Forum: Wirtschaft
Zinspolitik der EZB: Wenn die Party zu Ende geht
DPA

Nervosität macht sich breit: Die Notenbanken beginnen mit dem Ausstieg aus dem Krisenmodus. Wann wird die Ära ultraniedriger Zinsen vorbei sein? Endet ein langer Boom letztlich mit einem spektakulären Crash?

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meinerlei 21.01.2018, 18:51
1. Crashgetöse

Immer diese Artikel die so tun, als sei die Börse ein Casino oder eine Party. Aufmerksamkeitsheischend, aber todlangweilig. Der langjährige Aufschwung der Börsen gründet in der sich stetig wachsenden Substanz der börsennotierten Unternehmen. Es gibt jede Menge AG, die nicht weit von ihrem Buchwert, einem KGV unter 13 und einer Dividendenrendite um die 4% notieren. Selbst wenn die Anleiherenditen sich wieder Richtung 2-3% bewegen sollten, sind diese Aktien attraktiver. Deshalb wird hier kein Crash kommen. Party ist bei Kram wie Bitcoin und vorgeblichen Technologieaktien ohne Substanz. Da wird es crashen, aber unabhängig von den Entscheidungen in Draghistan.

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peter.di 21.01.2018, 19:02
2. Endet ein langer Boom letztlich mit einem spektakulären Crash?

Ja, denn kein Problem wurde gelöst. Nur die Symptome überdeckt mit einem Mittel, dessen Wirkung irgendwann zu Ende gehen muss. Dann ist die Eurokrise wieder voll da, aber selbst die EZB hat ihr Pulver dann verschossen. Mit Nebenwirkungen wie ruinierten Altersversorgungssystemen, explodierten Immobilienpreisen und in Folge Mieten in Deutschland.

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so-long 21.01.2018, 19:16
3. Party goes on

Mit der neuen/alten GroKo und Macron wird weiter europäisch auf Pump EZB-Geld -unter welchem Infrastruktur-Investitions-Deckmäntelchen auch immer- in Umlauf gebracht.
Wenn Märkte max 10% korrigieren, werden EZB,BoJ und die FED wieder eingreifen
P.S.: es gab nie eine "Trump-Ralley"; das ist CNBC-garbage. In der USA-Wahlnacht begannen o.g. Zentralbanken mit massivsten Liquiditätseingriffen weltweit, um einen befürchteten "Trump-Schock" abzuwenden (Gold schoß senkrecht nach oben, um umgehend wieder zu fallen).Seither sind die Bilanzsummen der ZB`s ins astronomische geschossen.

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curiosus_ 21.01.2018, 19:44
4. Aha,...

Zitat von Henrik Müller
Nach gängigen Prognosen ist die Eurozone 2018 auf dem Weg zur konjunkturellen Überhitzung. Ein Zustand, der sich in Deutschland längst eingestellt hat.
..."Ein Zustand, der sich in Deutschland längst eingestellt hat"? Komisch, in dem verlinkten Artikel heißt es:

Zitat von Henrik Müller
Deutschlands Wirtschaft droht eine Überhitzung

Ja, was denn nun Herr Müller? Da sollten Sie sich mal einig werden: "Ein Zustand, der sich in Deutschland längst eingestellt hat" oder "Deutschlands Wirtschaft droht eine Überhitzung"?

Hier mal die Wachstumsraten der letzten 10 Jahre (* = Prognose):

2008: 1,1%
2009: -5,6%
2010: 4,1%
2011: 3,7%
2012: 0,5%
2013: 0,5%
2014: 1,9%
2015: 1,7%
2016: 1,9%
2017: 2,2%*
2018: 2,2%*
2019: 1,6%*

Und hier von 1951 bis 1980:

1951: 9,7%
1952: 9,4%
1953: 8,9%
1954: 7,8%
1955: 12,1%
1956: 7,7%
1957: 6,1%
1958: 4,4%
1959: 7,9%
1960: 8,6%
1961: 4,6%
1962: 4,7%
1963: 2,8%
1964: 6,7%
1965: 5,4%
1966: 2,8%
1967: -0,3%
1968: 5,4%
1969: 7,5%
1970: 5,0%
1971: 3,3%
1972: 4,1%
1973: 4,6%
1974: 0,5%
1975: -1,0%
1976: 5,0%
1977: 3,0%
1978: 3,0%
1979: 4,2%
1980: 1,3%

Also, so um die 2% Wachstum belegen "eine konjunkturellen Überhitzung, ein Zustand, der sich in Deutschland längst eingestellt hat"? Von 1951 bis 1980, immerhin über 30 Jahre, hatten wir im Schnitt 5,17% Wachstum. Was war das dann? Die konjunkturelle Dauer-Explosion? Da sollten Sie wohl noch mal in sich gehen.

Und über das Wesen des Geldes...

Zitat von Henrik Müller
Sollte dieser Ausstieg halbwegs unfallfrei gelingen, wird dies den Ruf der Notenbanken als neue Masters of the Universe stärken. Geht die Sache jedoch schief und die lange Party endet im Tumult, steht ihnen eine kritische Debatte bevor - über ihre Macht und ihre Rolle, über ihre Fehler in Zeiten des Booms, über das Wesen des Geldes überhaupt.
...lässt sich auch schon heute vortrefflich streiten. Denn die Notenbanken mögen vieles sein, sicher aber nicht die "Masters of the Universe". Wer so einen Titel annimmt hat perfekt belegt, dass er unter massiver Überheblichkeit und Größenwahn leidet. Und wer denen das zuschreibt zeigt massive Defizite unterm Skalp auf.

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Server 21.01.2018, 19:56
5. Crash ja, aber nicht durch Draghi

Klar, ein Crash kann immer mal kommen, sei es durch aus dem Ruder laufende Finanzinstrumente, Kriege oder Ökokatastrophe.
Aber eins ist mal sicher, Herr Draghi wird solch einen nicht auslösen. Anfangs galt splendid money ja als probates Mittel zur Überwindung der Lehman Krise - unter Verdrängung der Langzeitfolgen. Mittlerweile hat man sich in den westlichen Ländern aber an das billige Geld nicht nur gewöhnt, nein die Politik hat sich abhängig davon gemacht. Das gilt für Japan, wo die Staatsverschuldung weiter lustig in Richtung auf 3fache des Bruttosozialproduktes wächst, das stimmt für die USA und vor allem stimmt es für die EZB-Länder. Herr Draghi weis sehr wohl, das ein Anheben des Leitzins auch nur auf 1%-Punkt z. B. für Italien den Staatsbankrott innerhalb von 1 bis 2 Jahren bedeutet. Das heißt der Zins muss niedrig bleiben, wie bei einem Junkie der immer neuen Stoff braucht oder kaputt geht. Und Herr Draghi wird das süße Gift weiter liefern. Das mag noch eine Handvoll Jahre gutgehen, aber es macht die EZB (und andere Zentralbanken) machtlos, wenn der nächste Crash kommt.

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eunegin 21.01.2018, 20:02
6. Crash oder Kurskorrektur oder nur Seitwärtsbewegung?

Warum denn immer so sensationsheischend? Zinsen mögen nun in Maßen beständig auf NORMALmaß steigen mit entsprechenden Reaktionen an den Finanzmärkten. Das muss aber kein Crash sein. Erstmal: keine Panik und keine Angst vor NORMALsituationen.

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dingstabumsta 21.01.2018, 20:13
7. Crash Bumm Bäng

Und was ist wenn es Crasht? Dann gibt es doch uns Deutschen die alles bezahlen werden....noch kann man ja den Arbeitenden Steuerzahler noch was schröpfen...und sowieso ist ja der deutsche Obrigkeitshörig mit dem Mann das eh machen kann. Und der Rest von Europa lacht sich halb Tod darüber! Ich werde - da beruflich unabhängig - nur schmunzeln, wenn die Krise wieder einmal solidarisch den ganzen Mist bezahlen soll,. Mittlerweile verstehen eh die Meißen unter Solidarität Banken und Länderrettung, und nicht dem eigenem Volk gegenüber....Europa identifiziert sich nur noch über den Euro....ne....ist nicht mein Europa!

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Cyberfeld 21.01.2018, 20:45
8. Der Bürger will sein Souverän zurück

Als erst mal wann die Zinsen steigen und ob ist schwer zu sagen aber man hat ja die Absicht das zu tun .

Eine Chance für einen Crash sehe ich nur wenn Brexit, Trumps Steuerpolitik und Frankreichs neue Sparpolitik mit der Zinserhöhung zusammen fällt , das kann wirklich eine Delle in das BIP der BRD hauen, während die einzelnen Maßnahmen für sich möglicherweise "harmlos" sind.

Wenn das nicht passiert dauert es bis zu einem echten Heißlaufen nach eine Weile ersten wir haben noch nicht weniger als 1 mio Arbeitslose auch wenn das möglicherweise den ganze Asyl suchenden geschuldet ist , zweiten den anderen Ländern geht es besser aber bis alle wieder auf dem Stand vor der Krise 20008/9 sind dauert es noch mindestens 5 Jahre vor allem bei Griechenland.

Drittens muss man noch sagen das in der zwischen Zeit auch Produktionsmittel neu Gebaut werden können. Historisch sind ihn vielen alten Werken noch viel Personal intensive Prozesse die sich Automatisieren lassen aber aus Tarif und Sozialpolitischen Gründen nicht geändert werden, wenn man ein neues Werk baut fällt das alles wecke.

Will heißen bis man alle internen und externen Mittel aufgebraucht hat vergeht eine ganze Menge Zeit

Obendrauf kommt noch das die EZB bis zu 5% Inflation haben wollte bevor sie die Zinsen anhebt .

Historisch ist es so das nach den 70er man eine Phase der Hyper-Rationalisierung hat mit Globalisierung , Automatisierung, Lohndumping u.s.w was man halt als Neoliberal bezeichnet. Warum man damit angefangen hat war bis in die 70er war die Politik der Nachfrage dominierend(von nach WW2 aus und vorher wieder umgekehrt) in den Wirtschaftswissenschaften danach der des Angebots.

Grund war das sogenannte Heißfahren der Wirtschaft in den 70er auch Stagflation genannt für keine Erhöhung des Bips aber Inflation für normale Bürger war das ein Segen hohe Löhne und die monatlichen Raten fürs Haus warne auch schnell leichter zu bezahlen , für jene die viel Geld hatten war es wohl der Horror.

Man muss auch wissen das Zeit dem die Inflation global betrachtet Jährlich zurückgeht und da passen nicht hohe Zinsen dazu, auch die Arbeitslosichkeit zumindest ihm Westen ging zyklisch nach oben.

Zum Thema Demokratie muss man sagen der Bürger will sein Souverän zurück will heißen wer will das seine Stimme wieder zählt diese wurde durch viele Neoliberale Institutionen gebunden wie die EU oder WTO oder auch Freihandelsverträge , es geht aber auch darum des ihm besser gehen soll/will.

Das bewirkt aber auch einen Wirtschaftspolitischen Wechsel mehr hin zu einer Nachfrage orientierten Politik . Ich persönliche sehe die Zukunft eher ihn: " Man muss die Wage halten"

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johann.schmieder 21.01.2018, 21:11
9. Das Wesen des Geldes?

Steigen die Zinsen so sinken die Kurse der Anleihen. Erfolgt der Anstieg zu schnell, so können daraus auf dem Markt Turbulenzen entstehen. Was hat das mit dem Wesen des Geldes zu tun?

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