch und Wirklichkeit klaffen auseinander. Das hat mehrere Gründe" Das hat für mich genau einen Grund... Man weiß leider in keinster Weise mehr, wem man denn vertrauen kann oder soll. Würde mein Geld auch gerne nachhaltiger Anlegen, es hapert allerdings an dem Grundvertrauen, durch wen ich mich in der Hinsicht neutral beraten lassen kann. Der nette, altruistische Sparkassenmitarbeiter von nebenan ist leider dem Kapitalismus zum Opfer gefallen.
Entschuldigung, aber was erwarten Sie ? Soll der Sparkassenberater Ihnen etwas raten doch lieber den Fondsparplan der Volksbank zu nehmen ? Beim Auto- oder Handykauf recherchieren die Leute u.U. monatelang, aber die eigenen Finanzen sollen nebenher laufen ? Leider ist das die Grundlage für Fehlentscheidungen. Andererseits, so schlecht sind die Sparkassen auch nicht. Die Vermögensberatungen für die Normalsterblichen sind schon ok, wenn auch nicht immer bis zum letzten Quentchen optimiert. Dafür eher solide und konservativ. Trotzdem sollte man sich Zeit lassen, einarbeiten und dann entscheiden.

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max-mustermann 27.10.2017, 09:16
5.

Um Geld anlegen zu könne muss mann aber erst mal welches übrig haben. Damit fallen gut 50% der Deutschen, deren Einkommen gerade so reicht um über die Runden zu kommen, schon mal raus schon mal raus. Der rest ist damit beschäftigt dagegen zu kämpfen auch bei den besagten 50% zu landen. Wie wäre es wenn sich dann mal die die sich das auch leisten könnten sprich die berühmten "oberen Zehntausend" um Nachhaltigkeit kümmern. Aber die sind leider voll damit ausgelastet eine Villa, Yacht und Luxusautro nach der/m nächsten zu jagen, wird dann wohl ebenfalls nichts mit der Nachhaltigkeit.

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mkaemmer 27.10.2017, 09:25
6. nachhaltige Geldanlagen

Mir ist das wurscht ob meine Geldanlage "Nachhaltig" ist, mir ist nur die Rendite wichtig. Ja, ich würde sogar Aktien von Waffenschmieden kaufen wenn die Rendite stimmt. Auf mich nimmt ja auch kein Politiker, Banker oder Nachhaltiger Rücksicht ob meine Rente mal nachhaltig ist. Und eines ist Gewiss, das ist alles nur Schein, es geht nicht um Nachhaltigkeit sondern darum ein scheinbar nachhaltiges Produkt möglichst teuer an gutgläubige Sparer zu verkaufen.

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macpaint2 27.10.2017, 09:27
7. Aus dem Blickwinkel eines Investmentbankers

erscheint mir der Artikel recht plausibel. Das WARUM Deutsche wenig Finanzprodukte nachfragen argumentiert der Bericht sehr finanzlastig. Ist es nicht vielleicht einfach nur so, dass die nachfolgende Generation und die zurzeit dünne Mittelschicht in Deutschland zu wenig freies Geld zu Verfügung hatt, um einen angemessenen Teil zu investieren? Wie soll das in prikären Arbeitsverhältnissen und mit Zeitarbeitvertägen funktionieren?

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moev 27.10.2017, 09:28
8.

Ich behaupte mal dreist das Gegenteil: Das Interesse ist nicht da.

Es wird nur vorgeflunkert, weil man im Interview nicht antworten will das man ein egoistisches Schwein ist, dem das völlig schnurz ist.

Aber in Wirklichkeit interessiert es einen nicht im geringsten und wenn der Waffen-Tabak-Alkohol-Fond die höchste Rendite bringt, dann wird da angelegt.

Falls überhaupt angelegt wird, da sind wir Deutschen sowieso ziemlich gemütlich.

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lupidus 27.10.2017, 09:30
9.

Zitat von markus_wienken
Die Deutschen (bzw. sehr viele) fühlen sich schlecht informiert? Dann sollen sie es doch tun. Beim Kauf eines Autos/TV-Gerätes/Computer/Smartphone... werden Fachzeitschriften gekauft, sich im Internet/Freunden und bei mehreren! Händern informiert bevor gekauft wird. Kann man bei Finanzprodukten ebenso machen, zugegeben, die Materie ist etwas trocken und nicht so "sexy" und emotionsbeladen wie z.B. bei einem Auto/Smartphone, welchen einfach mehr Spaß macht. Die Informationsmöglichkeiten allerdings sind durchaus da, werden von vielen nur nicht genutzt.
UND…was mir in den letzten Jahren immer wieder aufgefallen ist, die Argumentation vom Bekannten, der ja woanders viel mehr Performance gemacht hat oder einen besseren Zinssatz bekam. Sowas möchte man dann auch haben. Da hat doch der Georg mit Schiffsfonds X Euro Gewinn eingefahren. Das will ich jetzt auch. Her mit dem Teil. Der Bankberater warnt zwar davor (weil sich vielleicht in der Zwischenzeit die Rahmenbedingungen geändert haben), aber auf den hört man nicht. Ok, dass der Georg gerne mal übertreibt und sich seine Erträge schönrechnet blendet man dann auch aus, denn es geht nur noch um Dineros. Oder der Fall von der armen, verstorbenen Oma. Da hat sie so viel Geld zu vererben und die böse Bank hat ihr langfristige und feste Anlagen angedreht. Dann klagen die Erben aber was das empörte Zeug hält. Dass die Oma diese Anlageform sehr wohl bewußt gewählt hat, damit die Erben die Kohle nicht auf einmal verprassen fällt dann gerne unter den Tisch.

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