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Artenvielfalt: Große Naturschutzgebiete liegen falschen Stellen

Naturschutzgebiete bieten vielen Tier- und Pflanzenarten*die letzte Überlebenschance. Doch die größten Refugien orientieren sich meist an den Bedürfnissen der Menschen, wie eine aktuelle Studie ergeben hat: Ausgerechnet die artenreichsten Gegenden bleiben ungeschützt.

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Saïph 01.11.2010, 12:25
1. Dieser Titel liegen falschen Stellen

Großer Journalismus, wenn sich bei Erstellen der Nachricht nicht einmal die Überschrift zweimal durchgelesen wird...

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exkeks 01.11.2010, 12:48
2. Schutzwert

Ist es denn so, dass artenreiche Biotope besonders schützenswert seien? Ich könnte mir vorstellen, dass Leute wie Reichholf andere Kriterien (etwa die gesamtsystemische Relevanz) anlegen würden...

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dr.u. 01.11.2010, 13:42
3. Es ist schon traurig,

dass man überhaupt Naturschutzgebite braucht.

Die menschliche Existenz sollte grundsätzlich den Anspruch haben, den Rescourcenverbrauch zu minimieren und immer mit der geringsmöglichen Beeinträchtigung der natürlichen Umgebung auszukommen.
Das Ganze aus der Einsicht gespeist, dass wir uns sonst unserer eigenen Lebensgrundlage berauben.

Viele sogenannte "primitive" Völker konnten das wesentlich besser als der ach so gebildete, technisierte und industrialisierte Mensch.
Aber solange sich die MC Donalds Tüten an den Schnellstraßenauffahrten sammeln, BP und Haliburton im Golf von Mexico nach Tunfisch in Öl bohren, Shell das Niegerdelta vergiftet und Elektroschrott an der Elfenbeinküste zwecks Kupfergewinnung abgefackelt wird, brauchen wir wohl diese Naturschutzgebiete. Und wenn es nur ist, um unsere Gewissen zu beruhigen...

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Daniel28 01.11.2010, 15:34
4. Romantik

Zitat von dr.u.
Viele sogenannte "primitive" Völker konnten das wesentlich besser als der ach so gebildete, technisierte und industrialisierte Mensch.
Welch süße, romantische Vorstellung. In der Regel sind primitive Völker eben nur zu primitiv gewesen, um der Natur ernsthaft zu schaden. Aber öfter als man denkt, haben sie doch recht erfolgreich Umweltzerstörung betrieben.

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gis 01.11.2010, 21:27
5. naive Vorstellung

Zitat von dr.u.
Viele sogenannte "primitive" Völker konnten das wesentlich besser als der ach so gebildete, technisierte und industrialisierte Mensch.
Die sogenannten "primitiven" Völker hatten meist nicht die Möglichkeit die Umwelt zu schädigen. Mit einer Steinaxt kann man den Amazonasurwald eben nicht abholzen. Drücken Sie den Indianern eine Stihl Kettensäge und ein modernes Jagdgewehr in die Hand, dann werden Sie sich wundern was passiert.

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Celegorm 01.11.2010, 21:51
6. ...

Zitat von exkeks
Ist es denn so, dass artenreiche Biotope besonders schützenswert seien? Ich könnte mir vorstellen, dass Leute wie Reichholf andere Kriterien (etwa die gesamtsystemische Relevanz) anlegen würden...
Im Kontext des Erhalts der Biodiversität, was ja der Aufhänger für die Thematik ist, macht es natürlich Sinn, artreiche Habitate zu schützen, da so tendenziell auch die meisten Arten geschützt werden. Was aber in der Tat nicht heisst, dass andere, artenärmere Gebiete und deren Bewohner nicht erhaltenswert wären. Das wollte der Artikel aber vermutlich nicht implizieren, letztlich geht es wohl eher darum, dass viele Staaten vollmundige Schutzversprechen dadurch umsetzen, dass diese in weitgehend irrelevanten Ödländern umgesetzt werden. Weil das halt schön simpel und billig ist, da sonst eh niemand ein Interesse daran hat. Anderswo, wo der Druck durch Alternativnutzungsarten höher ist, kann ein Schutzgebiet gewisse Kreise natürlich mehr schmerzen.

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hjm 02.11.2010, 02:34
7. n bei der Verarbeit

Zitat von sysop
Doch die größten Refugien orientieren sich meist an den Bedürfnissen der Menschen, ...
Äh, ja, an was sollen dieser "Refugien" denn sonst ausgerichtet sein? Wer, außer dem Menschen, hat denn das "Bedürfnis", Arten (oder Landschaften, oder die chemische Zusammensetzung der Atmosphäre, ...) zu "erhalten"? Weder "die Natur" (Kategorienfehler) noch irgendein Tier (mangelnder Verstand) hat solche "Bedürfnisse".

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sponliner 07.11.2010, 09:39
8. Jedes Leben gehört zur Natur, bringt aber Veränderung mit sich

Die sich für Naturschützer haltenden Wesen wissen offenbar nicht, dass sie selbst auch zur Natur gehören, wissen offenbar auch nicht, dass jedes Leben die Natur verändert. Ob es der Raubfischh ist, der einem anderen das Leben beendet, die Pflanze, die einer anderen das Licht zum Überleben wegnimmt, die Maus, die einer Pflanze die Wurzel abfrisst, die Heuschrecken, die großräumig Vegetationsgebiete kahlfressen usw.

Naturschützer sollten ehrlicher sein, sie möchten lediglich die Natur so gestalten, wie sie sich vorstellen, dass sie zu sein hätte. Auch das ist nun ein zur Natur gehörender Vorgang, zur Natur des Menschen nämlich. Eine Natur ohne menschliche Eingriffe wäre, zumindest so lange es Menschen gibt, unnatürlich. Und so gehört es zur Natur des Menschen auch, dass er gerne reist, sofern er kann, und sei es zu Artenschutzkonferenzen.

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gt66 17.11.2010, 21:00
9. .

Zitat von sponliner
Naturschützer sollten ehrlicher sein, sie möchten lediglich die Natur so gestalten, wie sie sich vorstellen, dass sie zu sein hätte. Auch das ist nun ein zur Natur gehörender Vorgang, zur Natur des Menschen nämlich. Eine Natur ohne menschliche Eingriffe wäre, zumindest so lange es Menschen gibt, unnatürlich. Und so gehört es zur Natur des Menschen auch, dass er gerne reist, sofern er kann, und sei es zu Artenschutzkonferenzen.
Lieber Mitforist,
so sehr ich Ihnen da zustimme, vergessen Sie aber bitte auch nicht, dass es die Gier und Unersättlichkeit der Menschheit ist, die im Tier- und Pflanzenreich so nicht zu finden ist. Nähme man sich ausschließlich, was man benötigte, gäbe es kein Problem. Wir sind Schädlinge, mehr nicht. Die kommen überall vor in Fauna und Flora, nur verfügen wir über die Erkenntnis darüber und allein zwecks Arterhalt (unserer Art) sollten wir die uns verfügbare Erkenntnisfähigkeit auch nutzen hinsichtlich Resourcenerhalt. Kein Schädling sonst bringt sich bewusst um, indem er alle Nahrungsvorräte vertilgt um hernach zu verhungern. Selbst Viren bringen ihren Wirt nicht bewusst um.
Gruß
Gloria

PS: Ihre humoristische Anspielung ist mir nicht entgangen...

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