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China: Älteste Fußspuren der Welt entdeckt
NIGP

Wann erfand die Evolution das Laufen? Viel früher als bisher bekannt: Schon zur Zeit der geheimnisvollen Ediacara-Fauna gab es offenbar Tiere, die sich auf Beinen fortbewegten.

hansw 07.06.2018, 15:51
1. Kaum zu glauben aber wahr

Ich bin wissenschaftlicher Laie, der mit grosser Neugier die Entdeckungen und Spuren aller möglichen Epochen verfolgt. Neben den Berichten über das Laufen fand ich im nächsten Arltikel die Erkenntnisse über die grosse Lücke vor dem Kambrium. Die soll durch die Hebung der Landmassen beim Zerfall der Urkontinents Rodina entstanden sein. Jetzt beantworten sich viele Fragen durch diese Erkenntnisse. Heureka (Keine Anspielung auf Aristoteles).

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Frog 07.06.2018, 16:03
2. Fehler

Liebes Spiegel Team,
Mir fallen seit einigen Wochen immer wieder Schreibfehler in Ihren Beiträgen auf. Ich habe Sie im Verdacht, dass Sie eine Software benutzen die Korrektur liest und noch nicht ganz eingearbeitet ist. Sollte es sich um einen lebendigen Mitarbeiter handeln, dann ignorieren Sie diesen Kommentar; denn irren ist menschlich. Sofern es sich um eine K. I.Software handelt, verlangen Sie Ihr Geld zurück, denn entweder die Zeit ist noch nicht reif dafür oder man hat Ihnen etwas angedreht das nicht funktioniert wie es soll.
...dass es schon im Ediacarium (635-541 Millionen Jahre) Tiere gab, das über etwas verfügten, die man bisher für weit moderner hielt: Beine. (Tiere gab, ? über etwas verfügten, ? man bisher für weit moderner hielt: Beine.

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Skeptiki 07.06.2018, 16:28
3.

Zitat von hansw
Ich bin wissenschaftlicher Laie, der mit grosser Neugier die Entdeckungen und Spuren aller möglichen Epochen verfolgt. Neben den Berichten über das Laufen fand ich im nächsten Arltikel die Erkenntnisse über die grosse Lücke vor dem Kambrium. Die soll durch die Hebung der Landmassen beim Zerfall der Urkontinents Rodina entstanden sein. Jetzt beantworten sich viele Fragen durch diese Erkenntnisse. Heureka (Keine Anspielung auf Aristoteles).
Ja klar, die Anspielung wäre ja auch auf Archimedes.
Es ist ja schön, wenn durch zwei Minispuren im Sand die Evolutionstheorie doch noch gerettet werden kann - es gibt demnach das Problem der präkambrischen Explosion nicht mehr.
Man kann ja nur froh sein, dass kein Stiefelabdruck daneben gefunden wurde, der hätte wegdiskutiert werden müssen.

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willibaldus 07.06.2018, 17:31
4.

Wie schon #1 sagte, sind fast alle Spuren direkt vor dem Kambrium nicht mehr vorhanden. Durch die Rodinische Hebung gerieten die entsprechenden Sedimente an die Oberfläche und fielen der Erosion zum Opfer. Der grösste Teil des Rests ist als Meeresboden der Subduktion zum Opfer gefallen. Dass trotzdem noch etwas gefunden wird ist recht selten und bis jetzt konnte man mangels Masse nicht mehr finden. Falls Sie damit ein Argument gegen Evolution oder die kambrische Explosion liefern wollen, dann ist das damit hinfällig.

Es ist nicht so, dass man nichts findet, weil da nichts war, man findet nichts, weil die Spuren im Laufe der Erdgeschichte fast vollständig vernichtet wurden.

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carinanavis 07.06.2018, 19:26
5. Einfacher

ist sicher die Vorverlegung des Kambriums um 10 Millionen Jahre. In der Erdgeschichte ist das ein extrem kurzer Zeitraum. Wären die 4,5 Milliarden Jahre auf ein Jahr komprimiert, dauerte es nun statt knapp 5 Tagen eben 6 Tage.

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zweifelturm 08.06.2018, 13:26
6. Offenbar ahnungslos

Zitat von Skeptiki
Ja klar, die Anspielung wäre ja auch auf Archimedes. Es ist ja schön, wenn durch zwei Minispuren im Sand die Evolutionstheorie doch noch gerettet werden kann - es gibt demnach das Problem der präkambrischen Explosion nicht mehr. Man kann ja nur froh sein, dass kein Stiefelabdruck daneben gefunden wurde, der hätte wegdiskutiert werden müssen.
Sie scheinen von keinerlei Ahnung über wissenschafliche Arbeit geplagt zu sein. Es gibt bei der Evolutionstheorie "nichts zu retten". Was es gibt, ist wissenschaftlicher Fortschritt aus immer neu hinzugewonnenen Erkenntnissen. Das Modell der Evolutionstheorie ist wie andere wissenschaftliche Modelle auch, in sich schlüssig und konsistent und erklärt die vorliegenden Daten und Beobachtungen in hinreichendem Maß. Alle vorliegenden Daten aus der Geologie und begleitenden Wissenschaften sind voll in sich konsistent. Wissenschaft steht nie still und ist immer ein Entwicklungsprozess. Als Beispiel: In der Astrophysik hat man ganz präziese Daten und Erkenntnisse über die Struktur und den Aufbau und die Historie des Universums. Es ist schon erstaunlich, mit wie wenig Mathematik, es genügen hier die Feldgleichungen Einsteins aus der ART, man das gesamte Universum erklären kann. Man kann den Zeitpunkt des Big Bäng nahezu bis auf den "Tag" genau berechnen, 13.82 Mrd. Jahre. Dennoch befindet sich die Astrophysik in ständigem Erkenntniszugewinn. Es gibt noch irre viel zu erforschen und zu erkunden. In allen Wissenschaftsbereichen. Spinner wie die Kreationisten oder ähnliche Witzfiguren haben hier wirklich nichts zu suchen.

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carinanavis 08.06.2018, 15:12
7. übertrieben genau

Zitat von zweifelturm
Sie scheinen von keinerlei Ahnung über wissenschafliche Arbeit geplagt zu sein. Es gibt bei der Evolutionstheorie "nichts zu retten". Was es gibt, ist wissenschaftlicher Fortschritt aus immer neu hinzugewonnenen Erkenntnissen. Das Modell der Evolutionstheorie ist wie andere wissenschaftliche Modelle auch, in sich schlüssig und konsistent und erklärt......
Das Alter des Universum wird mit 13,799 ± 0,021 Milliarden Jahren angegeben. Bei einem Fehler von ± 21 Millionen Jahren werden Sie sich schwer tun, Montag, den 1. Januar des Jahres -13 799 000 (oder so) als Big Bang-Tag festzulegen.

Allerdings gilt dies eben nur im Rahmen des Standardmodells der Kosmologie (Lambda-CDM-Modell). Verschiedene Parameter des Modells sind ja noch sehr ungenau bestimmt, wie Gesamtanteil der baryonischen und dunklen Materie an der Gesamtmaterie, inkl. dunkler Energie oder auch die optische Dicke bis zum Zeitalter der Reionisierung. Da andere Modelle wie das Multiversum zutreffen könnten, sollte man doch sehr vorsichtig mit solchen Aussagen sein. Vielleicht findet man nach dunkler Materie und Energie bald eine "dunkle Zeit" oder etwas ähnliches, das alle früheren Berechnungen über den Haufen wirft.

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zweifelturm 08.06.2018, 18:37
8. Worum es geht

Zitat von carinanavis
Das Alter des Universum wird mit 13,799 ± 0,021 Milliarden Jahren angegeben. Bei einem Fehler von ± 21 Millionen Jahren werden Sie sich schwer tun, Montag, den 1. Januar des Jahres -13 799 000 (oder so) als Big Bang-Tag festzulegen. Allerdings gilt dies eben nur im Rahmen des Standardmodells der Kosmologie (Lambda-CDM-Modell). Verschiedene Parameter des Modells sind ja noch sehr ungenau bestimmt, wie Gesamtanteil der baryonischen und dunklen Materie an der Gesamtmaterie, inkl. dunkler Energie oder auch die optische Dicke bis zum Zeitalter der Reionisierung. Da andere Modelle wie das Multiversum zutreffen könnten, sollte man doch sehr vorsichtig mit solchen Aussagen sein. Vielleicht findet man nach dunkler Materie und Energie bald eine "dunkle Zeit" oder etwas ähnliches, das alle früheren Berechnungen über den Haufen wirft.
Es geht doch darum, dass es verblüffend ist, dass man extrem komplizierte Materie mit relativ einfachen Mitteln sehr genau beschreiben kann. So kann man das gesamte - wohlgemerkt gesamte Universum über alle - wohlgemerk alle Zeiten mit einer ganz simplen Gleichung sehr genau beschreiben. Obwohl man, um die Feldgleichungen lösbar zu machen, Vereinfachungen, wie Homogenität und Isotropie des Universums auf grossen Skalen vornehmen muss. Heraus kommen die Friedmann-Gleichungen in verschiedenen Ausbaustufen. vom einfachen Friedmann-Modell bis zum Friedmann-Lemätre-Robertson-Walker-Werk (L-CDM). Sind die Parameter genau, sind auch die Resultate der Gleichungen extrem genau. Über die Parameter gibts Diskussionen, da gibts dann leicht unterschiedliche Resultate, insbesondere eben den Hubble-Parameter bzw. -konstante H(t) bzw Ho, bzw. eben den Scale-Factor a(t) bzw. a. Der H.Parameter ist ja nichts anderes als die zeitl. Ableitung von a geteilt durch a also a(t)/dt/a(t). Ho wird z. Zt. mit etwa 68 km/s/Mpc gehandelt, aber auch mit 72, dann gibst noch die Materie- und die Vakuumdichte (ca. 0.32 bzw 0.68), muss im flachen Universum 1 ergeben. Dann geht die Friedmann-Lemätre Gleichung etwa so:
H^2=(a/dt/a)^2= 8/3*pi*ro/a^3 + k*c^2/(3*a^2) + (Lambda*c^2)/3 . (habe ich jetzt auswendig hingeschrieben, hoffe es stimmt noch) . Damit kann man die Physik des gesamten Universums erklären. Ist doch erstaunlich. PS. Wenn Sie sich fragen, wie das Universum aussieht, wenn man es mit Instrumenten anguckt, also von heute bis zum Big Bäng zurück - man sieht da den sog. Light-Cone - es sieht etwa so aus wie der Hinkelstein von Obelix.

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clemens_becker 12.06.2018, 13:12
9. "Spinner" als Ausdruck wissenschaftlichen Arbeitens ?

Zitat von zweifelturm
Sie scheinen von keinerlei Ahnung über wissenschafliche Arbeit geplagt zu sein. [...] Es gibt noch irre viel zu erforschen und zu erkunden. In allen Wissenschaftsbereichen. Spinner wie die Kreationisten oder ähnliche Witzfiguren haben hier wirklich nichts zu suchen.
Unter wissenschaftlichem Arbeiten verstehe ich, alle Thesen auf ihre Plausibilität zu prüfen. Und wenn neue Erkenntnisse kommen, dann nicht nur zu versuchen, die bisherige Hauptthese anzupassen, sondern auch zu prüfen, ob nicht andere Thesen / Erklärungsansätze durch die neuen Erkenntnisse wahrscheinlicher werden.

Ich stelle mir wissenschaftliches Arbeiten allerdings als sehr problemtisch vor, wenn man diejenigen, die auch andere Thesen erneut auf Plausibilität prüfen möchten, von vorneherein als Spinner abtun.
Ich habe mit diesem Thema nicht beruflich zu tun. Bin aber alt genug, um über Jahrzehnte zu beobachten, wie sich die Erkenntnisse verändern. Ich komme noch aus der Zeit, als der Neandertaler als der erste Mensch galt. Später kam dann die Erkenntnis, nein, der heutige Mensch und der Neandertaler hätten gemeinsame Vorfahren. Und auch die "Wiege" der Menschheit wurde verlegt, weil man feststellte, das am anderen Ort noch viel ältere gemeinsame Vorfahen lebten.

Und so ging es eigentlich immer. Lange war klar, daß sich die Beine und damit das Laufen erst spät entwickelt haben. Und jetzt - jetzt findet man die Beine da, wo nach nach der bisherigen zeitlichen Einordnung gar nicht sein dürften.
Aber, alles kein Problem - wir warten einfach, bis wir noch ältere Funde haben, bei denen dann keine Tiere mit Beinen gefunden werden. Damit ist dann bewiesen, daß sich erst später Beine entwickelt haben.

Wenn dann allerdings noch ältere Funde auftauchen, in denen wieder beides zugleich vorkommt, dann warten wir wieder, bis die passenden Funde da sind. Wir passen nur also nur die Zeitrechnung an und warten bei Funden, die beides zeigen, einfach ab, bis wir Funde ohne Lauftiere haben. Da wir an dieser Prämisse festhalten (Beine erst später entwickelt), zählen natürlich nur die Funde, die das bestätigen.
Die Funde, die beides zugleich zeigen, erklären wir dann weg, indem wir sagen, nein, davor gab es eine Zeit, in der es keine Lauftiere gab. Funde ohne Lauftiere bestätigen damit die These, während Funde mit Lauftieren die Geschichte nur weiter in die Vergangenheit legen, aber die These natürlich nicht erschüttern.
Aber ist das wirklich wissenschaftliches Arbeiten?

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