Forum: Wirtschaft
Verpackungswahn: Endlich müllfrei

Plastikstrudel im Ozean, Mikroplastik im Boden: Die Vermüllung des Planeten nimmt bedrohliche Ausmaße an. Wer in Deutschland wieviel Abfall erzeugt - und wie wir ihn loswerden können.

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henne.k 22.05.2018, 10:08
20.

Zitat von adlerblick
Das glaube ich dir nicht. Hast du Belege dafür? Die würden mich interessieren. Glasherstellung, Leerguttransporte, aufwendige Reinigungsprozeduren mit chemischen Mitteln, Energie- und Wasseraufwand. Diese Ökobilanzen möchte ich mir genauer ansehen. Nein, es ist unser Deklarationsfimmel: Plastik ist ein wertvoller Rohstoff, der erhalten bleiben muss, zu wertvoll zum Verbrennen - Heizöl hingegen ist zum Heizen, zum Verbrennen da. Dabei ist Plastik praktisch Heizöl. Werben wir für konsequentes Verbrennen unhd nehmen den Menschen damit die Scheu davor. Dann ist Plastik unschädlich für die Umwelt, solange wir sowieso noch fosslie Brennstoffe nutzen.
Gerne:

https://www.wiwo.de/technologie/umwelt/schlechte-oekobilanz-mehrwegflaschen-sind-schlechter-als-ihr-ruf/9457752.html

Es geht um die Poolflasche, siehe im Artikel ganz unten. Den anderen wird zurecht eine schlechtere Ökobilanz - zumindest in dieser Studie - ausgewiesen:

Zitat aus dem Artikel: Die Poolflasche ist die einzige Flasche, die eine positive Bilanz aufweist. Diese Flaschen werden von mehreren Herstellern genutzt. Dadurch erreichen sie eine hohe Umlaufzahl und haben kürzere Transportwege. Allerdings kommt es wirklich darauf an, dass Poolflaschen für alle Getränkehersteller vorgegeben werden, bspw. drei Typen Bierflaschen, drei Typen Wasserflaschen, drei Typen Saftflaschen, drei Typen Milchflaschen, drei Typen Kakaoflaschen und schon kann es laufen. Dann können regionale Abfüller die Flaschen direkt wiederverwenden, egal ob diese zuletzt in Bayern oder auf Rügen befüllt und dann mit dem Auto über 100e Kilometer transportiert wurden, um entleert abgegeben zu werden.

Würde man fordern, dass alle ihr Getränk in solche Flaschen füllen, wäre die Ökobilanz von Bierflaschen deutlich besser, das gelte dann auch für Wasserflaschen oder Saftflaschen. Es ist alles eine Regulierungssache und hier kann der Gesetzgeber durch Verbote und klare Richtlinien sehr wohl sehr gut einwirken auf schädliche Prozesse.

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henne.k 22.05.2018, 10:12
21.

Zitat von mollymalone
Wenn ich das Alles so lese, entsteht bei mir wieder mal der Eindruck, Deutschland und die EU wären die Hauptschuldigen am Meeresmüll. Daher mal ein paar Zahlen, um die Dinge ins richtige Verhältnis zu rücken: - Der Rhein spült pro Jahr 10 Tonnen Plastikmüll ins Meer. Nachzulesen hier: http://greenpeace.lsaenger.net/2016/05/15/plastikmuell-teil-2-rhein-spuelt-jaehrlich-10-tonnen-plastikmuell-ins-meer/ - Der Yangtze spült dagegen jährlich 1.5 Millionen (!!!) Tonnen Plastikmüll ins Meer. Nachzulesen hier: https://www.verdict.co.uk/yangtze-river-plastic-pollution/ Insgesamt stammen 90 % des in den Weltmeeren schwimmenden Plastikmülls von gerade mal zehn Flüssen. Acht davon befinden sich in Asien und zwei in Afrika (Nil und Niger).Senkt man die Einleitung des Plastikmülls durch diese zehn Flüsse um die Hälfte, würde die Plasikmüll-Verseuchung der Weltmeere um 45 % reduziert. Senkt man dagegen die Plastikmüll-Einleiltung des Rheins auf Null, dann wäre dieser Effekt so gering, dass er kaum messbar wäre. Nachzulesen übrigens hier: https://nypost.com/2017/12/12/10-rivers-are-responsible-for-90-of-the-plastic-in-the-ocean/ Mit anderen Worten:Natürlich kann und sollte Deutschland mehr in Sachen nationaler Müllvermeidung unternehmen. Weitaus mehr hätten die Weltmeere aber davon, wenn unsere Medien und Politiker endlich Druck auf die Hauptursacher ausüben würden. Der erste Schritt dazu wäre, Roß und Reiter endlich mal zu benennen, statt sie aus politischer Korrektheit zu verschweigen.
Ja, das stimmt wohl. Die Berichte kenne ich auch. Das entbindet uns in Deutschland aber doch lange noch nicht davon, weiterhin an unserer Müllminimierung zu arbeiten. Übrigens wird ein Großteil der in Deutschland anfallenden Verunreinigungen durch Mikroplastik gar nicht entsorgt, sondern einfach ins Meer gespült. In Shampoos, Duschgels, Waschmittel, Zahnpasta ist solches zu finden, aber vor allem auch der Abrieb an Bremsscheiben tut sein Übriges. Diese Partikel sind ebenso wenig abbaubar und ähneln denen von Mikroplastik, werden durch die Kläranlagen, welche den Regen der Straßen aufnehmen und reinigen, dann in die Flüsse und schließlich in die Meere weiter geleitet. Diese belasteten Wässer tragen ebenso dazu bei, dass wir ein riesiges Problem haben. Denn diese Partikel sind klein genug, um erfolgreich von Organismen aufgenommen zu werden, die brauchen nicht erst in jahrelanger Arbeit im Meer kleingerubbelt zu werden und man sie nicht einfach abfischen, wie man das mit dem Müll tun sollte, den du aufgeführt hast.

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passionsblume 22.05.2018, 10:29
22.

"Jeder Deutsche erzeugt pro Kopf mehr Abfall "
Nun, ich ERZEUGE nicht den Abfall, sondern ich bin gezwungen, den Abfall mitzukaufen, wenn ich in meine Einkäufe erledige. Ob ich will oder nicht, die Hälfte der Einkäufe besteht aus Abfall. Es geht ja auch nicht nur um Lebensmittel, sondern auch im vieles andere, vor allem technischer oder handwerklicher Kleinkram wie eine Mini-SD-Karte in einer Verpackung, die so groß ist wie eine Zigarettenschachtel. Oder wenn ich früher zwei Schrauben benötigte, habe ich sie im Eisenwarenhandel gekauft. Heute muss ich gleich 10 kaufen, die in einer Plastikverpackung stecken. Daher mal die Frage: wie hoch ist eigentlich der Prozentanteil unseres Wirtschaftswachstum, der darauf beruht, dass den Kunden Abfall verkauft wird? Und wo bleibt der Aufschrei, dass unsere Wirtschaft zusammenbrechen und es Tausende von Arbeitsplätzen kosten würde, wenn wir auf Abfall verzichten würden?

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henne.k 22.05.2018, 10:39
23.

Zitat von huuhbär
Vielen Dank für die Tipps. Ich habe es Mal kurz überschlagen wie viel Fleisch für drei Personen pro Jahr verzehrt wird. Ca. 35-40 kg für uns gemeinsam. Ich weiß auch auf welchem Bauernhof die Tiere aufwachsen und wie. Das Problem mit dem Plastikmüll liegt bei mir auf der Politischen Seite. Hier ist man und frau Politiker seit Jahrzehnten nicht Willens weltweit eindeutige Regelungen umzusetzen für zukünftige Generationen. Die Hausnummer ist ein weltweites Problem, eines unter sehr, sehr, sehr vielen. Meiner Meinung nach probieren diese Herrschaften von Politik und Wirtschaft nur noch den Hals aus der Schlinge zu ziehen mit allen möglichen Ausreden für ihr eigenes Versagen. Kein Mensch kann sie ja jemals haftbar machen enteignen und bezahlen lassen. Dazu haben wir im Deutschen Bundestag, Landtagsparlamenten und selbst auf der Kommunalen Ebene Rechtsgelehrte und Beamte, die niemals den Ast auf dem sie selbst sitzen absägen würden.
Das klingt doch nach einem geringen Verzehr. Wenn ich das Thema Fleisch anspreche, dann, weil viele eben einen deutlich höheren Konsum pflegen, und zwar pro Person ca. 60 Kilogramm, welches direkt verzehrt wird und ca. 87 Kilogramm Gesamtverbrauch. Da sieht es mit der Nachhaltigkeit dann schon schwieriger aus. Ihr liegt demnach ca. 140 Kilogramm unter dem Durchschnitt, was den Verzehr von Wurst- und/oder Fleischwaren angeht.

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henne.k 22.05.2018, 11:22
24.

Zitat von passionsblume
"Jeder Deutsche erzeugt pro Kopf mehr Abfall " Nun, ich ERZEUGE nicht den Abfall, sondern ich bin gezwungen, den Abfall mitzukaufen, wenn ich in meine Einkäufe erledige. Ob ich will oder nicht, die Hälfte der Einkäufe besteht aus Abfall. Es geht ja auch nicht nur um Lebensmittel, sondern auch im vieles andere, vor allem technischer oder handwerklicher Kleinkram wie eine Mini-SD-Karte in einer Verpackung, die so groß ist wie eine Zigarettenschachtel. Oder wenn ich früher zwei Schrauben benötigte, habe ich sie im Eisenwarenhandel gekauft. Heute muss ich gleich 10 kaufen, die in einer Plastikverpackung stecken. Daher mal die Frage: wie hoch ist eigentlich der Prozentanteil unseres Wirtschaftswachstum, der darauf beruht, dass den Kunden Abfall verkauft wird? Und wo bleibt der Aufschrei, dass unsere Wirtschaft zusammenbrechen und es Tausende von Arbeitsplätzen kosten würde, wenn wir auf Abfall verzichten würden?
Sehe ich sehr ähnlich. Ein Verzicht auf die Verpackung wäre toll. Bei Elektronikartikeln ist das teilweise sehr schwer. Ich finde, da könnten Shops wie Amazon mit ihrer Marktmacht mehr Interesse bzw. Engagement zeigen. Die Frustfreiverpackung ist ein Anfang, aber sicher noch nicht das Ende der Fahnenstange. Gleiches gilt für Elektromärkte oder aber den guten alten Supermarkt bzw. Discounter. Da werden selbst Bio-Artikel eingeschweißt verkauft, damit man sie von konventionellen Alternativen unterscheiden kann. Was soll das?

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