Forum: Wirtschaft
Verpackungswahn: Endlich müllfrei

Plastikstrudel im Ozean, Mikroplastik im Boden: Die Vermüllung des Planeten nimmt bedrohliche Ausmaße an. Wer in Deutschland wieviel Abfall erzeugt - und wie wir ihn loswerden können.

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GEZ_Hasser 21.05.2018, 21:36
10. Am deutschen Wesen mag die Welt genesen

Natürlich beginnt der längste Weg mit einem Schritt. Wenn ich mir jedoch den Rest der Welt angucke, der nachvollziehbar andere Prioritäten zur Bewältigung des Lebens setzt, dann wäre selbst eine Reduzierung des Mülls in Deutschland auf Null nur ein Tropfen auf den heissen Stein.
Und ohne dass jetzt die Nazikeule geschwungen werden muss: mir fällt auf, dass in Städten mit weniger Schon-länger-hier-lebenden es mehr Müll in der freien Wildbahn gibt.

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adlerblick 21.05.2018, 21:43
11. Plastikmüll ist Energieträger

Plastik ist in erster Linie umgewandeltes Erdöl. Es enthält i. d. R. noch mehr als 90 % der Energie des reinen Erdöls. Erdöl aber ist auch der Rohstoff für Benzin, Diesel- und Heizöl, die wir als Energieträger einsetzen. Warum sollen wir nicht Erdöl in einer Zwischenstufe einer nützlichen Verwendung zuführen, z. B. Einwegflaschen, die viel Energie einsparen, die sonst für Transport und Reinigung aufgewendet werden müsste, um sie danach als Energieträger anzusehen und z. B. in Müllheizkraftwerken in andere Energieformen überzuführen? Das Plastikproblem könnte so durch konsequente kontrollierte Verbrennung anstelle des direkten Heizöleinsatzes aus der Welt geschafft werden. Plasik sollte nicht als Rohstoff, der recycelt werden sollte, angesehen werden, sondern als Energieträger wie sein Ausgangsmaterial.

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typomann 21.05.2018, 22:00
12. Tolle Doku, besonders gute Illustrationen

Kompliment an die Macher, guter Text, gute Graphik und Super Illustrationen. Sieht man ja selten heutzutage.

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henne.k 21.05.2018, 22:05
13.

Zitat von adlerblick
Plastik ist in erster Linie umgewandeltes Erdöl. Es enthält i. d. R. noch mehr als 90 % der Energie des reinen Erdöls. Erdöl aber ist auch der Rohstoff für Benzin, Diesel- und Heizöl, die wir als Energieträger einsetzen. Warum sollen wir nicht Erdöl in einer Zwischenstufe einer nützlichen Verwendung zuführen, z. B. Einwegflaschen, die viel Energie einsparen, die sonst für Transport und Reinigung aufgewendet werden müsste, um sie danach als Energieträger anzusehen und z. B. in Müllheizkraftwerken in andere Energieformen überzuführen? Das Plastikproblem könnte so durch konsequente kontrollierte Verbrennung anstelle des direkten Heizöleinsatzes aus der Welt geschafft werden. Plasik sollte nicht als Rohstoff, der recycelt werden sollte, angesehen werden, sondern als Energieträger wie sein Ausgangsmaterial.
Die Ökobilanz einer Mehrweg-Glasflasche, die befüllt, transportiert, gekauft, entleert, transportiert, gereinigt und erneut befüllt wird, das Ganze 8 bis 15 mal, ist deutlich besser als die einer einzelnen Einweg-Plastikflasche, die nach ihrem Gebrauch in thermische Energie umgewandelt wird.

Bedingung dafür: Verwenden einer Pool-Flasche, welche ein standardisiertes Design, Gewicht und Größe hat. Diese von verschiedenen Abfüllern verwendeten Flaschen haben eine recht gute Ökobilanz. Es liegt nur am Gesetzgeber, dies von Brauereien und Co. zu verlangen. Einige Hersteller verpflichten sich selbst zur Nutzung dieses Flaschentyps.

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huuhbär 21.05.2018, 22:35
14. Hallo henne.k

Vielen Dank für die Tipps. Ich habe es Mal kurz überschlagen wie viel Fleisch für drei Personen pro Jahr verzehrt wird. Ca. 35-40 kg für uns gemeinsam. Ich weiß auch auf welchem Bauernhof die Tiere aufwachsen und wie. Das Problem mit dem Plastikmüll liegt bei mir auf der Politischen Seite. Hier ist man und frau Politiker seit Jahrzehnten nicht Willens weltweit eindeutige Regelungen umzusetzen für zukünftige Generationen. Die Hausnummer ist ein weltweites Problem, eines unter sehr, sehr, sehr vielen. Meiner Meinung nach probieren diese Herrschaften von Politik und Wirtschaft nur noch den Hals aus der Schlinge zu ziehen mit allen möglichen Ausreden für ihr eigenes Versagen. Kein Mensch kann sie ja jemals haftbar machen enteignen und bezahlen lassen. Dazu haben wir im Deutschen Bundestag, Landtagsparlamenten und selbst auf der Kommunalen Ebene Rechtsgelehrte und Beamte, die niemals den Ast auf dem sie selbst sitzen absägen würden.

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Das Pferd 21.05.2018, 22:47
15.

Zitat von henne.k
...................... Bedingung dafür: Verwenden einer Pool-Flasche, welche ein standardisiertes Design, Gewicht und Größe hat. Diese von verschiedenen Abfüllern verwendeten Flaschen haben eine recht gute Ökobilanz. Es liegt nur am Gesetzgeber, dies von Brauereien und Co. zu verlangen. Einige Hersteller verpflichten sich selbst zur Nutzung dieses Flaschentyps.
Nein, es liegt nicht nur am Gesetzgeber, es liegt auch am Verbraucher.
Der Supermarkt würde doch nicht 100 Sorten Bier verkaufen, wenn er den gleichen Umsatz mit 5 regionalen Sorten machen könnte.
Und wenn ich all die verschörkelten Flaschen sehe, grade aus Süddeutschland, weis ich, wie lang der Weg zurück in die Brauerei ist. Da scheint mir die Dose die bessere Alternative, auch wenn der noch der Ruf von vor 30 Jahren nachhängt.

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mina2010 21.05.2018, 22:50
16. Ist vielleicht auch etwas unser permaneter Hygiene und Billigwahn ...

Einmalhandschuhe für die Brötchen, sonst könnte die Menschheit an der nächsten Seuche aussterben.
Handschüchen für die Verkäuferinnen, ziehen sie die Dinger auch brav aus, wenn sie das Näschen putzen?
Statt Fleisch- und Fischtheken alles brav abgepackt, wo drucken wir sonst das Verfallsdatum drauf und es muss billig sein.
Statt jede Getränkeverpackung mit Pfand zu belegen machen wir ein kleines Durcheinander, Wasser ja, Saft nein, Bier vielleicht, Millch in der Tüte.
Wenn ich mir allein die Styophorberge ansehe, die für die Verpackung von elektronischen Geräten benötigt werden ... unfassbar.
Es gibt allerdings auch schon Firmen die das mit recyclebarer Pappe machen.
Und wenn nicht alle drei Jahre einen neuen TV bräuchten ... wäre wohl auch ein Schritt in die richtige Richtung.
Statt unseren Müll hier zu entsorgen, exportieren wir ihn ... ist billiger, wir verlieren aber auch die Kontrolle.

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adlerblick 21.05.2018, 22:59
17.

Zitat von henne.k
Die Ökobilanz einer Mehrweg-Glasflasche, die befüllt, transportiert, gekauft, entleert, transportiert, gereinigt und erneut befüllt wird, das Ganze 8 bis 15 mal, ist deutlich besser als die einer einzelnen Einweg-Plastikflasche, die nach ihrem Gebrauch in thermische Energie umgewandelt wird.
Das glaube ich dir nicht. Hast du Belege dafür? Die würden mich interessieren. Glasherstellung, Leerguttransporte, aufwendige Reinigungsprozeduren mit chemischen Mitteln, Energie- und Wasseraufwand. Diese Ökobilanzen möchte ich mir genauer ansehen. Nein, es ist unser Deklarationsfimmel: Plastik ist ein wertvoller Rohstoff, der erhalten bleiben muss, zu wertvoll zum Verbrennen - Heizöl hingegen ist zum Heizen, zum Verbrennen da. Dabei ist Plastik praktisch Heizöl. Werben wir für konsequentes Verbrennen unhd nehmen den Menschen damit die Scheu davor. Dann ist Plastik unschädlich für die Umwelt, solange wir sowieso noch fosslie Brennstoffe nutzen.

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adlerblick 21.05.2018, 23:24
18.

Das glaube ich dir nicht. Hast du Belege dafür? Die würden mich interessieren. Glasherstellung, Leerguttransporte, aufwendige Reinigungsprozeduren mit chemischen Mitteln, Energie- und Wasseraufwand. Diese Ökobilanzen möchte ich mir genauer ansehen. Nein, es ist unser Deklarationsfimmel: Plastik ist ein wertvoller Rohstoff, der erhalten bleiben muss, zu wertvoll zum Verbrennen - Heizöl hingegen ist zum Heizen, zum Verbrennen da. Dabei ist Plastik praktisch Heizöl. Werben wir für konsequentes Verbrennen unhd nehmen den Menschen damit die Scheu davor. Dann ist Plastik unschädlich für die Umwelt, solange wir sowieso noch fosslie Brennstoffe nutzen.

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mollymalone 22.05.2018, 08:43
19. Meeresmüll: die übliche deutsche Schuld-Hybris

Wenn ich das Alles so lese, entsteht bei mir wieder mal der Eindruck, Deutschland und die EU wären die Hauptschuldigen am Meeresmüll. Daher mal ein paar Zahlen, um die Dinge ins richtige Verhältnis zu rücken:
- Der Rhein spült pro Jahr 10 Tonnen Plastikmüll ins Meer. Nachzulesen hier:
http://greenpeace.lsaenger.net/2016/05/15/plastikmuell-teil-2-rhein-spuelt-jaehrlich-10-tonnen-plastikmuell-ins-meer/
- Der Yangtze spült dagegen jährlich 1.5 Millionen (!!!) Tonnen Plastikmüll ins Meer. Nachzulesen hier:
https://www.verdict.co.uk/yangtze-river-plastic-pollution/

Insgesamt stammen 90 % des in den Weltmeeren schwimmenden Plastikmülls von gerade mal zehn Flüssen. Acht davon befinden sich in Asien und zwei in Afrika (Nil und Niger).Senkt man die Einleitung des Plastikmülls durch diese zehn Flüsse um die Hälfte, würde die Plasikmüll-Verseuchung der Weltmeere um 45 % reduziert. Senkt man dagegen die Plastikmüll-Einleiltung des Rheins auf Null, dann wäre dieser Effekt so gering, dass er kaum messbar wäre.
Nachzulesen übrigens hier:
https://nypost.com/2017/12/12/10-rivers-are-responsible-for-90-of-the-plastic-in-the-ocean/

Mit anderen Worten:Natürlich kann und sollte Deutschland mehr in Sachen nationaler Müllvermeidung unternehmen. Weitaus mehr hätten die Weltmeere aber davon, wenn unsere Medien und Politiker endlich Druck auf die Hauptursacher ausüben würden. Der erste Schritt dazu wäre, Roß und Reiter endlich mal zu benennen, statt sie aus politischer Korrektheit zu verschweigen.

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