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Bodenschätze in Yukon: Der Fluch der modernen Goldsucher
Paul Nicklen / NATIONAL GEOGRAPHIC

Das Goldfieber bedroht Nordamerikas letzte grandiose Wildnis am Yukon. Denn wo einst mit Schaufeln gegraben wurde, walzen heute Bulldozer durch die Natur. Trotzdem erinnert erstaunlich vieles an den Wilden Westen.

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quakiutel 22.03.2014, 13:06
1. Solange es Menschen gibt...

...wird diese Müllhalde namens Erde um- und umgegraben
werden, Viele Milliarden mehr wollen Häuser mit Kupferleitungen, Kühlschränke und Fortbewegungsmittel. Wenn Silber soviel kostet wie Gold und wenn Kupfer 100 Neudollars/Kg. kostet, werden auch die aufgeforsteten Gebiete erneut umgegraben werden. Das ist das Gesetz des grössten Ausbeuter-Tiers: Mensch. Jammern kostet nur Kraft.

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spon-facebook-10000523851 22.03.2014, 13:16
2. Was da nicht

nur im Yukon platt gemacht wird ist unglaublich. Nicht nur wird alles niedergemacht was im Weg steht, sondern die Mineure ballern auf alles was sich ruehrt und nach Baer, Wolf oder anderen "gefaehrlichen" Lebewesen aussieht. Man macht wohl Auflagen, aber die Verschmutzung durch Treibstoffe, Oele und verscharrten Abfall sind enorm.

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gruenertee 22.03.2014, 13:27
3. optional

Ein guter Kompromiss wäre es, wenn die Miner gezwungen werden, nach dem Abbau des Goldes die Landschaft und den Boden heterogen zu hinterlassen, sodass nach 100 Jahren die Mine teilweise wieder Teil der Wildnis wird.

Wenn die tailing hills (Hügel mit gewaschenen Steinen) verhindert werden können, dann entsteht schnell wieder Wildnis.

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drittschuldner 22.03.2014, 13:38
4. viel schlimmer als es aussieht

Zitat von sysop
Das Goldfieber bedroht Nordamerikas letzte grandiose Wildnis am Yukon. Denn wo einst mit Schaufeln gegraben wurde, walzen heute Bulldozer durch die Natur. Trotzdem erinnert erstaunlich vieles an den Wilden Westen.
Schade dass die Provinz Yukon jetzt doch auch den Bach runtergehen wird. Mineralien- und Holzgewinnung werden durch die immer effizenteren Techniken das Land schnell verwüsten. Das bekommt aber kaum jemand mit.

In den Neunzigern im kanadischen Westen war ich verblüfft als mir ein Einheimischer erklärte, dass es in der riesigen Provinz British Columbia nur noch wenige Prozent ursprünglicher Wälder gab, weil alles schon mindestens einmal abgeholzt war. Deswegen fanden sich fast nur noch direkt an den Rändern der großen Highways mächtige Fichten und Tannen (wurde wegen den Touristen stehengelassen, damit die denken so würde das Land überall aussehen).

Von einem Berg aus bei sehr klarer Sicht habe ich dann später gesehen, dass das Land richtig häßlich ist, wegen lauter Rechtecke auf Hügeln und Ebenen. Die größte Kahlschlagstelle wurde damals mit 40 mal 40 Kilometer angegeben. Die Provinz Yukon war zu der Zeit noch recht wenig betroffen, weil die Bäume viel kleiner sind, die Erntemaschinen waren noch nicht so effizient wie heute.

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stefan p 22.03.2014, 13:45
5. optional

...ich finde das immer zu putzig. Wird irgendwo auf der Welt ein Loch gebuddelt wird, regt sich der deutsche Gutmensch auf und sieht 'die letzte Wildnis' verschwinden.

Aber wenn in einem kleinen europäischem Land, welches noch dazu zu den dichtest besiedelten Gebieten der Welt zählt ganze Landschaften weggebaggert und verbrannt werden (z.B. Garzweiler II) juckt das niemand.

Nur so nebenbei, Alaska ist mit 1,7 Millionen km² fast 5 x größer als Deutschland hat aber nur rund 700.000 Einwohner. Also dort müsste noch sehr lange gebuddelt werden, bis 'die letzte Wildnis' verschwindet.

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mhpur 22.03.2014, 14:23
6. Als Yukoner

ehrenhalber sehe ich diese Entwicklung mit Grausen. Ich habe dieses herrliche Land, diese pure Natur, mehrfach mit dem Kanu durchreist. Dawson ist sehr authentisch, ein richtiges Abenteuer. Aber wer sich die Gegend um Dawson herum angesehen hat, möchte ganz bestimmt nicht, dass es anderswo auch so grausig aussieht.

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flessan 22.03.2014, 15:06
7. Tv

Da muss ich gerade an einen freien Tag vor nicht langer Zeit denken. Im fernsehen lief der 'Männersender'. Zuerst sah ich wie Hightech-Irre-Wasser-Hippies (kann sie einfach nicht ernst nehmen) die löblich versuchten Wale zu retten. Zigarette später, glückliche Rednecks vor Hektar abgeholztem Alaska. Kaffe ist leer jetzt kommt der auftritt der jungs am Yukon und im rest der Welt die goldgeil ganze Landstriche verwüsten. Nach dem Programm zu meiner Kippe und Käffchen brauchte ich nichts mehr zu essen...

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boer640 22.03.2014, 17:13
8.

viel wichtiger ist noch, dass diese dmax-abenteurer-kopien umweltauflagen bekommen und besser kontrolliert werden, vor allem bezüglich der verwendung von chemikalien. ich mein, selbst wenn da einmal alles umgegraben wird, so kann man doch im anschluss was dafür tun, dass dort wieder bäume wachsen.
da sind dann allerdings die regierungen gefragt, entsprechende gesetze zu schaffen.

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BlakesWort 22.03.2014, 17:37
9.

Zitat von stefan p
...ich finde das immer zu putzig. Wird irgendwo auf der Welt ein Loch gebuddelt wird, regt sich der deutsche Gutmensch auf und sieht 'die letzte Wildnis' verschwinden. Aber wenn in einem kleinen europäischem Land, welches noch dazu zu den dichtest besiedelten Gebieten der Welt zählt ganze Landschaften weggebaggert und verbrannt werden (z.B. Garzweiler II) juckt das niemand. Nur so nebenbei, Alaska ist mit 1,7 Millionen km² fast 5 x größer als Deutschland hat aber nur rund 700.000 Einwohner. Also dort müsste noch sehr lange gebuddelt werden, bis 'die letzte Wildnis' verschwindet.
Dumme Menschen teilen dumme Ansichten. Wussten Sie, dass der Osten und Mittlere Westen der USA bis ins 16. Jahrhundert hinein komplett von unendlichen Wäldern bewachsen waren? Nun, Holz war eines der Hauptexportgüter der Neuen Welt und bereits 300 Jahre später waren weite Teile eines ganzen Kontinents abgeholzt.

An Renaturierung hat natürlich niemand gedacht. Wenn man die Sendungen auf DMAX verfolgt, dann sieht man überhaupt nichts von Umweltschutz. Öl wird einfach an Ort und Stelle abgelassen, Bäume gerodet und am Ende bleibt verschottertes Ödland zurück für eine Ressource, die zu drei Vierteln zu Schmuck verarbeitet wird.

Bedingt durch den Klimawandel dürfte der Goldabbau in diesen Weiten immer lukrativer werden. Muss das denn wirklich sein, nur weil es möglich ist?

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