Forum: Wirtschaft
Wachsende Kluft: Wirtschaft im Osten holt nur schleppend auf
DPA

Laut einem Bericht der Bundesregierung hat sich die Angleichung der Wirtschaftskraft von Ost und West "erheblich verlangsamt". Aber auch im Westen gibt es abgehängte Regionen.

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Spiegelleserin57 05.09.2017, 20:32
1. Der Soli kam beim Bürger nicht an!

Die Orte auch in der Nähe der großen Städte zeigen ein trauriges Bild! Ich frage mich was ist denn mit all dem Geld geschehen? Die blühenden Landschaften die Herr Kohl versprach sind ausgeblieben. Ich habe einige Orte selbst gesehen und kann den Frust und die Wut der Menschen dort gut nachvollziehen. Dass sich dort keine Industrie ansiedeln kann ist auch nachvollziehbar. Das Land dort ist abgehaengt. Auch die Infrastruktur funktioniert nicht , nur in den großen Städten! Wenn der Osten wirklich blühen soll muss dort kräftig investiert werden und auch Wirtschaft angesiedelt werden damit die Menschen Arbeit haben und endlich Wohlstand einkehrt.

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Tolotos 05.09.2017, 20:35
2. Der Markt regelt eben nicht alles so, dass es fair und gerecht zu geht!

Und eine Politik, die anscheinend beschlossen hat, je nachdem, welche Interessengruppe sich durchsetzt, sich entweder dem Markt zu unterwerfen, oder komplett am Markt vorbei zu regieren, produziert auch nicht viel bessere Ergebnisse.

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keinguternamemehrfrei 05.09.2017, 20:43
3. EU-Foerderung!

Warum werden diese strukturschwachen Regionen nicht durch EU-Mittel gefördert? Wieso war das in der britischen und französischen Provinz möglich?

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quark2@mailinator.com 05.09.2017, 20:44
4.

Firmen werden dort gegründet, wo Kunden sind, wo Mitarbeiter sind und wo Zulieferer sind. Dann braucht man noch Infrastruktur und die Kosten müssen im Rahmen sein. Nun schauen wir uns Cottbus mal an ... Das ist die 2.größte Stadt Brandenburgs und Potsdam kann man eigentlich nicht zählen, denn das hängt so an Berlin, daß man es dort eingemeinden sollte. Cottbus ist die einzige nennenswerte Stadt in dem ganzen Dreieck Berlin, Leipzig, Dresden. Ich bin kein Lokalpatriot, Cottbus ist nicht wirklich meine Heimat, nicht mal mein aktueller Wohnort. Aber schauen wir mal auf die Kriterien oben ... Bei den Gebühren für Strom, Wasser, Müll etc. liegt man an der Spitze der Tabelle, obwohl das hier mal der Energiebezirk war. Der letzte große Betrieb geht gerade langsam zuende (Braunkohle). Es bleiben Uni und Krankenhaus. Die brandenburger Regierung hat über Jahrzehnte alles getan, um Cottbus zu marginalisieren. Eine Bahnanbindung an die o.g. 3 Großstädte, daß es den Hund jammert. Ein ICE hätte hier alles geändert. Der Autobahnanschluß ist ein Witz. Also keine Kunden, keine infrastruktur ... die Jugend ist weg im (Süd)Westen, wie auch ich ... also Probleme mit Mitarbeitern und auch mit Zulieferern. Hier kostet alles mehr als anderswo, weil niemand sinnlos Material in die Pampa karrt. Ein BER in Sperenberg hätte dem Land Brandenburg außerhalb des Berliner Speckgürtels geholfen. Aber das war nicht gewollt und Stolpe war zu schwach. Am Ende bleibt hier eine Landschaft ohne echte industrielle Perspektive, Brandenburg schrumpft auf Berlin und Berlin ist so ein Ding für sich. Ja, es ist mitunter zum Mäusemelken.

Und das alles betrifft genauso Regionen im Westen. Natürlich. Wenn man gleiche Perspektiven für alle Regionen will, muß man die Bildung von Zentren aktiv bekämpfen. Man müßte Firmen glatt verbieten, sich an Orten anzusiedeln, die schon belegt sind. Aber wer macht das schon ? Das bischen Länderfinanzausgleich (wohne seit Langem in BaWü) ist ein Tropfen auf den heißen Stein. Diese ganze sog. Arbeitnehmerflexibilität ist der reine Sadismus, denn wir zerreißen Familien. Die Bahntickets sind mittlerweile in irren Bereichen - 1x Eltern besuchen mit Bahncard 50 = 140,- EUR ... und die werden auch nicht jünger.

Ja, es wäre nötig viel viel mehr für die langsam leerlaufenden Regionen zu tun. So wie es im Grundgesetz steht. Aber wer macht das ?

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dipl.inge83 05.09.2017, 22:06
5. Stimmt, leider.

Ich habe 2 mal (jeweils nach über 100 Bewerbungen) versucht in meiner alten Heimat beruflich Fuß zu fassen. Beide Male mit befristetem Job und unterirdischen Konditionen, Hauptsache daheim. Beide Jobs liefen ohne Festanstellung aus und ich hab kurz vor H4 (beim 1.Mal 6Tage...) wieder die Koffer gepackt und bin ernüchtert wieder dahin wo die Arbeit mit Perspektive ist. Die einzigen Alternativen sind der ÖD und die wenigen größeren Läden, wo sich die MA verständlicherweise sprichwörtlich an ihren Stuhl ketten. Einen dritten Anlauf wird es nur geben wenn die Rahmenbedingungen durchweg stimmen. Ernüchternd war vor allem immer lang und breit vorgehalten zu bekommen was alles nicht geht und nicht passt. Momentan zahle ich Spitzensteuersatz, obwohl ich kein bisschen schlauer, engagierter oder motivierter bin als während der Arbeit im Osten, der Chef ist trotzdem voll des Lobes.
Schöne Grüße aus München.

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andre_sokolew 05.09.2017, 22:11
6. Berechnungsmethode?

Ich warte immer noch auf eine wissenschaftliche Untersuchung, die die Berechnungsmethode für Ost und West hinterfragt.

Unbestritten ist, dass die Konzernzentralen vieler Unternehmen im Westen schon immer waren und auch bleiben, selbst dann, wenn die eigentliche Wertschöpfung ("verlängerte Werkbank") mehrheitlich oder zum bedeutenden Teil inzwischen im Osten stattfindet.

Ganz praktisch: Wo wird die Mehrwertsteuer der ostdeutschen Karstadt- oder CONRAD-Filialen abgerechnet?

Im Osten wurde vor knapp 30 Jahren (vor 30 Jahren!) alles plattgemacht, was marode war. Selbst das, was eigentlich nicht marode war, aber westdeutsche Industrie mit Treuhand-Vertrauten störte. Was heute im Osten läuft, ist - wie die Autobahnen - moderner, besser in Schuss und profitabler, als entsprechende Anlagen im Westen. Manchmal auch deshalb, weil Umweltschutzauflagen im Osten immer noch leichter zu durchbrechen sind.

Und nun erkläre mir einer, mit welcher Formel man dazu kommt, dass fast 30 Jahre nach der so genannten "Wiedervereinigung" die Ossis immer noch weniger schaffen als die fleißigen Wessis.

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ahartmann 05.09.2017, 22:39
7.

Ich ziehe die Mecklenburger Seenplatte dem Ruhrgebiet, HH , M der der gleichen in jedem Hinblick JEDEN Tag ohne zögern vor.
Selbst wenn es nur 68% BIP "abwerfen" würde...

Wenn ich dann bedenke dass ich wohl irgendwo bei 220+% liege , so könnte ich mit Familie nicht besser und friedlicher leben....

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burlei 05.09.2017, 23:00
8. Hmmm.... Komisch. Da haben...

...westdeutsche Firmen wie z.B. Brandt (kennt jeder, der Zwieback-Bäcker) hier im Westen ihre Firmen dicht gemacht, haben die AN vor die Tür gesetzt und mittels EU- und KfW-Gelder neue Fabriken im Osten aufgemacht. Natürlich mit viel weniger AN, aber praktisch "umsonst". Nur die Verwaltung, das Management ist im Westen geblieben. Klar, kann man den Herren ja auch nicht zumuten, in den Osten zu gehen. Und jetzt? Den alten Fabrikationsstätten der Firma Brandt in Hagen kann man noch beim Zerfall zusehen, denn ein Abriss auf Kosten der Firma ist ja nicht zumutbar. Dafür läuft es im Osten anscheinend nicht so richtig. Nur die Firmen profitieren, und nicht zu knapp. Tja, woran das wohl liegt?

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Boozilla 06.09.2017, 00:54
9. btw: lustige überschrift:

wachsende kluft ... osten holt auf
ähm

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