Forum: Wissenschaft
Abschluss der UN-Konferenz in Bonn: Klimaschutz muss endlich profitabel werden
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Die Mühlen der Klimadiplomatie mahlen langsam - womöglich zu langsam für die vom Klimawandel bedrohte Erde. Entschlossene Investitionen in grüne Technologien könnten die Lösung sein.

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Wassup 18.11.2017, 00:58
1. In der Industrie ist Klimaschutz meistens profitabel

Ich arbeite als Ingenieur in einem Industriebetrieb, bei uns bestimmen die Energiekosten einen Großteil der Fertigungskosten. Wir brauchen keine Umweltvorschriften im ökologisch zu sein:

Um billiger wie der Wettbewerb zu sein haben wir riesige Abteilungen mit Ingenieuren, welche die Energie-Kosten senken sollen.

Jeder Euro, der an Energiekosten gespart wird - ist Gewinn.

Da braucht es keine Diplomaten, keine Grünen, einfach nur Wettbewerb.

Die Welt wird durch den Energie-Spar-Wettbewerb gerettet - nicht durch das Geschwätz von Politikern.

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wut62 18.11.2017, 01:51
2. Nein, ich bezweifele

,dass die Menschheit in der Lage ist, die Erde zu retten, solange die Weltbevölkerung weiter wächst. Es wird ein Kampf um Ressourcen und Überleben werden, und keiner wird es verhindern können. Wenn doch, müssen wir Antworten finden, wie wir die Weltbevölkerung in den Griff bekommen können.

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jj2005 18.11.2017, 02:55
3. Das Ganze muss sich einfach nur rechnen.

Schönes Schlusswort, Herr Dambeck! Dann ist es auch nicht mehr so weit bis zur schlichten Feststellung, dass es beim stetigen leichten Zuwachs an CO2-Emissionen bleiben wird, solange es sich NICHT rechnet. Und das tut es nicht bei den derzeit niedrigen Energiepreisen bei gleichzeitig steigendem Bruttosozialprodukt. Sorry, aber alle Klimagipfel bleiben Augenwischerei, solange die Staatschefs das Preisgefüge nicht antasten. Ohne Energiesteuern, und zwar drastische, kann das Klima nicht gerettet werden; und wer anderes behauptet, der lügt. Die Ökonomen sind sich grossenteils einig, dass Energiesteuern positive Auswirkungen auf die Wirtschaft haben, denn Mehreinnahmen kann man nutzen, um a) andere Steuern zu senken und/oder b) allen Bürgern ein bedingungsloses Grundeinkommen zu finanzieren (was ja bekanntlich die Nachfrage stärkt). Trotzdem löst der Vorschlag natürlich die üblichen wüsten Beschimpfungen seitens der Vielfahrer, Vielflieger, Steakliebhaber, Klimawandelleugner, Kernkraftfans etc aus - das muss man geduldig ertragen, und dann einfach mal durchrechnen, wer dabei wieviel verliert, und wer davon profitiert. Sicher ist jedenfalls, dass die gesamte Menschheit verliert, wenn man CO2-Emissionen NICHT drastisch besteuert.

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ulrich g 18.11.2017, 03:13
4. So weit so schlecht

Geht's nicht mal ohne Ideologie? Wieso soll alles grün sein? Würden wir mehr Kernenergie einsetzen wären wir das CO2 Problem in der Stromerzeugung bald los. Würden wir die nicht grundlastfähigen Erneuerbaren zur Wasserstoff Produktion nutzen wäre der Verkehr bald CO2 frei. Zusammengefasst: wenn wir ideologischen Ballast über Bord werfen könnten wir wirklich sehr schnell was für's Klima tun.

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ditor 18.11.2017, 04:50
5. Damit vertreten die Politiker ihr Volk

"Politiker bekennen sich gern und laut zum Klimaschutz, solange es kaum etwas kostet." Und bilden damit ab was das Volk möchte. Bekanntermaßen braucht der einzelne keine Politik um selbst mit weniger klimaschädlichen Handeln anzufangen, aber die wenigsten tun es wenn damit nennenswerte Nachteile einhergehen.

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funxxsta 18.11.2017, 05:25
6. Die Gesichter des Profits

Profit hat, eine Gemeinsamkeit die Er mit Korruption teilt, viele Gesichter. Wir profitieren am Meisten und am Nachhaltigsten von Klimaschutz, weil damit unsere Lebensgru dlage erhalten bleibt. Eine, für neoliberale wie neofeudale Geister, offenbar schwer nachzuvollziehende Realität. Solange Entscheider und Berichterstatter solch einen unsäglichen, dogmatisch verklärten Unsinn - siehe Herr Dambecks Kommentar - von sich geben, stehen wir dem Klimawandel, dem rapiden Artensterben und der weiteren Zerstörung unserer Lebensgrundlage weiterhin näher als einer vernunftorientierten Lösung.

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helloeveryone 18.11.2017, 05:38
7. Info

Noch einmal zur Info für alle.
Erneuerbare Energien sind volkswirtschaftlich möglicherweise im Einzelfall günstiger als konventionell erzeugter Strom, allerdings ist ihr Wert im Schnitt auch geringer.
Der Grund ist, dass Erneuerbare nach dem Zufallsprinzip produzieren, also auch dann, wenn Strom einen niedrigen oder sogar negativen Wert hat. Thermische oder Pumpspeicher-Kraftwerke hingegen produzieren verstärkt, wenn der Wert des Stroms hoch ist (hohe Nachfrage und/oder wenig Produktion aus Erneuerbaren). Damit ist der volkswirtschaftliche Wert von Strom aus konventionellen Kraftwerken im Schnitt höher bis viel höher, auch wenn die Kosten im Einzelfall leicht höher sind als bei Erneuerbaren.

Anders formuliert sind Erneuerbare hin und wieder wie ein verpflichtendes All-you-can-eat Buffet, wenn man satt ist oder bereits übergewichtig ist.
Und konventionelle Kraftwerke sind oftmals ein A-la-carte Restaurant, wenn man am Verhungern ist.

PS: Den Erneuerbaren Energien gehört auch meiner Ansicht nach die Zukunft - zwangsläufig. Es geht hierbei nur um eine Klarstellung.

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HH1960 18.11.2017, 05:44
8. CO2-Zertifikate

Natürlich wird etwas gemacht, wenn es sich rechnet. Insofern müssen die CO2-Zertifikate endlich verknappt, deutlich verteuert und auf mehr Bereiche ausgedehnt werden. Mit klaren mittelfristigen Vorgaben damit sich die Industrie darauf einstellen kann. So wie es viele Industriebetriebe auch fordern. Schädliche Subventionen wie z.B. für die Kohle werden abgeschafft, auf die Einhaltung der bestehenden Vorgaben wird geachtet, Verstöße empfindlich sanktioniert, keine Ausnahmen zugelassen, bestehende Ausnahmen zurückgenommen. Geht alles, wenn die Politik es nur wollte und den Mut hätte auch unpopuläre Maßnahmen durchzusetzen. Frau Merkel bringt es allerdings nicht mal zustande ihren unsäglichen Verkehrsminister unter Kontrolle zu halten.

Insofern ist obiges reines Wunschdenken.

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Xantos73 18.11.2017, 06:30
9. Zu spät!

All diese Initiativen mögen löblich sein, aber die Geschichte, so sie denn später noch jemand schreiben kann wird vermutlich anders urteilen. Vermutlich werden die Artikel in 300 Jahren anders überschrieben. Sie werden wohl mit den Worten beginnen: "Sie haben es gewußt..." oder "Nach Ihnen kam die Sinnflut..." Wenn erst mal der Permafrost auftaut und sich die Erderwärmungseffekte kaskadieren, dann gute Nacht. Es gibt sehr viele Hinweise und Indizien, das in der Erdgeschichte Klimawandelphasen mitunter schlagartige Kippeffekte hatten. Der Grand Canyon z.B. oder versteinerte Fußspuren, versteinerte Dino-AA. Hat man alles gefunden, mit der Erkenntnis, hatte alles keine Zeit zu erodieren bevor es versiegelt wurde, ergo muss das versiegelnde Ereignis schlagartig eingetreten sein. Ich vermute - Wir haben die Natur herausgefordert, und die Natur wird antworten und sie tut es bereits. Eure Konferenzen könnt ihr euch sonst wo hin stecken, denn das Gegenteil von gut gemacht ist immer noch - gut gemeint. Wir werden Völkerwanderungsbewegungen bekommen, darüber sollte man sich gedanken machen.

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