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Copenhagen Suborbitals: Der Traum von der "Sojus"
Copenhagen Suborbitals

Sie wollten einen Menschen ins All schießen - und gesund zurückholen. Dann wurde Ex-Chef Peter Madsen wegen eines brutalen Mordes verurteilt. Was machen die Bastler der Copenhagen Suborbitals nun?

s.raudolf 10.09.2018, 11:15
1. Warum?

Als Techniker kann ich das Interesse und die Faszination am Projekt schon verstehen, leider ist die ganze Aktion absolut sinnlos. Die vergeudeten Resourcen könnten in vielen irdischen Bereichen helfen, aber so ist der Homo Sapiens nun mal....

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nadja_romanowa 10.09.2018, 12:22
2. Darum!

Weil sie es können.
Erster Kommentar: Genörgel. Man, man, man.
Da werden keine Ressourcen vergeudet. Da wird ein aufregendes Hobby betrieben. Wissen Sie überhaupt was es bedeutet, eine Rakete mit einem Flüssigtriebwerk sechseinhalb Kilometer aufsteigen zu lassen? Respekt vor den Enthusiasten, die bestimmt auch einigen Papierkram dafür abwickeln müssen.
Übrigens: In welchen irdischen Bereichen sind sie tatkräftig in Ihrer Freizeit unterwegs?

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Pixopax 10.09.2018, 13:04
3. Nur mal so als Vergleich

So heroisch die Ideen sind, eine Rakete auf 6 km Höhe zu bringen ist nicht schwer, habe ich selbst schon mehrfach gemacht und machen andere in den USA, Polen, Australien und UK beinahe routinemäßig bei Rocket-Events.
Hierzulande fehlt der Platz, sonst würden wir das auch hier öfters sehen, wohlgemerkt von einzelnen Raketenbauern, nicht von ganzen Teams. So bleiben wir in D unter der erlaubten Grenze, die meist bei ca. 1,5 - 2 Km liegt.

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themasterofdesaster 10.09.2018, 13:22
4. Nicht die Höhe ist das Besondere...

... sondern der kryo Flüssigantrieb.
das macht man nämlich als Hobbyist nicht mal eben so.

Kleine leichte Feststoffantriebe mit hoher Beschleunigung ungeregelt in 6km zu schießen, sollte ein begabter Hobbybastler in nem Jahr hinbekommen. Kryogener Flüssigtreibstoff ist da ne ganz andere Nummer!

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Newspeak 10.09.2018, 17:44
5. ...

Zitat von s.raudolf
Als Techniker kann ich das Interesse und die Faszination am Projekt schon verstehen, leider ist die ganze Aktion absolut sinnlos. Die vergeudeten Resourcen könnten in vielen irdischen Bereichen helfen, aber so ist der Homo Sapiens nun mal....
Fast alles, was Menschen tun, ist sinnlos. Und manches davon noch viel absoluter :). Und die Ressourcenverschwendung bei diesem Hobby ist allemal geringer als bei den Leuten, die sich alle paar Jahre ein neues Auto kaufen muessen, am besten einen SUV, und dergleichen Unsinn mehr tun.

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ackermart 10.09.2018, 18:59
6. Wie eine Kanonenkugel ...

, die man senkrecht nach oben feuert - "eine parabelförmige Bahn" aufweist. Leider ist dies das Nieveau, auf dem man heute mit uns über Raumfahrt spricht und sich dann wundert, wenn einem Verschwörungstheorien direkt auf den Kopf fallen. Dabei wäre es höchst interessant diesen Gedanken des Senkrechtstartes theoretisch mal konsequent weiter zu denken: Käme man auf diese Weise startend - die Senkrechte vom Äquator aus und den Drehimpuls der Erde beibehaltend - auf eine Geostation? Und wenn wir dies denn nicht verneinen können, würde bei stetig weiterem Geradeausflug letztlich die Orbitalbewegungskomponente - kommend vom beibehaltenen Drehimpuls der Erde - größer werden als die des freien Geradeausfluges?! Derartiges beantwortet zu bekommen wäre weit weltbildender als "exorbitant" teure Suborbitalflüge.

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varlex 11.09.2018, 15:10
7.

Zitat von ackermart
, die man senkrecht nach oben feuert - "eine parabelförmige Bahn" aufweist. Leider ist dies das Nieveau, auf dem man heute mit uns über Raumfahrt spricht und sich dann wundert, wenn einem Verschwörungstheorien direkt auf den Kopf fallen. Dabei wäre es höchst interessant diesen Gedanken des Senkrechtstartes theoretisch mal konsequent weiter zu denken: Käme man auf diese Weise startend - die Senkrechte vom Äquator aus und den Drehimpuls der Erde beibehaltend - auf eine Geostation? Und wenn wir dies denn nicht verneinen können, würde bei stetig weiterem Geradeausflug letztlich die Orbitalbewegungskomponente - kommend vom beibehaltenen Drehimpuls der Erde - größer werden als die des freien Geradeausfluges?! Derartiges beantwortet zu bekommen wäre weit weltbildender als "exorbitant" teure Suborbitalflüge.
Ganz einfach.

Der Drehimpuls L=m*r*v=J*w. Das bedeutet, je weiter ein Objekt entfernt, umso höher muss v sein, bei gleicher Winkelgeschwindigkeit.

D.h. würde eine Rakete den Drehimpuls der Erdoberfläche beibehalten, verringert sich die Geschwindigkeit in Richtung der Kreisbahn (die Winkelgeschwindigkeit nimmt ab). Dies würde bedeuten, die Erde dreht sich unter der Rakete weg.

Um also in einem geostationären Orbit zu bleiben, muss man die Geschwindigkeit erhöhen, also kinetische Energie zufügen in Richtung Kreisbahn.

Das ist aber nur die Komponente der Kreisbahn. Die Erde wirkt aber ihrer Gravitationskraft auf den Körper ein. Dagegen wirkt die Zentrifugalkraft.

Damit ein Körper im Orbit bleibt, muss Fg + Fz = 0.
Fg ist nur durch die Massen und den Abstand definiert. Die Zentrifugalkraft durch Abstand, Masse und Geschwindigkeit.

Wenn man dies G gleichsetzt und die gleiche Winkelgeschwindigkeit der Erde nimmt (geostationär) ist ein solcher Orbit nur in ca. 36000km Höhe gegenüber der Erdoberfläche möglich.

Objekte darunter müssen eine schnellere Winkelgeschwindigkeit gegenüber der Erdrotation aufweisen um im Orbit zu bleiben, Objekte darüber eine langsamere.

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