Forum: Wissenschaft
"Curiosity"-Mission: Mars-Rover findet organisches Material
NASA/JPL-Caltech/MSSS/DPA

Gibt oder gab es Leben auf dem Mars? Diese Frage beschäftigt Forscher seit Jahrzehnten. Nun fanden sie zwar keine endgültige Antwort - aber neue Hinweise.

rudolfsikorsky 08.06.2018, 14:21
1.

Der marsianische Methanzyklus ist ein starkes Anzeichen für Leben. Ich glaube jahreszeitliche vulkanischen Aktivitäten oder geologische Prozesse sind eher unwahrscheinlich. Wenn mann sich aber die Erde anschaut zb im Zeitraffer und aus den Orbit dann pulsiert und verändert und atmet alles im Lauf der Jahreszeiten und die treibende Kraft dahinter ist das Leben. Das scheint beim Mars auch so zu sein , wenn auch nur sehr schwach.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
thomas_linz 08.06.2018, 22:35
2. Wenn Sie Recht haben,

waere das wohl eine der einschneidensten Erkenntnisse der Menschheit. Man kann dann wohl davon ausgehen, dass das Weltall voll von Leben ist. Ich tendiere aber immernoch zu abiotischen Prozessen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
pepe-b 09.06.2018, 04:57
3. @ rudolfsikorsky

Bis zu dem Satz „die treibende Kraft ist das Leben“ war ich bei Ihnen. Der ist nämlich Spekulation. Wie im Artikel beschrieben gibt es zig andere und wahrscheinlichere Möglichkeiten, nämlich schlichte Chemie, die mit Biologie im Sinne von Leben nichts zu tun hat.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
pepe-b 09.06.2018, 05:04
4. @ thomas_linz

Wäre das wirklich so einschneidend? Es würd doch erstmal gar nichts verändern. Wir hätten nur den Beweis für eine ohnehin lang gehegte Vermutung. Und allein wegen dem Gesetz der großen Zahl (Milliarden Sonnen allein in unserer Galaxie, dazu Abermilliarden Galaxien im Universum) kann doch heute eigentlich niemand wirklich glauben, dass wir in diesem unendlichen Universum tatsächlich allein wären. Die Frage ist nur „wie oft das vorkommt“. Und darüber würde ein Fund auf dem Mars auch nichts aussagen, weil hier zwei Planeten (Mars und Erde) sehr eng beieinander stehen in der habitablen Zone unserer Sonne. Ich denke das kommt recht oft vor, weil irgendwo her muss es ja kommen - wir werden da definitiv keine Insel sein. Die nächste Frage ist dann, wie oft es vorkommt, dass das Leben sich über Mikroben hinaus zu in unserem Sinne intelligentem und raumfahrtfähigem Leben entwickelt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
thomas_linz 09.06.2018, 11:19
5. Ich denke

es waere schon einschneidend. Der Uebergang von abiotischer Materie in eine biologische Masse ist nach heutigem Kenntnisstand sehr schwierig. Sollte dies aber in einem einzigen Planetensystem mehrfach gelingen, kann man den empirischen Wert in der Formel fuer die Haeufigkeit von Leben in der Galaxis faktisch auf 1 setzen. 1 bedeutet, wo Leben entstehen kann, wird Leben entstehen. Damit springt der theoretische Wert von ein paar Zivilisationen in der Galaxis, auf zehntausende. Das finde ich schon einschneidend, weil es die Frage in den Vordergrund stellt: Wo sind die alle und in welcher Evolutionsstufe befinden sie sich. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass die Erde im Vergleich zu anderen potentiellen Planeten in der Galaxis sehr weit fortgeschritten ist.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
varlex 09.06.2018, 12:54
6.

Zitat von thomas_linz
es waere schon einschneidend. Der Uebergang von abiotischer Materie in eine biologische Masse ist nach heutigem Kenntnisstand sehr schwierig. Sollte dies aber in einem einzigen Planetensystem mehrfach gelingen, kann man den empirischen Wert in der Formel fuer die Haeufigkeit von Leben in der Galaxis faktisch auf 1 setzen. 1 bedeutet, wo Leben entstehen kann, wird Leben entstehen.
Das gilt aber nur, wenn sich das Leben auf dem Mars unabhängig von der Erde entwickelt hätte.

Sehr wohl sind zwischenplanetare Austauschprozesse im Sonnensystem denkbar, die Leben von der Erde auf den Mars getragen haben (und evtl. auch auf andere Monde/Planeten im Sonnensystem.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
knuty 10.06.2018, 01:29
7.

Zitat von varlex
Das gilt aber nur, wenn sich das Leben auf dem Mars unabhängig von der Erde entwickelt hätte. Sehr wohl sind zwischenplanetare Austauschprozesse im Sonnensystem denkbar, die Leben von der Erde auf den Mars getragen haben (und evtl. auch auf andere Monde/Planeten im Sonnensystem.
Oder eben umgekehrt, vom Mars zur Erde. Da der Mars kleiner ist und deshalb nach seiner Entstehung schneller als die Erde abgekühlt sein müsste, wären die Bedingungen auf dem Mars für die Entstehung von Leben früher als auf der Erde gegeben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Olaf 11.06.2018, 10:30
8.

Zitat von thomas_linz
es waere schon einschneidend. Der Uebergang von abiotischer Materie in eine biologische Masse ist nach heutigem Kenntnisstand sehr schwierig. Sollte dies aber in einem einzigen Planetensystem mehrfach gelingen, kann man den empirischen Wert in der Formel fuer die Haeufigkeit von Leben in der Galaxis faktisch auf 1 setzen. 1 bedeutet, wo Leben entstehen kann, wird Leben entstehen. Damit springt der theoretische Wert von ein paar Zivilisationen in der Galaxis, auf zehntausende. Das finde ich schon einschneidend, weil es die Frage in den Vordergrund stellt: Wo sind die alle und in welcher Evolutionsstufe befinden sie sich. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass die Erde im Vergleich zu anderen potentiellen Planeten in der Galaxis sehr weit fortgeschritten ist.
Vorsicht mit der letzten Schlussfolgerung, um aus ein paar Mikroben eine technische Zivilisation werden zu lassen, braucht es noch ein paar Bedingungen mehr.

Intelligentes Leben, also uns, gibt es auf der Erde seit rund 200.000 Jahren, aber erst in den letzten 60 Jahren oder so hätte ein Kontaktversuch überhaupt Aussicht auf Erfolg gehabt.

Es kann durchaus sein, dass wir zur Zeit die einzige, technische Zivilisation in der Milchstraße sind, die Galaxie aber trotzdem voller Leben ist. Das eine schließt das andere nicht aus.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Bernd.Brincken 18.06.2018, 10:38
9. Organische Chemie und Raumfahrt

Man darf darauf hinweisen, dass Kohlenstoff-Verbindungen aufrgund ihrer Vielzahl und der Voraussetzung für (uns bekanntes) Leben die Klasse 'Organische Chemie' bilden.
Der Umkehrschluss, dass solche Verbindungen auf Lebensformen hinweisen, gilt aber mitnichten.
Konkret gefunden wurden nun Thiophene, Dimethylsulfide, Toluole, Chlorbenzol und Naphtalin. Das sind einfache Verbindungen, die bei Anwesenheit der entsprechenden Elemente und physikalischen Bedingungen auch im Labor entstehen.
Die Komplexität der Prozesse, die wir 'Leben' nennen, ist dann nochmal eine ganz andere Sache.
Für die Raumfahrt kann der Fokus auf Leben-auf-dem-Mars ja auch nach hinten los gehen: Wenn man eine Marsexpedition mit diesem Ziel losschickt, dann nichts Neues findet, wird das Projekt als Scheitern dastehen.
Besser setzt man offen auf die kulturelle Dimension einer Expedition. Das wird auf jeden Fall ein Erfolg.

Beitrag melden Antworten / Zitieren