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DDR-Forscher Jens Reich: "Ich hatte Angst vor den verborgenen Überwachern"
Jens Reich

Vom Wissenschaftler zum Bürgerrechtler: Jens Reich erklärt im SPIEGEL ONLINE-Interview, was Forschen in der DDR bedeutete, welche Repressalien er erlebte - und warum er nach der Wende für das Amt des Bundespräsidenten kandidierte.

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elbdampfer 09.11.2014, 09:48
1. Chapeau!

Ein sehr sympathischer Mann mit einer beeindruckenden Lebensleistung.

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marthaimschnee 09.11.2014, 10:04
2.

Herr Reich hatte Angst vor der Überwachung, weil er das Blitzlicht bemerkte und es im Telefon knacken hörte. Heute ist das glücklicherweise vorbei. Nicht daß man nicht mehr überwacht würde, man merkt es nur nicht mehr. Das ist doch viel besser, als damals!

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hubertrudnick1 09.11.2014, 10:36
3. Überwachung

Zitat von marthaimschnee
Herr Reich hatte Angst vor der Überwachung, weil er das Blitzlicht bemerkte und es im Telefon knacken hörte. Heute ist das glücklicherweise vorbei. Nicht daß man nicht mehr überwacht würde, man merkt es nur nicht mehr. Das ist doch viel besser, als damals!
Heute begehen wir den 25. Jahrestag der Maueröffnung und sind froh darüber, dass wir die DDR und ihre totale Überwachung hinter uns gelassen haben, aber haben wir das wirklich?
Wer die einstige Überwachung fürchtete, der sollte dann aber auch heute sich zu der derzeitigen totalen Überwachung äußern und nicht so tun, als sei jetzt der Bürger endlich frei.
Imgrunde hat doch nur sich ein System aufgelöst und das neue hat dort weitergemacht, nur mit besseren Mitteln.
Sicherlich wird keiner mehr beim Grezübertritt wie ein Hase abgeschossen und das ist schon ein Fortschritt, aber die Freiheit der Bürger wird doch auch nur soweit garantiert, wie es die Mächtigen gefallen.
Die Maueröffnung war für die Mäachtigen doch nur ein Schritt zur Neuaufteilung ihrer Welt, die Freiheit der Bürger von Ostsytem ist nur ein kleines Anhängsel, dass man in den Vordergrund stellt.
Die Geschichte der Menschheit dreht sich doch nur um die Machtentwicklung und nicht um die Befindlichkeiten der Bürger, nur will man das nicht so sagen.

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1longus 09.11.2014, 10:37
4.

"- wir waren in allem, verglichen mit der Bundesrepublik, stets im Rückstand. "

Mag sein, aber die Bildung war viel besser als in der BRD. Es gab Astronomie in der Schule!

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rüpelrudi 09.11.2014, 10:57
5. Liebe(r) marthaimschnee,

sie vergleichen Äpfel mit Birnen.Entweder haben Sie aufgrund des Glücks der Geburt auf der richtigen Mauerseite keine blasse Ahnung,was wirkliche Überwachung heißt,oder Sie sind eine(r) von den vielen Nachplapperern,die einfach alles Dümmliche mitquatschen.Zeigen Sie mir einen Einzigen in diesem unserem Lande,der verfolgt,eingesperrt oder Repressalien ausgesetzt ist,nur weil er anderer Meinung als die Regierenden ist.(nehmen wir mal wirklich gefährliche Extremisten von rechts,links oder religiös motiviert aus).Der Unterschied fängt schon damit an,dass 1.)Ihr Kommentar gar nicht an die Öffentlichkeit gekommen wäre und 2.)wenn Sie es doch wider Erwarten geschafft hätten,Sie einige Unannehmlichkeiten zu erwarten hätten.Und das Sie in den nächsten Tagen Besuch vom BND,MAD oder meinetwegen NSA bekommen,ist wohl doch äußerst unwahrscheinlich.Manchen Leuten wünscht man eine Zeitmaschine,dann könnten sie live erfahren,wie ein Polizei- und Spitzelstaat wirklich funktioniert.Jede Wette,Sie würden sich ganz schnell sie sich unseren heutigen "Überwachungsstaat" zurückwünschen.

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Emil Peisker 09.11.2014, 11:02
6. noch nicht mal ein Iota Mut...

Zitat von marthaimschnee
Herr Reich hatte Angst vor der Überwachung, weil er das Blitzlicht bemerkte und es im Telefon knacken hörte. Heute ist das glücklicherweise vorbei. Nicht daß man nicht mehr überwacht würde, man merkt es nur nicht mehr. Das ist doch viel besser, als damals!
Werte marthaimschnee

Wenn Sie den Unterschied zur gezielten Überwachung und Diskriminierung der Überwachten und der Sammelwut
der NSA nicht erkennen können, na ja, dann ist das eben traurig, weil Ihnen der Durchblick fehlt.

Oder Sie stellen die beiden Vorgänge absichtlich, also wider besseres Wissen auf eine Stufe, weil Sie den politischen Standpunkt des Schilds der SED vertreten.

So sehr wie ich die NSA-Scanner auch als maßlos übertreten ablehne, so wehr bin ich davon überzeugt, dass Wissenschaftler wie Reich sich davor niemals fürchten müssen.

Ich stand als junger Mann 1961 in Berlin an der gerade mal 50cm hohen Mauer, als der Bautrupp unter NVA-Aufsicht das Gebilde provisorisch errichtete.

Ich habe in den folgenden Jahrzehnten häufig verschiedene Städte in der DDR besucht, was mir auf Grund meiner Berufstätigkeit möglich war.

Vom März 1989 bis zum Dezember habe ich Freunde in Leipzig ca. 20mal besucht. Vor der Wirklichkeit des real existierenden Sozialismus muss man mir nichts erzählen. Ich habe ihn "real" in den verschiedensten Betrieben live erlebt.

Die Menschen der DDR waren nicht die Grundlage des Unrechts in diesem Staat, sie waren die Erdulder desselben. Und selbst geringfügige politische Kontroversen wurden ratz-fatz unterbunden.
Die Mehrheit der Westdeutschen können sich heute vielleicht nicht mehr vorstellen, welcher Mut zum offenen Dissens gehörte.

Und für Sie gehört heute noch nicht mal ein Iota Mut zur Darstellung Ihrer linken politischen Position.
Das ist der Unterschied zum Dissens in der Stasizeit und heute.

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hubertrudnick1 09.11.2014, 11:07
7. Überwachungsstaat

Zitat von hubertrudnick1
Heute begehen wir den 25. Jahrestag der Maueröffnung und sind froh darüber, dass wir die DDR und ihre totale Überwachung hinter uns gelassen haben, aber haben wir das wirklich? Wer die einstige Überwachung fürchtete, der sollte dann aber auch heute sich zu der derzeitigen totalen Überwachung äußern und nicht so tun, als sei jetzt der Bürger endlich frei. Imgrunde hat doch nur sich ein System aufgelöst und das neue hat dort weitergemacht, nur mit besseren Mitteln. Sicherlich wird keiner mehr beim Grezübertritt wie ein Hase abgeschossen und das ist schon ein Fortschritt, aber die Freiheit der Bürger wird doch auch nur soweit garantiert, wie es die Mächtigen gefallen. Die Maueröffnung war für die Mäachtigen doch nur ein Schritt zur Neuaufteilung ihrer Welt, die Freiheit der Bürger von Ostsytem ist nur ein kleines Anhängsel, dass man in den Vordergrund stellt. Die Geschichte der Menschheit dreht sich doch nur um die Machtentwicklung und nicht um die Befindlichkeiten der Bürger, nur will man das nicht so sagen.
Nicht das wir uns falsch verstehen, den DDR Überwachungsstaat, oder einfach gesagt den Sozialismus wünsche ich mir auch nicht wieder, auch ich bin froh, dass wir diese Zeit hinter uns gebracht haben.
Es war eine Zeit, wo man stets mit einer gespaltenen Zunge reden musste, man konnte nicht seine eigene Auffassung vohn der Welt und besonders vom Sozialismus öffentlich kund tun.
Wer das tat, der hatte harte Maßnahmken in kauf zu nehmen und ich achte all diejenigen, die den Mut dafür aufbrachten.
Aber ein System, Land ohne einer Überwachung gibt es nicht und die Freiheit der Bürger geht auch nur immer so weit, wie es den Mächtigen gefällt, mir ist schon bewußt, dass man heute mit den technischen Mitteln alle genauso unter der Kontrolle hat.
Für mich sind die Aussagen vieler, de gerne die Worte Frieden und Freiheit in den Mund nehmen einfach nur Floskel, die so viel wert, wie die Aussagen in einem Werbespot haben.
Als Bürger müssen wir damit leben, was uns die Mächtigen vorsetzen und ich glaube nicht daran, dass wir grundsätzlich daran was verändern können.

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torte111 09.11.2014, 11:37
8. Überwachung in der DDR?

Kinderkram im Vergleich zu heute! Überhaupt ist alles heute nur eine Nummer größer...

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one-voice 09.11.2014, 13:22
9. Ach wie lapidar!

Zitat von torte111
Kinderkram im Vergleich zu heute! Überhaupt ist alles heute nur eine Nummer größer...
189.000 inoffizielle Stasi-Mitarbeiter, man nennt sie auch Spitzel, nennen Sie also Kinderkram. Mal davon abgesehen, dass es allzu oft auch der Nachbar, der beste Freund oder sogar die eigene Ehefrau oder der eigene Ehemann sein konnten, welche einen verrieten oder auch nur diffamieren wollten. Ach wie ignorant!

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