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Wirtschaftsschwäche: China verzeichnet niedrigstes Wachstum seit drei Jahren
REUTERS

So schwach ist die Wirtschaft in China seit mehr als drei Jahren nicht mehr gewachsen: Von Juli bis September verzeichnete die Volksrepublik ein Wachstum von 7,4 Prozent - zuletzt lag dieser Wert kurz nach Ausbruch der Weltfinanzkrise so niedrig. Auch deutsche Firmen dürften die Schwäche spüren.

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lb9000 18.10.2012, 08:39
1. Nur 7,4 %

Es ist aberwitzig, auf welchem Niveau hier gejammert wird!!
Das heißt also, die Geschwindigkeit, mit der die Emissionen von Treibhausgasen zunehmen, hat sich von "doppelturbo" auf "turbo" reduziert. Arme Wohlstands-Wachstums-Komfort-Sicherheits-Welt!

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Querkopf58 18.10.2012, 08:41
2. Warum Wachstum?

Ich bin sicher kein Ökonom, jedoch sagt mir mein gesunder Menschenverstand, dass es nicht immer nur Wachstum geben kann. Irgendwann ist doch mal der Bedarf gesättigt. Es muß doch nicht immer mehr und mehr und mehr werden. Ein hohes Niveau sollte gesichert werden, ansonsten gibt es ohne Frage irgendwann einen Absturz. ... und mit Verlaub: 7,4 % Wachstum,,, davon träumen andere Nationen. Und wenn man die Entwicklung Chinas der letzten 30 Jahre analysiert, sollte man auch bedenken, dass das Ausgangsniveau mittlerweile ein sehr viel höheres ist und somit die 7,4 % von heute in absoluten Zahlen sehr viel mehr als die höhere Wachstumsraten von früheren Zeiten sind.

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muellerthomas 18.10.2012, 09:03
3.

Zitat von Querkopf58
Ich bin sicher kein Ökonom, jedoch sagt mir mein gesunder Menschenverstand, dass es nicht immer nur Wachstum geben kann. Irgendwann ist doch mal der Bedarf gesättigt.
Und Sie meinen, der weltweite Bedarf an Konsumgütern wäre gedeckt?

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ditor 18.10.2012, 09:03
4. Die Basis ist gewachsen

Zitat von sysop
Von Juli bis September verzeichnete die Volksrepublik ein Wachstum von 7,4 Prozent
7,4% von einer mit den Jahren stetig gewachsenen Basis. Ein Riesenproblem scheint das eher nicht zu sein.

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anonymus12 18.10.2012, 09:19
5. Starkes Wachstum auch im August

Ihre Aussage "Im August war die Industrie des Landes überraschend geschrumpft" ist falsch. Sie war es schon bei der Erstveröffentlichung, das wurde nicht korrigiert und jetzt ohne Nachdenken übernommen. Der Anstieg der Industrieproduktion betrug 8,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Das ist schwächer als sonst, aber immer noch ein phänomenaler Wert im Vergleich zu den USA oder den EU-Staaten.

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xiezeren 18.10.2012, 09:28
6. Grundrechenarten

Zitat von sysop
Normalerweise werden die Vorgaben der Staatsführung in China streng befolgt - die Wirtschaft des Landes hat die Wachstumsziele der Regierung im dritten Quartal jedoch klar verfehlt. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt legte von Juli bis September im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nur noch um 7,4 Prozent zu, wie das Statistikamt in Peking mitteilte. Es war das siebte Quartal in Folge, in dem der Zuwachs schrumpfte und das niedrigste Wachstum seit Anfang 2009 kurz nach Ausbruch der weltweiten Finanzkrise. Die Führung in Peking hatte für das Gesamtjahr ein Wachstum von 7,5 Prozent angepeilt.
Klar verfehlt? Anvisiert waren 7,5 %, erreicht wurden 7,4 %.
Kann ja sein, daß der Autor der Meinung ist, China wünsche sich insgeheim ein höheres Wachstum, als es anvisiert, aber die 5 Jahre zuvor, die man ein niedrigeres Wachstum wollte und stets darüber lag, wurde auf ganz andere Weise kommentiert.
Eine Abweichung um 0,1 % und nimmt man das Vorquartal, ich rechne das hier mal durch: 7,4 % plus 7,6 % dividiert durch 2 - oh lala, 7,5 %! Wo ist da eigentlich die Abweichung. Der Verfasser sollte nochmals die Schulbank drücken und die Grundrechenarten lernen.
Jetzt warte ich auf die Basher, die die Zahlen sowieso für von bösen sozialistischen - zumindest aber korrupten Kadern - gefälscht haben.

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klaus64 18.10.2012, 09:39
7. Wachstum oder Wirtschaftsleistung ?

Es ist schon kurios, wie man China in den Medien darstellt.Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt ? Aber doch nur nurch die vielen Menschen ! Die Exportleistung Chinas im Vergleich zu Deutschland bedeutet, dass ca. 15 Chinesen 7 Tage die Woche arbeiten und den gleichen Exportwert schaffen wie ein Deutscher in 5 Tagen. Außerdem ist China beim Bruttoinlandsprodukt - pro Kopf bezogen - 2011 nur die Nummer 89 in der Welt. Nur daran kann man ermessen welcher Nachholebedarf besteht und wie die Wachstumsraten einzuordnen sind. Die bloßen Wachstumsprozente sind doch wirklich wenig aussagefähig und in keiner Weise mit den hochindustrialisierten Ländern und deren Sättigung vergleichbar. Vielleicht kann man China mal objektiver einordnen.

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autocrator 18.10.2012, 09:52
8. akrobatik

schade, zu der reinen tatsachenmeldung (OK, "tatsachen" ... die dazugehörende statistik dürfte ziemlich sicher auch noch ordentlich geschönt sein ...), hätte ich gerne eine analyse und einen kommentar gelesen.

fakt ist: ein großteil des wirtschaftswachstums ist dem realen (nicht dem statistischen!) bevölkerungswachstum geschuldet: Mehr menschen verbrauchen und produzieren mehr. Wohlstandseffekt oder rationalisierungseffekt ist da noch erstmal Null.

Nun ist aber der deal zwischen der KP und dem volk seit Tiananmen der: Euch darf es wirtschaftlich besser gehen, dafür mischt ihr euch nicht in die hohe politik ein. - Wurde begeistert aufgenommen, das hemd ist einem einzelnen nunmal näher als die jacke, und tatsächlich haben sich ja die lebensverhältnisse gegenüber 1989 in China für otto-durchschnitts-normal-bürger massiv verbessert.
- da kommt also der zweite große teil des wirtschaftswachstums her.

Mit dem dritten teil, der wirtschaftlichen öffnung Chinas nach außen, kamen aber die probleme:
trotz rigider außenwirtschaftspolitik gelingt es der KP offenbar nicht, die globale finanzkrise und ihre auswirkungen auf die heimische wirtschaft aus dem land zu halten.
Es gelingt ihr, die auswirkungen zeitlich zu strecken. Dank einer aberwitzigen geld- und währungspolitik ein großteil der probleme in den bilanzen der banken verschwinden zu lassen.
- Aber das sind nur die außenwirtschaftlichen aspekte!

Binnenwirtschaftlich: Auch der bescheidene chinesische wohlstand mit seinen horrenden wirtschaftswachstumszahlen ist nämlich ausschließlich, wie bei uns, auf Schulden aufgebaut. Seit ein paar Jahren schon geht das gerücht, dass die chinesischen banken technisch bankrott sind und nur noch auf befehl der KP hin am leben bleiben.
(Aber Chinesen waren im fach "Akrobatik" schon immer weltmeister - warum also nicht auch in der bilanzakrobatik?)

Der witz an dieser ganzen übung ist:
die ganze welt betrachtet derzeit China als hort der wirtschaftlichen stabilität , unsere kanzlerin jettet sogar da hin, um zu bitten und zu betteln, das schöne China möge doch bitte in der €uro-krise helfen ... und ignoriert einfach die tatsachen!

7,5% wirtschaftswachstum ist i.m.h.o. oberkante unterlippe, was geht, um größere verwerfungen - mit allen sozialen folgen bis hin zum bürgerkrieg, in China zu vermeiden.
Es bleibt also spannend!

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Litajao 18.10.2012, 09:53
9. China benötigt ca. 7,5% Wachstum

Zitat von Querkopf58
Ich bin sicher kein Ökonom, jedoch sagt mir mein gesunder Menschenverstand, dass es nicht immer nur Wachstum geben kann. Irgendwann ist doch mal der Bedarf gesättigt. Es muß doch nicht immer mehr und mehr und mehr werden. Ein hohes Niveau sollte gesichert werden, ansonsten gibt es ohne Frage irgendwann einen Absturz. ... und mit Verlaub: 7,4 % Wachstum,,, davon träumen andere Nationen. Und wenn man die Entwicklung Chinas der letzten 30 Jahre analysiert, sollte man auch bedenken, dass das Ausgangsniveau mittlerweile ein sehr viel höheres ist und somit die 7,4 % von heute in absoluten Zahlen sehr viel mehr als die höhere Wachstumsraten von früheren Zeiten sind.
Nach den Aussagen der Chin. Regierung benötigt
China ein Wachstum von ca. 7,5% p.a. um die
nachrückenden Arbeitnehmer beschäftigen zu können.

Da China immer noch einen höhere Geburtenrate wie
Deutschland hat, trotz der Ein-Kind-Politik, die immer
mehr aufgeweicht wird, also schneller wächst als Deutschland
ist wohl vielen Deutschen entgangen.

Um das Wachstum von ca. 7,5% zu halten, wird nun
sehr, sehr viel in die Binnennachfrage investiert, verschiedene
Programme in Milliardenhöhen angestossen.

Selbstverständlich sieht auch China das Chaos in
der Euro-Zone mit allergrößter Sorge, hat aber
entsprechende Maßnahmen bereits eingeleitet.

mfg
Li

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