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Belgisches AKW: Auch bei Tihange-1 erhöhtes Sicherheitsrisiko
DPA

Im belgischen Atomkraftwerk Tihange-1 haben sich gefährliche Zwischenfälle gehäuft, berichten WDR und ARD. Im Meiler Tihange-2 waren zuletzt Risse entdeckt worden. Das AKW ist 70 Kilometer von Aachen entfernt.

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just me 01.02.2018, 14:06
1. Deutsche Überheblichkeit?

Die Belgier sind doch nicht dümmer oder schlauer als die Deutschen. Also ist es die Einschätzung der Belgier ob sie weiter mit dem KKW gehen oder nicht. Die Belgier mischen sich ja z.B. auch nicht in Deutschland ein ob Braunkohleabbau und die Energiegewinnung daraus sinnvoll ist. Scheinbar denken die deuteschen Media wie z.B. der Spiegel, dass die Belgier sowas wie ¨verantwortlungslos¨ sind. Oder das Thema wird jetzt aufgebauscht.

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D. Brock 01.02.2018, 14:29
2. Verwundert bin ich darüber, dass die ...

... notwendige Unterlagen ausschließlich der belgischen Atomaufsicht vorlägen.
Im Computerzeitalter ist es vollkommen unproblematisch diese Unterlagen weiterzureichen.
Weiterreichen wozu?
Schlicht, weil ein Reaktorunfall eben nicht nur das fragliche Land selbst beträfe, es ist eben KEINE nationale Angelegenheit, sonder internationale Folgen hätte. Demnach kann Aufischt über Kernkraftwerke als ein Musterbeispiel angesehen werden für die Notwendigkeit internationaler Zusammenarbeit!
Allein: Is' offensichtlich nicht der Fall? Wie das?
Hier wäre tatsächlich die EU gefragt schleunigst eine einheitliche internationale Regelung zu treffen, Reaktoraufsicht ist keine Nationalangelenheit!
Denkt man hier weiter so gilt das an sich für die gesamte Welt.

Verwundert bin ich auch über die Bemerkung, dass "neue" Risse festgestellt wurden. Da bereits beim Bau dieses Reaktors Risse festgestellt wurden, ist die Zunahme der Anzahl und damit das Auftreten neuer Risse selbstverständlich. Darüber braucht niemand erstaunt zu sein!
Es braucht auch niemand erstaunt zu sein, wenn's eines Tag "peng" macht, denn das ist die typische Folge des Auftretens von Rissen, siehe ICE-Unglück Eschede.
Leider kann man jetzt schon das Bedauern der Verantwortlichen hören, dass das ja niemand vorausgesehen hätte, am besten noch, dass man's nicht hätte voraussehen können, wenn's denn mal gerkracht hat.
So viel zur Lernfähigkeit des Menschen. Nüchtern betrachtet existiert die wohl gar nicht.

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Marut 01.02.2018, 15:54
3. Sehr begrenzte Sichtweise

Zitat von just me
Die Belgier sind doch nicht dümmer oder schlauer als die Deutschen. Also ist es die Einschätzung der Belgier ob sie weiter mit dem KKW gehen oder nicht. Die Belgier mischen sich ja z.B. auch nicht in Deutschland ein ob Braunkohleabbau und die Energiegewinnung daraus sinnvoll ist. Scheinbar denken die deuteschen Media wie z.B. der Spiegel, dass die Belgier sowas wie ¨verantwortlungslos¨ sind. Oder das Thema wird jetzt aufgebauscht.
Bei einem solchen Problem mit nationale Zuständigkeiten zu argumentieren liegt vielleicht z.Zt. ganz im Trend, aber gerade dieses Beispiel zeigt, wie unsinnig national-bezogenes Denken doch sein kann. Die Gefahr, die von einem gravierenden Stör- oder Unfall der belgischen Reaktoren ausgeht, kümmert sich nicht um Länder oder Grenzen oder ob Belgier oder andere schlauer sind, sondern bei dem vorherrschenden Westwind ist er schneller unser Problem, als es uns lieb ist.
Wenn ich dem Author mal unterstelle, dass auch er durchaus die Gefahren von Braunkohle und Atomenergie unterscheiden kann, dann steht doch doch bei seinem Denken wohl eher das national-orientierte Denken im Vordergrund, sonst würde er beides zusammen nicht in einem Argumentationsstrang verwenden.
Gerade an diesem Beispiel zeigt es sich, wie sinnvoll eine europäische Zuständigkeit wäre und eine nationale Denkabschottung fatale Folgen haben kann.
Dabei sein noch darauf hingewiesen, dass Belgien bei einem Atomkraftanteil von ca. 50% an der Energieversorgung unter ganz anderen Sachzwängen steht. Das sachzwanggeprägte Entscheidungen selten von ausuferndem Weitblick und Intelligenz geprägt sind, können wir in unserem eigenen Land sehen, ist wohl weltweit so.

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charly2708 01.02.2018, 16:44
4. Grenzübergreifend nicht Grenzübergriffig

Zitat von just me
Die Belgier sind doch nicht dümmer oder schlauer als die Deutschen. Also ist es die Einschätzung der Belgier ob sie weiter mit dem KKW gehen oder nicht. Die Belgier mischen sich ja z.B. auch nicht in Deutschland ein ob Braunkohleabbau und die Energiegewinnung daraus sinnvoll ist. Scheinbar denken die deuteschen Media wie z.B. der Spiegel, dass die Belgier sowas wie ¨verantwortlungslos¨ sind. Oder das Thema wird jetzt aufgebauscht.
Leider ist die Geschichte nicht allein auf Belgien begrenzt, wie man sich leicht denken kann. Und deswegen finde ich es legitim sich auch von deutscher Seite aus einzumischen. Umgekehrt fände ich es genauso legitim, wenn sich belgische oder niederländische Institutionen in Deutschland zu Wort melden, wenn sie der Meinung sind, dass von deutscher Seite aus eine Gefährdung für die belgische oder niederländische Seite besteht. Also, wo ist jetzt das Problem Forist "just me"?

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peterm8s 01.02.2018, 16:53
5. Die "Risse"

sind längst untersucht und für harmlos befunden worden. Dass Harms die hier in den Öffentlichen wieder aufwärmen darf ist Irreführung.

Die Atomangst muss am Kochen gehalten werden, damit der Flop Energiewende weiter brav finanziert wird.
Belgien macht zu dieser Stunde seinen Strom mit ca 180 Gramm CO2 pro kWh, Deutschland mit etwa dem Doppelten.
https://www.electricitymap.org/?page=country&solar=false&remote=true&wind=false&c ountryCode=DE
Klimaschutz war gestern.

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MiniDragon 01.02.2018, 17:31
6. Bitte noch etwas Geduld

Zitiere:
``Allerdings lägen nur der belgischen Atomaufsicht alle notwendigen Unterlagen vor, um die Sicherheit eines AKW bewerten zu können.´´

Auch wird sich ändern, wenn Martin Schulz der erste deutsche Europaminister geworden ist.
Dann wird es bald nicht nur eine europäische Verteidigungsgemeinschaft und einen europäischen Währungsfond sondern auch eine europäische Atomaufsicht geben.

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tempus fugit 01.02.2018, 17:49
7. Die Atomangst hält die Bürger....

Zitat von peterm8s
sind längst untersucht und für harmlos befunden worden. Dass Harms die hier in den Öffentlichen wieder aufwärmen darf ist Irreführung. Die Atomangst muss am Kochen gehalten werden, damit der Flop Energiewende weiter brav finanziert wird. Belgien macht zu dieser Stunde seinen Strom mit ca 180 Gramm CO2 pro kWh, Deutschland mit etwa dem Doppelten. https://www.electricitymap.org/?page=country&solar=false&remote=true&wind=false&c ountryCode=DE Klimaschutz war gestern.
...am Kochen - mehr als 90%!

Flop? Heute 40% - im Oktober sogar 44% - EE-Strom in DE, Wohl noch einige %te mehr, wenn man die 10% Stromexport in DE rausrechnet.

Flop war Fukushima, seit demnächst 7 Jahren alle Atommeiler vom Netz, 30% der japan. Stromvesorgung - ohne Nachbarn, die helfen könnten...

Die paar übriggebliebenen, alten Meiler in DE gehen in 2 Jahren vom Netz, so vorhber keiner in die Luft fliegt und dann war's das mit Atom.

Klar, ist EE ein Flop, ganz top - weltweit.

Was ist eigentlich aus den RWE und EON-Atommeilern in UK geworden, denen Sie doch so intensiv das Wort redeten?

Oder aus Hinkley?

Ganz toll der Bau von den supermodernen, sicheren EPR in Flamanville
und Olkiluoto.

Alle Welt wartet drauf, dass der Strom aus diesen Dingern praktisch gratis sein wird....

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mwroer 01.02.2018, 18:26
8.

Zitat von Marut
Bei einem solchen Problem mit nationale Zuständigkeiten zu argumentieren liegt vielleicht z.Zt. ganz im Trend, aber gerade dieses Beispiel zeigt, wie unsinnig national-bezogenes Denken doch sein kann. Die Gefahr, die von einem gravierenden Stör- oder Unfall der belgischen Reaktoren ausgeht, kümmert sich nicht um Länder oder Grenzen oder ob Belgier oder andere schlauer sind, sondern bei dem vorherrschenden Westwind ist er schneller unser Problem, als es uns lieb ist. Wenn ich dem Author mal unterstelle, dass auch er durchaus die Gefahren von Braunkohle und Atomenergie unterscheiden kann, dann steht doch doch bei seinem Denken wohl eher das national-orientierte Denken im Vordergrund, sonst würde er beides zusammen nicht in einem Argumentationsstrang verwenden. Gerade an diesem Beispiel zeigt es sich, wie sinnvoll eine europäische Zuständigkeit wäre und eine nationale Denkabschottung fatale Folgen haben kann.
Das dann allerdings auch bei Kohlekraftwerken - der Pott hat die Provinz Limburg in den Niederlanden jahrzehntelang mit Dreck versorgt und keinem Deutschen wäre eingefallen unsere Beschwerden auch nur im Ansatz ernst zu nehmen.

Nur andersrum müsst Ihr natürlich an allem beteiligt werden?

Klar sind es unterschiedliche Gefahren - Kohlekraftwerke schicken Ihren Dreck jahrzehntelang regelmäßig rum, ein Atomkraftwerk halt einmal gesammelt.

AKW Emsland übrigens ... wenn das Ding crasht betrifft es auch uns also, als freundliche Bitte vom niederländischen Nachbarn: Schaltet gefälligst erst Euren eigenen Mist ab bevor Ihr wieder rumlauft und andere auffordert dies zu tun.

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günter1934 01.02.2018, 18:34
9.

Zitat von tempus fugit
...am Kochen - mehr als 90%! Flop? Heute 40% - im Oktober sogar 44% - EE-Strom in DE, Wohl noch einige %te mehr, wenn man die 10% Stromexport in DE rausrechnet. Flop war Fukushima, seit demnächst 7 Jahren alle Atommeiler vom Netz, 30% der japan. Stromvesorgung - ohne Nachbarn, die helfen könnten... Die paar übriggebliebenen, alten Meiler in DE gehen in 2 Jahren vom Netz, so vorhber keiner in die Luft fliegt und dann war's das mit Atom. Klar, ist EE ein Flop, ganz top - weltweit. Was ist eigentlich aus den RWE und EON-Atommeilern in UK geworden, denen Sie doch so intensiv das Wort redeten? Oder aus Hinkley? Ganz toll der Bau von den supermodernen, sicheren EPR in Flamanville und Olkiluoto. Alle Welt wartet drauf, dass der Strom aus diesen Dingern praktisch gratis sein wird....
So wenig wie wir in Europa einen flächendeckenden Strom-Blackout wegen der Volatilität der Erneuerbaren Energien hatten, genauso wenig hatten wir einen GAU eines der zahlreichen uralt Atomkraftwerke.
Zu befürchten ist leider beides.
Bei welchem Ereignis die Folgen schlimmer sind, - darüber lässt sich trefflich diskutieren.

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