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Amazonas: Waldzerstörung in Brasilien sprunghaft gestiegen

Mysteriöse Waldvernichtung in Brasilien: Im Bundesstaat Mato Grosso wurden innerhalb eines Monats riesige Gebiete*abgeholzt. Die Regierung droht potentiellen Nutzern der Flächen mit harten Strafen*- und fahndet nach den Verantwortlichen.

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herr schnitzelmann 19.05.2011, 11:34
1. wie kann das sein?

...ich dachte eigentlich, dass Oliver Bierhoff u. die deutsche Nationalmannschaft höchst persönlich gemeinsam mit allen von Krombacher abhängigen Alkoholkranken den Regenwald retten... oder sind die jetzt alle auf Entzug u. somit auf die Ersatzdroge Nutella umgestiegen???

Die Antwort gibt Günther Jauch bei der 2000-Euro-Frage...

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veremont 19.05.2011, 12:00
2. Ist doch alles ....

Tja könnte mit der Einführung von Biosprit zusammen hängen?

Bei den Regenwaldflächen wäre es hilfreich in den Artikeln auch Prozentzahlen anzugeben bzw. die Gesamtflächen darzutsellen. Diese gewaltigen Flächen sind kaum vorstellbar bzw. einzuschätzen.
1985 waren es wohl 8,5 Million km² weltweit. (wiki) Probleme sind Acker- und Weideland und Plantagen (Rinder, Sojabohnen, Palmöl). Holz wird zu Papier verarbeitet (eine der dreckigsten Industrien) gutes Holz wird verkauft. Folgen sind Regenverlust und Bodenerosion die das gerodete Land zu trockenen unwirtlichen Brachflächen werden lassen können. Folge sind Wanderfelder --> ist das gerade gerodete Land nach ein paar Jahren nutzlos und ausgelaugt wird die Fläche nebenan abgeholzt.

Ist der Regenwald noch zu retten? Ich glaube nicht.

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iNSTEIN 19.05.2011, 12:42
3. Gut Holz!

Zitat von herr schnitzelmann
...ich dachte eigentlich, dass Oliver Bierhoff u. die deutsche Nationalmannschaft höchst persönlich gemeinsam mit allen von Krombacher abhängigen Alkoholkranken den Regenwald retten... oder sind die jetzt alle auf Entzug u. somit auf die Ersatzdroge Nutella umgestiegen??? Die Antwort gibt Günther Jauch bei der 2000-Euro-Frage...
Böse, böse, Herr Schnitzelmann. Aber leider ins Schwarze getroffen.
Dennoch muss ich die Zahl der Quadratkilometer anzweifeln. Um das Land anders nutzbar zu machen, muss man auch die Wurzel aus dem Erdreich ziehen. Bei der Größe eines Bundeslandes wie Hamburg und das in zwei Monaten – da müssen tausende Arbeiter und hunderte Harvester (die Bäume aber eigentlich auch nur absägen und nicht entwurzeln) bzw. eine Armee an Motorsägen am Werk gewesen sein. Wie soll das rein physikalisch machbar sein? Und vor allem, ohne dass jemand Notiz davon genommen hat?!

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felisconcolor 19.05.2011, 12:52
4. Das kann nicht sein

tausende Foristen können sich nicht irren.
Wo hier doch immer Brazilien als das Musterländle des
Umweltschutz hochgehoben wurde.

Und ich ja mit meinen Aussagen über Brasilien
immer sooo daneben lag.
Ach ja mein Tag ist mal wieder etwas sonniger ;-)

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flachatmer 19.05.2011, 14:03
5. ☺

Zitat von felisconcolor
Ach ja mein Tag ist mal wieder etwas sonniger ;-)
Und meiner gleich mit :) Solch großartigen Humor gibt es nicht einmal auf Comedy Central. Oh, wait...

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carahyba 19.05.2011, 14:31
6. Natuerlich ist das unglaubhaft...

Zitat von iNSTEIN
Böse, böse, Herr Schnitzelmann. Aber leider ins Schwarze getroffen. Dennoch muss ich die Zahl der Quadratkilometer anzweifeln. Um das Land anders nutzbar zu machen, muss man auch die Wurzel aus dem Erdreich ziehen. Bei der Größe eines Bundeslandes wie Hamburg und das in zwei Monaten – da müssen tausende Arbeiter und hunderte Harvester (die Bäume aber eigentlich auch nur absägen und nicht entwurzeln) bzw. eine Armee an Motorsägen am Werk gewesen sein. Wie soll das rein physikalisch machbar sein? Und vor allem, ohne dass jemand Notiz davon genommen hat?!
...weil der Artikel nicht richtig erklaert, was ablaeuft. Die Vorgaenge sind bekannt, nix ueberraschendes, nur in letzter Zeit hat es eine Desinformations-Kampagne gegeben, weil die Auseinandersetzungen um die Verabschiedung des Código Florestal im Parlament nicht zu gefaehrden. Die Lobby der Agrarindustrie ist sehr maechtig und hat zahlreiche Vertreter im Parlament.

Grosse Flaechen, die urspruenglich der Viehzucht gewidmet waren, werden seit drei, vier Jahren durch Sojaanbau genutzt. Soja wird exportiert aber auch zunehmend in Brasilien zur intensiven Mast von Rindvieh verwendet. Viele Viehzuechter steigen von der extensiven zur intensiven Mast um, vorwiegend im Sueden. Im Norden werden die an den Sojaanbau vergebenen Flaechen durch neu gerodete ersetzt. Zur Zeit herrscht ein Export-Boom an Rindvieh hauptsaechlich in den Nahen und Mittleren Osten, nach Venezuela und Asien.

Aus dem niedergemachtem Wald werden nur ein Teil der Edelhoelzer abtransportiert, der Rest wird verbrannt oder zerkleinert. Heutzutage gibt es auf diesem Gebiet Dienstleister, die in der Lage sind mit ihrem Maschinenpark am Tage einige Quadrat-Km zu bearbeiten. Habe ich persoenlich gesehen. Das Land wird in kuerzester Zeit fuer die Saat von Graassamen vorbereitet, dabei kommt es nicht darauf an ob der Boden eben oder von Wurzelwerk befreit ist. Was noch vor wenigen Jahren ein Prozess von fuenf bis sechs Jahren war wird heute in maximal zwei Jahren durchgezogen.

In dieser Geschichte stecken Milliarden von US$ Investitionsmittel internationalen Kapital, die Banken sind der hauptsaechliche Vermittlungsagent bei diesen Vorgaengen. D.h. die Banken treten an die bei ihnen verschuldeten mittleren und grossen Landwirte heran und machen denen guenstige Umfinazierungsvorschlaege, diese verpachten oder verkaufen ihre Agrarflaechen an die grossen Soja-Konsortien und bekommen neues Kapital zur Rodung neuer Flaechen. Brasilien wird seit einigen Jahren von Investitions-Kapital zur Anlage im Agrarbereich ueberschwemmt.

Die Regierung ist natuerlich voll im Bilde was ablaeuft, denn ueber die eigenen Foerder- und Entwicklungsbanken kennt sie die Vorgaenge genauestens. Ausserdem ist sie ueber die Regierungsagenturen INCRA und IBAMA voll informiert.

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Marquis82 19.05.2011, 16:21
7. Liebe Spon Redaktion,

Zitat von carahyba
...weil der Artikel nicht richtig erklaert, was ablaeuft. Die Vorgaenge sind bekannt, nix ueberraschendes, nur in letzter Zeit hat es eine Desinformations-Kampagne gegeben, weil die Auseinandersetzungen um die Verabschiedung des im Parlament nicht zu gefaehrden. Die Lobby der Agrarindustrie ist sehr ....
Ich hoffe jemand von ihnen liest den von mir zitierten Forenbeitrag. So sollte eigentlich ihr Artikel aussehen.

Danke

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infomonster 20.05.2011, 11:28
8. naturzerstörerischer Wirtschaftsimperialismus

...schon richtig, das Brasilien eigentlich nur nachmacht, was wir die Jahrhunderte zuvor durchexerziert haben. Europa z.B. war auch einmal ein undurchdringliches Waldland, und was ist es jetzt?
Spricht man mit Brasilianern, so tun sie so, als ginge es niemanden außerhalb ihrer Grenzen etwas an, nach dem Motto "Nichteinmischung in innere Angelegenheiten". Da müßte die Weltgemeinschaft diese Herrschaften allerdings eines anderen belehren. Sie sägen sich klimatisch und artenschutzmäßig nicht nur selber den eigenen, sondern den Ast der ganzen Welt ab. Wo bleibt also der Aufschrei all dieser guten Aufpasser zum Wohle der Menschheit..

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manda chuva 20.05.2011, 11:28
9. ...

Zitat von veremont
Tja könnte mit der Einführung von Biosprit zusammen hängen? .... Ist der Regenwald noch zu retten? Ich glaube nicht.
Tut was; Druck kann NUR von aussen kommen.
Am 25.09.06 wurde folgende Mail an internet@bmwl.bund gesendet - selbstverstaendlich KEINE Antwort erhalten:
guten tag,
ich haette von ihnen doch gerne einmal die zusicherung, dass die aus brasilien in die brd eingefuehrten lebensmittel die dortigen naturressourcen in keiner form verkleinern und somit der nun beginnenden klimaerhitzung aufschub geben.

mfg
...

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