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Young-Money-Blog: So verstehen Sie Ihre Gehaltsabrechnung
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exHotelmanager 01.11.2018, 12:37
1. Kirchensteuer

Ihre Erklärung "Die Kirchen finanzieren mit diesem Geld etwa ihr Personal, den Erhalt von Kirchen und karitative Zwecke wie Pflegedienste. " ist in den meisten Bundesländern nicht korrekt. In vielen Bundesländern werden genau diese Ausgaben eben nicht aus der Kirchensteuer gedeckt, die dort nur das Vermögen der Kirchen aufstockt als Ersatz für von Napoleon beschlagnahmten und damit säkularisierten Kirchengütern.

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zaplata 01.11.2018, 12:51
2. Bruttoverdienst stimmt so nicht

In Wirklichkeit liegt der Bruttoverdienst in diesem Beispiel bei ca 3212 €. Das ist der Betrag, den der Arbeitgeber direkt für den Bruttoverdienst aufwenden muss. Die Arbeitgeberanteile werden gerne unter den Tisch fallen lassen, damit den Arbeitnehmern nicht so glasklar bewusst wird, wie unglaublich hoch die Abgaben in Deutschland sind. Der Arbeitgeber könnte die Ag Anteile auch seinem Mitarbeiter auszahlen.

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gaaps 01.11.2018, 12:59
3.

Schlimm genug, dass eine Gehaltsabrechnung unverständlich ist (schönen Gruß an Datev und alle anderen Abrechner).
Eine Gehaltberechnung (nicht die negative „Abrechnung“) sollte vom vertraglich vereinbarten Gehalt auf die Auszahlung überleiten und auch die Sozialbeiträge (nicht negativ „Abgaben“) darlegen. Es sollte viel deutlicher erkennbar sein, wieviel an Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteilen in Summe für ihn einbezahlt werden. Als mündiger Bürger weil ich wissen, wieviel die Sozialkassen für mich erhalten.

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g_bec 01.11.2018, 13:22
4. Nö.

Zitat von zaplata
In Wirklichkeit liegt der Bruttoverdienst in diesem Beispiel bei ca 3212 €. Das ist der Betrag, den der Arbeitgeber direkt für den Bruttoverdienst aufwenden muss. Die Arbeitgeberanteile werden gerne unter den Tisch fallen lassen, damit den Arbeitnehmern nicht so glasklar bewusst wird, wie unglaublich hoch die Abgaben in Deutschland sind. Der Arbeitgeber könnte die Ag Anteile auch seinem Mitarbeiter auszahlen.
Nö, das Brutto liegt bei 2700. Warum sollte es mich als Arbeitskraftgeber interessieren, wieviel der Arbeitskraftnehmer sonst noch zahlen muss? Damit ich dankbar bin, wie gnädig der Herr Direktor ist und wie unverschämt es ist, eine Gehaltserhöhung zu verlangen?

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lamblies 01.11.2018, 13:24
5. Mein Titel

Auf der gezeigten Gehaltsabrechnung fehlen aber doch die sogenannten Arbeitgeberbeiträge, auch oft Lohnnebenkosten genannt.
Dies ist vorenthaltener Lohn und wird hier unterschlagen.
Dieser müsste zum Brutto addiert werden und weiterhin den Abgaben hinzuaddiert werden.

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spon-1229534174414 01.11.2018, 13:43
6. Trompeter

Es ist unglaublich, dass man so etwas erklären muss! Ich frage mich, ob Menschen die so etwas nicht wissen Spiegel online lesen?! Ich frage mich auch, ob jemand der solche Dinge nicht weiß überhaupt lesen kann. Ich habe das mit 14 in der Hauptschule gelernt.

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Talent 01.11.2018, 13:44
7.

Zitat von exHotelmanager
Ihre Erklärung "Die Kirchen finanzieren mit diesem Geld etwa ihr Personal, den Erhalt von Kirchen und karitative Zwecke wie Pflegedienste. " ist in den meisten Bundesländern nicht korrekt. In vielen Bundesländern werden genau diese Ausgaben eben nicht .....
Lieber exHotelmanager,
leider ist an Deutschland nicht viel säkular. Ein Rentner in Bochum wurde sogar zu einer Geldstrafe verurteilt weil er Karfreitag "Das Leben des Brian" öffentlich gezeigt hat.

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Talent 01.11.2018, 13:45
8.

Zitat von gaaps
Schlimm genug, dass eine Gehaltsabrechnung unverständlich ist (schönen Gruß an Datev und alle anderen Abrechner). Eine Gehaltberechnung.....
Liebe(r) gaaps,
wenn Sie ein mündiger Bürger sein wollen, dann sollten Sie auch einfache Gehaltsabrechnungen verstehen. Es ist nämlich alles andere als mündig sich immer nur in gemachte Nest zu setzen.

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venster 01.11.2018, 14:06
9. @g_bec

Sie sprechen (leider) fuer die meisten Deutschen die ich kenne. Wir sind mit dem System aufgewachsen und es ist schwer sich davon abzuloesen. Aber aus Arbeitgebersicht gibt es tatsaechlich nur ein Bruttogehalt - welches die AG-Anteil beinhaltet (also knapp ueber 3200 EUR).
Sie muessen sich eben klarmachen, dass die Sozialversicherungen (KV, RV, AV, und PV) in der Tat *Versicherungen* sind die ueber eine monatliche Praemie bezahlt werden. Diese Praemie betraegt im Beispielfall eben 394,20 Euro. Die zahlen Sie von ihrem Gehalt - komplett. Der "Split" zwischen AN und AG ist ein reiner Taschenspielertrick, letztlich um diese eigentliche Hoehe der Praemie zu verschleiern.

Die Hoehe ist naemlich in der Tat betraechtlich. Im Beispiel mit 2700 EUR "brutto" - eigentlich 3223 EUR brutto - addieren sich die SV-Beitraege auf 1070 EUR! Das heisst bei einem "Berufseinsteiger" wie in dem Beispiel gehen ueber 33% des erarbeiteten Lohns fuer Sozialversicherung drauf. Dazu noch die Steuern, sind wir bei ueber 46% Abzuegen insgesamt!
Ich will das nicht be- oder verurteilen. Denn fuer die 1070 EUR kriegt man ja auch was zurueck - naemlich die Versicherungsleistung wenn man krank ist oder in Rente geht usw. Aber es ist gesund sich mal mit den Gesamtkosten die jeder leisten muss auseinanderzusetzen...

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