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Zehn Jahre Finanzkrise: Der nächste Kollaps kommt bestimmt
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Zehn Jahre nach dem Beginn des Jahrhundert-Crashs herrscht trügerische Ruhe - und der Finanzstaatssekretär kümmert sich lieber um die Hipster. Dabei hat sich an den tieferen Ursachen des Finanzdesasters so gut wie nichts geändert.

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W/Mutbürger 25.08.2017, 13:48
1. Der nächste Finanzcrash

wird nicht mehr so glimpflich vonstatten gehen wie 2008.
Das wird massivste ökonomische Verwerfungen nach sich ziehen, bin auch sehr sicher, dass der Euro dann zusammenbricht. Und dann sind wir wieder beim schwarzen Freitag 2.0

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Leberwurstpizza 25.08.2017, 13:50
2. Wer sich jetzt schon absichern will

gegen die kommende Krise, der setzt am besten auf Kryptowährungen wie den Bitcoin. Der ist immerhin dezentral und deshalb nicht durch Regierungsinstitutionen oder Einzelpersonen beeinflussbar.

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niacoupr 25.08.2017, 13:58
3. Und in/nach der nächsten Krise werden alle wissen, zu was Draghi...

Und in/nach der nächsten Krise werden alle im Nachhinein erkennen und wissen, welche Blase Draghi und sein gigantisches Finanzexperiment aufgeblasen haben - ohne dass die Verantwortlichen (Zitat aus dem Artikel) "für die Folgen irgendwann demokratisch zur Rechenschaft gezogen" werden.

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Liberalitärer 25.08.2017, 14:03
4. Bewertungen

Zitat von W/Mutbürger
wird nicht mehr so glimpflich vonstatten gehen wie 2008. Das wird massivste ökonomische Verwerfungen nach sich ziehen, bin auch sehr sicher, dass der Euro dann zusammenbricht. Und dann sind wir wieder beim schwarzen Freitag 2.0
Wird er wohl nicht (glimpflich abgehen), aber Herr Fricke hat in einem Punkt Unrecht. Das man auf dem Vulkan tanzt, das weiss in der Branche diesmal jeder. Das Bewertungsniveau ist in allen sogenannten Assetklassen (Immobilien, Aktien, Anleihen) äußerst ambitioniert.

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Liberalitärer 25.08.2017, 14:08
5. Bergsteiger

Zitat von niacoupr
Und in/nach der nächsten Krise werden alle im Nachhinein erkennen und wissen, welche Blase Draghi und sein gigantisches Finanzexperiment aufgeblasen haben - ohne dass die Verantwortlichen (Zitat aus dem Artikel) "für die Folgen irgendwann demokratisch zur Rechenschaft gezogen" werden.
Was soll Herr Draghi denn machen, wenn der Oberbergsteiger "Schwarze Null" allein auf den Mount Maastricht steigen will und das ganz ohne Sauerstoffmaske.

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godfader 25.08.2017, 14:08
6. Ich will eigentlich nicht optimistisch sein..

aber bei so viel "Weisheit" in den Medien über einen kommenden Crash müsste man eigentlich 200% Long sein und mit Fremdkapital investiert sein. Wo war die Experten vom SPON in 2007 oder 1999 und haben einen Crash vorhergesagt? Der Markt ist oft viel länger irrational als man sich vorstellen kann.

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gelassenklaus 25.08.2017, 14:08
7. Der Grund heißt Überakkumulation

Herr Fricke versucht die tieferen Ursachen der Finanzkrise zu erklären. Er scheitert, weil seine Erklärungen nichts als Tautologien sind. ("...Mix aus irrer Masse der täglichen Finanzgeschäfte einerseits und sporadischem Wechsel zwischen Exzessen und anschließenden Panikkrisen andererseits...")

Der Grund heißt Überakkumulation, d.h. gemessen am Verwertungsanspruch des Kapitals ist zu viel Kapital in der Welt. Anders als alle Apologeten der Marktwirtschaft glauben, ist dies nicht vermeidbar. Es ist ein notwendiges Gesetz, das aus der ganz normalen Kapitalakkumulation folgt. Dabei spielt die Verschuldung, d.h. der Kredit, tatsächlich eine entscheidende Rolle.

Denn das Geschäft der Geldhäuser geht weit über die Kreditierung von Unternehmen und erst recht von Konsumenten hinaus: Als Mittler des gesamten Zahlungsverkehrs sichern sie sich durch Zinsen, die sie Einlegern zahlen, den Zugriff auf alles Geld der Gesellschaft, das sie in großangelegter Weise für die alles bestimmende Mission benutzen: Geld soll sich als Kapital, als Quelle seiner eigenen Vermehrung bewähren. Um also Geld arbeiten zu lassen, wie der Volksmund es verharmlosend umschreibt, schaffen Kreditunternehmen zusätzlich zur Finanzierung ihrer "realwirtschaftenden" Kundschaft einen großen Kreislauf der Re-Finanzierung, in dem sie als Emittenten, Käufer, Zwischenhändler und Vermittler von Investments
aktiv sind. Banken vollenden, indem sie Geld zu ihrer Ware machen, dieses marktwirtschaftliche Prinzip. Sie sind die ökonomische Instanz für das politökonomische Gesetz: Geld hat als Geldquelle zu taugen hat oder es ist wertlos. Im Geschäft der Kreditinstitute und ihren Finanzprodukten, in ihrer gewagten Gleichung von Schulden und Kapital, verselbstständigt sich der Zweck kapitalistischen Wirtschaftens. Solange dies gut geht, will niemand dazu Spekulation sagen, obwohl genau das von Anfang an die Leistung aller Geschäftemacher ist: von einem kreditierten Vorschuss auf einen künftigen Geldzuwachs zu spekulieren. Erst wenn die angehäuften Verwertungsansprüche notwendig mit den realen Wachstumsraten so in Konflikt geraten, dass Kredite platzen und großflächig Entwertung droht, werden aus guten Schulden auf einmal schlechte und was eben noch ein Boom war, ist auf einmal eine Blase.

Wenn die Geldwirtschaft selbst in Gefahr ist, dann müssen - koste es, was es wolle - sie und ihre Finanzprodukte gerettet werden. Und als ob auch die Krise zeigen wollte, worauf es absolut und worauf nur bedingt ankommt, steht zur Überwindung der Finanzkrise vor allem die Verelendung der Massen an, während zur Rettung systemischer Banken per Staatskredit aberwitzige Summen fließen. Dies ist kein Widerspruch, sondern steht für den Unvereinbarkeitsbeschluss von Lebens- und Gewinninteressen.

Die besondere Macht des Finanzkapitals, seine Sonderstellung als Speerspitze aller Geldvermehrung beweist also nicht seine Unabhängigkeit vom Gesamtprozess, sondern umgekehrt wie total jeglicher gesellschaftliche Lebensprozess der Herrschaft des Geldes unterworfen ist.

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tata-susi 25.08.2017, 14:12
8. die wahren Schuldigen

Herr Fricke erwähnt leider nicht die wahren Schuldigen der Spekulationsblasen seit dem Jahr 2000. Um nur mal einige zu nennen: Greenspan, Jellen, Draghi, Kuroda....
Wenn Zentralbanken praktisch "für null Zins" die Welt mit Billionen von Dollar, Euro und Yen fluten, sollten wir uns nicht wundern, dass dieses Geld auch angelegt wird - in Immobilien, Aktien oder high yield bonds. Dieses absolute Übermaß an billigen Geld wird der Weltwitschaft über kurz oder lang das Genick brechen, wenn die Blasen platzen. 2007/2008 wird dagegen nur ein Kindergeburtstag

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Europa! 25.08.2017, 14:18
9. Verstehe ich nicht

Die Aktien steigen, weil die Unternehmensgewinne stabil sind oder steigen. Was soll daran falsch sein? Steigen die Unternehmensgewinne gar nicht? Oder ist es falsch, dass sie steigen? Bei allem Richtigen, was der Artikel enthalten mag (die Seitenhiebe auf Jens Spahn sind ziemlich überflüssig), in diesem Punkt hätte ich gern etwas Genaueres gehört.

Ach ja, wo ich gerade da bin: "Tulpenfieber" ist ein ganz netter Film, auch wenn man nicht so ganz genau erfährt, wie die Tulpenbörse genau funktioniert hat.

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