Forum: Wissenschaft
400 Meter lang, 14 Meter hoch: Japans Betonwall gegen Tsunamis
REUTERS

Die Sicht zum Meer ist versperrt, aber der Weg für Tsunamis auch: Japan hat eine gigantische Betonmauer zum Schutz vor Riesenwellen gebaut.

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Emil Peisker 13.03.2018, 19:53
1. Potenzen...

Die Mauer ist tausend mal länge als in der Headline angekündigt.
Statt 400m sind es 400.000m!

Ist es tatsächlich so, dass niemand einen Blick auf die Überschriften wirft?

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Minster 13.03.2018, 20:42
2.

Beim letzten Absatz bin ich stutzig. Ist es das übliche Blabla der Biologen oder basiert das auf Forschungsergebnisse am Damm von Fudai?
Herr Iguchi vergisst, dass es auch extrem auf die jeweilige Lage ankommt wo ein Tsunami wie auftreffen kann und wohin sich seine Wucht entfalten wird. Während es für seinen Ort vielleicht noch ausgereicht hat (hat es das wirklich?), so kann es anderorts viel zu lange dauern bis alle Bewohner evakuiert wurden. z.B. waren die stabilen Hochhäuser, wohin man Evakuiert wurde, die besten Schutzzonen, oder eben die natürlichen Berge in der Umgebung - während alles andere herum zerstört wird. Bäume halten vielleicht Schiffe auf - aber eben nicht das Wasser und den Kleinkram, womit Menschen eben doch sterben.

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m.ramsch 14.03.2018, 00:40
3. Bitte nicht Schwarz/Weiß denken

Zitat von Peace and Love
Es gibt gewisse Sachen da sollte man Natürschützer und Biologen nicht um ihre Meinung fragen sonst wird es nie Fortschritt geben. Ich wette diese Personen wären auch gegen die Apollo-Missionen gewesen wegen dem CO2-Ausstoß.
Ich fürchte, Sie machen es sich zu einfach und sitzen deshalb einem großem Irrtum auf: Naturschutz und Fortschritt sind keine Gegner und schließen sich nicht gegenseitig aus!

Im Gegenteil: Fortschritt ohne Verstand, ohne zu verstehen, was man eigentlich verändert oder welchen Preis man zahlt, kann in die Katastrophe führen. Veränderung alleine ist gar nichts wert, wenn sie nicht zu einer tatsächlichen Verbesserung des Lebens für alle führt – nur dann ist es auch wirklich Fortschritt! Das _braucht_ dann aber Verstand, Weitsicht und Einsicht (also: verantwortungsvolle Wissenschaft!). Und dazu gehört selbstverständlich auch zu verstehen (und zu berücksichtigen!), wie wir die Natur und Umwelt beeinflussen, die unser Zuhause und die Grundlage unseres Lebens ist.
Als moderner Städter in einer westlichen Wohlstandsgesellschaft nimmt man leider kaum mehr die – eigentlich sehr direkte – Verbindung zwischen dem eigenen Leben und einer funktionierenden Natur im Gleichgewicht wahr.

Es ist ein bisschen vergleichbar, wie wenn Sie mit dem Motorrad eine Alpentour fahren und Spaß am schnellen Fahren haben. Wenn Sie _zu_ schnell und _zu_ riskant fahren, bauen Sie einen Unfall und kommen weder ans Ziel noch haben Sie Spaß. Das heißt aber eben nicht, dass Sie gar nicht fahren dürfen. Nur halt eben einen Ticken langsamer, so dass Sie die Sache noch beherrschen und eben nicht aus der Kurve fliegen und in den Gegenverkehr driften.
Wenn Ihnen einer sagt: „Fahr diese nächste unübersichtliche Kurve nicht so schnell an, weil da Kies auf der Straße liegt“, dann wäre es klug, eben angepasst etwas langsamer zu fahren. Und es wäre auch klug, die Straßenverhältnisse zu kennen und zu wissen, wo die Grenzen von Motorrad und die eigenen sind – und danach zu handeln!

Sie aber klingen so, als wenn Ihre Antwort nur wäre: „Du Spaßbremse, soll ich vielleicht stehen bleiben, oder was? Da komme ich ja nie vorwärts! Und bisher war ja der Teer immer griffig ...“

Dabei geht es aber eben gar nicht um „alles oder nichts“ bzw. „volles Tempo vs. stehen bleiben“, sondern einfach nur um das richtige Maß.

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Plasmabruzzler 14.03.2018, 08:12
4. Konkrete Gefahr?

Welche konkrete Gefahr geht denn momentan (oder auch in den 70igern) von was aus, dass man sich entschloss, solch eine Mauer zu bauen? Okay, die Mauer hat zwar den Tsunami vor ein paar Jahren erträglicher gemacht, aber gibt es momentan Zeichen, dass sich so etwas wiederholt? Streng genommen müsste man die ganze Ostküste der USA und Kanada mit solch einer Mauer versehen (statt an der Grenze zu Mexiko), falls mal auf La Palma oder El Hierro ein kräftiger Erdrutsch passiert. Da gibt es nämlich konkrete Gefahren, die von den kanarischen Inseln ausgehen.

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schwerpunkt 14.03.2018, 09:42
5.

Zitat von Plasmabruzzler
Welche konkrete Gefahr geht denn momentan (oder auch in den 70igern) von was aus, dass man sich entschloss, solch eine Mauer zu bauen? Okay, die Mauer hat zwar den Tsunami vor ein paar Jahren erträglicher gemacht, aber gibt es momentan Zeichen, dass sich so etwas wiederholt? Streng genommen müsste man die ganze Ostküste der USA und Kanada mit solch einer Mauer versehen (statt an der Grenze zu Mexiko), falls mal auf La Palma oder El Hierro ein kräftiger Erdrutsch passiert. Da gibt es nämlich konkrete Gefahren, die von den kanarischen Inseln ausgehen.
Es ist eine Frage der Eintrittswahrscheinlichkeit und dem zu erwartenden Schaden.
Japan hat an den entsprechenden Abschnitten in historischer Zeit mehrere Tsunamis erlebt (immerhin hat der Begriff "Tsunami" seinen Ursprung im Japanischen), während der Erdrutsch ein eher theoretisches Szenario ist, welches einen großen Schaden anrichten kann. Multipliziert mit der Eintrittswahrscheinlichkeit ist das Risiko wiederum recht moderat, die entsprechenden Maßnahmen zur Risikominimierung aber extrem teuer.
Zumal ein Tsunami an der amerikanischen Ostküste lediglich EIN Szenario von mehreren wäre, wenn der Hang abrutscht.

Dagegen ist der Ausbruch des Yellowstone praktisch eine sichere Sache, auch wenn das Risiko hier ebenfalls gering ist, da er aktuell mit gleichbleibender Wahrscheinlichkeit zwischen "jetzt" und "in ein paar hunderttausend Jahren" ausbricht (wirksame Maßnahmen sind in dem Fall gar nicht zu treffen) .. also mit sehr geringer jährlicher Wahrscheinlichkeit.
Dass die japanische Küste innerhalb der Lebenszeit eines Bewohners von einer großen Tsunami-Welle getroffen wird, ist dagegen erheblich.
Der zu erwartende Schaden sicher geringer als beim Ausbruch des Yellowstone oder beim Hangabrutsch von La Palma.
Insgesamt ist das Risiko (Eintrittswahrscheinlichkeit x Schaden) in Japan beträchtlich viel höher. Was sich in der Erfahrung dort widerspiegelt.

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c124048 14.03.2018, 10:54
6.

Zitat von m.ramsch
Als moderner Städter in einer westlichen Wohlstandsgesellschaft nimmt man leider kaum mehr die – eigentlich sehr direkte – Verbindung zwischen dem eigenen Leben und einer funktionierenden Natur im Gleichgewicht wahr. Es ist ein bisschen vergleichbar, wie wenn Sie .....
Nein. Ist es nicht. Es ist mit nichts vergleichbar!

Erforschung von Neuem muss nicht im Gleichgewicht mit Irgendwas sein. Warum auch? Du beschreibst da eine absolute Utopie für die die Menschheit noch nicht bereit bzw. Willens ist. So in 2 oder 3 Tausend Jahren vielleicht. Bis es soweit ist, ist es besser den berühmten Feldhamster oder Feldlerche einfach mal über die Klinge springen zu lassen. Fortschritt mit so wenig Auswirkung auf die Umwelt wie möglich ist wichtig..... Aber nicht um jeden Preis.

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spon-1287218867247 14.03.2018, 11:25
7. Ernsthaft?

Zitat von c124048
Nein. Ist es nicht. Es ist mit nichts vergleichbar! Erforschung von Neuem muss nicht im Gleichgewicht mit Irgendwas sein. Warum auch? Du beschreibst da eine absolute Utopie für die die Menschheit noch nicht ....
Also sorry, aber nachdenken bevor man was macht hat noch keinem geschadet.
Im Übrigen geht es da nicht um Erforschung, die Japaner wissen ja wie man ne Mauer baut, sondern um die Ausführung und da sollte man nicht ins Blaue hinein einfach mal was bauen.

Mit "einfach mal machen" kommt oftmals nur Mist raus.
Man hat z.B. "einfach mal" den Atommüll in ein Bergwerk gekippt. Jetzt holt man den ganzen Dreck mühsam und teuer wieder raus.
Man hat in Japan auch einfach mal ein AKW in ein Tsunamigebiet gesetzt.
Die Menschheitsgeschichte ist voll von dummen Ideen bei denen einfach mal gemacht wurde, statt über die Auswirkungen wirklich nachzudenken.

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querulant_99 14.03.2018, 12:15
8. Phuket

Hoffentlich kommen die Thailänder nicht auch auf die Idee, so eine Mauer auf der Insel Phuket zu errichten. Die Touristen wären zweifellos sehr gut gegen den nächsten Tsumami geschützt. Ich habe aber ehebliche Zweifel, ob die Touristen dies auch zu würdigen wissen.

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schwerpunkt 14.03.2018, 12:21
9.

Zitat von spon-1287218867247
Also sorry, aber nachdenken bevor man was macht hat noch keinem geschadet. Im Übrigen geht es da nicht um Erforschung, die Japaner wissen ja wie man ne Mauer baut, sondern um die Ausführung und da sollte man nicht ins Blaue hinein einfach mal was bauen. Mit "einfach mal ......
Ich bin mir sicher, dass Japan diese Mauern nicht aus Reflex gebaut haben.
Japan hat bei einer Fläche vergleichbar mit Deutschland, ca. 50 Millionen mehr Einwohner. Da das Land recht gebirgig und eine Insel ist, sammeln sich die Einwohner mehrheitlich an den Küsten. Und das in einem, zumindest zum Pazifik hin, stark erdbeben-gefährdeten Gebiet.
Wie beim Tsunami vor ein paar jahren sind eventuelle Vorwarnzeiten extrem kurz, wenn es darum geht ggf. in wenigen Minuten bis Stunden zehntausende oder hunderttausende Menschen zu evakuieren. Insofern sind die Entscheidungen eigentlich keine Entweder-oder- Entscheidungen sondern sowohl-als-auch.

Wenn es darum geht, in so einem Fall vielen tausend Menschen das Leben zu retten, stimme ich überein, dass andere Aspekte dahinter anstehen müssen, bis man effektivere Lösungen gefunden hat.
Derzeit fällt mir keine Alternative gegen Tsunamis ein als sich mit Mauern dagegen zu wappnen UND in so einem Fall zu evakuieren.
Es sei denn man will grundsätzlich solche gefährdeten Landstriche unbesiedelt haben. Das dürfte im Fall Japans schwierig werden.

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