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Belastung mit Nitrat: Deutschland verschärft Regeln fürs Düngen
DPA

Seit Jahren ist an vielen Orten in Deutschland zu viel Nitrat im Grundwasser. Strengere Regeln für Bauern sollen nun die Belastung verringern.

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gbpa005 17.02.2017, 16:48
1. Sondermüllentsorgung

Wenn ich mir so ansehe, was in jedem Frühjahr rund um meinen Heimatort (unmittelbar angrenzend an ein Wasserschutzgebiet) passiert, dann lässt sich das eigentlich nur noch als Sondermüllentsorgung bezeichnen. Im Winter hat sich viel angesammelt. Das sind riesige Mengen, die über Wochen auf die immer gleichen Felder ausgebracht werden - mit allen Folgen für Natur und Anwohner. Düngung kann man das bestimmt nicht nennen.

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quark2@mailinator.com 17.02.2017, 16:58
2.

Zeit wirds. Seit langer Zeit ist der Mißstand bekannt und die Sensoren zeigen überall, wie sich das Zeug dem Trinkwasser mehr und mehr nähert. Ich habe so meine Zweifel, daß die Reaktion noch rechtzeitig und ausreichend ist. Leider kann man Politiker nicht in Haftung für ihr Versagen nehmen.

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m.boicenco 17.02.2017, 17:26
3. Gülleexport aus Holland erklärt die hohen Nitratwerte in NRW

AUS WDR 2015 und Artikel aus 2010
Was früher verklärt als "frische Landluft" bezeichnet wurde, stinkt inzwischen vielen in NRW ganz gewaltig. Denn die Menge an Gülle, die auf den Feldern ausgebracht wird, ist deutlich gestiegen. Ein großer Teil kommt aus dem Ausland.
Wolfgang Schächer ist einer von denen, den es stinkt. In den vergangenen Wochen musste er kaum vor die Tür in Bonn-Gelsdorf gehen, um den Geruch in die Nase zu bekommen. Das Frühjahr ist traditionell die Jahreszeit, in der die Exkremente aus den Ställen auf die Felder gekarrt und dort verteilt werden. Doch Schächer hat beobachtet, dass es deutlich mehr geworden ist und längst nicht mehr nur aus den Betrieben der Umgebung stammt. "Der Gestank ist nicht das Hauptproblem, sondern dass hier die Mikroorganismen im Boden zerstört werden."
Ein Problem, das man in den Niederlanden bereits erkannt und entsprechend gegengesteuert hat: Dort wurde die Menge Gülle begrenzt, die auf den Feldern ausgebracht werden darf. Doch damit wurde das Problem zugleich auch nach NRW verlagert.
Gülle boomt
1,4 Millionen Tonnen Gülle exportieren die Niederlande Jahr für Jahr, so viel wie 60.000 Kühe produzieren. 80 Prozent des gesamten niederländischen Gülle-Exports landen auf Feldern in Nordrhein-Westfalen. Ein Geschäft, das boomt und einen eigenen Markt hervorgebracht hat. Nährstoffbörsen haben sich auf Gülle spezialisiert und auch die Transportwirtschaft erfreut sich am Gülletransit. Von drei bis fünf Fahrten pro Tag berichten Lkw-Fahrer.
"Teil eines Kreislaufs"
Für die Landwirtschaftskammer Rheinland sind die Gülleimporte ein normaler Vorgang und eigentlich Teil einer Kreislaufwirtschaft: "Getreide aus NRW wird in die Niederlande exportiert, um dort Schweine zu füttern und deren Exkremente kommen als Dünger zurück nach NRW", erklärt Berhard Rüb von der Landwirtschaftskammer Rheinland.
Anders wird die Gülle im NRW-Landwirtschaftsministerium betrachtet. Doch ein Versuch, die Importe zu untersagen, wurde von der EU gestoppt - weil das ein unerlaubter Eingriff in den Handel sei. Im nächsten Anlauf will Umweltminister Johannes Remmel (B90/Grüne) versuchen, die Düngeverordnung zu verschärfen. Schon jetzt seien die Auswirkungen im Boden festzustellen, etwa an höheren Nitratwerten. Norwich Rüße, Sprecher für Natur- und Landwirtschaftspolitik, könnte sich vorstellen, dass die Sperrzeiten für das Ausbringen der Gülle im Winter verändert werden.

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ulrich_loose 17.02.2017, 17:45
4. Das Wort Düngen

hat mit dem Problem nicht mal am Rande etwas zu tun. Die Gülle wird auf den Flächen verklappt und da wächst dann nur noch Mais. Im Übrigen kommt das alles VIEEEEEL zu spät. Es dauert viele Jahre bis das Nitrat das oben aufs Feld gebracht wird, bis ins Grundwasser durchsickert. Selbst wenn man heute kein Gramm Gülle auf die Flächen - Felder sind das nicht - bringen würde, eine Änderung des Nitratgehaltes des Grundwassers wäre erst in vielen Jahren messbar.

Was am Ende dabei heraus kommt? Der Steuerzahler wird den Bauern Kläranlagen bauen...

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phantasierender... 17.02.2017, 17:49
5. Landwirte bringen im Frühjahr

Sehr viel gülle aus - ja klar macht ja auch Sinn schließlich ist der düngeeinsatz im Frühjahr am sinnvollsten. Ab diesem jahr dürfen Landwirte max. 170kg N/ha aus organisatorischen Materialien ausbringen. Wir haben bei uns in der Gemeinde seit jahren lediglich 35mg /l Nitrat im Wasser rückläufig seit 1998 - ich konnte die panikmache nie verstehen ehrlichgesagt ... erinnert mich irgendwie an das Waldsterben in den 80er Jahren ...

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prince62 17.02.2017, 17:50
6. Ändern wird sich nichts, weil keiner kontrollieren wird.

Zitat von quark2@mailinator.com
Zeit wirds. Seit langer Zeit ist der Mißstand bekannt und die Sensoren zeigen überall, wie sich das Zeug dem Trinkwasser mehr und mehr nähert. Ich habe so meine Zweifel, daß die Reaktion noch rechtzeitig und ausreichend ist. Leider kann man Politiker nicht in Haftung für ihr Versagen nehmen.
Na freuen Sie sich mal nicht zu früh, denn ändern, bzw. verbessern wird sich gar nix, wird genau so ablaufen wie mit dem angeblichen Nichtraucherschutz, groß Gesetze verkünden und verabschieden um deren Einhaltung sich dann niemand kümmert,

hier am Bahnhof rauchen sogar die Bundespolizisten ganz ungeniert, bzw. stehen neben Rauchern und sagen /machen nix, trotz ausgeschildertem Rauchverbot seit 2012,

bei den Bauern ist die Lobbys aus Bayern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein nicht zu überwinden, zumal deren politisches Rückrad schon immer die Unionsparteien sind.

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krautrockfreak 17.02.2017, 17:54
7. Unglublich, was da abgeht!

Jahrzehntelang wurde uns von den Bauern das Märchen erzählt, dass Jauche ein prima und natürlicher Dünger sei, dabei ist es vor allem eines: Sondermüll! Und zwar erzeugt durch den abartigen Fleischkonsum der Deutschen aufgrund viel zu billigen Massenfleisches, erzeugt in tierquälerischer Art in großem Stil.
In 50 Jahren wird man nur den Kopf schütteln über unsere Generation....

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Lykanthrop_ 17.02.2017, 18:26
8.

Irgendwo muss die Gülle ja hin, solange die Mastställe sprießen werden die Gülle-Fluten nicht abebben.
Ich arbeite selbst im grünen Bereich und kann sagen, dass da bei Kontrollen gern beide Augen zugedrückt werden, auch wenn es sich langsam verbessert. Wenn Gülle, in großen Mengen auf einem teilweise gefrorenen Boden ausgebracht wird, wie in meiner Umgebung die letzten Tage, hat das jedenfalls wenig mit Düngung zu tun, eher mit grüner Giftmüllentsorgung.

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christiewarwel 17.02.2017, 18:26
9. Gülle

gehört nicht auf die Felder, sondern in Faultürme. DANACH ist das, was da heraus kommt, tatsächlich hervorragender Dünger. DAVOR ist es allerdings Sondermüll, der aus Bequemlichkeit falsch entsorgt wird. Leider weiß unsere Regierung mal wieder nicht, wie man sinnvoll und Investition buchstabiert.

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