Forum: Wirtschaft
Werden die Jüngeren im System der Altersvorsorge benachteiligt?

Die Rentendiskussion dauert an. Das aktuelle Modell der Altersvorsorge benachteiligt nach Meinung vieler Kritiker vor allem jüngere Menschen. Wie beurteilen Sie die Schieflage in der Altersvorsorge? Wie könnte die Gerechtigkeit verbessert werden?

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cosifantutte 18.07.2009, 10:13
1. Überschätzte Rentner

Zitat von sysop
Die Rentendiskussion dauert an. Das aktuelle Modell der Altersvorsorge benachteiligt nach Meinung vieler Kritiker vor allem jüngere Menschen. Wie beurteilen Sie die Schieflage in der Altersvorsorge? Wie könnte die Gerechtigkeit verbessert werden?

Es gibt Rentner, die genug zum Leben haben und solche, die gerade so am Existenzminimum (ungefähr Hartz 4) leben. Die ersteren werden dadurch, dass es in Zukunft keine Rentenerhöhungen mehr gibt, auch so nach und nach Richtung Hartz 4 rutschen (die Inflation steigt nämlich weiter). Also wem will man da noch etwas wegnehmen? Darauf scheint die Frage ja ab zu zielen. cosifantutte.

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ergoprox 18.07.2009, 10:24
2.

Zitat von sysop
Die Rentendiskussion dauert an. Das aktuelle Modell der Altersvorsorge benachteiligt nach Meinung vieler Kritiker vor allem jüngere Menschen. Wie beurteilen Sie die Schieflage in der Altersvorsorge? Wie könnte die Gerechtigkeit verbessert werden?
Es ist zwar schon wieder einmal mehr als seltsam, dass zum Thema Rente schon wieder ein Thread aufgemacht wird, aber wenn es so ist...

Die Antwort wäre:
Keiner sollte sich zukünftig aus der gesetzlichen Renteneinzahlung (Beamte, Selbständige) entziehen dürfen
-->Modell Schweiz. Abschaffung des Riesterschwachsinns, Einzahlung der dafür sinnlos verbratenen Steuermittel (die via Gebühren sowieso 1:1 in den Abzockbuden namens Versicherungen und Banken enden) in die Rentenkasse. Abschaffung des Zeitarbeits- und 1€ Job - Missbrauchs, Lohnzuwächse entsprechend der Produktivitätsentwicklung. Schon wäre die Rentenversicherung auf viele Jahre saniert.

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japan10 18.07.2009, 10:28
3.

Zitat von ergoprox
Es ist zwar schon wieder einmal mehr als seltsam, dass zum Thema Rente schon wieder ein Thread aufgemacht wird, aber wenn es so ist... Die Antwort wäre: Keiner sollte sich zukünftig aus der gesetzlichen Renteneinzahlung (Beamte, Selbständige) entziehen dürfen -->Modell Schweiz. Abschaffung des Riesterschwachsinns, Einzahlung der dafür sinnlos verbratenen Steuermittel (die via Gebühren sowieso 1:1 in den Abzockbuden namens Versicherungen und Banken enden) in die Rentenkasse. Abschaffung des Zeitarbeits- und 1€ Job - Missbrauchs, Lohnzuwächse entsprechend der Produktivitätsentwicklung. Schon wäre die Rentenversicherung auf viele Jahre saniert.
Warum so eine einfache Lösung suchen wollen?
Kohl hat die Rentenkasse im Osten verballlert und nun schaut man in die Röhre.

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ergoprox 18.07.2009, 10:35
4.

Zitat von japan10
Warum so eine einfache Lösung suchen wollen? Kohl hat die Rentenkasse im Osten verballlert und nun schaut man in die Röhre.
Das sehe ich differenzierter ;-)

http://www.sopos.org/aufsaetze/42347de5838d4/1.phtml

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Verbalwalze 18.07.2009, 10:59
5. Jawohl

Die jungen werden bei der Altersvorsorge diskriminiert, dadurch dass inzwischen alle Risiken ausschließlich den Rentenzahlern seien es Steuerzahler oder Beitragszahler aufgebürdet werden.

Die dynamische Rente in D ist an die Bruttolöhne gebunden,
d.h.

(1) Sinkt das Nettoeinkommen durch steigende Steuern und Sozialabgaben, bleibt die Rente gleich, der Wohlstand der Rentner nimmt relativ zu.
(2) Sinkt die Anzahl der Beitragszahler konjunkturbedingt z.B. durch Arbeitslosigkeit bleibt die Rente gleich, die verbleibenden Zahler müssen eine Beitragserhöhung hinnehmen.
(3) Steigt die Lebenserwartung, bleibt die Rente gleich, sie wird länger gezahlt und die Beiträge steigen.
(4) Neu im Programm: Sinken die Bruttolöhne greift die Sperrklausel, die Renten bleiben gleich und die Beiträge auf das ohnehin geringere Einkommen steigen

und schließlich das unbestrittene Superhighlight, der Oberknaller, ultimative Negierung des Verursacherprinzips, der Gipfel der Ungerechtigkeit

(5) Verschlechtert sich das Verhältnis zwischen Rentnern und Beitragszahlern dadurch, dass die Rentner zuwenig Nachwuchs bekommen haben, dann (man kann es sich denken)
bleiben die Renten gleich und die Beiträge werden erhöht.

als Sahnehäubchen und Kirsche auf den Gipfel

(6) Läuft die Konjunktur mal gut, wird nicht etwa die Staatsverschuldung abgebaut, sondern die Rentner erhalten eine Sonderzahlung.

Und obendrauf:
Dieser sittenwidrige Vollbetrugsvertrag wird nicht nur mit rechtsunmündigen, sondern mit ungeborenen abgeschlossen.

Fair wäre:

(1)-(3) sollten geteilt werden
(4) niemals
(5) geht gar nicht
(6), meinetwegen, aber höchstens als Einmalzahlung

Gruß
Verbalwalze

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Der_Franke 18.07.2009, 11:04
6.

Zitat von sysop
Die Rentendiskussion dauert an. Das aktuelle Modell der Altersvorsorge benachteiligt nach Meinung vieler Kritiker vor allem jüngere Menschen. Wie beurteilen Sie die Schieflage in der Altersvorsorge? Wie könnte die Gerechtigkeit verbessert werden?
Es werden nicht die Jüngeren gegenüber den Älteren benachteiligt, sondern die GRV Zwangsversicherten gebenüber den Beamten.

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Perleberger 18.07.2009, 11:09
7.

Zitat von Verbalwalze
Die jungen werden bei der Altersvorsorge diskriminiert, dadurch dass inzwischen alle Risiken ausschließlich den Rentenzahlern seien es Steuerzahler oder Beitragszahler aufgebürdet werden. Die dynamische Rente in D ist an die Bruttolöhne gebunden, d.h. Gruß Verbalwalze
Wenn Sie von falschen Voraussetzungen ausgehen wird auch der Rest nix. Bitte doch erst informieren.

Seit der Rentenreform 1992 richtete sich die Entwicklung der Renten nach dem Nettoeinkommen (vorher war es das Brutto-Einkommen) der Arbeitnehmer.

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Verbalwalze 18.07.2009, 11:18
8. Umlage

Zitat von het
Bitte lassen Sie den Groschen doch endlich fallen! Es gibt zwei Möglichkeiten der Finanzierung von Sozialversicherungen, das Kapitaldeckungs-oder das Umlageverfahren. Was Sie beschreiben, ist as Kapitaldeckungungsverfahren.
Das tat ich nicht, vielmehr habe ich mich dagegen ausgesprochen, Umlageverfahren und Kapitaldeckungsverfahren in äußerst seltsamer Art und Weise zu verbinden.

Die Beiträge der Beitragszahler werden sofort für die Auszahlung der Renten verwendet. Das ist das Umlageverfahren.
Gleichzeitig wird aber ein Eigentum an den Einzahlungen proklamiert, das wäre ein Kapitaldeckungsverfahren.
Eine geradezu alchemistische Geldverdopplung, den gleichen Euro anzulegen und auszuzahlen.

Zitat von het
Im Wesen des Umlageverfahrens liegt nun die unmittelbare Verwendung der Einnahmen, von einer Schwankungsreserve abgesehen, fuer die Auszahlung an die Berechtigten. Gelegentlich wirken daher die Sprueche von den leeren Rentenkassen oder den alles fuer sich beanspruchenden Bestandrentnern etwas naiv.
Beim Umlageverfahren muss aber schon die Frage erlaubt sein, wieviel umgelegt werden soll. Die Simulation eines Kapitaldeckungsverfahrens zu diesem Zweck ist aber nicht angemessen und das Ergebnis im konkreten Fall sehr unfair.

Gruß
Verbalwalze

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lupenrein 18.07.2009, 11:21
9.

Das Problem sowohl für die Rentenversicherung als auch für die GKV liegt darin, dass die Versicherten, sprich Beitragszahler in beiden Einrichtungen, vom Staat für die Finanzierung allgemeiner Soziallleistungen geran gezogen werden.
Also bei beiden 'Kassen' müssen die Beitragszahler - und nur diese !! - Leistungen finanzieren, die eigentlich nur Aufgabe des Staates , also a l l e r Bürger sein dürften.

Es ist unstreitig, dass die gesetzliche Rentenkasse von der Politik mehrmals seit 1959 bin Höhe von insgesamt 800 Milliarden geplündert wurde.
Mit diesen Geldern wurden die Kriegsfolgelasten ausschließlich dem 'kleinen Mann' aufgebürdet, während die
'Leistungsträger', unsere Elite also, gleichzeitig sich ihren heutigen Reichtum verdienen durften, natürlich verbunden mit vielen steuerlichen Privilegien.
Hinzu kommt, dass durch die Globalisierung inzwische mindestens 70 % unserer Industrie ( z.B. im DAX) in ausländischer Hand befinden, die natürlich ebenfalls niemals zur Kasse gebeten werden können.

Deutschland wird abgewickelt, politisch (EU) und wirtschaftlich.
Die Folgen für alle nicht mehr zu übersehen.

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