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Versteigerung von Windparks: Firmen tarnen sich als Bürgergesellschaften
DPA

Bürgergesellschaften haben bei der ersten Versteigerung von Windparks abgeräumt. Doch hinter ihnen stecken meist professionelle Unternehmen. Das Parlament geht nun halbherzig dagegen vor.

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quercusuevus 29.06.2017, 10:21
1. Verwirrt

Ich bin verwirrt - solche Geschäftspraktiken pflegt doch nur die pöhse Atom-, Kohle- und Autoindustrie, oder ?!?

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Europa! 29.06.2017, 10:22
2. Die Richtung stimmt

Wenn "mittelständische Unternehmen" die Bürger organisieren, scheint mir das nicht weiter verwerflich. Mit reinem Dilettantismus lässt sich die Energiewende schwerlich bewältigen.

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hanfiey 29.06.2017, 10:45
3.

Zitat von Europa!
Wenn "mittelständische Unternehmen" die Bürger organisieren, scheint mir das nicht weiter verwerflich. Mit reinem Dilettantismus lässt sich die Energiewende schwerlich bewältigen.
Das mag auf den ersten Blick auch so sein. Die spezielle Gesellschaftsform der "KG" erlaubt aber Eigenheiten um Risiken abzuwälzen. Die Förderungen werden trotzdem mitgenommen und damit zahlen letztendlich die Steuerzahler erhebliche Anteile.

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biesi61 29.06.2017, 11:16
4. Das Ziel ist doch erreicht.

Der Mittelstand bietet das fachliche Know how und nimmt die Bürger der jeweiligen Region mit. Jedes Projekt bekommt seine regionalen Nutznießer. Was hat der Autor denn sonst erwartet?

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christian.sentis 29.06.2017, 11:21
5. Teile die Euphorie nicht

Ich sehe nicht, dass die Richtung stimmt: das Ziel einer Diversifizierung auf Betreiberseite wird nicht erreicht, insofern ist das derzeitige Vorgehen ineffektiv. Der Modus führt zu Verrenkungen, um eine Bürgergesellschaft zu behaupten. Verrenkungen, die so bisher für klassische Unternehmen nicht nötig waren - was die Sache ineffizient macht. Außerdem fließt (in diesem Fall unnötig) mehr Geld in Richtung der Bürgergesellschaften, immerhin Steuergeld. Ineffektiv, ineffizient, teurer, so stelle ich mir einen Schritt in die richtige Richtung nicht vor.

Ich denke darüberhinaus, man sollte auch noch einen Unterschied erkennen können, ob aus originär bürgerlichem Interesse v.a. mit dem Ziel lokaler Verbesserungen gehandelt wird oder eine klassische Unternehmung mit wenig mehr als reiner Gewinnerzielungsabsicht die Errichtung einer Bürgergesellschaft organisiert. Vielleicht überspanne ich den Bogen etwas, aber ich sehe hier ein Unternehmen, das sich letzten Endes den Anschein bürgerlichen Engagements gibt, um Vorteile zu erreichen. Jetzt mag ein Unternehmen gern einer Person gleichgestellt sein, sie wird aber nie ein Bürger werden. Das erinnert mich vom Geschmack her daran, wie Unternehmen teilweise ihren Einfluss auf politische Entscheidungen sichern, obwohl kein Wahlrecht vergleichbar dem eines Bürgers vorliegt. Ich nenne das Erschleichen und bin der Meinung, wir sollten hier sehr dringend nachbessern.

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zensurgegner2017 29.06.2017, 11:37
6.

Genau genommen entsteht dadurch ein ungleicher Wettbewerb, da diese Pseudobürgerbeteiligungen dank geringerer Anforderungen billiger agieren können, und damit die kwh Strom günstger erzeugt werden kann.
Der normal wirtschaftende Konkurrent hat höhere Kosten, drückt also Löhne, um bei den Tricksern mithalten zu können

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Ökofred 29.06.2017, 11:57
7. echt?

Zitat von quercusuevus
Ich bin verwirrt - solche Geschäftspraktiken pflegt doch nur die pöhse Atom-, Kohle- und Autoindustrie, oder ?!?
Wäre mir neu, das AKW als Bürgergesellschaften gebaut wurden oder werden könnten.. vlt wäre das noch mal eine Chance für Brandenburg.. RWE vor!

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ulrich_loose 29.06.2017, 11:59
8. Halbherzigkeit,

teilweise eine Art religiöser Eifer und auch ein teilweise weit über das Ziel hinaus schießen, das ist das gesamte Vorgehen in Sachen "Energiewende"... In Kürze steht sicher rechtzeitig zur Wahl eine Senkung der EEG Umlage an - ja, der Beweis ist erbracht das alles planmäßig läuft. Dumm nur, dass trotzdem oder besser gerade deswegen die Endkundenpreise steigen und steigen und steigen... Wäre ja auch ein Katastrophe zugeben zu müssen, dass man diese "Wende" in der Art BER betreibt...l

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benedetto089 29.06.2017, 12:28
9.

Hm, ich frage mich gerade, wie das gesellschaftsrechtlich gelöst werden soll. Hinter GmbH als Komplementärin dürfte immer ein größeres Unternehmen stecken. Vielleicht so, dass die Gesellschafter der Komplementärin ausschließlich natürliche Personen mit Wohnsitz in einem bestimmten Umkreis sind oder öffentlich rechtliche Körperschaften. Oder auch die Komanditisten nur natürliche Personen mit Wohnsitz in der Umgebung. Ob solche Regelungen vor Gericht Bestand hätte und ob das sinnvoll wäre? Fragen über Fragen...

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