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Wahlprogramme im Check: Rente, Kindergeld, Minijobs - das planen die Parteien
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Bürgerversicherung oder doch lieber Bürgergeld? Rente mit 60 oder irgendwann? In der Sozialpolitik offenbaren die Parteien im Wahlkampf erhebliche Unterschiede. Manche Programme sind deutlich stimmiger als andere.

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vulcan 14.09.2017, 15:56
1. komisch....

...das mich Parteiprogramme kaum noch interessieren. Oder doch nicht komisch? Mit deren Umsetzung ist eh nicht zu rechnen und wenn, dann in so verwässerter Form, dass davon wenig bis nichts übrigbleibt. Am Ende werde ich bezahlen, werde länger arbeiten müssen und weniger Rente als bisher mitgeteilt haben. Da mache ich ir überhaupt keine Illusionen.
Viel mehr interessieren mich Dinge, die bereits passiert sind. Zum Beispiel Frau Merkels "Mit mir wird es keine PKW-Maut geben". Zeitgleich und mit Sicherheit mit ihrem Wissen hat Herr Dobrindt seine schwachsinnige Maut vorangetrieben. Und kommen wird sie, koste es, was es wolle. Der Autofahrer wird draufzahlen.
Und so weiter. Das ist für mich ein Wahlkriterium und macht Fr. Merkel für mich unwählbar.
Ähnliche Dinge gelten für andere und schränken die Auswahl deutlich ein.
Ich halte mich lieber daran, was Leute tun bzw. getan haben, als an das, was sie mir versprechen, um gewählt zu werden.

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joG 14.09.2017, 15:59
2. Ich bin Volks- und Betriebswirt.....

.....und empfinde die Darstellungen gerade dieses Zusammenhangs durch die Parteien als so unübersichtlich und unsystematisch, dass man einen Vergleich vom Bürger kaum rational erwarten kann. Ihr Artikel ist ein schöner Versuch, aber das Problem ist eher, dass die Parteien Intransparenz wollen. Das war schon so, als "die Rente ist sicher!" galt und heute.

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spon-facebook-10000004596 14.09.2017, 16:04
3. Wie die LINKE rechnet findet man nur 2 Links weiter.

Dieses Getue wieder, dass die Linken nicht rechnen würden wie viel Ihre Forderungen kosten. Ihr gebt sogar den Link zum Programm als viertes da steht: "Durchgerechnet:..." Woher Journalismus wohl nur so einen schlechten Ruf hat??? https://www.die-linke.de/fileadmin/download/wahlen2017/wahlprogramm2017/2017-09-07_finanzierungskonzept.pdf

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urbanism 14.09.2017, 16:20
4. die meisten Programme sind aber eher wage gehalten...

eigentlich sieht man hier doch deutlich, dass die Parteien die schon an der Regierung waren bzw. aktuell sind, am wenigsten für den kleinen Mann tun und möglichst in ihren Aussagen unbestimmt bleiben (konkrete Zahlen werden vermieden!). Schön finde ich z.B. dass die SPD und Grünen die Kita Gebühren abschaffen wollen, die beiden Parteien vergessen dabei ganz, dass das Grundproblem darin besteht dass viel zu wenig KiTA Plätze vorhanden sind. Das Problem sind nicht vordergründig die Gebühren sondern überhaupt einen Kita Platz zu bekommen! Das einzige Wahlprogramm was wirklich Zahlen nennt, ist das Programm der Linken, aber wie groß ist die Chance dass die Linken an die Regierung kommen, vielleicht nennen sie deswegen auch konkrete Zahlen. Alle anderen (CDU,SPD,Grüne,FDP) spekulieren auf eine Regierungsbeteiligung bleiben deswegen möglichst wage in ihrem Programm, läßt somit Spielraum für Koalitionsverhandlungen. Dass ist das was ich sage, für Ministerposten wirft man die eigenen Parteiwerte nach Bedarf über Bord!

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Mister Stone 14.09.2017, 16:36
5. Versprechen heißt nicht planen

Rente, Kindergeld, Minijobs - das planen die Parteien

Eben nicht! Das was Sie da auflisten, das kündigen die Parteien dem Wahlvolk an, das versprechen die Parteien den Wählern. Aber sie planen es nicht! Was die Parteien wirklich planen, das wird sich erst nach der Wahl ergeben, und es wird zu 100 % von ihren eigenen Bedürfnissen und Vorlieben bestimmt.

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ProDe 14.09.2017, 16:36
6. stimmig erscheinen mir nur FDP und LINKE

FDP hat weiterhin ein klares neoliberales Programm. Jeder ist für sich selbst verantwortlich, nicht der Staat sondern Markt soll alles regeln. Asozial aber immerhin klar neoliberal.
Die LINKE bietet im Grunde die einzige alternative Politik an - da stehen Grundwerte dahinter, die auch durchgängig Anwendung finden....war ja auch leicht. Ist von der alten SPD abgeschrieben....
Was mich gruselt ist die immense Übereinstimmung von AFD und Union in vielen Punkten...

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Braveheart Jr. 14.09.2017, 16:52
7. Was kommen wird ...

... ist: Griechenland-Rettung, Italien-Rettung, Polen-Beschwichtigungszahlung, volle Übernahme des englischen EU-Beitrags durch den deutschen Steuerzahler, Euro-Bonds, Aufnahme des Rest-Balkans in die EU, Ausweitung des Schengen-Raums, Einknicken vor Ungarn und Polen in der Flüchtlingsverteilung, Absenkung der Rente für Normalsterbliche auf 39%, Reduzierung der Leistungen der Gesundheitskassen, weitere satte Diätenaufstockungen, Streckung des Regierungszeitraums auf 5 Jahre (um die Abgeordneten besser zu versorgen) ... und das alles ahne ich, ohne ein einziges Wahlprogramm gelesen zu haben. Warum? Weil es der Wirtschaft nutzt und den Abgeordneten wohl tut. Parteiübergreifend! Deshalb!!

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grain 14.09.2017, 16:54
8. Was für ein Zufall

Soweit mir bekannt, hat sich keine der Parteien sich dafür stark gemacht, dass auch Beamte in die gesetzliche KV zahlen müssen, ebenso wie Politiker. Damit würde gute Geldmengen hinzukommen.
Gleichfalls packt es niemand an, das endlich das Berufsbeamtentum abgeschafft wird. Es ist per heute weder zeitgemäß noch finanzierbar.
Aber wer soll dies auch vorschlagen, bei einer Beamtenquote im Parlament von 90 % und gleichartigen Prozenten in den einschlägigen Parteigremien ?

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böseronkel 14.09.2017, 16:55
9.

Zitat von joG
.....und empfinde die Darstellungen gerade dieses Zusammenhangs durch die Parteien als so unübersichtlich und unsystematisch, dass man einen Vergleich vom Bürger kaum rational erwarten kann. Ihr Artikel ist ein schöner Versuch, aber das Problem ist eher, dass die Parteien Intransparenz wollen. Das war schon so, als "die Rente ist sicher!" galt und heute.
Der frisch gekürte NRW-Ministerpräsident berief sich auf seinen ersten gewählten Vorgänger Karl Arnold. Der erste Ministerpräsident Amelunxen wurde von der Besatzungsmacht eingesetzt.

"Das kapitalistische Wirtschaftssystem ist den staatlichen und sozialen Lebensinteressen des deutschen Volkes nicht gerecht geworden. Durch eine gemeinwirtschaftliche Ordnung soll das deutsche Volk eine Wirtschafts- und Sozialreform erhalten, die dem Recht und der Würde des Menschen entspricht, dem geistigen und materiellen Aufbau unseres Volkes dient und den inneren und äußeren Frieden sichert."

Diese Sätze sind keineswegs kommunistisches Schweinskram sondern sie sind Bestandteil des unter maßgeblicher Mitwirkung von Karl Arnold verabschiedetem Programms der CDU. Von diesem christlichen Gedanken ist in der heutigen Union nichts mehr zu bemerken.

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