Forum: Wirtschaft
Verfahren gegen Internetriesen: EU-Kommissar könnte Auflagen für Google noch verschär
DPA

Nutzt Google seine dominante Position, um Wettbewerber aus immer mehr Märkten zu drängen? Nach SPIEGEL-Informationen könnten im Kartellrechtsverfahren gegen den Internetriesen die Auflagen noch einmal strenger werden.

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interessierterleser1965 29.06.2014, 14:27
1. Sinnvolle EU

Dies ist ein Themanfeld, an dem die EU einmal ihre Stärken zum Wohle der Bürger ausspielen und zeigen kann, welche positiven Möglichkeiten in ihr stecken. Die Nationalstaaten wären hier allein gegen einen Giganten wie Google machtlos. Als Gemeinschaft EU dagegen sind wir stark genug. Statt Glühbirnen oder die Krümmung von Gurken zu regeln, sollte sich die EU auf solche Felder konzentrieren, die die Nationalstaaten wegen mangelnder Größe nicht alleine stemmen können.

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dirkozoid 29.06.2014, 14:28
2. Es nimmt kein Ende.

Und welche Wettbewerber sollen dann auch auf Seite 1 sein? Wer entscheidet das dann? Und wie viele Klagen wird es dann geben? Was ist mit Bing? Werden deren Angebote da nicht auch bevorzugt? Was soll das ständig mit Google? Die EU kann da gar nix machen. Alles nur blabla.

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einrealist 29.06.2014, 14:41
3. Verkehrte Welt

Da wird ein erfolgreiches Unternehmen dafür bestraft, dass die Kunden dessen Angebote gerne nutzen. Google nutzt doch seine marktbeherrschende Stellung nicht aus und verdrängt den Wettbewerb. Kartellrechtlich ist das verkehrte Welt.

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bloßich 29.06.2014, 14:43
4. ...

Zitat von dirkozoid
Und welche Wettbewerber sollen dann auch auf Seite 1 sein? Wer entscheidet das dann? Und wie viele Klagen wird es dann geben? Was ist mit Bing? Werden deren Angebote da nicht auch bevorzugt? Was soll das ständig mit Google? Die EU kann da gar nix machen. Alles nur blabla.

Bing ist mit seinen wenigen Prozenten Marktanteil ganz sicher nicht in einer "marktbeherrschenden Stellung" und damit kein Fall für des Kartellrecht.

Und doch - die EU kann da was machen !
Gerade erst hat Intel eine Milliardenstrafe bezahlt. Und Microsoft musste auch schon insgesamt über einer Milliarde zahlen, weil auch sie ihre marktbeherrschende Stellung auf dem Markt für PC Betriebssysteme ausgenutzt hatte indem sie diese Marktmacht auf angrenzende Märkte gehebelt hatte.
Ohne den Eingriff der Kommission hätte der Internet Explorer wohl immer noch einen gewaltigen Marktanteil ...

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Ha.Maulwurf 29.06.2014, 15:08
5.

Zitat von interessierterleser1965
Dies ist ein Themanfeld, an dem die EU einmal ihre Stärken zum Wohle der Bürger ausspielen und zeigen kann, welche positiven Möglichkeiten in ihr stecken.
Stimmt, gerade Google bietet ja furchtbare Produkte zu Höchstpreisen, welche dem Kunden quasi aufgezwungen werden. Ne, Moment...

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regensommer 29.06.2014, 15:10
6. Das Internet ist mir zuviel Googlenet

Das Internet ist über weite Teile ein Googlenet.

Google ist ein Privatunternehmen dessen oberstes Ziel Gewinne sind. Google ist nicht ein Freund wie es viele sehen.

Daher besteht die Gefahr dass aus Gründen der Gewinnoptimierung Suchergebnisse manipuliert werden und so systematisch die Seiten herausgefiltert werden die am Werbekuchen im Internet teilhaben wollen.

Es ist Fakt dass Blogs die nicht nach der Pfeife (Stichwort SEO) von Google tanzen ebenfalls in den Suchergebnissen schwer zu finden sind.

Ich nenne das Manipulation wenn nicht sogar Zensur. Wir bekommen nicht unbedingt das Beste zu lesen, wir bekommen ganz sicher aber das Beste zu lesen was Google als gut empfindet.

Die Marktmacht wird auch zum Beispiel bei Adsense (Werbeprogramm) ausgenützt. Ein Fehler und eine Internetseite darf nicht mehr mitspielen und das ohne Begründung. Das ist kein freier Markt, sondern Marktmacht.

Auf der anderen Seite möchte aber Google gerne den freien Markt für sich selbst reklamieren. Würde ich auch tun wenn ich ein gewinnorientiertes Unternehmen hätte.

Für Google (oder jedes andere Unternehmen) müssen Schranken auferlegt werden wenn eine überbordende Marktmacht droht (siehe auch Amazon).

Ich will kein Googlenet, ich will weiterhin freies Internet.

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Wolffpack 29.06.2014, 15:11
7.

Zitat von bloßich
Bing ist mit seinen wenigen Prozenten Marktanteil ganz sicher nicht in einer "marktbeherrschenden Stellung" und damit kein Fall für des Kartellrecht.
Das war aber auch nicht der Punkt. Der Punkt war, das Bing exakt dasselbe macht, nämlich deren Shitty Kartendienst oder was auch immer ganz oben anzuzeigen. Gleiches Recht für alle und so.

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bloßich 29.06.2014, 15:13
8. ...

Zitat von einrealist
Da wird ein erfolgreiches Unternehmen dafür bestraft, dass die Kunden dessen Angebote gerne nutzen. Google nutzt doch seine marktbeherrschende Stellung nicht aus und verdrängt den Wettbewerb. Kartellrechtlich ist das verkehrte Welt.

Wenn Google seine marktbeherrschende Stellung auf dem Markt für die Websuche dazu nutzt auch andere Märkte zu monopolisieren indem es eigene Dienste in den Suchanzeigen an erster Stelle präsentiert und damit die Macht auf dem Markt für die Websuche als "Hebel" nutzt ("Leveraging", "Theorie des einfachen Monopolgewinns"), dann liegt genau darin u.U. ein Missbrauch der marktbeherrschenden Stellung nach § 102 AEUV...

Langfristig Schadet das dann auch dem Vergraucher, wie z.B. die mit der Zeit immer weiter erlahmende Innovationsbereitschaft Microsoft's in Bezug auf den zwischenzeitlich quasi-monopolisierten Browsermarkt gezeigt hat !

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shardan 29.06.2014, 15:14
9. Halbe Wahrheit.

Die Marktmacht ins einen Bereichen ist nur die halbe Wahrheit. Die zweite große Gefahr, die davon nur peripher erfasst wird, ist die ungeheure Bandbreite, die Google mittlerweile abdeckt und immer noch weiter ausbaut.Ein paar Beispiele: Google arbeitet an einer Kontaktlinse, die permanent den Blutzuckerspiegel misst. Auf den ersten Blick ein Segen für jeden Diabetiker (Kommende Volkskrankheit!). Aber genauer hinsehen: Die Daten lassen sich nur über eine App und die Server von Google auswerten - und Google nimmt sich das Recht, diese Daten auszuwerten, davon lebt der Konzern. Ähnliches gilt für die Gattung "Wearables" - Gesundheitsdaten, vorgeblich für Fitness, landen sämtlich bei Google - und werden dort verwertet. Das schönste Beispiel: hausautomatisierung. Google hat einen Hersteller für Hausautomatisierung aufgekauft, die Fa. Nest. Klingt alles toll. Verlasse ich das Haus, schaltet die Heizung automatisch herunter und weitere Energiemaßnahmen werden eingeleitet. Das funktioniert über die Lokalisierungsfunktion des Android Smartphones, das Dank Ortung immer weiß, wo ich mich gerade aufhalte. Komme ich in die Nähe meiner Wohnung, wird die Heizung wieder hochgeschaltet. Klingt sagenhaft und komfortabel - und funktioniert. Zwei gewaltige Haken dabei: Frau und Kinder dürfen frieren, wenn ich nicht da bin - es sei denn sie haben alle bis zum Säugling (!) ein eigenes Smartphone! Dass das bei hiesigen datentarifen wohl weit mehr kostet, als ich überhaupt an Energie verbrauche, ist nur eine Seite der Medaille. Google hat damit einen exakten Überblick, wer gerade wo ist, wer welche Lebensgewohnheiten hat und so weiter. Da alle diese Funktionen natürlich mit dem Google-Account verknüpft sind, lassen die sich auch mit der Person und untereinander verknüpfen. Vater verlässt mittags das Haus, anschließend steigt sein Blutzuckerwert - die Lokalisierung liefert auch gleich die Stelle wo er ist, per Google Maps und Streetview kann man auch gleich feststellen, welche Frittenschmiede es denn war und wie die aussieht. Wohlgemerkt: Mit dem Azeptieren der seltenst gelesenen Nutzungsbedingungen erklärt man sich selbst und die gesammelten Daten für vogelfrei. Google kann auswerten, verknüpfen und verkaufen, wie es den Konzernherren in den Sinn kommt. Geheimdienste werden sich die Hände reiben, nach US-Recht haben die auf alle Daten Zugriff. Überwachen ist gar nicht mehr nötig, das machen wir dann in Zukunft selbst - und zahlen noch die Telefonrechnung dafür. Krankenkassenw erden sich freuen. Analog zum überwachten Autofahren und dem dann 10€ billigeren Versicherungstarif wird die Krankenversicherung dann sagen: "Wenn sie die Daten preisgeben und sich entsprechend verhalten....."... und es werden sich noch eine Menge mehr Firmen finden, die in der Google-Datenbank stöbern, um uns allen noch mehr Geld abzupressen.

Es möge bitte keiner mit "Dann wird die RKankenversicherung billgier, ist doch gut" oder ähnlciher verbaler Diarrhoe kommen. Versicherungen sind ein Solidarsystem - wer solche Dinge gut heißt, sollte sich mal bilden, was ein Solidarsystem ist und wie man es ruiniert.

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