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Astronomie: Forscher finden erstmals Planeten außerhalb der Milchstraße
University of Oklahoma

Mehr als 3000 Planeten wurden schon entdeckt, alle in der Milchstraße. Jetzt melden Astronomen erstmals Funde außerhalb unserer Galaxie: ganz besondere Planeten, ohne eigene Sonne.

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nikoniac 06.02.2018, 18:07
1. Schätzung der Masse

"Zwischen Mond- und Jupitermasse" Diese Schätzung verdient den Namen eigentlich nicht, hat Jupiter doch die 25.800-fache Masse des Mondes. Sind die Gesetzmäßigkeiten in anderen Sonnensystemen oder auch Galaxien mit unseren identisch, wovon man ausgehen kann, müssen diese Massen quasi zwischen Mond- und Jupitermasse liegen, weil es die ganze Bandbreite der Himmelskörper, die Planeten sein können, abdeckt.
Trotzdem toll, wenn man etwas derartiges in so einer Distanz, die sich kein Mensch wirklich vorstellen kann, nachweisen kann.

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Zaunsfeld 06.02.2018, 18:51
2.

Im Grunde ist es gar nicht mal sooo wichtig, ob da in 3,8 Milliarden Lichtjahren Entfernung tatsächlich Planeten gefunden wurden oder ob es sich um einzeln Sterne oder braune Zwerge handelt.
Braune Zwerge sind schon in unserer Milchstraße schwer zu entdecken. Es wäre also auch schon eine kleine Sensation, wenn es sich bei den entdeckten Himmelskörpern um braune Zwerge handelt.
Das muss man sich mal vorstellen: Die Menschheit ist mittlerweile schon in der Lage - wenn auch unter ganz besonderen Umständen - einzelne kleine Himmelskörper in 3,8 Milliarden (!!!) Lichtjahren zu entdecken. Eine unglaubliche wissenschaftliche und technische Leistung!

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Ishico 06.02.2018, 19:22
3. Fehler?

"…Bis zum entferntesten, der im vergangenen Jahr entdeckt wurde, sind es immerhin 24.000 Lichtjahre, etwa 15 Prozent des Durchmessers der Milchstraße."

Der Durchmesser der Milchstrasse beträgt allerdings 100.000 – 120.000 Lichtjahre. Die 24.000 Lichtjahre bis zum entferntesten Exoplaneten sind somit eher etwa 25% des Durchmessers der Milchstraße!

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pierre83 06.02.2018, 20:21
4. @Zaunsfeld

Die Planeten befinden sich nicht in 3,8 Milliarden Entfernung -- es ist der Quasar (extrem weit entfernte Galaxie mit einem aktiven schwarzen Loch), mit dessen Gravitation die Planeten entdeckt wurden, die sich selbst viel näher befinden. In welcher Galaxie, habe ich dem Artikel nicht entnehmen könne, vielleicht ist das nicht einmal bekannt. Trotzdem faszinierend.

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milhouse_van_h. 06.02.2018, 21:39
5.

Unsere Michstraße hat einen Durchmesser von ca. 120.000 LJ und sie ist Teil der Lokalen Gruppe mit einem Durchmesser von 5-8 Mio LJ mit über hundert anderen Galaxien.
Unsere Lokale Gruppe befinden sich mit weiteren Galaxiengruppen mit einer vermutlich nicht zu verachtenden Anzahl an Galaxien im sogenannten Lokalen Superhaufen mit einem Durchmesser von ca. 20 Mio LJ
Außerhalb gibt es dann in einer einer Entfernung von 60 Mio LJ den Virgo-Superhaufen, der ebenfalls vermutlich hunderte Galaxien beherbergen wird.

Warum man nun gerade in 3.800 Mio Lichtjahren Entfernung Planeten entdecken muss anstatt in unserer direkten Nachbarschaft innherhalb von z.b. lächerlichen 1 Mio Lichtjahren finde ich irgendwie seltsam. Zumal diese entdeckten Planeten vielleicht gar nicht mehr existieren.

Und RXJ 1131-1231 ist doch keine Galaxie sondern "nur" ein schwarzes Loch.

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blurps11 06.02.2018, 21:52
6.

#1: Nein, es gibt auch noch eine ganze Ecke größere Planeten als den Jupiter, nur eben nicht in unserem Sonnensystem.

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clkr 06.02.2018, 22:06
7. @nikoniac, #1 & @ishico, #3

@nikoniac
Dieser Größen- und Entfernungs-Schätzung liegt ein Szenario von mehreren denkbaren zugrunde, wie aus dem Artikel und dem Kommentar von Wambsganß hervorgeht, weil im Grunde aus einer einzelnen Helligkeitsverlaufskurve zwei Größen zugleich abgeleitet werden müssen: Masse und Entfernung der Gravitationslinse(n). Also bedarf es zusätzlicher Annahmen, eine davon die, daß diese Linsen in der Nähe einer Vordergrundgalaxie stehen und als nicht selbst strahlende Massen eben obendrein in etwa dem Bereich angesiedelt werden, aus dem man sowas kennt, einschließlich unserem System.
@ishico
An der Galaxiengrenze sind keine "Milchstraße"-Schilder angebracht, aus denen sich ihr Perimeter auf Lichtjahre genau ermitteln ließe und ihr Ortskataster umfaßt auch nicht alles, was sich an braunen Zwergen und aus der Bahnkurve getragenen Planeten so alles in ihrer Nachbarschaft herumtreibt und auch noch irgendwie dazugehört, sondern soll einen groben Anhalt geben, bis in welche Entfernung (also innerhalb der Galaxis) man bislang mit Exoplantenfunden geblieben war.

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Cugel 06.02.2018, 22:14
8. Hinweis

Zitat von pierre83
Die Planeten befinden sich nicht in 3,8 Milliarden Entfernung -- es ist der Quasar (extrem weit entfernte Galaxie mit einem aktiven schwarzen Loch), mit dessen Gravitation die Planeten entdeckt wurden, die sich selbst viel näher befinden. In welcher Galaxie, habe ich dem Artikel nicht entnehmen können...
"Den Autoren zufolge verstärken die Himmelskörper in "RXJ 1131-1231" die Strahlung des Quasars und bewirken im Röntgenlicht kleine Energieänderungen.... und siehe: 25.000 mal weiter als den Durchmesser der Milchstraße entfernt fanden sie eine Population relativ kleiner Körper - so die Analyse"

Für mich klingt das so, als befänden sich die entdeckten "Himmelskörper" in 25K x 150K (LJ) = 3,75 Mrd (LJ) Entfernung in der Galaxie RXJ 1131-1231.

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Sissy.Voss 07.02.2018, 09:11
9. Da werden die Astronomen ab sicher dankbar sein...

Zitat von mimas101
Und es wiederholt sich... Die Astronomen brauchten Jahrhunderte (und ein paar Scheiterhaufen) um zur Erkenntnis zu gelangen das die Planeten sich um die Sonne drehen und weder die Erde noch die Sonne Mittelpunkt des Universums sind oder sich die Milchstraße um sie dreht. Jetzt das gleiche .....
Da werden die Astronomen ab sicher dankbar sein, dass Sie ihnen die Grundlagen der Stellarastronomie erklären. Im Übrigen: erdähnliche Planeten wurden bisher gerade mal eine Handvoll gefunden, also Planeten von ca. der Größe der Erde, die in der habitablen Zone um ihre Sonne kreisen, was nur heißt, dass es dort Wasser geben könnte und damit Grundlagen für Leben, wie wir es kennen. Ob es dort Wasser und eine Atmosphäre gibt und welcher Art diese sein könnte oder ob es ein schützendes Magnetfeld gibt und so weiter ist alles unbekannt.
Übrigens haben nicht die von Ihnen als engstirnig bezeichneten Astronomen „ein paar Scheiterhaufen“ gebraucht, um zum heutigen Weltbild zu kommen, das war wohl eher die Kirche, wenn ich mich recht erinnere. War wohl etwas früh heute oder vielleicht eher spät, da kommt man hin und wieder zu blablabla ;- )

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