Forum: Wirtschaft
Warnstreiks der IG Metall: "Wir werden hier nicht lockerlassen"
DPA

Im Tarifstreit der Metall- und Elektroindustrie beharrt die IG Metall auf einer Flexibilierung der Arbeitszeiten. Doch die sollte nach Vorstellung der Arbeitgeber in beide Richtungen gelten.

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geirröd 11.01.2018, 13:25
1. Passt doch....

...wenn man sich auf die flexible Arbeitszeitspanne - ausgedehnt nach unten und oben - einigen kann, können diejenigen, die länger arbeiten möchten den Ausfall der anderen kompensieren - tip top. Bleibt nur noch die prozentuale Gehaltsanpassung. Hier mein Tipp: ...wie jedes Mal....nach zähen Verhandlungen einigt man sich auf eine Erhöung von 3,2% im ersten Jahr und für das zweite Jahr nochmals um 0,7%....

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zeisig 11.01.2018, 13:36
2. Einseitige Forderungen.

Flexible Arbeitszeiten, aber bitte nur nach unten. . Und dann natürlich eine kräftige Lohnsteigerung.
Alles schön und gut. Was mich ärgert ist die Tatsache, daß hier eine Branche von einer starken Gewerkschaft vertreten wird, während die Mehrheit der Arbeitnehmer in Deutschland in die Röhre guckt.Hier gehört dringend etwas getan. Ich weiß, Politik soll sich in die Tarifautonomie nicht einmischen, aber ich fordere genau dieses. Es muß aufhören, daß immer nur diejenigen Arbeitnehmer besser gestellt werden, die die bessere Lobbyvertretung haben.

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Dr. Kilad 11.01.2018, 14:04
3. Es geht eben nicht nur um die Arbeitgeber

Auch die AN müssen bestimmen können, wie dcer von Ihnen geschaffene Wert verteilt wird. Es ist ja auch nicht einzusehen, dass eine profitgierige Minderheit das Leben der Mehrheit bedtimmen wollen. Überhaupt wird viel zu wenig über Art. 15 GG (Sozialisierung) diskutiert. Zu hoffen bleibt, aber dass die asozialen AG-Verbände endlich mal durch Streik in die Schranken gewiesen werden. Wie das sog. "Tarifeinheitsgesetz" zeigt, ist der Gesetzgeber ja leider völlig einseitig auf die AG-Intressen orientiert.

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vomDeich 11.01.2018, 14:07
4. Arbeitszeit runter

löst nicht das Grundproblem unsere Familienpolitik, es ist mal wieder ein Pflaster....das heute eine anständige Betreuung seiner Familie nur zu schwer zu erfüllen und die Pflege teuer ist, bedeutet schlichtweg ein staatliches versagen. Jetzt werden die ohnehin überfüllten Arbeitszeitkonten weiter gefüllt als Solidaritätsbeitrag für diejenigen, die ihre Arbeitszeit runterfahren - müssen -, ein Wahnsinn. Bisher hieß es "Arbeitszeitkonten stellen gegenwärtig das bedeutendste und am weitesten verbreitete Instrument der Arbeitszeitflexibilisierung dar"...ich bin wahrlich nicht Arbeitgeberfreundlich gesonnen, aber derartige Forderungen der IGM im Zuge des angekommenen Fachkräftemangels.....bei Lohnplus im unteren Bereich....bei einer Zunahme der gesellschaftlichen Spaltung bei den unteren Lohngruppen... Wer hat sich nur dieses Thema als Arbeitskampf "ausgedacht".

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tomrobert 11.01.2018, 14:11
5. Ein anderes System eine andere Republik!

Nicht Institutionen sondern der Einzelne soll gestärkt werden.
Ein bedingungsloses Grundeinkommen und die Löhne fluten lassen, das stärkt den Einzelnen und behält ihm die Entscheidung vor.
Das Gesäusel der Gewerkschaft treibt die Arbeitnehmer immer tiefer in die Abhängigkeit des wirtschaftlich Stärkeren. Die Arbeitgeber können auf der anderen Seite nicht flexibel genug handeln.

Die Bundesanstalt mach 5,5 Milliarden Überschüsse. Warum bekommen das nicht die Arbeitslosen um sich wettbewerbsfähig zu machen?
Wer sackt das Geld ein?
Das geht durch die ganze Republik zu Lasten der Leute!

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dancar 11.01.2018, 15:07
6. passt eben nicht; exponentielle Erhöhungen gehören abgeschafft

Zitat von geirröd
Bleibt nur noch die prozentuale Gehaltsanpassung. Hier mein Tipp: ...wie jedes Mal....nach zähen Verhandlungen einigt man sich auf eine Erhöung von 3,2% im ersten Jahr und für das zweite Jahr nochmals um 0,7%....
prozentuale (=exponentielle) Renten, Lohn- bzw. Gehaltserhöhungen passen eben nicht mehr in die Landschaft, weil sie die hohen Gehälter über Maß bevorteilen.
EUR 40T bekommt bei 3% EUR 1.200/Jahr und EUR 100T bekommt EUR 3.000/Jahr oben drauf; Jahr für Jahr + Zinseszins.
Wegen der viel zitierten "Schere" wäre eine Erhöhung in absolut gleichen Beträgen für alle Einkommen (bezogen auf gleiche Wochenarbeitszeit) sinnvoll.
Die Gehalts-Abstände untereinander sind ja bereits über die verschiedenen ERA_Stufen abgebildet.
Wo steht geschrieben, dass die Abstände Jahr für Jahr ansteigen müssen bzw. wie werden diese steigenden Abstände begründet?
Höhere Einkommen erhalten ja zusätzlich eine höhere Pensionszusage und Gewinnbeteiligung.

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curiosus_ 11.01.2018, 15:13
7. Tja, dem...

Zitat von zeisig
Was mich ärgert ist die Tatsache, daß hier eine Branche von einer starken Gewerkschaft vertreten wird, während die Mehrheit der Arbeitnehmer in Deutschland in die Röhre guckt.Hier gehört dringend etwas getan.
...Euro sei Dank. Für uns unterbewertet, was bedeutet, dass die Exportindustrie im Ausland günstig anbieten kann und so extrem wettbewerbsfähig ist. Was wiederum die Gewinne (in schwachen Euros) sprudeln lässt. Was selbstverständlich die Arbeitnehmervertreter dazu bringt einen gerechten Anteil am Gewinn einzufordern.

Ganz anders in den Wirtschaftszweigen die binnenmarktorientiert unterwegs sind: Auch die benötigen teure Importe (Stichwort "schwacher Euro"), ebenso wie die Lohnempfänger (z.B. Energie). Können aber nicht beim Verkauf vom schwachen Euro profitieren. Aber das haben die Arbeitgeber auch schon erkannt:

Südwestmetallchef Stefan Wolf sieht vor der nächsten Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie keinen Spielraum für große Sprünge. "Wir müssen die Lohnsteigerungen für ein paar Jahre anhalten", sagte Wolf. "Die Schere darf nicht mehr weiter auseinandergehen. Sonst bekommen wir gesellschaftspolitische Probleme." Außerhalb der Metall- und Elektroindustrie seien die hohen Löhne nicht mehr zu vermitteln. "Wir haben eine übergeordnete gesellschaftliche Aufgabe", sagte Wolf.

Also, suchen Sie sich einen Arbeitgeber der vom billigen Euro profitiert. Für den Rest ist eine schwache Währung nicht sonderlich prickelnd.

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aktiverbeobachter 11.01.2018, 15:13
8. beide Richtungen

Völlig korrekt. Wenn AN das Recht bekommen ihre Arbeitszeit nach Belieben zu reduzieren, muss der AG zumindest auch das Recht bekommen die Arbeitszeit wenn er es will zu reduzieren. Wenn Flexibilität dann in beide Richtungen. Oder fordert hier mal wieder eine Seite Flexibilität und Solidarität von dem Gegenüber und ist selber nicht bereit diese zu geben ?

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mcadamde 11.01.2018, 15:30
9. Warum keine GENERELLE Arbeitszeitverkürzung?

Warum fordert die IGM nicht eine GENERELLE Arbeitszeitverkürzung für alle Mitglieder? Und das bei vollem Lohnausgleich? Wie in den 80ern, als die 35-Stunden-Woche erkämpft wurde... Für eine 30-Stunden-Woche ließen sich die Metaller sicherlich gerne mobilisieren.
Die momentane Forderung betrifft aber nur eine Minderheit (Pflegende und Alleinerziehende, um es spitz zu formulieren). Ich kann mit kaum vorstellen, dass das bei einer Urabstimmung breite Mehrheit findet - ein anständiges Lohnangebot der Arbeitgeber vorausgesetzt.

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